aktuelle Projekte

In dieser qualitativen Studie wird auf der Grundlage von Leitfadeninterviews mit (ehemaligen) Asylsuchenden untersucht, ob die besondere rechtliche, sprachliche, soziale und ökonomische Situation von Asylsuchenden deren Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung beeinflusst. Besonderer Fokus liegt dabei darauf, die Zugangswege zum Gesundheitssystem und ggf. bestehende Zugangsbarrieren zu identifizieren und Strategien beim Scheitern des Zugangs zum Gesundheitssystem zu beleuchten.  

Das Vorhaben wird gefördert durch das Wilhelm-Roux-Programm der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Als Reaktion auf einen auf verschiedene Weise erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem für Geflüchtete wurden in den letzten Jahren vermehrt Hilfsmittel für diese Patientengruppe entwickelt. Diese Materialien sollen Sprachbarrieren überbrücken helfen und die Navigation im Gesundheitssystem verbessern, wurden bislang jedoch kaum auf ihre Nützlichkeit im Alltag hin evaluiert.

Anhand eines Mixed-Methods-Designs untersucht diese Studie daher mittels quantitativer und qualitativer Daten exemplarisch die Usability des seit 2017 in Sachsen-Anhalt eingesetzten „Gesundheitsheftes für Asylbewerber“.

Mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden werden in dieser Studie prävalente narrative Strategien in der Auseinandersetzung mit Patienten mit Fluchterfahrung unter Medizinstudierenden analysiert. Es wird untersucht, wie sie diese marginalisierte Patientengruppe wahrnehmen, welche Haltungen sie ihr gegenüber zeigen und wie individuelle Eigenschaften der Studienteilnehmenden (u. a. ihre Empathiefähigkeit) ihre Auswahl narrativer Strategien beeinflussen. 

Jedes dritte Kind in Halle (Saale) lebt nach statistischen Kriterien in ArmutObwohl die Stadt insgesamt eine positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung durchläuft, ist die Kinderarmut nach wie vor hoch, in manchen Stadtvierteln ist der Anteil der in Armut lebenden Kinder in den vergangenen Jahren sogar größer geworden.

Vor diesem Hintergrund will dieses quantitative Projekt anhand der Daten der Schuleingangsuntersuchungen der Jahre 2016-2019 eine Analyse der Kindergesundheit für die verschiedenen Stadtviertel von Halle vornehmen. Ziel ist es zu untersuchen, ob diese Situation sich auch in einer Ungleichverteilung der gesundheitlichen Belastungen und der Entwicklung der Kinder niederschlägt.

Das Projekt wird gefördert durch ein HaPKoM-Stipendium des Wilhelm-Roux-Programms der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Asylsuchende haben ein stark erhöhtes Risiko für psychische Beschwerden, während ihr Zugang zu medizinischer Versorgung rechtlichen Einschränkungen unterliegt.  

Dieses Problem wurde 2013 von der EU-Aufnahmerichtlinie aufgegriffen, welche vorsieht, dass Aufnahmeländer innerhalb der EU besonders vulnerablen Asylsuchenden den Zugang zu geeigneter Behandlung ermöglichen müssen. Die aktuelle Literatur deutet jedoch an, dass sich das deutsche Gesundheitssystem bisher nur unzureichend den Bedarfen von Asylsuchenden geöffnet hat  und die Versorgung zu einem großen Teil über Einrichtungen außerhalb des Gesundheitssystems abgedeckt wird. 

Eine dieser Institutionen ist das Psychosoziale Zentrum (PSZ) für Migrantinnen und Migranten in Halle (Saale). Hier besteht jedoch aktuell für den Beginn psychotherapeutischer Behandlung eine Wartezeit von knapp mehreren Monaten.  

Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, wie die sich die Versorgung der auf der Warteliste befindlichen Patient/-innen gestaltet und welche Angebote ihnen zur Überbrückung der Wartezeit offen stehen. Die Frage nach möglichen Lücken in der Versorgung und der Notwendigkeit überbrückender Angebote lässt sich daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten. Um diese Wissenslücke zu schließen, analysiert dieses Projekt anhand der Patientenakten der auf der Warteliste des PSZ erfassten Patient/-innen die Versorgungssituation bis zum Beginn der Psychotherapie.

Dieses Projekt untersucht, in welchem Maß sozioökonomische Benachteiligung die Zahngesundheit von Kindern beeinflusst. Dabei werden die Daten der Reihenuntersuchungen des kinder- und jugendzahnärztlichen Dienstes genutzt, um folgenden Fragen nachzugehen:

Wer sind aus zahnmedizinischer Sicht Risikokinder? Wo leben sie? Wie leben Sie? Warum sind sie besonders anfällig für Karies und andere zahnbezogene Krankheiten?

Diese Fragen sind einerseits von akademischem Interesse, um die Wirkmechanismen gesundheitlicher Ungleichheit in Bezug auf die Zahngesundheit besser zu verstehen. Andererseits sind sie aber auch von praktischem Interesse, um Kinder mit erhöhtem Risiko für zahnmedizinische Präventions- und Versorgungslücken zu identifizieren und gezielt Maßnahmen zu entwickeln, um sie besser zu erreichen.

In dieser Sekundärdatenanalyse wird anhand von Daten der Schuleingangsuntersuchung und der Schulreihenuntersuchungen der dritten und sechsten Klasse die Verteilung von Übergewicht und anderen gesundheitlichen Risikofaktoren von Schülerinnen und Schülern untersucht. Dabei soll die räumliche Verteilung über die Stadt als auch der zeitliche Verlauf der körperlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler von der Schuleingangsuntersuchung bis zur Schulreihenuntersuchung der sechsten Klasse berücksichtigt werden.
Das Ziel dieses Projektes ist somit, die Zusammenhänge von unterschiedlichen sozialräumlichen Gegebenheiten und der gesundheitlichen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern im Alter von fünf bis dreizehn Jahren besser zu verstehen, und damit den Grundstein für problemorientierte Lösungen für gesundheitsbezogene Chancengerechtigkeit zu legen.

Diese Arbeit untersucht, welche Maßnahmen in Unterkünften für Asylsuchende ergriffen wurden und werden, um die COVID-19-Pandemie einzudämmen. Ziel des Projektes ist, aus einer Querschnittserhebung der bestehenden Vorgehensweisen best-practice-Empfehlungen zu erarbeiten.

Das Vorhaben wird von der Volkswagen-Stiftung gefördert und in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (Direktor: Prof. Patrick Brzoska) durchgeführt.

abgeschlossene Projekte

Publikationen:

Führer, Amand; Tiller, Daniel; Brzoska, Patrick; Korn, Marie; Gröger, Christine; Wienke, Andreas (2020): Health-Related Disparities among Migrant Children at School Entry in Germany. How does the Definition of Migration Status Matter? IJERPH 17(1): 212. DOI: 10.3390/ijerph17010212

Führer, A., Wienke, A., Wiermann, S., Gröger, C., & Tiller, D. (2019). Risk-based approach to school entry examinations in Germany – a validation study. BMC Pediatrics, 19(1), 358. https://doi.org/10.1186/s12887-019-1825-8

Führer, Amand; Wienke, Andreas & Tiller, Daniel (2018) Die Schuleingangsuntersuchung als subsidiäre Vorsorgeuntersuchung. Eine risikobasierte Herangehensweise. Prävention und Gesundheitsförderung. doi.org/10.1007/s11553-018-0652-3