Prof. Dr. Matthias Richter

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    Seit 2011 bin ich Inhaber der Professur für Medizinische Soziologie und Direktor des gleichnamigen Instituts an der Medizinischen Fakultät.

    Als Sozial- und Gesundheitswissenschaftler ist es meine Aufgabe, im Rahmen der universitären Forschung und Lehre zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit über den gesamten Lebensverlauf beizutragen. Diese Aufgabe wird über unterschiedliche Forschungszugänge erfüllt, indem soziale Determinanten der Gesundheit und der gesundheitlichen Versorgung identifiziert sowie darauf basierende Strategien zur Verbesserung der Gesundheit entwickelt und evaluiert werden.

    Ein besonderes Merkmal unserer interdisziplinären Teamarbeit ist es, dass wir Expertise im Bereich der quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden verknüpfen und sowohl patientenorientierte als auch bevölkerungsweite Forschung betreiben.

    • Sprecher DFG Forschergruppe FOR2723 "Institutionelle Kontexte, Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheiten bei jungen Menschen. Ein Lebensphasenansatz."
    • Leiter und Sprecher der Deutschen Studiengruppe der WHO-Studie „Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)”
    • Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
    • Sachverständiger für das Fach „Medizinische Psychologie/Medizinische Soziologie“ am Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP)
    • Mitglied im Fachausschuss „Versorgungsforschung und -maßnahmen“ der Deutschen Krebshilfe
    • Mitglied der Philosophischen Fakultät der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg (Zweitmitgliedschaft)
    • Herausgeber der Reihe „Gesundheit und Gesellschaft” im Springer VS Verlag (zusammen mit Ullrich Bauer and Uwe Bittlingmayer)

    Die Schwerpunkte unserer Forschung und Lehre umfassen drei zentrale inhaltliche Bereiche:

    Die soziale Produktion von Gesundheit und Krankheit

    Dieser Bereich legt den Fokus auf soziale Muster der Verteilung von Gesundheit und Krankheit und die Suche nach sozialen und nicht biologischen oder psychologischen Erklärungen für diese Muster. Diese Perspektive unterstreicht, dass viele gesundheitliche Beeinträchtigungen und Krankheiten sozial produziert werden.

    Die soziale Konstruktion von Gesundheit und Krankheit

    Dieser Bereich geht der Frage nach, wie Definitionen von Gesundheit und Krankheit zwischen Kulturen und über die Zeit variieren. So muss Krankheit nicht notwendigerweise auf objektiven Fakten basieren; Gesundheit und Krankheit können ebenso soziale Konstruktionen darstellen, die Kultur, Politik und moralische Vorstellungen einer Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit reflektieren.

    Die soziale Organisation der gesundheitlichen Versorgung

    Der dritte Bereich setzt sich mit der Art und Weise auseinander, wie eine bestimmte Gesellschaft ihre gesundheitliche Versorgung organisiert, finanziert und in Anspruch nimmt. Hier wird konkret der Frage nachgegangen, wie eine effektive Nutzung von Gesundheitsressourcen gestärkt werden kann und die Versorgung von Patienten zu optimieren ist.

    • Medizin- und Gesundheitssoziologie
    • Soziale Determinanten der Gesundheit
    • Internationale Kinder- und Jugendgesundheitsforschung
    • Lebenslaufforschung
    • Prävention und Gesundheitsförderung
    • Methoden der empirischen Sozialforschung

    ausgewählte Publikationen

    Fach EM, Schumann N, Richter M (2016). Herausforderungen in der Analyse von Versorgungsungleichheiten in der Kinderrehabilitation. [Challenges in the analysis of health care inequalities in pediatric rehabilitation]. Die Rehabilitation, 55(2), 88-94

    Lampert L, Richter M, Schneider S, Spallek J, Dragano N (2016). Soziale Ungleichheit und Gesundheit. Stand und Perspektiven der sozialepidemiologischen Forschung in Deutschland. [Social inequality and health : Status and prospects of socio-epidemiological research in Germany]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 59(2), 153-165

    Hurrelmann K, Richter M (2013). Gesundheits- und Medizinsoziologie. Eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Gesundheitsforschung [Health and medical sociology. An introduction to social science health research]. Weinheim: Beltz Juventa

    Moor I, Spallek J, Richter M (2016). Explaining socioeconomic inequalities in  self-rated health: a systematic review of the relative contribution of material, psychosocial and behavioural factors. Journal of Epidemiology and Community Health, [Epub ahead of print], doi:10.1136/jech-\link{tel:2016207589   }{2016-207589}

    Moor I, Rathmann K, Lenzi M, Pförtner TK, Nagelhout GE, de Looze M, Bendtsen P, Willemsen M, Kannas L, Kunst AE, Richter M (2015). Socioeconomic inequalities in adolescent smoking across 35 countries: A multilevel analysis on the role of family, school and peers. European Journal of Public Health, 25(3), 457-463

    Pförtner TK, Günter S, Torsheim T, Levin K, Richter M (2015). The use of parental occupation in adolescent health surveys. An application of ISCO-based measures of occupational status. Journal of Epidemiology and Community Health, 69(2), 177-184

    Pförtner TK, Moor I, Rathmann K, Hublet A, Molcho M, Kunst AE, Richter M (2015). The association between family affluence and smoking among 15-year-old adolescents in 33 European countries, Israel and Canada: the role of national wealth. Addiction, 110(1), 162-73

    Richter M (2010). Risk behaviour in adolescence. Patterns, determinants and consequences. Wiesbaden: VS-Verlag

    Richter M, Hurrelmann K (eds.) (2016). Soziologie von Gesundheit und Krankheit. Ein Lehrbuch. [Sociology of health and illness. A textbook]. Wiesbaden: Springer VS

    Richter M, Hurrelmann K (eds.) (2009). Gesundheitliche Ungleichheit. Grundlagen, Probleme, Perspektiven. 2. Auflage [Social inequalities in health: principles, problems, perspectives. 2nd Edition]. Wiesbaden: VS-Verlag

    Richter M, Körholz D (2015). The social dimension of adolescent health: Challenges for paediatric research and practice. Klinische Pädiatrie, 227(4), 193-198

    Richter M, Günther S, Herke M (2016). Lebenslaufforschung in der Epidemiologie und den Sozialwissenschaften. Gemeinsam einsam? [Life Course Epidemiology and the Social Sciences: Living Apart Together?]. Gesundheitswesen [Epub ahead of print], doi: 10.1055/s-0042-108642

    Schröder SL, Richter M, Schröder J, Frantz S, Fink A (2016). Socioeconomic inequalities in access to treatment for coronary heart disease: A systematic review. International Journal of Cardiology, 219, 70-78.