Kurztitel 

  • ACTIFCare

Zeitraum

  • März 2014 bis August 2017

Leitung

Mitarbeiterinnen

  • Astrid Stephan
  • Anja Bieber 
  • Anja Broda
  • Gabriele Bartoszek

Partner

  • Maastricht University, Maastricht, Niederlande
  • Bangor University, Bangor/University College London, London, Großbritannien
  • Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden
  • Oslo University Hospital, Oslo, Norwegen
  • Dublin City University, Dublin, Irland
  • Universidade Nova de Lisboa, Portugal
  • IRCCS "Centro S.Giovanni di Dio", Fatebenefratelli, Brescia, Italien

 Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (funding code: 01ED1401)

Zusammenfassung

Die zeitgerechte Inanspruchnahme von professioneller Unterstützung kann die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen verbessern. Das Forschungsprojekt Actifcare untersucht in acht EU-Ländern, wie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Zugang zu professioneller Unterstützung finden; welche fördernden bzw. hemmenden Faktoren den Zugang beeinflussen und welche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Gesundheitskosten zu verzeichnen sind. 

Hintergrund

Demenzielle Erkrankungen sind bisher nicht heilbar. Eine zeitgerechte Diagnose ist entscheidend für die Behandlung und Versorgung und kann Menschen mit Demenz helfen, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten und für die  Zukunft zu planen. Zudem kann der rechtzeitige Zugang zu Unterstützungsangeboten, wie ambulanten Pflegediensten, Gesundheitskosten reduzieren, indem Heimaufnahmen hinaus gezögert oder gar verhindert werden könnten.

Menschen mit mittelschwerer Demenz erhalten jedoch oft keine passgenaue Versorgung und Unterstützung. Das Forschungsprojekt Actifcare möchte das  Missverhältnis zwischen den Bedürfnissen der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen und der Inanspruchnahme von Unterstützung untersuchen, sowie Unterschiede hinsichtlich der Zugangsmöglichkeiten erfassen. 

Ziel

Ziel des Vorhabens ist es, länderspezifische Gute-Praxis Empfehlungen für einen rechtzeitigen Zugang zu professionellen Unterstützungsangeboten zu identifizieren.

Fragestellungen

Welche professionellen Unterstützungsstrukturen für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen gibt es in den acht Ländern (Niederlande, Italien, Portugal, Schweden, Norwegen, Irland, Großbritannien und Deutschland)? Welche Erkenntnisse ergeben sich aus einem Länder-Vergleich?

  1. Welche Zugangsmöglichkeiten zu professioneller Unterstützung haben Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in den acht Ländern? Welche Zusammenhänge sind zwischen dem Unterstützungsbedarf und der Lebensqualität der Menschen mit Demenz bzw. der pflegenden Angehörigen erkennbar?
  2. Wie gestalten sich die Kosten der Versorgung mit und ohne professionelle Unterstützung?
  3. Welche Gute-Praxis Empfehlungen lassen sich aus den Untersuchungsergebnissen generieren, um den Zugang zu professioneller Unterstützung  zu optimieren?

Methode

Zur Beantwortung der Fragestellungen werden unterschiedliche Methoden herangezogen und in vier inhaltlichen Arbeitspaketen (Work Packages [WP]) erarbeitet. Zudem gibt es die Arbeitspakte Projektmanagement und Verbreitung der Ergebnisse (Dissemination).

WP1 Projektmanagement (Verantwortung Niederlande)

  •  Administration und Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen
  • Koordination und Monitoring der einzelnen inhaltlichen Arbeitsschritte 
  • Sicherstellung klarer Kommunikationswege und Aufgabenverteilungen
  • Unterstützung bei der nachhaltigen Verbreitung und Anwendung der Ergebnisse

WP2 Zugang zu professioneller Pflege und Unterstützung in Europa (Verantwortung Deutschland)

  • Erfassen der Versorgungsstrukturen  für  zu Hause lebende Menschen mit Demenz
  • Erfassen der  Zugangsmöglichkeiten zu professioneller Pflege und Unterstützung
  • Fokusgruppen-Interviews mit Menschen mit Demenz in einem frühen Stadium der Erkrankung und ihren Hauptpflegepersonen (n= 2-4 pro Land)
  • Fokusgruppen-Interviews mit professionell Pflegenden und Mitarbeitern anderer Berufsgruppen (n=2-4 pro Land)
  •  Semi-strukturierte Einzelinterviews mit nationalen Entscheidungsträgern (n=3-5 pro Land)

WP3 Inanspruchnahme von bzw. Verzicht auf professionelle Pflege und Unterstützung (Verantwortung Großbritannien)

  • Prospektive Kohortenstudie über einen Zeitraum von einem Jahr mit Datenerhebungen am Beginn, sowie nach 6 bzw. 12 Monaten (n= 50 Dyaden von Menschen mit Demenz und ihre Hauptpflegepersonen pro Land)
  • Qualitative Interviews im Anschluss an die Kohortenstudie (n= 10 pro Land) 

WP4 Ökonomische Aspekte (Verantwortung Schweden)

  • Kostenanalyse der mit dem Resource Utilization in Dementia (RUD) Instrument erhobenen Daten
  • Untersuchung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen mit verschiedenen Instrumenten (EuroQol-5D, ICECAP-O, DEM-QOL, CarerQol-VAS und CarerQol-7D)
  • Erhebung weiterer beschreibender Merkmale, wie kognitive Beeinträchtigung und Verhalten (Clinical Dementia Rating Scale [CDR], Mini Mental State Examination [MMSE] und Neuropsychiatrisches Inventar [NPI])

WP5 Best-Practice Strategien (Verantwortung Norwegen)

  • Systematische Literaturübersicht über Zugang und Nutzung von professioneller Pflege und Unterstützung in der Phase der mittelschweren Demenz
  • Anwendung der Delphi-Methode zur Ableitung von guten Zugangsmodellen zu professioneller Pflege basierend auf den Ergebnisse der Arbeitspakete 2, 3, 4
  • Abschließende Entwicklung von Empfehlungen zur Implementierung länderspezifischer Gute-Praxis Strategien

WP 6 Dissemination (Verantwortung Irland)

  • Internetseite http://www.Actifcare.eu/
  • Öffentlichkeitsarbeit mit Pressemitteilungen, Flyern, Broschüren etc.
  • Organisation eines "think-tank" - einer "Denkfabrik" von wissenschaftlichen und klinischen Experten zum Umsetzen der Projektergebnisse
  • Einsetzen von Expertengruppen in mindestens zwei  Ländern unter Beteiligung von Serviceplanern, Politikern, sowie Menschen mit Demenz und ihren Hauptpflegepersonen
  • Bereitstellen der Ergebnisse auf den nationalen Internetseiten der Alzheimer-Gesellschaften, sowie von Alzheimer Europe
  • Initiierung eines europäischen Forschungsnetzwerkes auf dem Gebiet gesundheitsökonomischer Aspekte der Versorgung von Menschen mit Demenz (SMARD- Scientific Modelling for Alzheimer's and Related Dementias) 

Stichworte

Dementia (middle-stage), (in)formal care, care needs, access to health care services, quality of life, country comparison, economic evaluation.

Demenz (mittleres Stadium), informelle/professionelle Pflege, Unterstützungsbedürfnisse, Lebensqualität, Zugang zu professionellen Angeboten, Länder-Vergleich, ökonomische Evaluation.

Publikationen

Growing old at home – Support through prophylactic home visits

Short title

  • Growing old at home / T5

Period

  • 02/2007 - 01/2010 

Leadership

  • Prof.Dr. Johann Behrens

Staff Members

Associate partners

  • Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie
  • Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik 

Support

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung 

Abstract

Background

With regard to demographic changes in Germany, it can be assumed that the number of elderly and the resulting need for long-term care will increase in the near future. For many people, growing old in familiar surroundings is one of their strongest desires. Admission to a nursing home is often seen as an incisive event in life, apart from being a considerable financial burden for both the individual and the social service system. In our singularised society, long-term self-sufficiency and support from informal and professional carers at home are becoming more and more important.

Question

Can prophylactic home visits from qualified nursing staff help to determine the individual care and assistance required by those over 80, to strengthen their competences and resources for remaining autonomous, to optimise care provided by family members and to provide contact to ambulatory services if and when required.

Target

The purpose of this study is to determine whether prophylactic home visits for people aged 80 and over, combined with an improvement in care services and use of resources in the home, are effective in avoiding or delaying nursing home admission.

Methods

This study has been designed as a randomised controlled longitudinal (2 measurements: pre- and post-measurement after 18 months) intervention study, which is accompanied by a prospective social-epidemiological study of predictors for nursing home admission and a healthcare cost evaluation.

Sample

A total of 320 participants were recruited via general practitioners and hospitals in Leipzig and Halle. Inclusion criteria were: > 80 years old, care level I, care level applied for but refused (care level 0) or impairment in at least 3 ADL/IADL. The participants were randomly allocated to the intervention or control group.

Intervention

Both groups were subjected to a baseline assessment (socio-demographic, diagnoses, MMSE, quality of life, book of costs). At the same time as and subsequent to the baseline assessment, the intervention group underwent a comprehensive assessment regarding the current care situation (acc. to Geriatric Basic Assessment AGAST). After 2 – 3 weeks the results of the case studies, which had taken place in the meantime, were discussed with the test persons. One month later a third meeting took place, a so-called “booster session”, in which possible further implementation aid was given.

Expected results

We expect to find that proving the effectiveness and cost-effectiveness of prophylactic home visits can be a sensible and applicable intervention for elderly people living at home.

Additional publications

Fleischer S, Roling G, Beutner K, Hanns S, Behrens J, Luck T, Kuske B, Angermeyer MC, Riedel-Heller SG, Heinrich S, König HH, Lautenschläger C. Growing old at home - a randomized controlled trial to investigate the effectiveness and cost-effectiveness of preventive home visits to reduce nursing home admissions: study protocol [NCT00644826]BMC Public Health. 2008 May 28;8:185. 

Development and evaluation of an assessment instrument for the oral care of ICU patients

Short title

  • AMI

Period

  • 2005 - 2008 

Leadership

Staff members

  • Simone Apling
  • Kerstin Celik
  • Anja Feicke
  • Birgit Feindt
  • Steffi Kern 

Associate partners

  • August Viktoria Hospital Berlin
  • Berufsgenossenschaftliche Kliniken Halle 
  • Hospital for Surgery Erxleben 
  • University Hospital Leipzig
  • University Hospital Magdeburg

Utilization of a checklist for physical rest as part of medically prescribed immobilization in pregnancy complications. A pilot study involving family care facilities in Bavaria

Short title

  • Checklist for physical rest in pregnancy complications

Period

  •  04/2010 - 04/2012

Leadership

Project implementation

    • Protestant family care service “Hesselberg” (Evangelischer Familienpflegedienst Hesselberg) with 12 facilities in Bavaria, Hesselbergstraße 26, 91726 Gerolfingen 
    • Family care unit of the Diakonie Lohr / Aschaffenburg / Schweinfurt, Rossmarkt 29, 63739 Aschaffenburg
    • Congregation of the Rita Sisters (Kongregation der Rita Schwestern), Family Care Section, Friedrich Spee Str. 32, 97072 Würzburg
    • Caritas Welfare Centre St. Gregor (Caritas Sozialstation St. Gregor), Fährbrück near Würzburg 
    • Diakonie „Aktiv“ GmbH, Schenkstr. 69, 91052 Erlangen

    Abstract 

    Purpose:

    Women, who have been prescribed physical rest when treated for pregnancy complications as an outpatient, often describe fears, insecurity and conflicts. These can be intensified by the presence of existing children and because the social environment does not always understand the need for this treatment. In previous studies, women concerned expressed the need in this context for clear instructions concerning resting at home (Schmidt 2008, 2009).

    Family nurses describe great fear and uncertainty in some women and risky behaviour in others; they would like to have a written guide on the degree of domestic rest as a support in their work with women and their families. 

    In order to meet these wishes, a checklist for bed rest is to be tested in a pilot study (Maloni JA 1994, Schmidt 2008). The first test should be made with a small sample to find out whether the checklist can be adopted by treating physicians as a way to help women deal with bed rest in everyday life, and whether the checklist helps women to ask their doctor questions about bed rest and helps them deal with it in domestic life. In addition, the benefit of the checklist should be assessed by family nurses.

    Methods:

    Included in the study were women with pregnancy complications, whose treatment was to be supported by bed rest at home and include help by a housekeeper / family nurse . The evaluation of the checklist was carried out by rating scales supplemented by free text information.

    First Results:

    The results should be interpreted with caution due to the small sample. They show that the vast majority of participating physicians considers the checklist to be useful in certain situations. No contraindications were formulated and only a few doctors reject the use of a checklist, because they see no need for written recommendations in addition to the information they provide. It is interesting to see that the checklist is judged primarily by the interviewed family caregivers as helping them in their work with the women and their families. Some of the interviewed women described the checklist as a help when talking to the doctor and when implementing bed rest in everyday life, while other women saw no added benefit.

    Conclusion and Forecast:

    While it is not a problem for many women to conform with the instructions of the attending gynaecologist for bed rest in everyday life, other patients prefer written instructions and guidelines which seem to benefit them. A study should be made on a larger group as to which cases the use of the checklist for bed rest can be recommended and whether it is assessed as appropriate by supporting family members. It should also be checked with a larger group, whether the use of the checklist with affected women reduces their fears and uncertainty, helps to avoid conflicts or to improve adherence.

    Literature:

    1. Maloni J A (1994) Home care of the high-risk pregnant woman requiring bed rest.
    2. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs 25: 17-23
    3. H. B. Schmidt, H. Faller, M. Sütterlin Belastungen und Bewältigung bei Immobilisation wegen drohender Frühgeburt In: F. Siedentopf et al. (Hrsg.), Zwischen Tradition und Moderne Psychosomatische Frauenheilkunde im 21. Jahrhundert Beiträge der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. 2008, Mabuse Verlag, Frankfurt; 199-204
    4. H. B. Schmidt , H. Faller , M. Sütterlin Immobilisation bei drohender Frühgeburt – Belastungen und Bewältigung Eine qualitative Analyse von Gesprächen mit betroffenen Frauen und ihren Partnern Geburtsh Frauenheilk 2009; 69:1-5

    Kurztitel

    • Atmung

    Zeitraum

    • 01.03.2016 bis 28.02.2017

    Leitung

    • Prof. Dr. Gabriele Meyer

    Mitarbeiter/-innen

    • Dr. rer. medic. Steffen Fleischer
    • Dr. rer. medic. Almuth Berg
    • Dr. rer. med. habil. Anja Broda
    • Astrid Bastian, M.Sc.

    Förderung

    • AOK Sachsen-Anhalt
    • AOK Nordost

    Zusammenfassung

    Die anteiligen Aufwendungen für die Versorgung von Personen mit eingeschränkter Vitalfunktion „Atmung“ und vorzuhaltender pflegerischer Interventionsbereitschaft differieren zwischen den AOKn der Bundesländer zum Teil erheblich. Gleichzeitig unterscheiden sich die rohen Inzidenz- und Prävalenzraten zwischen den Bundesländern. 

    Eine Berechnung altersstandardisierter Inzidenzen und Prävalenzen stand bislang jedoch aus. Die Unterschiede könnten sich möglicherweise durch Eigenheiten der jeweiligen Altersstruktur der Versichertenpopulationen in den Bundesländern erklären. Neben den Unterschieden in den rohen Inzidenzen und Prävalenzen zeigen sich auf Länderebene aber auch unterschiedliche quantitative Ausprägungen der Angebots- und Versorgungsstruktur. Demnach erschien es naheliegend, neben der Altersstruktur der Versichertenpopulation, die Angebotsstrukturen bei der Erklärung der Leistungsinanspruchnahme zu berücksichtigen. Zudem mussten aber auch andere Faktoren, die Einfluss auf regional unterschiedliche Inzidenzen und Prävalenzen haben könnten, geprüft und in eine Analyse miteinbezogen werden.

    BraFaP: The Brandenburg skilled labour trial, section "care"

    Short title

    • BraFaP

    Period

    • 10/2011 - 06/2013

    Leadership

    • Prof. Dr. Johann Behrens

    Staff members

    Partners

    • Centre for Social Research Halle (Sabine Böttcher, Susanne Winge)
    • Ruhr University Bochum (Prof. Rolf Heinze)
    • University Siegen (Prof. Christoph Strünck)
    • Evangelic University of Applied Sciences Freiburg (Prof. Thomas Klie)

    Support

    • Brandenburgian Ministry of Labour, Social Affairs, Women and Families

    Abstract

    The study aims to formulate scientifically based recommendations for courses of action to ensure high quality care in Brandenburg. The study should provide answers on the following three study levels: 

    (1) How can the development of care dependency be influenced (prevention and reduction of care dependency)? 

    (2) What options are available in the regional health structures in Brandenburg, taking the local organisational strategies and possibilities into consideration?

    Prevention of infection for liver-transplanted patients. Three Cochrane Reviews

    Short title

    • Cochrane LTx

    Period

    • 05/2007 - 07/2010

    Leadership

    Staff members

    Associate partners

    • Cochrane Hepato-Biliary Group
    • Klinikum Regensburg

    Support

    • BMBF

    Abstract

    Three Cochrane reviews were prepared on the following topics:

    1. Glucocorticosteroids for liver-transplanted patients
    2. Interventions for viral hepatitis B in liver-transplanted patients
    3. Nutritional interventions for liver-transplanted patients

    Publications

    • Großmann K, Langer G, Saal S, Grothues D, Wienke A. Mycophenolate mofetil for liver-transplanted patients. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 4. Art. No.: CD007446. DOI: 10.1002/14651858.CD007446. 
    • Langer G, Saal S, Großmann K, Grothues D, Wienke A. Glucocorticosteroids for liver transplanted patients. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 1.
    • Langer G, Großmann K, Saal S, Grothues D, Wienke A. Nutritional interventions for liver-transplanted patients. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 1.

    Zeitraum

    • Februar 2017 – Dez. 2018 

    Leitung

    Mitarbeiter

    Partner

    • Cochrane Deutschland, Universitätsklinik Freiburg

    Förderung

    • keine externe Förderung

    Zusammenfassung

    Hintergrund

    Nationale und internationale Studien zeigen, dass mechanische freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM) bei der Pflege und Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen (z.B. Demenz) regelmäßig angewendet werden, trotz fehlender Belege für ihre Wirksamkeit. Daher wird eine Pflege ohne FEM international gefordert. 

    Ziel

    Ziel des Projektes ist die Erstellung einer systematischen Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von Interventionen zur Vermeidung und Reduktion von FEM im Akutkrankenhaus (ohne Einbezug von Intensivstation oder Psychiatrie). 

    Methoden

    Die systematische Übersichtsarbeit wird nach den Methoden der Cochrane Collabotation erstellt.

    Publikationen

    • Möhler R, Nürnberger C, Abraham J, Köpke S, Meyer G. Interventions for preventing and reducing the use of physical restraints of older people in general hospital settings. Cochrane Database of Systematic Reviews 2016, Issue 12. Art. No.: CD012476. DOI: 10.1002/14651858.CD012476.

    Presentation of social systems with the newly adapted family board for blind and visually handicapped people - a qualitative pilot study in vocational rehabilitation

    Short title

    Family board 

    Leadership

    Project implementation and staff

    • M. Schroeder and K. Kreißler, students of the master's programme in Health and Nursing Sciences
    • Facility: 2BFW Halle (Saale) gGmbH, A. Kunnig

    Abstract 

    Background

    A new onset of severe visual impairment requires occupational and social reorientation, supported, for instance, by rehabilitation in vocational training centres. To enable affected persons to represent visually the changes experienced in social and family relationship structures and thus to facilitate such exchanges, the family board [1] has been adapted for the visually impaired [2] and was applied in this pilot study.

    Methods and Sample

    In this pilot study, seven participants described their subjective experiences of the social and family situation by using family board constellations as part of a vocational rehabilitation in the Vocational Training Centre Halle (Saale). The participants then judged the usability of the adapted family board.

    Results

    It was shown that this method also provides blind people with a visual representation of relationship constellations. Mental images that are difficult for some people to put into words can be communicated to sighted or other visually impaired persons. For the purposes of accessible treatment, the use of this method of communication is conceivable, among others, as support for coping strategies, for identification of rehabilitation goals, as well as their verification and adjustment in the course of rehabilitation.

    Literature

    1.  Ludewig 2000, Das Familienbrett, Hogrefe, Göttingen
    2. Schmidt H. & Abel, T. (2011), Neu aufgestellt - Das Familienbrett für Blinde und Sehbehinderte. Ein Beitrag zur Barrierefreiheit in Therapie und Beratung, Horus, Marburger Beiträge zur Integration Blinder und Sehbehinderter, Jahrgang 73, 4/2011

    Kurztitel

    DCN (Link zum Flyer)

    Zeitraum

    Juli 2016 - Juli 2019

    Leitung

    Mitarbeiterin

    Förderung

    • Land Sachsen-Anhalt
    • ESF (Europäischer Sozialfonds)

    Zusammenfassung

    Hintergrund

    Derzeit haben in Deutschland schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen eine Demenz, wobei in Prognosen davon ausgegangen wird, dass sich die Anzahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppelt. Rund drei Viertel der Menschen mit Demenz werden zu Hause versorgt. Vor dem Hintergrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnt die angemessene medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen mit Demenz an Bedeutung. Angebote, die auf eine gezielte Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen in der Häuslichkeit zielen, sind in Deutschland eher fragmentiert und selten wissenschaftlich evaluiert.

    Projektziel

    Ziele des Projektes sind die Entwicklung, Implementierung und wissenschaftliche Evaluation einer Qualifizierung zur „Dementia Care Nurse“ (DCN). Die DCN werden als Advanced Nurse Practitioner eine autonomiesichernde und familienorientierte Versorgung von Menschen mit Demenz sowie ihre pflegenden Angehörigen unterstützen. Dabei werden sie eigenständig entsprechend der Prinzipien der evidenzbasierten Pflege arbeiten. Zudem wird eine enge Kooperation der DCN mit Hausärztinnen/Hausärzten sowie weiteren Berufsgruppen angestrebt, ferner werden sie aufgrund ihrer Qualifikation auch Tätigkeiten anderer Professionen übernehmen können. 

    Infolge der zielgerichteten und kontinuierlichen Begleitung durch die DCN soll die häusliche Versorgung verlängert werden, wodurch eine Entlastung der Kommunen und der Pflegekassen erwartet wird.

    Methoden

    Die Qualifikation der DCN richtet sich zunächst an Pflegende mit Berufserfahrung, die ein Bachelor- oder Masterstudium absolvieren und Bachelor- oder Masterabsolventen/-innen. Mittels Literaturrecherche werden Best-Practice-Beispiele identifiziert und bestehende nationale und internationale Versorgungskonzepte zusammengefasst. Experteninterviews mit Hausärztinnen/Hausärzten, Psychiaterinnen/Psychiatern und Case Managern werden ebenfalls als Grundlage für die Konzeption zukünftiger Tätigkeitsfelder und erforderlicher Qualifizierungsinhalte dienen. Zudem wird die Erstellung des Curriculums durch ein multiprofessionelles Advisory Board begleitet. Die anschließende Qualifizierungsphase unterteilt sich in theoretische und praktische Module. Die Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahme wird durch eine wissenschaftliche Prozessevaluation begleitet, die Hinweise für weiteren Modellierungsbedarf der Maßnahme liefert und die Grundlage für eine Nutzenprüfung in einer späteren Studienphase legt.

    Erwartete Ergebnisse/Transferperspektiven

    Im Laufe des Jahres 2018 werden drei DCN qualifiziert, die im Rahmen der Pilotphase im südlichen Sachsen-Anhalt eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Pilotierung fließen in die Weiterentwicklung des Curriculums ein und werden veröffentlicht. Darüber hinaus wird die Beantragung einer Folgeförderung avisiert, mit welcher anschließend die Wirksamkeit, Sicherheit und Kostenwirksamkeit der Einführung der DCN überprüft werden sollen. Es wird angestrebt, die Qualifikation über die Halle School of Health Care zu verstetigen.

    Development of evidence-based health information in cooperation with the Stiftung Gesundheitswissen

    Time Period

    • June 2018 to January 2019

    Project leader

    Staff members

    • Mareike Bake
    • Romy Richter

    Funding

    Summary

     

    Background

    There is a demand for evidence-based health information nationally as well as internationally. Different health information is developed as part of a cooperation with the Stiftung Gesundheitswissen. The first topics are (postpartum) depression and anxiety disorders.

     

    Methods

    The development of health information follows the methods of evidence-based medicine and good practice guidelines for health information. Furthermore, the recommendations of the guideline evidence-based health information are applied (Verlinkung: www.leitlinie-gesundheitsinformation.de/leitlinie/).

    Needs assessment and evidence synthesis are conducted by the working group. Moreover, basic texts are written. The translation into plain language and the (graphical) design are accomplished by the Stiftung Gesundheitswissen.

    Evidence-based Nursing South Tyrol

    Short title

    • EbN South Tyrol

    Period

    • 09/2006 - 04/2011

    Leadership

    Associate partners

    • South Tyrolean Health Service (Sanitätsbetrieb), Director of Nursing
    • Health Districts of Bolzano, Bressanone, Brunico, Merano
    • Province College Claudiana
    • Professional Association (Berufsverband) IPASVI

    Support

    • Council for Health and Welfare (Assessorat für Gesundheits- und Sozialwesen), Agency for training for healthcare workers, Bolzano, Italy

    Abstract

    In 2006, the project "Evidence-based Nursing South Tyrol" was launched with the objective of establishing a group of EBN experts. The main tasks of this group are to create guidelines, to support the implementation, and to evaluate the implementation. The group is composed of representatives from the four health districts Bolzano, Brixen, Bruneck and Merano as well as from the Claudiana Provincial College and the professional association IPASVI.

    In preparing the guidelines, the following approach was selected, based on high-quality guidelines, such as the WHO guidelines: The guideline group was deliberately composed of representatives from all health districts, the state college as well as the professional organization in order to facilitate implementation on a broad front. In line with the primary theme of "oral care", questions with high practical relevance were derived  and outcomes were identified by brainstorming. These outcomes were prioritized in the next step and were supplemented by outcomes from patient groups (Cochrane Consumer Network, Tyrolean Cancer Aid). When possible, systematic reviews were created to all questions concerning the respective outcomes, . For this purpose, the Medline, the Cochrane Library, and CINAHL guideline databases were researched. The quality of the evidence was assessed by using GRADE, which was also applied when deriving recommendations.

    Unfortunately, only a few studies with sufficient quality were found. One of the strengths of the proposed approach is that the guideline was created by nurses, thus reducing the barriers towards implementation.

    Effect of Person-Centred Care on antipsychotic drug use in nursing homes: a cluster randomised controlled trial

    Short Title

    •  EPCentCare

    Period

    • 03/2014 - 08/2017

    Project Leader

    • Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer (Halle)
    • Prof. Dr. phil. Sascha Köpke (Lübeck)
    • Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen (Witten)

    Staff members

    • Dr. Almuth Berg
    • Dr. Steffen Fleischer
    • Christin Richter, M.Sc GPW
    • Dr. med. Ursula Wolf
    • Henriette Langner, B.A.

    Associate Partners

    • Institute of Social Medicine and Epidemiology, University of Lübeck, Germany
    • Institute of General Practice and Family Medicine, Faculty of Health, Witten/Herdecke University, Germany

    Support

    • German Federal Ministry of Education and Research (BMBF grant: 01GY1335A)

    Abstract  

    Background

    The majority of nursing home residents with dementia experience behavioural and psychological symptoms of dementia (BPSD) like apathy, agitation, and anxiety. According to analyses of prescription prevalence in Germany and other European countries, antipsychotics are prescribed in up to 30% of nursing home residents. Antipsychotic drugs seem to be prescribed as first line treatment for BPSD. A huge number is prescribed for inappropriate reasons and for a too long period without carrying out regular review. All antipsychotics are associated with an increased risk of stroke. Adverse effects also include sedation, dizziness and increased risk of falling. A Cochrane review indicates that training and support for care home staff reduces antipsychotics in residents with dementia.

    Aim

    This study aims to investigate whether a recently in the United Kingdom successfully proven person-centred care approach in nursing home residents (Fossey et al., 2006) can be implemented in German nursing homes and results in a clinically relevant reduction of the number of residents taking antipsychotic drugs compared to a control group. 

    Methods

    The study is a cluster-randomised controlled trial comparing an intervention group (two-day initial skill training on person-centred care and on-going training and support programme) with a control group receiving optimized usual care. Both study groups will receive a medication review by an experienced psychiatrist with feedback to the prescribing physician. Overall, 36 nursing homes from East, North and West Germany will be included and randomised in one of both groups. 
     The primary endpoint will be the proportion of residents receiving at least one antipsychotic prescription at 12 months. Secondary outcomes are residents’ quality of life, behavioural and psychological symptoms of dementia (BPSD) as well as safety parameters like falls and fall-related medical attention. Cost parameters will be collected and process evaluation will be performed.

    Trial Registration

    ClinicalTrials.gov Identifier: NCT02295462

    Keywords

    • implementation research 
    • nursing homes
    • antipsychotic medication
    • dementia 

    Kurztitel

    • EvaSIS

    Zeitraum

    • August 2016 - Juli 2017

    Leitung

    • Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann (Bremen)
    • PD Dr. Gero Langer (Halle)
    • Dr. Tanja Bratan (Karlsruhe)

    MitarbeiterInnen am Studienzentrum Halle

    Kooperationspartner

    • Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (Koordination & Studienzentrum)
    • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe (Studienzentrum)

    Förderung

    • Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV-S)

    Zusammenfassung

    Hintergrund

    Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wurden im Jahr 2013 Empfehlungen zur Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation entwickelt, die in ein Strukturmodell mündeten, welches 2014 einem ersten Praxistest unterzogen wurde. Seit dem 1. Januar 2015 startete auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigen für Pflege das Projekt zur flächendeckenden Einführung der neuen Pflegedokumentation Strukturmodell. Bis Anfang Juni 2016 registrierten sich bundesweit knapp 10.000 Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen für die Einführung des neuen Dokumentationssystems. Die Implementierung begleitend soll die Zielerreichung der neuen Pflegedokumentation auf der Grundlage der integrierten Strukturierten Informationssammlung SIS - auch im Hinblick auf die Dokumentationsqualität - wissenschaftlich evaluiert werden.

    Ziele und Fragestellungen

    In der wissenschaftlichen Evaluation der neuen Pflegedokumentation wird das Erreichen der mit der Einführung verbundenen Ziele im Kontext ambulanter und stationärer Pflege untersucht. Hierzu wird die neue Pflegedokumentation mit bisherigen Dokumentationsverfahren und zu mehreren Zeitpunkten in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen nach §71 SGB XI im Hinblick auf ihre (Aus-)Wirkungen verglichen. Einbezogen werden dabei sowohl verschiedene Evaluationsebenen als auch die von der neuen Pflegedokumentation direkt betroffenen Personengruppen.

    Im Zentrum der Evaluation steht die Überprüfung der Effizienz und der Qualität der neuen Pflegedokumentation im Zusammenhang mit dem damit verbundenen Aufwand und der Wirkungen auf die interne Qualitätssicherung sowie die externe Qualitätsprüfung unter Berücksichtigung von fachlicher Kompetenz und beruflicher Erfahrung der Pflegenden. Zudem erfolgt eine Prüfung und Bewertung der Kohärenz und Transparenz der gemäß des Strukturmodells erstellten Dokumentation im Vergleich zu bislang benutzten Pflegedokumentationssystemen.

    Die wissenschaftliche Evaluation beantwortet folgende übergreifende Fragen:

    1. Stellt die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der integrierten SIS eine geeignete Basis für Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte, übergeordnete Prüfinstanzen (MDK, Heimaufsicht) sowie Pflegebedürftige und Angehörige in Bezug auf die angestrebte Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation dar?
    2. Ist die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS aus Sicht beruflich Pflegender praktikabel und lässt sie eine sach- und fachgerechte Einschätzung von pflegesensitiven Risiken und Phänomenen zu, die auch als Grundlage für eine individuelle Pflege- und Maßnahmenplanung geeignet ist?
    3. Beachtet die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS Individualität und Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen?
    4. Ist die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS ein geeignetes Instrument zur Sicherstellung einer internen und externen Qualitätssicherung und -prüfung?
    5. Welche Stärken und Schwächen weist die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS im Vergleich zu bislang benutzten Pflegedokumentationssystemen auf?
    6. Welche Problematiken ergeben sich in der direkten Umsetzung der neuen Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS in den Einrichtungen?
    7. Gibt es Unterschiede in Bezug auf die Fragestellung 1-6 hinsichtlich ambulanter und stationärer Einrichtungen und ihrer Beurteilung?

    Methodisches Vorgehen

    Die Evaluation folgt einer formativen Prozessevaluation. Diese erlaubt eine Untersuchung der praktischen Durchführung der Einführung der neuen Pflegedokumentation (und damit verbundener Aktivitäten, Praktiken und Prozesse) sowie der Rahmenbedingungen und bereits erfassbarer Auswirkungen. Bei den Datenerhebungen kommen standardisierten Befragungen involvierter Akteure (Einrichtungsleitungen, Pflegefachkräfte, Mitarbeiter der Heimaufsicht und des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung), Fokusgruppen-Interviews mit Pflegekräften und Prüfungsinstanzen, Interviews mit Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sowie Dokumentenanalysen von Pflegeakten zum Einsatz. In die Untersuchung eingeschlossen werden alle bei Ein-STEP registrierten Einrichtungen, die die neue Pflegedokumentation seit mindestens drei Monaten einsetzen (https://www.ein-step.de). Im Rahmen der Dokumentenanalyse wird zusätzlich eine Stichprobe der Eirichtungen, die noch nicht die neue Pflegedokumentation einsetzen, untersucht. 

    Erwartete Ergebnisse

    Die Evaluation wird zum einen Erkenntnisse über die Umstellung der Pflegedokumentation in den in die Erhebungen einbezogenen Einrichtungen sowie Erfahrungen der direkt beteiligten Akteursgruppen bereitstellen. Zum anderen werden aus diesen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für den Implementierungsprozess und die Weiterentwicklung und Optimierung der SIS abgeleitet. Konkret beinhalten die Handlungsempfehlungen Aussagen zu

    • Aspekten, die bei der Umstellung auf die neue Pflegedokumentation unter bestimmten Rahmen-bedingungen besonders zu beachten sind,
    • ggf. notwendigem Unterstützungsbedarf bei der Umstellung (z.B. hinsichtlich Schulungen, Praxisleitfäden, Bereitstellung von Informationen, etc.),
    • möglichen Ansätzen zur Verbesserung der SIS hinsichtlich des Aufbaus und der Inhalte,
    • Good-Practice Empfehlungen zum Implementierungsprozess in Pflegediensten und Pflegeheimen.

    Die Handlungsempfehlungen geben ergänzend einen Ausblick auf notwendige Veränderungen der Rahmenbedingungen zur Gewährleistung einer effektiven und effizienten Pflegedokumentation und pflegerischen Versorgung.

    Family midwives in Saxony-Anhalt: Home-visiting by qualified midwives with additional qualifications

    Short title

    • Family midwives in Saxony-Anhalt 

    Period

    • 06/2006-12/2007

    Leadership

    Associate partners

    • Landeshebammenverband Sachsen-Anhalt e.V. 

    Support

    • Landeshebammenverband Sachsen-Anhalt e.V. 

    Abstract

    Background

    Since early 2006, the Ministry of Labour, Women, Health and Social Affairs of Saxony-Anhalt, in cooperation with the National Confederation of Midwives, has been carrying out the project "Family midwives in the state of Saxony-Anhalt", which includes a modularized, practice-reflecting training of 260 hours. By the end of 2007, 21 midwives had been trained for their expanded field of activity. Another course started in February 2008. The activities of the family midwives include - in addition to billable services up to the 8th week according to the Midwife Fee Regulations (HebGV; Association of German Midwives Association 2004) - the health and psycho-socially oriented care visits in the home environment of particularly stressed women / families up to the end of the child’s first year. The remuneration for services rendered is ensured by the Ministry of Labour, Women, Health and Social Affairs of Saxony-Anhalt up to a maximum of 10 hours per week per family midwife.

    Questions

    How effective are interventions by the family midwives in terms of general self-efficacy and parental competence or controlling conviction of the mothers? (Outcome orientation)
     How do clients appreciate the expanded activity by the family midwives? (Client orientation)
     What support services are provided by the family midwives with regard to the health and psychosocial needs of the women / children cared for? (Process orientation)
     With which care activities do the family midwives liaise and to which care activities do they refer the families they care for? (Process orientation)  

    Methods

    A multi-page pre-post design, standardized assessment instruments; prospective documentation of care services by the family midwives.

    Results and Discussion

    see pdf-paper of the publications

    Kurztitel

    • FAMKOL

    Zeitraum

    • 03/2012 – 12/2015

    Leitung

    • Alexander Bauer

    Mitarbeiter

    • Dr. Stephanie Boese
    • Doreen Grund 
    • Madeleine Ritter-Herschbach

    Partner

    • Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Dr. Susanne Unverzagt)

    Förderung

    • Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen der Ressortforschung „Forschung im Nationalen Krebsplan“ (BMG) (Fkz NKP-332-032)

    Projektausführung

    • Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    • 56 Klinken deutschlandweit (Stand Mai 2014)
      • Allgemeines Krankenhaus Celle 
      • Universitätsklinik Ulm
      • Diakoniekrankenhaus Mannheim
      • Universitätsklinikum Gießen und Marburg 
      • Klinikum Ludwigsburg
      • Universitätsklinikum Jena
      • Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen- Duisburg
      • Städtisches Klinikum Braunschweig 
      • Klinik Evang. Krankenhaus Kalk  -Köln
      • Städtisches Klinikum Lüneburg gemeinnützige GmbH  
      • Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer
      • Gastroenterologische Schwerpunktpraxis Völklingen
      • Klinikum Barnim GmbH-Eberswalde
      • Klinikum Stuttgart
      • Klinikum Osnabrück GmbH
      • Universitätsklinikum Erlangen
      • Krankenhaus Köln-Holweide
      • Universitätsklinikum  Bochum
      • Krankenhaus St. Marienwörth- Bad Kreuznach
      • Westküstenklinikum Heide
      • HELIOS Klinik Sangerhausen
      • Klinikum Aschaffenburg
      • Diakonissenkrankenhaus Dessau gGmbH
      • Klinikum Magdeburg gGmbH
      • Stiftung Juliusspital Würzburg
      • Evangelisches Krankenhaus Paul Gerhardt Stift Wittenberg
      • Klinikum Hanau 
      • Klinikum Lüdenscheid
      • Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh
      • Kliniken Landkreis Sigmaringen 
      • Evangelisches Diakonissenkrankenhaus Leipzig 
      • Praxis für Innere Medizin Dr. med. Regine Lange  Wittenberg
      • Helios Kliniken Schwerin
      • Klinikum Ludwigshafen
      • Klinikum Ansbach
      • Klinikum Herford
      • Klinikum Augsburg
      • Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern
      • Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle
      • Darmzentrum Klinikum Mittelbaden Baden- Baden
      • Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung Hannover
      • Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim
      • Klinikum Altenburger Land 
      • St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn
      • Johanniterkrankenhaus Bonn
      • Darmzentrum Kaufbeuren
      • Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf
      • Kreiskliniken  Reutlingen
      • Krankenhaus Friedberg
      • HELIOS Klinikum Berlin-Buch
      • Klinikum Weiden
      • Katholisches KH Erfurt
      • Elisabethstift Darmstadt
      • Krankenhaus Buchholz
      • Klinik am Bürgerpark Bremerhaven
      • Krankenhaus Hetzelstift Neustadt

    Zusammenfassung

    Hintergrund

    Kolorektale Karzinome (ICD-10 C18-C20) sind mit insgesamt rund 73.000 Neuerkrankungen und über 26.000 Todesfällen jährlich die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Bei Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) von Patienten mit kolorektalem Karzinom ist das Risiko, auch an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken um ein 2 bis 4faches erhöht [1]. Sie stellen damit ein Risiko- und Hochrisiko-Kollektiv dar, bei dem die Teilnahme zu Früherkennungsmaßnahmen von besonderer Bedeutung ist. Die Vorsorgekoloskopie stellt dabei ein sehr zuverlässiges Verfahren dar, um Darmkrebs in einem frühen und weitgehend heilbaren Stadium zu erkennen. Bisher nehmen aber in Deutschland über das 10-Jahres-Screeningintervall betrachtet nur etwa 20-30 % der anspruchsberechtigten Bevölkerungsgruppe diese Möglichkeit der Früherkennung wahr [2-4].

    Ziel

    Die FAMKOL-Studie zielt darauf ab, die bisherige Teilnehmerrate bei erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten an der Vorsorgekoloskopie auf 50 % zu verdoppeln. Aus den Erkenntnissen der Studie sollen evidenzbasierte Empfehlungen zur Qualitätssicherung von Informationsangeboten und Effektivitätssteigerung primärpräventiver Maßnahmen bei Darmkrebs generiert werden.

    Design und Methode

    In einer bundesweiten prospektiven, cluster-randomisierten Studie mit längsschnittlichem Design soll an überwiegend DKG-zertifizierte Darmkrebszentren (DKZ) eine nicht-ärztliche, barrierenbezogene Beratungsintervention umgesetzt werden. Insgesamt sollen 492 Verwandte ersten Grades von Patienten mit diagnostiziertem kolorektalem Karzinom in die Studie eingeschlossen werden. Jeweils 246 Patienten werden dafür den beiden Studienarmen Interventions- und Kontrollgruppe zugeordnet.

    Intervention

    Patienten der Interventionsgruppe mit kolorektalem Karzinom (Indexpatienten) und deren erstgradig Verwandten (EGV) wird eine Beratung angeboten, die von speziell geschulten Pflegekräften umgesetzt wird. Ziel der Beratung bei den Indexpatienten in den Kliniken ist es, dass sie ihren erstgradig Verwandten die Teilnahme an der Studie empfehlen sowie die Studienunterlagen übergeben. Die EGV der Indexpatienten in der Interventionsgruppe erhalten nach einer Rückmeldung im Studienzentrum eine telefonisch durchgeführte Beratung. Speziell geschultes nicht-ärztliches Personal bespricht in diesem Telefonat bisherige Barrieren bei der Inanspruchnahme einer Vorsorgekoloskopie und versucht diese abzubauen. Zusätzlich ist eine Call-in-Möglichkeit zur Studienzentrale vorgesehen.

    Endpunkte

    Primärer Endpunkt ist die Teilnahmerate an der Vorsorgekoloskopie von erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten zu erhöhen. Als sekundäre Endpunkte werden die Karzinom-/Adenomerkennungsrate, die Akzeptanz der nicht-ärztlichen Beratung zur Vorsorgekoloskopie, Barrieren der Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie, die Effektivität und Kosteneffektivität der Beratungsintervention, der Zeitversatz zwischen Beratung und Durchführung Koloskopie sowie aufgetretene Spätkomplikationen nach dem Eingriff ermittelt.

    Ergebnisse

    Es wird erwartet, dass sich der Anteil der erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten, die die Möglichkeit einer Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen, durch die entwickelte Beratungsintervention auf 50% verdoppelt. Infolge dessen wird erwartet, dass im untersuchten Kollektiv 8 % mehr fortgeschrittene Adenome bzw. kolorektaler Karzinome aufgedeckt werden können. Des Weiteren können durch die Erkenntnisse der Studie Faktoren identifiziert werden, die die Bereitschaft zur Vorsorgekoloskopie beeinflussen und somit Strategien zum optimalen Umgang mit diesen in der Regelversorgung abgeleitet werden. Die Erfassung des Komplikationsspektrums lässt bevölkerungsbezogene Aussagen zu Nebenwirkungen der Vorsorgekoloskopie und die Sicherheit dieser Untersuchungsmethode zu.

    EarlyStart – Early prevention for infants and their families provided by qualified family midwives in Saxony-Anhalt

    Short title

    • EarlyStart (FrühStart)

    Period

    • 09/2007 - 10/2009

    Leadership

    Staff members

    Associate partners

    • National Centre "Frühe Hilfen" of the BMFSFJ 
    • Ministry of Helath and Social Services Saxony-Anhalt 
    • Landeshebammenverband Sachsen-Anhalt e.V. 
    • Family midwifes of Saxony-Anhalt 
    • Department of Children, Youth and Families (Halle/Saale) 
    • Nationwide model projects of the National Centre "Frühe Hilfen"

    Support

    • BZgA, Cologne

    Abstract

    Background

    The aim of the project was to examine the effectiveness of family midwives, who have been qualified in Saxony-Anhalt since 2006, and also their integration into already existing care structures.  The evaluation not only assessed what the family midwives had achieved for women/families with health and psychosocial risk factors, but also the access, interfaces and transitions from and to other participants in the health and social sector in the region.  The assessment evaluated the quality of the care and support for the target group during the course of the pregnancy and up to the end of the child’s third year.

    Method

    The methodical approach included partly standardized assessment tools and documentation forms as well as interviews with experts. Aided by case vignettes (scenarios from practical examples), typical client paths were evaluated and developed. In addition, guideline-supported interviews and partly standardised telephone interviews were held with the clients in order to determine their subjective perspectives to the support network and to evaluate the sustainability of the support and the clients’ empowerment for self-help. Network communication and finding out about the access and transition barriers or gaps were major focus points of this project.   

    Sample

    • Care documentation on over 700 women/families and their children
    • 10 clients selected on the basis of theory-guided aspects (partly standardised personal interviews)
    • 30 guideline-based interviews with experts on various case vignettes in three regional settings (case control comparison)
    • 40 partly standardised telephone interviews with clients

    Parameters and targeted outcomes

    Illustrating the influence of the family midwife on the situation of the family/child, as visible, for example, in:

    • Utilisation of services and general self-efficacy (self-assessment by the women)
    • Utilisation of prophylactic measures (scans, vaccinations)
    • Taking a child/children into care because of endangerment to the child’s welfare
    • Assessment of parental control and competencies of the mother
    • Acceptance and rating of the family midwife by the women in the course of the support provided
    • Illustrating the regional integration and networking by the family midwives and other members of the care system:
      • Case vignettes (scenarios) demonstrating the network
      • Regional and adaptable client paths to enable quick decision-making
      • Depiction of the care system structure in various regions (case control comparison)

    Press release:

    Familienhebammen werden positiv beurteilt 

    Publications

    • Ayerle, G. M., Luderer, C.  Behrens, J. (2010) Modellprojekt FrühStart - Evaluation der Familienhebammen in Sachsen-Anhalt: Vernetzung, Sichtweise der Klientinnen und Verankerung im Netzwerk Früher Hilfen. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 53, 1158-1165 ISSN: 1436-9990

    • Ayerle, G. M., Luderer, C. & Behrens, J. (2010). FrühStart: Mütterliche Kompetenzen und Selbstwirksamkeitserleben. In Renner, I., Sann, A. & Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.), Forschung und Praxisentwicklung Früher Hilfen: Modellprojekte begleitet vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen. Köln: BZgA.

    • Luderer, C., Ayerle, G. M. & Behrens, J. (2010). FrühStart: Exemplarische Klientinnenpfade und Bruchstellen im System Frühe Hilfen. In Renner, I., Sann, A. & Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.), Forschung und Praxisentwicklung Früher Hilfen: Modellprojekte begleitet vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen. Köln: BZgA.

    • Ayerle, G. M. (2009). Prädikat Familienhebamme. Hebammenforum, 7, 529-535

    • Ayerle, G. M., Nitschke, M., Behrens, J. & Luderer, C. (2009). "FrühStart" - Die Betreuung hoch belasteter Familien durch Familienhebammen in Sachsen-Anhalt. In Frühe Hilfen interdisziplinär gestalten: Zum Stand des Aufbaus Früher Hilfen in Deutschland. Dokumentation der Fachtagung in Kooperation mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V. vom 19.-21. November in Berlin (pp. 185-193). Berlin: Deutsches Institut für Urbanistik.

    • Luderer, C., Ayerle, G. M., & Behrens, J. (2009). Frühe Hilfen für Kinder in Familien mit multiplen psychosozialen Belastungen: Aufsuchende Hilfe durch Familienhebammen und interdisziplinäre Vernetzung im regionalen Hilfesystem. In M. Schulte-Markwort (Hrsg.), Psychosomatik Kinder- und Jugendpsychiatrie als interdisziplinäres Fach. XXXI. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (S. 275-276). Hamburg, 4.-7. März 2009. Abstracts. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. 

    • Ayerle, G. M., Luderer, C. & Behrens, J. (2009). Die Begleitung von Familien mit besonderen Belastungen durch Familienhebammen: Das Spektrum gesundheitsfördernder Leistungen und die Perspektive der Nutzerinnen. Hallesche Beiträge zu den Gesundheits- und Pflegewissenschaften, 8(1), 6-25. URL: media/HalBeitr/ Halle-PfleGe-08-01.pdf 

    • Ayerle, G. M. & Sadowski, K. (2008). Continuous health promoting care for vulnerable families by qualified 'family midwives' in Saxony-Anhalt. International Confederation of Midwives 28th Triennial Congress. Abstracts (CD-ROM), Amsterdam: Elsevier. 

    • Sadowski, K. & Ayerle, G. M. (2008). Evaluation des Projekts "Familienhebammen im Land Sachsen-Anhalt: Aufsuchende Familienhilfe durch qualifizierte Hebammen mit erweitertem Tätigkeitsfeld [Bericht für den Landeshebammenverband e.V.] 

    • Behrens, J., Ayerle, G. M., Höhne, A., Luderer, C. & Sadowski, K. (2007). FrühStart: Professionell gesteuerte Frühwarnsysteme für Kinder und Familien in Sachsen-Anhalt. Empowerment-Kongress. Magdeburg (Poster). 

    Lectures

    • ‚FrühStart – Familienhebammen in Sachsen-Anhalt'. Fachtagung des BMFSFJ und DGStB "Wirksamer Kinderschutz – Herausforderung(en) für die Kommunen", Berlin 2009 

    • ‚Continuous health promoting care for vulnerable families by qualified 'family midwives' in Saxony-Anhalt'. International Confederation of Midwives' 28th Triennial Congress, Glasgow 2008 

    • ‚Gesundheitsförderung durch Familienhebammen im Land Sachsen-Anhalt', XI. Hebammenkongress, Leipzig 2007 

    • ‚Familienhebammen im Land Sachsen-Anhalt: Aufsuchende Familienhilfe durch qualifizierte Hebammen mit erweitertem Tätigkeitsfeld’, 12. Bundesweiter Kongress Armut und Gesundheit"Prävention für Gesunde Lebenswelten – ‚Soziales Kapital’ als Investition in Gesundheit", Berlin 2006

    Kurztitel

    • GenderMed

    Zeitraum                  

    • Januar – Dezember 2018

    Leitung                  

    Mitarbeiterin                  

    Förderung               

    • Hochschulpaktmittel

    Zusammenfassung:

    Hintergrund:

    Geschlechtsspezifische Medizin betrachtet Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei verschiedenen Krankheiten. Dabei wird sowohl die biologische („sex“; z. B. Reproduktionsorgane, Sexualhormone) als auch die soziokulturelle („gender“; z. B. gesellschaftliche Erwartungen, Lebensstil, Verhalten) Dimension des Geschlechts einbezogen. Beide Dimensionen tragen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Erkrankungen (z. B. kardiovaskulären, neurologischen, psychiatrischen) sowie Unterschieden im Gesundheits- und Präventionsverhalten bei. Das Angebot geschlechtsspezifischer Inhalte ist, anders als in mehreren anderen europäischen Ländern, in den medizinischen Curricula in Deutschland sehr heterogen geregelt und nur wenige Medizinische Fakultäten haben bisher geschlechtsspezifische Aspekte in die Lehre integriert. Aktuell kann daher, in Folge mangelnder geschlechtsspezifischer Kompetenzen zukünftiger Ärzte und Ärztinnen, keine geschlechtsspezifische medizinische Versorgung von Patienten und Patientinnen gewährleistet werden. Die in den letzten Jahren gewonnenen empirischen Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden z. B. in der Häufigkeit, Wahrnehmung und Ausprägung von Erkrankungen, zur Arzneimittelwirksamkeit (Verstoffwechselung, Nebenwirkungen etc.) oder dem Gesundheitsverhalten müssen systematisch in die medizinische Lehre integriert werden. 

    Projektziel:

    Ziel des beantragten Projektes ist die strukturierte Weiterentwicklung der Curricula der Medizinischen Fakultät im Hinblick auf die Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte in Lehre und Prüfung. Im Rahmen des Projektes sollen curricular verankerte Angebote in Form von Unterrichts- und Reflexionseinheiten sowie deren didaktische Beschreibung entwickelt werden. 

    Methoden:

    1. Protokoll-gestützte Literaturrecherche zu Definition, Integration, Umfang und Evaluation geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte der Curricula Medizinischer Fakultäten
    2. Strukturierte Experteninterviews mit Mitgliedern des Ärztinnenbundes bzw. durch diesen empfohlene Experten und Expertinnen 
    3. Konzeption von Lehr- und Lerneinheiten zu geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalten 
    4. Fokusgruppe mit Mitgliedern des Lehrausschusses und Vertretern bzw. Vertreterinnen der relevanten Lehrfächer zur Diskussion der Lehr- und Lerneinheiten 
    5. Ggf. Modifikation der Lehr- und Lerneinheiten und Konsentierung im Fakultätsrat
    6. Befragung der Fachbeauftragten der Fakultät zur Implementierung der Inhalte (12 Monate nach Fakultätsratsbeschluss)     

    Erwartete Ergebnisse:

    Auf Basis der Literaturrecherche und der strukturierten Experteninterviews wird ein Vorschlag zur Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte entwickelt, zur Implementierung vorbereitet (Meilenstein 1) und publiziert (Meilenstein 2). Interimistischer Erfolgsparameter des Projektes ist der Mehrheitsbeschluss im Fakultätsrat zur Integration der geschlechtsspezifischen Inhalte. Finaler Erfolgsparameter ist die erfolgte Umsetzung der Inhalte innerhalb eines Jahres nach dem Fakultätsratsbeschluss (Meilenstein 3). Die geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalte werden in den Prüfungen abgebildet und der üblichen Auswertung des Lernerfolgs unterzogen.

    Appraisal of educational programmes and qualifications for health professions: a European comparison

    Short title

    • GesinE

    Period

    • 12/2009 - 11/2012

    Leadership

    • Prof. Dr. Johann Behrens 
    • Prof. Dr. Margarete Landenberger 

    Staff members

    • Dr. Gertrud Ayerle (cross-sectional tasks in work package 1 of the study)
    • Katrin Beutner (therapeutic professions)
    • Kathleen Karge (medical-technical radiology assistants)
    • Dr. Yvonne Selinger (nursing professions & project coordinator)

    Associate partners

    • University of Applied Sciences and Arts (HAWK), Faculty of Social Work and Health, Hildesheim, represented by Prof. Dr. Bernhard Borgetto and the employees MSc Physiother. Holm Thieme and MSc Physiother. Susanne Max
    • German Institute of Hospitals (Deutsches Krankenhausinstitut, DKI), Dusseldorf, represented by Dr. Karl Blum  
    • Project Advisory Board:
      • Gerd Dielmann - ver.di Federal Administration, Berlin
      • Prof. Dr. Heidi Höppner - University Association Health Professions (HVG), Kiel 
      • Dr. Karl Kälble - AHPGS Accreditation Agency gGmbH, Freiburg i. Br.
      • Karin Oster - BBJ Consult AG, Berlin 
      • Gertrud Stöcker - German Education Council for Nursing Professions (DPR) 
      • Marco Kachler and Stephanie Stumpe - German Association of Technical Assistants in Medicine (dcta)
    • Contact persons in the reference countries France, Great Britain, Netherlands and Austria 

    Support

    • BMBF (Federal Ministry of Education and Research)

    Abstract

    Background and Purpose

    Impulse for this research project are the current social and scientific developments, which require constant changes in the health system and introduce members of the health professions to new challenges in terms of their qualifications and skills. In this regard, a further development of the current qualification paths and profiles on the basis of  validated research is essential.
      In Germany, degrees in the healthcare professions are so far - unlike in most European states  - acquired in secondary education and not in universities. It would be a false conclusion to assume solely from the localization of these professions in higher education  that their graduates have increased skills and competencies. Therefore a systematically applied, EU-comparative research is needed, which examines the relationship between academic and skills as well as the marketability of skills acquired in different sectors of education. Until now, such research results in relation to the health professions are lacking.
      Therefore, the GesinE-study will contribute to a basic survey and a systematic comparison of training in the healthcare professions, as well as their areas of activity, qualifications and competency profiles in Europe.

    Methods

    The study is carried out in three steps / work packages.

    1. For Germany, France, Britain, the Netherlands and Austria, the training of the 16 legally regulated health professions in Germany (with the exception of the Veterinary Assistant) will be described and compared with the help of an  analysis matrix, which has to be developed.
    2. This is then followed by the qualification analysis for health professions and nursing, radiological technology (MTRA) and physiotherapy.
    3. For the classification of these findings, they are put in relation to the relevant health systems and their corresponding training systems  in the  countries mentioned.

    To realise the research goals, various qualitative and quantitative methods are used in the three work packages. Extensive literature searches and evaluations, analyses of job advertisements, interviews with job migrants , expert interviews, observation and focus group interviews in exemplary fields of action, as well as an online survey with nurses, medical-technical radiology assistants  and physiotherapists  are compared in the five countries.

    The findings of the three work packages are subjected to a comparative analysis.

    Expected Results

    The project, which should be understood as a preformative evaluation study, is a contributing factor to  a basically neutral inventory and a systematic comparison of training in the healthcare professions as well as the comparison of the areas of activity, qualifications and competency profiles in Europe, particularly in the countries of Germany, France, Great Britain, Netherlands and Austria . The results of the study can serve as a basis for further objective discussion on the development and reorganization of education in the healthcare professions and to adapt the qualification processes in Europe.

    Kurztitel

    • Hausarztprogramm

    Zeitraum

    • 01/2006 - 03/2007 

    Leitung

    • Prof.Dr. Margarete Landenberger (Projektleitung) 
    • Dr. Anke Höhne (wiss. Leitung) 

    Mitarbeiter

    • Dietmar Hobler
    • Katja Jedlitschka
    • Susanne Köbing
    • Sabine Weidlich 

    Partner

    Förderung

    • IKK gesund plus 

    Zusammenfassung

    Hintergrund 

    Die Gesundheitsreform 2004 hat die Position des Hausarztes im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung der Versicherten gestärkt (vgl. § 73b des SGB V). Alle Krankenkassen sind seitdem angehalten, sog. Hausarztprogramme anzubieten. Die von den Gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten angebotenen Programme der Hausarztzentrierten Versorgung sehen vor, dass der Hausarzt eine Lotsenfunktion in der ambulanten Gesundheitsversorgung übernimmt. Auf diese Weise sollen kostenintensive Doppeluntersuchungen sowie medizinisch nicht notwendige Facharztbesuche vermieden und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure und Einrichtungen des Gesundheitswesens (Hausarzt, Fachärzte, Krankenhaus, Heil- und Hilfsmittel) optimiert werden. Die ärztliche Betreuungspflicht soll so konzentriert und die Koordinierungsverantwortung des Hausarztes intensiviert werden. Alle Versicherten ab Vollendung des 18. Lebensjahres können, sofern die entsprechende Krankenkasse ein Hausarztprogramm anbietet, sich bei ihrer Krankenkasse durch eine Teilnahmeerklärung bei einem am Programm teilnehmenden Hausarzt am Hausarztprogramm beteiligen. Die Vorteile für die Hausärzte liegen zum einen in einer stärkeren Bindung der Versicherten an ihre Praxis und zum anderen in einer im Hausarztprogramm besser möglichen koordinierten ärztlichen Behandlung. Zudem erhöht sich das Budget pro Patient um 3 € pro Quartal, und die Hausärzte werden an der erzielten Kosteneinsparung der Kasse finanziell beteiligt. Nicht zuletzt profitieren die Hausärzte auch von den höheren Qualitätsanforderungen, die an sie selbst gestellt werden (Teilnahme an Qualitätszirkel und an speziellen Fortbildungen, Anwendung von Behandlungsleitlinien), da sie auf diese Weise auch stärker die Chance zur Mitgestaltung erhalten. 

    Für die Versicherten ergeben sich folgende Vorteile durch die Teilnahme am Hausarztprogramm: 

    • Kürzere Wartezeit in der Hausarztpraxis bei vorheriger Terminvereinbarung, 

    • Befreiung von der Praxisgebühr (bei Zahlung einer einmaligen Teilnahmegebühr am Hausarztprogramm), 

    • Koordination komplexer Behandlungen durch den Hausarzt, 

    • Ermöglichung der direkten Inanspruchnahme eines Gynäkologen, 

    • Zusatzleistungen je nach Krankenkasse (z.B. zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen). 

    Die Medienberichterstattung zu bereits laufenden Hausarztprogrammen der Krankenkassen (z.B. AOK, Barmer, GEK) zeigt, dass das Hausarztprogramm von den Versicherten sehr gut angenommen wird. Insbesondere Versicherte, die einen überdurchschnittlichen Bedarf an Leistungen haben und Haus- und Fachärzte häufiger konsultieren, haben sich in bereits laufende Hausarztprogramme eingeschrieben. 

    Fragestellung 

    Zentrale Fragestellungen des Forschungsprojektes sind: Wie wird das Hausarztprogramm durch die teilnehmenden Versicherten bewertet? Mit welcher Motivation tragen sich die Versicherten ins Hausarztprogramm ein? Nehmen die teilnehmenden Versicherten die Lotsenfunktion ihres Hausarztes wahr? Erhalten die Versicherten die Serviceleistungen, die ihnen laut Vertrag zustehen (geringe Wartezeit in der Hausarztpraxis, hochwertige qualitative Behandlung, koordinierte ärztliche Behandlung, bessere Abstimmung zwischen Hausarzt und Facharzt während der Therapie)? Halten sich die Versicherten an ihre Verpflichtungen (Aufsuchen von fachärztlicher und stationärer Behandlung grundsätzlich erst durch eine Überweisung des Hausarztes, Hausarztwechsel nur bei wichtigem Grund, stets Terminvereinbarung mit dem Hausarzt für Arztkonsultationen)? 

    Methoden 

    Die Studie wurde als schriftliche Befragung mit zwei Erhebungswellen bei einer Stichprobe der Teilnehmer am Hausarztprogramm (Interventionsgruppe, N="1".500) und bei einer Stichprobe der Nichtteilnehmer (Kontrollgruppe, N="1".500) durchgeführt. Der Rücklauf betrug 64,1 Prozent (n=962) für die Interventionsgruppe und 42,9 Prozent (n=644) für die Kontrollgruppe (1.Erhebungswelle). Durch das Design einer Wiederholungsbefragung konnten sowohl mögliche Veränderungen im Nutzungsverhalten der Versicherten als auch in der Lotsenfunktion der Ärzte erfasst werden. 

    Ergebnisse 

    Programmteilnehmer müssen im Durchschnitt kürzer auf einen Termin bei ihrem Hausarzt sowie auf das Aufrufen in der Hausarztpraxis warten als Nichtteilnehmer und profitieren überdies häufiger als die Nichtteilnehmer von der Hilfe der Hausarztpraxis bei der Vereinbarung von Facharztterminen. Bezüglich der Wartezeit in der Hausarztpraxis nach vorheriger Terminvereinbarung besteht allerdings noch Optimierungsbedarf, da nur jeder zweite Programmteilnehmer derzeit maximal 30 Minuten wartet, aber jeder zehnte Versicherte im Durchschnitt sogar länger als eine Stunde in der Praxis warten muss. Die Untersuchungsgruppen unterscheiden sich bei diesem Programmaspekt nicht gravierend voneinander, d.h. die Nichtteilnehmer müssen kaum länger in der Hausarztpraxis warten als die Programmteilnehmer. 

    Die Programmteilnehmer akzeptieren die Lotsenfunktion des Hausarztes in dem sie fachärztliche und stationäre Behandlungen häufiger als die Nichtteilnehmer am Hausarztprogramm nur nach Überweisung ihres Hausarztes in Anspruch nehmen. 

    Die Hausarztbindung und das Vertrauen zum Hausarzt sind bei den befragten Teilnehmern sehr hoch, ebenso die Zufriedenheit mit der Hausarztzentrierten Versorgung. 

    Ältere und chronisch kranke Versicherte sowie Frauen entscheiden sich überproportional häufig für das Hausarztprogramm. Der stärkste Anreiz für die Teilnahmebereitschaft stellt unter den verschiedenen Teilnahmeaspekten die finanzielle Einsparung bei der Praxisgebühr dar. 

    Diskussion 

    Die Ergebnisse der Versichertenbefragung stellen für die Krankenkasse eine Evaluation des von ihnen angebotenen Hausarztprogrammes dar, die ihnen Hinweise auf erfolgreiche, aber auch auf optimierungsbedürftige Einzelregelungen der Hausarztzentrierten Versorgung gibt. Die Ergebnisse können beispielhaft als Grundlage für eine Erhebung der Zufriedenheit der Versicherten mit der Hausarztzentrierten Versorgung auch bei anderen Krankenkassen gelten, die bereits Hausarztprogramme initiiert haben oder planen. 

    Publikationen

    Download 

    Informieren – diskutieren – die Zukunft skizzieren 

    Am 30.9.2016 fand der Fachtag im Halleschen Saal der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, Halle (Saale) zum Abschluss des Forschungsprojekts statt, das den Titel führte: "Präferenzen und Defizite in der hebammenrelevanten Versorgung aus Sicht der Schwangeren, Mütter und Hebammen“.

    Seit Abschluss des Projekts wurden folgende Publikationen realisiert:

    • Ayerle, G.M. & Mattern, E. (2018). Erwartungen von Frauen an eine Hebamme. Die Hebamme, 31, 1-6.
    • Mattern E, Lohmann S, Ayerle GM. Experiences and wishes of women regarding systemic aspects of midwifery care in Germany: a qualitative study with focus groups. BMC Pregnancy and Childbirth. 2017;17(1):389. DOI:10.1186/s12884-017-1552-9 http://rdcu.be/y2Os
    • Ayerle, G. M. & Mattern, E. (2017). Priority topics for research by midwives: an analysis of focus groups with pregnant women, mothers and midwives. GMS Zeitschrift für Hebammenwissenschaft (GMS Journal of Midwifery Science), 4:Doc04 (20171215).

    Der Abschlussbericht des DFG-Projekts ist unter dem Menüpunkt "Ergebnisse" abrufbar.

    Sehr geehrte Hebammen, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer,  
     
    die DFG-geförderte Studie zur Hebammenversorgung in Deutschland unter dem Motto „Hebammenversorgung: Ich wünsche mir…“ ist schon sehr weit gediehen. 
     
    Bisher haben 10 Fokusgruppengespräche mit insgesamt 50 schwangeren Frauen und Müttern in verschiedenen Bundesländern stattgefunden. Wir freuen uns, dass so viele Frauen uns davon berichtet haben, wie sie ihre gesundheitliche Versorgung durch Hebammen erlebt haben, was ihnen besonders wichtig war und welche Wünsche sie diesbezüglich haben.
     
    In drei weiteren Fokusgruppen konnten wir auch schon die Sichtweise von Hebammen auf die Versorgung von Frauen in der Schwangerschaft, rund um die Geburt und im ersten Lebensjahr des Kindes näher kennenlernen.
     
    Viele Frauen hätten wir nicht erreicht, wenn Sie uns nicht dabei tatkräftig unterstützt hätten! Daher möchten wir Ihnen ganz herzlich unseren Dank aussprechen!
     
    Zukünftig, d.h. im Frühjahr/Sommer 2016, werden Sie auf unserer Webseite aktualisierte Informationen über den Abschluss des Projekts und erste Ergebnisse vorfinden. Dort ist bereits ein Poster unter der Rubrik „Fachöffentlichkeit“ eingestellt, das das Projekt stichpunktartig darstellt.
    Weitere Veröffentlichungen sind in relevanten Fachzeitschriften geplant. 
     
    Mit Dank für Ihre hilfreiche Unterstützung verbleiben wir 
    mit freundlichen Grüßen

    Dr. Gertrud Ayerle

    Elke Mattern M.Sc.

    Dipl. Psych. Susanne Lohmann

    Änne Kirchner B.Sc. 

    Auf den Unterseiten finden Sie neben der Projektbeschreibung auch pdf-Dokumente zu aktuellen Präsentationen, die zum Projekt und seinen Ergebnissen gehalten wurden.

    Präsentation auf der Bundesdelegiertentagung

    Diese Präsentation zu ausgewählten Ergebnissen aus Sicht der Frauen (Nutzerinnen) wurde am 22.11.2016 in Berlin während der Bundesdelegiertentagung des Deutschen Hebammenverbandes e.V. gehalten. 

    Versorgung durch Hebammen aus Sicht der Frauen: eine Auswahl der Ergebnisse (pdf)

     

    Beschreibung (Poster)

    Auf diesem Poster finden Sie Informationen zum Forschungsprojekt in Kurzfassung.

    Das abgebildete Poster können Sie hier als pdf ansehen. 

     

     

    Präsentation auf der MiPeTa

    Auf der Mitteldeutschen Perinataltagung (MiPeTa) in Jena, 25.-26. November 2016, wurde eine Auswahl der Ergebnisse dem Publikum vorgestellt. Die Zuhörer*innen waren Hebammen, Fachärzt*innen für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderkrankenpfleger*innen und Auszubildende. 

    Mit diesem Link erhalten Sie Zugang zur Präsentation (pdf-Dokument). 

     

    Die Forschungsfragen lauteten: 

    • Welche Präferenzen haben die Nutzerinnen hinsichtlich der hebammenrelevanten Versorgung und Forschung in Deutschland?
    • Welche Defizite sehen die Nutzerinnen in der hebammenrelevanten Versorgung in Deutschland?

     Datenerhebung

    • 14 Fokusgruppengespräche: 
      • 10 Fokusgruppengespräche mit schwangeren Frauen und Müttern 
      • 4 Fokusgruppengespräche mit Hebammen
    • in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt

    Teilnahme von 50 Frauen 

    15 schwangere Frauen: 

    • erstes Kind 7 Frauen
    • zweites/folgendes Kind 8 Frauen

    35 Mütter:

    • erstes Kind 22 Frauen
    • zweites/folgendes Kind 13 Frauen

    Insgesamt 13 Alleinerziehende

    Höchster Bildungsstand:

    • Hauptschulabschluss oder weniger 8 Frauen
    • Realschulabschluss 9 Frauen
    • Abitur / akademischer Abschluss  33 Frauen

    Teilnahme von 20 Hebammen

    Qualifikation

    Höchster Abschluss:

    • Hebammenexamen 9 Hebammen
    • Bachelor (versch. Fachrichtungen) 6 Hebammen
    • Master (versch. Fachrichtungen) 7 Hebammen
    • Heb. Examen: 1979 - 2016 (Median: 2000)

    Tätigkeitserfahrung (Mehrfachnennungen)

    - Klinikangestellte

    • Vollzeit (n=10) / MW 3,0 Jahre / (min 0; max 7 Jahre)
    • Teilzeit (n=11) / MW 13,9 Jahre / (min 1; max 30 Jahre)

    - Freiberuflich

    • Vollzeit (n=8) / MW 10,8 Jahre / (min 2; max 25 Jahre)
    • Teilzeit (n=16) / MW 14,3 Jahre / (min 0; max 30 Jahre)

    - Bildungseinrichtung

    • Vollzeit (n=1) / MW 4,0 Jahre / (min 4; max 4 Jahre)
    • Teilzeit (n=2) / MW 5,8 Jahre / (min 1; max 13 Jahre)

    Angebote / Leistungen der 20 Hebammen

    - Entsprechend der Vergütungsvereinbarung:

    • Hilfe bei Beschwerden in Schwangerschaft 15 Hebammen
    • Vorsorgeuntersuchungen  12 Hebammen
    • Geburtsvorbereitung /Rückbildung 11  Hebammen / 8 Hebammen
    • Betreuung bei der Geburt  6 Hebammen
    • Wochenbettbesuche 13 Hebammen
    • Stillberatung / Beikosteinführung  14  Hebammen / 13 Hebammen

    - Außerhalb der Vergütungsvereinbarung:

    • Spezielle Einzelberatung  2 Hebammen
    • Gruppenangebote  6 Hebammen

    Der wissenschaftliche Bericht des DFG-geförderten Projekts "Präferenzen und Defizite in der hebammenrelevanten Versorgung aus Sicht der Schwangeren, Mütter und Hebammen" kann umfasst 90 Seiten. Er kann hier heruntergeladen werden:

    Abschlusbericht des DFG Projekts "Präferenzen und Defizite in der hebammenrelevanten Versorgung aus Sicht der Schwangeren, Mütter und Hebammen" 2016

    Zusammenfassungen der Ergebnisse können Sie in leicht lesbarer Sprache unter den Menüpunkten "Zusammenfassung der Ergebnisse aus Sicht der Frauen" und "Zusammenfassung der Ergebnisse aus Sicht der Hebammen" finden.

    Frauen wissen Bescheid über die Hausbesuche der Hebamme in den ersten Tagen nach der Geburt. Darüber hinaus ist ihnen unklar, welche Arten der Hebammenbetreuung es gibt und was von der Krankenkasse bezahlt wird.

    Frauen erfahren eher zufällig von Hebammenhilfe. Sie erwarten aber die Aufklärung darüber von ihrem Frauenarzt / Frauenärztin. Alternativ können sich Frauen vorstellen durch eine Broschüre oder einen Vermerk im Mutterpass, auf den der Arzt / Ärztin verweist, über die Leistungen der Hebamme informiert zu werden. Frauen wissen nicht, was eine freiberufliche Hebamme macht. Sie kennen auch nicht den Unterschied zwischen Hebamme und Familienhebamme. Viele Frauen können sich nicht vorstellen, wie sehr sie von der Betreuung durch eine Hebamme profitieren können, weil sie gar nicht wissen, welche Untersuchungen und Kontrollmaßnahmen eine Hebamme vornehmen darf.

    Manche Frauen haben zu hohe oder zu niedrige Erwartungen an die Möglichkeiten der Hebammenhilfe. Rückblickend betrachtet, berichten Frauen von vielen Beratungsthemen und Maßnahmen, die sie positiv oder negativ mit der Versorgung durch Hebammen in Verbindung bringen. Manchmal wurden Themen für sie auch zu spät angesprochen. Es ist Frauen nicht bewusst, dass die Vorsorgeuntersuchungen dazu dienen, Abweichungen von einer normalen Schwangerschaft zu erkennen. Sie wissen auch nicht, wie die Betreuung einer normalen Geburt aussehen könnte, dass die Betreuung einer Geburt in unterschiedlichen Umgebungen (Zuhause, Geburtshaus, Klinik) anders gestaltet wird und welche Maßnahmen in der Klinik typisch sind.

    Frauen wünschen sich im Geburtsvorbereitungskurs vor allem umfassende Informationen über normale Schwangerschaftsveränderungen und über die Geburt, aber auch über das Wochenbett und das Thema Stillen. Sie wissen zu wenig über Inhalte und Schwerpunkte von Geburtsvorbereitungskursen, die von verschiedenen Hebammen und Kliniken angeboten werden. Diese Kurse sollten standardisiert sein (d.h. bestimmte Themen unbedingt enthalten), damit jede Frau ein Mindestmaß an Informationen und Übungen erhält.

    Frauen sind verwirrt, wenn ihnen Fachpersonen unterschiedliche Ratschläge geben. Sie erhalten so eigentlich keine verlässliche Information über Entscheidungsmöglichkeiten, sondern werden verunsichert. Frauen wünschen sich Beratungsgespräche mit einer Hebamme, um die vielen Informationen mit ihr zu bewerten und zu sortieren. Sie nutzen die Gespräche mit der Hebamme auch gerne, um sich Diagnosen des Arztes / Ärztin erklären zu lassen.

    Hebammen werden auf der Wochenstation, auf der gynäkologischen Station (z.B. bei vorzeitigen Wehen), aber auch bei der Geburt nicht immer als Hebammen erkannt. Frauen unterscheiden somit nicht unbedingt zwischen Hebamme und Pflegekraft. Es ist deshalb möglich, dass Unzulänglichkeiten der Pflegekräfte den Hebammen zugeschrieben werden.

    Frauen wünschen sich, erst mehrere Hebammen kennenzulernen und sich dann für eine zu entscheiden. Frauen möchten vorher über die angebotenen Leistungen der Hebamme informiert werden und erfahren, welche anderen Möglichkeiten es eventuell noch bei anderen Hebammen gäbe. Sie finden es unangenehm, wenn ihnen in einer Praxisgemeinschaft eine Hebamme zugeteilt wird.

    Frauen benötigen noch am Entlassungstag aus der Klinik die Hilfe ihrer Hebamme zu Hause. Das gilt auch am Wochenende und an Feiertagen.

    Frauen schätzen es, dass die Hebamme fast immer erreichbar ist. Sie erwarten klare Angaben darüber, zu welchen Zeiten und wie sie die Hebamme erreichen können und wo sie außerhalb dieser Zeit anrufen können. Wenn ihre Hebamme im Urlaub ist, wünschen sich Frauen eine hilfreiche Vertretung. Diese soll gut über sie und ihre Bedürfnisse Bescheid wissen. Wenn sich die Hebamme bei den Frauen nicht meldet, wenn sie lange auf einen Termin warten müssen oder wenn Hausbesuche oft abgesagt werden, finden Frauen die Hebamme unzuverlässig.

    Frauen wollen mehr über die Hebammenhilfe wissen. Sie brauchen Informationen, die leicht für sie zugänglich sind, aber auch Bücher und Zeitschriften. Zur Hebammen-Suche erhalten sie im Vorfeld nicht genug Hinweise. Frauen möchten sich im Internet zu jeder Hebamme informieren, auch darüber, ob sie noch freie Plätze hat. Frauen glauben außerdem, dass Glück und Beziehungen wichtig sind, um eine Hebamme zu bekommen.

    Der große Aufwand, der mit der Hebammen-Suche verbunden ist, stresst die Frauen. Sie bedauern, dass sie sich selbst darum kümmern müssen. Es frustriert sie, wenn eine Betreuung nicht klappt, weil die Entfernung zu groß ist oder die Hebamme keinen freien Platz mehr hat. Besonders schwer fällt die Hebammen-Suche denjenigen Frauen, die keinen Internetzugang haben, Frauen, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit über wenig freie Zeit verfügen, oder Frauen, die schlecht Lesen und Schreiben können. Aber auch Frauen, die in eine andere Gegend ziehen, fühlen sich benachteiligt.

    Frauen berichten, dass sie aufgrund des Mangels an Hebammen schon vor der 12. Schwangerschaftswoche damit anfangen müssen, eine Hebamme zu suchen. Davon fühlen sie sich unter Druck gesetzt. Um die richtige Hebamme zu finden, hätten sie gerne mehr Zeit. Die fehlende Wahlmöglichkeit frustriert sie. Wenn sie mit ihrer Hebamme nicht zufrieden sind, scheint ein Wechsel gar nicht möglich zu sein. Die Frauen wünschen sich, dass es in Zukunft wieder ausreichend viele Hebammen mit genügend Zeit für jede Frau geben wird. Ein Wochenbett ohne Hebamme wollen sie sich nicht vorstellen.

    Frauen finden die Aufgabentrennung von Hebamme und Familienhebamme sinnvoll, aber nicht alle wissen darüber Bescheid. Manche lassen sich gleichzeitig von einer Hebamme und Familienhebamme betreuen, andere erst von der Hebamme und später von der Familienhebamme. Außerdem gibt es Frauen, die ihre Familienhebamme bitten, auch die normalen Hebammenaufgaben zu übernehmen. Die Frauen finden es zum Beispiel gut, dass die Familienhebamme sie zum Arzt begleitet oder auch ältere Geschwisterkinder fördert. Wenn Frauen nicht ganz freiwillig einer Familienhebamme zustimmen mussten, sind sie rückblickend trotzdem froh über die Betreuung.

    Frauen finden die Hebammenbetreuung wichtig und unverzichtbar, egal ob sie ein erstes oder ein weiteres Kind erwarten – oder ob sie Probleme haben oder nicht. Sie erwarten, dass ihnen die Hebamme verlässliche Information gibt, sie umfangreich berät, wirksam hilft und sie zu Hause besucht. Außerdem benötigen sie eine praktische Anleitung und wollen von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des Wochenbetts bzw. der Stillzeit körperlich und seelisch unterstützt werden. Sie rechnen außerdem mit der Hebammenbetreuung im OP, wenn sie einen Kaiserschnitt haben, und bei einer Fehlgeburt. Frauen fühlen sich durch die aktive Unterstützung der Hebamme nicht allein gelassen und werden von Ängsten entlastet. Die schwierigen Rahmenbedingungen der Hebammentätigkeit sind den Frauen bewusst. Sie erwarten aber gute Voraussetzungen für den Hebammenberuf.

    Frauen sehen den Hebammenberuf als „Berufung“ und schätzen die Hebamme als Fachfrau für die gesundheitliche Versorgung von schwangeren Frauen / Müttern und ihren Säuglingen. Außerdem verstehen sie die Hebamme als eine Fachperson, die sie in Fragen rund um die alltägliche, praktische Versorgung des Kindes anleitet. Die Hebamme zeigt Handlungsmöglichkeiten und -grenzen auf und setzt sich als Fürsprecherin für ihre Anliegen ein. Auf der Wochenstation in der Klinik wünschen sich Frauen eine Hebamme als erste Ansprechpartnerin. Jedoch schreiben sie der freiberuflichen Hebamme mehr Entscheidungsspielraum zu als der Krankenhaushebamme.

    Frauen erinnern sich positiv daran, von der Hebamme viel gelernt zu haben. Kompetenzen der Hebammen, die von den Frauen geschätzt werden, sind: Fachwissen, Beratungskompetenz, psychologisches Wissen, Einfühlungsvermögen und alltagspraktische Hilfe, die sich an der jeweiligen Situation orientiert. Frauen möchten, dass ihr Bauch berührt wird und dass die Hebamme Kontakt mit dem Ungeborenen aufnimmt. Sie möchten ausdrücklich über ihre Gefühle befragt werden und auch intime Themen mit der Hebamme besprechen.

    Wenn die Hebamme nicht gut Bescheid weiß, wenn sie sich zu wenig auf die individuelle Situation der jeweiligen Familie einstellt und wenn die Hebamme sich nicht ausreichend auf ein Gespräch mit den Frauen einlässt, wird das von Frauen negativ erlebt. Außerdem kritisieren Frauen, dass Hebammen bei kindlichen Auffälligkeiten zu wenig Fachwissen haben und bei Telefonanrufen der Frauen mehr nachfragen sollten, bevor sie sie (eventuell unbegründet) in die Klinik schicken. Trotzdem erwarten Frauen, dass sich die Hebamme bewusst ist, welche Grenzen und Zuständigkeiten sie hat, und sie gegebenenfalls frühzeitig weitere Berufsgruppen oder ärztliche Hilfe hinzuzieht.

    Besondere Bedürfnisse und Erwartungen an die Hebammenversorgung haben Frauen, die keinen Bildungsabschluss oder eine Lernbehinderung haben, alleinerziehende Frauen und Frauen mit fehlender sozialer Unterstützung, Schwangere mit Angst vor der Geburt, Frauen mit depressiver Verstimmung im frühen Wochenbett, Frauen mit Bindungs- oder Beziehungsschwierigkeiten und Frauen, deren Kind vor oder nach der Geburt gestorben ist.

    Frauen möchten von nur einer Hebamme betreut werden, der sie vertrauen und die ihre persönlichen Lebensumstände kennt. Für Frauen ist es wichtig, die Hebamme erst einmal kennen zu lernen und zu schauen, ob sie gut zusammen passen. Eine vertrauensvolle Beziehung ist notwendig für die Hausbesuche und intimen Untersuchungen. Frauen schätzen dabei die Verschwiegenheit der Hebamme.

    Außerdem wünschen sich Frauen, dass die Hebamme nicht nur unter der Geburt, sondern auch in der Schwangerschaft und im Wochenbett viel Zeit für sie hat. Wenn die Hebamme den Frauen Zeit lässt, trauen sie sich auch, „peinliche“ Fragen zu stellen.

    Frauen fühlen sich bei Besuchen der Hebamme bei ihnen zu Hause entspannt und entlastet. Auch Frauen, die eigentlich keine Probleme haben, möchten von der Hebamme versorgt werden. Sie finden es gut, wenn die Hebamme sie an Ruhepausen erinnert und Familienangehörige mit einbezieht.

    Die Hebamme soll viel Einfühlungsvermögen haben und die jeweilige Situation der Frauen genau wahrnehmen. Bei einer Fehl- oder Totgeburt brauchen die Frauen die Feinfühligkeit und das Mitgefühl der Hebamme. Hebammen sollten dabei immer sehr genau auf ihre Wortwahl achten. Wenn es Probleme unter der Geburt gab, kann die Hebamme helfen, die Situation zu verstehen und zu verarbeiten.

    Frauen sehen die Hebamme als ihre Fürsprecherin. Sie erwarten, dass sich die Hebamme für sie und ihre Wünsche einsetzt – zum Beispiel unter der Geburt gegenüber dem Arzt / Ärztin.

    Um eine gute Entscheidung zu treffen, erwarten Frauen, dass die Hebamme aus eigener Initiative heraus Informationen gibt und sie berät. Frauen schätzen frühzeitige Erklärungen und eine Betreuung, die vorausschauend ist und sie auf mögliche Ereignisse einstellt. Sie möchten aufgezeigt bekommen, welche verschiedenen Möglichkeiten des Tuns und Verhaltens es für sie gibt. Frauen können eine begründete Entscheidung über den Geburtsort nur treffen, wenn sie sich auf die Geburt vorbereitet und selbst über verschiedene Geburtsorte informiert haben.

    Frauen wünschen sich, umfassend aufgeklärt zu werden und ausreichend Zeit zu haben, um eine eigene Entscheidung zu treffen. Sie erwarten von der Hebamme Informationen, die wissenschaftlich belegt und wertfrei sind, das heißt zum Beispiel: Informationen über Maßnahmen, die wirksam sind und nicht von der Werbung von Firmen oder der Meinung der Hebamme beeinflusst sind. Sie sind aber auch offen für Maßnahmen, die (noch) nicht wissenschaftlich belegt sind, wenn ihnen deren Notwendigkeit erklärt wird.

    Frauen wünschen sich ergänzend zur Hebammenbetreuung mehr allgemein zugängliche, schriftliche Informationen und Listen zu Themen, die in der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und während der Stillzeit wichtig sind. Diese sollten fachlich begründet und wertfrei sein. Außerdem sollten die Frauen, Hebammen und Arztpraxen in gleicher Weise informiert werden, um die Frauen nicht mit unterschiedlichen Meinungen zu verwirren.

    Wenn Frauen mit Hilfe der Unterstützung der Hebamme erfahren, dass sie selbst etwas bewirken und über ihre Betreuung entscheiden können, stärkt das ihr Wohlbefinden, ihre Sicherheit und ihre Entschlossenheit zu einer weiteren natürlichen Geburt. Frauen möchten alles "richtig" machen und wollen von der Hebamme viel lernen. Sie möchten vieles allein machen, benötigen dafür jedoch die praktische Unterstützung der Hebamme. Es tut Frauen gut, wenn die Hebamme sie ermutigt, auf ihren Körper zu achten und auf ihr eigenes Gefühl zu vertrauen. Wenn die Entscheidungen der Frauen ernst genommen werden, sehen sie sich auch in der Lage, schwierige Situationen zu meistern und ihr Verhalten so zu ändern, dass es positiv für ihre Gesundheit ist.

    Frauen möchten frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass sie auch medizinische Maßnahmen ablehnen können. Wenn sie das tun, wünschen sie sich, dennoch respektvoll behandelt zu werden.

    Besonders bei einer Klinikgeburt haben Frauen bei ihrer Betreuung den Eindruck, dass alles routinemäßig abläuft und sie keinen Einfluss darauf haben. Wenn sie keine Erläuterungen und Entscheidungsmöglichkeiten erhalten, ist das für sie so, als würden andere Personen über sie bestimmen. Sie sind enttäuscht, dass sich die Auskünfte zur Geburtsbegleitung am Infoabend in der Klinik und die Wirklichkeit unterscheiden. Frauen machen die Erfahrung, dass in der Klinik nur eine schnelle Geburt als gute Geburt gilt. Sie glauben, dass zu schnell mit medizinischen Maßnahmen in den Geburtsverlauf eingegriffen wird und befürchten, dass sie einen Kaiserschnitt bekommen, nur weil er sich für die Klinik finanziell lohnt. Während einige Frauen bezweifeln, dass die Klinikversorgung für sie selbst und ihr Kind immer sicher ist, erscheint die Klinik für andere Frauen ein sicherer Ort für die Geburt ihres Kindes zu sein.

    Frauen wünschen sich in der Schwangerschaft mehrere Treffen mit der Hebamme, um zeitgerecht die passenden Informationen zu Schwangerschaftsveränderungen und -beschwerden zu erhalten. Die Hilfe der Hebamme ist nötig, weil Frauen oft nicht einschätzen können, ob ihre Beschwerden normal sind oder ein Problem besteht. Sie erwarten eine wirksame Linderung ihrer Schwangerschaftsbeschwerden (z.B. Übelkeit, Sodbrennen, Rücken- und Beinschmerzen).

    Frauen schätzen die praktischen Hilfen und naturheilkundlichen Mittel der Hebamme, besonders bei Schwangerschaftsbeschwerden, bei Übertragung, in der Latenzphase der Geburt und bei Brustproblemen im Wochenbett. Frauen finden es gut, wenn die Hebamme die alternativen Heilmittel auch gleich dabei hat und anwendet.

    Frauen erwarten, dass die Hebamme sie aus eigener Initiative heraus berät und auch sensible Themen anspricht. Während der Geburt wünschen sich Frauen von der Hebamme praktische Tipps zur Bewältigung von Wehenschmerzen, zu Atemtechniken, Körperhaltungen und Maßnahmen zur Entspannung. Nach der Geburt würden sie gerne mit der Hebamme nochmal genau über die Geburt sprechen.

    Auch im Krankenhaus möchten Frauen in einer individuellen und normalen Geburt unterstützt werden. Sie wünschen sich eine abwartende und beobachtende Hebamme. Schlimm finden sie einen Einlauf und einen Dammschnitt, oder wenn zu sehr auf ihren Bauch gedrückt oder ihre Intimsphäre verletzt wird. Frauen finden es gut, wenn die Hebamme die Kontaktaufnahme zwischen Vater und Kind fördert und auch die Männer von den Informationen der Hebamme profitieren.

    Frauen schätzen es, dass die Hebamme schon in der Schwangerschaft dazu anleitet, eine Beziehung zum Kind aufzubauen. Das Vertrauen in den eigenen Körper und das Ungeborene tut den Frauen gut. Nach der Geburt wünschen sich Frauen viel Zeit für die erste Kontaktaufnahme mit dem Baby - auch nach einem Kaiserschnitt, um von Anfang an eine starke Bindung zu entwickeln. Frauen möchten Tipps, damit sie ihr Kind gut und wirksam beruhigen können. Manchmal muss die Hebamme die Frauen auch mehrmals beraten, bis sie lernen, die Bedürfnisse des Kindes richtig zu erkennen.

    Frauen erwarten auch in der Klinik fachliche Hilfe beim (ersten) Stillen. Dabei sollte aber auf die individuelle Situation der Frau eingegangen werden. Dies gilt ebenso für das Stillen nach einem Kaiserschnitt. Wenn Frauen nicht stillen können oder nicht stillen wollen, möchten sie insbesondere bei bestehenden Kreislaufproblemen lieber ohne Medikamente abstillen. Nicht stillende Frauen schätzen Informationen zur Ersatznahrung. Später wünschen sich Frauen außerdem Beratung zur Beikost-Einführung.

    In der Klinik sind viele Frauen mit der Beratung zum Neugeborenen auf der Wochenstation nicht zufrieden. Auch im Wochenbett zu Hause erwarten die Frauen praktische, situationsgerechte Tipps für die Pflege des Neugeborenen und Besonderheiten beim Kind. Bei nächtlichen Unsicherheiten mit dem Kind zu Hause würden sie sich über eine Telefon-Hotline freuen, die sie ohne Hemmungen anrufen könnten.

    Frauen möchten während der Schwangerschaft, dem Wochenbett und der Stillzeit regelmäßig zu Hause von der Hebamme besucht werden. Dabei sollte sie besonders im Wochenbett viel Zeit mitbringen.

    Frauen finden es gut, dass die Hebamme ihre Ratschläge an die Bedürfnisse der jeweiligen Frau und ihrer Familie anpasst. Sie erwarten außerdem, dass die Hebamme ihre Persönlichkeit und ihren Einzelfall respektiert.

    Frauen erwarten eine gleichberechtigte Betreuung und Zusammenarbeit von Arzt / Ärztin und Hebamme in der Schwangerschaft. Es bringt sie in Konflikte, dass zwischen Arzt / Ärztin und Hebamme nicht geklärt ist, wer welchen Teil der Vorsorgeuntersuchungen übernimmt. Bei der ärztlichen Vorsorge wünschen sich Frauen eine ausführliche und verständliche Aufklärung und mehr Einfühlungsvermögen.

    Frauen möchten nicht auf den Ultraschall verzichten. Aber sie finden, dass Ärzte / Ärztinnen zu schnell Probleme darin sehen, wenn die Befunde etwas vom Üblichen abweichen. Frauen, die nur für den Ultraschall zum Arzt / zur Ärztin gehen, fühlen sich dort sehr unter Druck gesetzt. Sie berichten von nur wenigen Ärzten / Ärztinnen, die einem Geburtshaus, der Hausgeburt oder der Schwangerenvorsorge, die ausschließlich durch eine Hebamme vorgenommen wird, positiv gegenüberstehen. Frauen, die ihre Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen einzig bei einer Hebamme in Anspruch nehmen, sind zufrieden.

    In der Klinik fehlt den Frauen eine Hebammenbetreuung ganz am Anfang der Geburt, wenn die Wehen gerade begonnen haben. Sie erhalten in dieser Zeit keine praktische Unterstützung darin, wie sie mit den Wehen umgehen sollen – weder zu Hause noch in der Klinik. Deshalb sind sie verunsichert. Sie würden gern mit ihrer Hebamme zu Hause entscheiden, wann sie in die Klinik fahren sollen.

    Frauen möchten auch in Zukunft die Gelegenheit haben, ihr Kind nicht in der Klinik zu gebären. Sie können sich diese Möglichkeiten vorstellen: eine außerklinische Geburt (zu Hause oder im Geburtshaus), eine ambulante Geburt in der Klinik (bei der sie innerhalb von 24 Stunden wieder nach Hause gehen) oder eine normale Geburt in der Klinik. Frauen bringen ihr nächstes Kind häufig am selben Ort zur Welt.

    Frauen ist es wichtig, sich mit anderen Schwangeren und Müttern über ihre Erfahrungen auszutauschen. Das kann bei Kursen in der Schwangerschaft, im Geburtsvorbereitungskurs, im Wochenbett in der Klinik, im Rückbildungskurs, in einem Still-Café oder im Elterntreff stattfinden. Dabei lernen sie andere Meinungen und Handlungsweisen kennen. Frauen finden es gut, wenn eine Hebamme als Fachperson dabei ist, falls Fragen auftreten.

    Frauen möchten, dass die gleiche Hebamme sie bereits während der Schwangerschaft und dann auch bei der Geburt betreut. Ein Arzt / eine Ärztin soll nur hinzugezogen werden, wenn die Hebamme oder die Frau es wünscht. Dadurch hoffen sie, bei einer normalen Schwangerschaft keine unnötigen medizinischen Maßnahmen zu erhalten. Insgesamt möchten Frauen, dass sich alle Personen, die an ihrer Betreuung beteiligt sind, besser absprechen, um unnötige oder doppelte Untersuchungen zu vermeiden und um bestens versorgt zu werden.

    Frauen fänden es gut, wenn auch die Hebamme Ultraschalluntersuchungen durchführen dürfte. Da dies nicht möglich ist, würden sie die 3 Vorsorgetermine, an denen die 3 Ultraschalltermine vorgesehen sind, gern komplett vom Arzt / der Ärztin durchführen lassen (d.h.: nicht aufgeteilt mit der Hebamme), um Zeit zu sparen. Frauen, die sich viele Ereignisse, Inhalte und Informationen in der Schwangerschaft nicht so gut merken können, wünschen sich eine Begleitung der Hebamme zu Arztterminen. Außerdem möchten Frauen eine Hebammensprechstunde in einem Familienzentrum und würden ihre Hebamme auch gerne später bei Problemen in der Säuglingszeit des Kindes aufsuchen. Individuellere Geburtsvorbereitungskurse werden benötigt, zum Beispiel für Frauen mit Lernbehinderung oder geringer Bildung. Für sie wäre es gut, wenn die Hebamme den Kurs auch als Hausbesuch gestalten oder insgesamt verlängern könnte.

    Frauen wünschen sich die gleiche Hebamme für ihre gesamte Betreuung, das heißt vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit. Eine solche Betreuung erleben sie in Hebammenpraxen und Geburtshäusern. Nach Meinung der Frauen könnte eine gute Hebammenversorgung (beispielsweise durch eine einzige Hebamme) sie dazu bewegen, wieder mehr Kinder zu bekommen. Sie verstehen nicht, warum die Politik dies nicht unterstützt.

    Frauen sind offen dafür, bei Bedarf an weitere Fachkräfte vermittelt zu werden. Positiv erinnern sie sich zum Beispiel an die Schreiambulanz oder eine Ernährungsberatung in einer diabetologischen Praxis. In dem Fall, wenn ein Kind gestorben ist, sollten Hebammen die Eltern zu einer Trauerbegleitung, Seelsorge oder Selbsthilfegruppe vermitteln.

    Frauen, die in der Klinik geboren haben, möchten, dass ihnen dort in jedem Fall ein Familienzimmer angeboten wird. Damit sie besser entlastet werden, wünschen sich Frauen, dass ihr Partner und Familienangehörige mehr in ihre Versorgung und die des Kindes eingebunden werden.

    Hebammen nehmen wahr, dass schwangere Frauen nicht ausreichend darüber informiert sind, was Hebammen tun können und dürfen. Auch in der Schwangerschaft – wie im Wochenbett – können sie die Frauen ohne ärztliche Anweisung betreuen und Hausbesuche machen. Hebammen möchten die Frauen dabei „ganzheitlich“ betreuen, das heißt sowohl auf ihren Körper als auch ihre Seele achten.

    Hebammen wünschen sich, dass in den öffentlichen Medien (z.B. im Fernsehen) mehr über die Hebammenarbeit in der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit berichtet wird, aber nicht mit dramatischen Geburtsdarstellungen und unnötigen ärztlichen Maßnahmen. 

    Hebammen sehen es als ihre Aufgabe an, den normalen Verlauf von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit zu begleiten, sich auf die Wünsche und die persönliche Situation der Frau einzustellen, sie vorausschauend und kundig zu beraten, sie vor unnötigen medizinischen Maßnahmen zu schützen und die Frauen in ihrer Selbstbestimmung und Selbsthilfe zu unterstützen. Dafür ist es jedoch wichtig, die Frauen frühzeitig kennen zu lernen. Hebammen finden, dass sie von ihren mehrmaligen Beratungen profitieren können, insbesondere wenn es darum geht, die Gesundheit von Mutter und Kind zu fördern. Hebammen beziehen auch die nächsten Angehörigen in die Unterstützung der Frau mit ein.

    Wenn Hebammen einzelne Frauen über mehrere Monate umfassend betreuen, können sie nur eine begrenzte Anzahl von Frauen gleichzeitig zur Betreuung annehmen. Sie bedauern, dass viele Frauen viel zu spät oder erst über den Geburtsvorbereitungskurs zu ihnen kommen, wenn die Zeit schon vorbei ist, sie über unterschiedliche Betreuungsformen und Entscheidungsmöglichkeiten zu informieren. 

    Eine besondere Schwierigkeit in der Schwangerenvorsorge ist, dass die Zuständigkeiten von Ärztin / Arzt und Hebamme nicht klar geregelt sind. Hebammen wundern sich, dass sich auch selbstbewusste Frauen leicht durch ärztliche Befunde (z.B. beim Ultraschall) verunsichern lassen. Ihr großer Zeitaufwand für die Beratung wird aus Sicht der Hebamme nicht ausreichend durch das Honorar vergütet.

    Eine besondere Schwierigkeit erleben Kreißsaal-Hebammen darin, dass sie mehrere Frauen unter der Geburt parallel betreuen müssen und dass ihre abwartende Haltung, ob die Geburt nicht doch ohne medizinische Eingriffe vorankommt, eher als Untätigkeit und Bequemlichkeit fehlgedeutet wird.

    Hebammen stellen fest, dass die von ihnen betreuten Frauen oft das Bedürfnis haben, von der Hebamme ganz und gar versorgt und bemuttert zu werden. Hebammen finden es manchmal schwierig, eine gute Mitte zwischen einer Art „Mutter“ oder „Freundin“ und „Fachkraft“ zu finden. Manche bieten der Frau das „Du“ an, andere bleiben beim “Sie“.

    Hebammen freuen sich über Lob und Anerkennung der Frauen. Diese bekommen sie von Frauen, die einen geringen Bildungsgrad oder eine komplizierte Lebenssituation haben, eher nicht. Für Frauen kann das Ende der Betreuung schwierig sein, wenn es unklar ist für sie, wer ihnen in Zukunft helfen kann.

    Hebammen verstehen, dass Frauen eine Hebamme haben wollen, die ihnen sympathisch ist. Sie versuchen, wenn möglich, diesen Wunsch in der Zusammenarbeit mit Kolleginnen zu unterstützen. 

    Die Kommunikation zwischen Frauen und Hebammen funktioniert in bestimmten Situationen nicht gut: beispielsweise, wenn eine Frau einen Geburtsplan mit in die Klinik bringt, der aus Sicht der Hebamme zeigt, dass sich die Frau nicht über die Vorgehensweisen im Kreißsaal informiert hat; oder, wenn Frauen nicht die Ratschläge von Hebammen befolgen. 

    Hebammen stellen fest, dass ihre Berufsgruppe sich nicht darauf geeinigt hat, was sie unter einer guten Betreuung versteht. Aus ihrer Sicht könnten die Frauen davon profitieren, wenn es gemeinsame Richtlinien und einheitliche Empfehlungen geben würde. Die gegenseitige Vertretung von Hebammen könnte leichter erfolgen, weil alle genau wüssten, was auf welche Weise zu tun ist. Hebammen könnten zum Beispiel auch Aufgaben an eine Sekretärin abgeben und so mehr Zeit für die Frauen haben. 

    Folgende Kriterien für eine gute Qualität schlagen Hebammen vor: Berücksichtigung der Wünsche und Situation einer Frau in der Beratung und Betreuung, aktuelle Informationen und eine umfassende Sicht auf die Versorgungssituation der Frau. Hebammen wünschen sich diesbezüglich Schulungen für die Beratungstätigkeit und insbesondere für die Betreuung von geflüchteten und traumatisierten Frauen. Einerseits würden Hebammen gerne an Veranstaltungen zur Verbesserung der Qualität teilnehmen, andererseits haben sie dafür kaum Zeit.

    Hebammen wollen die erste Ansprechpartnerin der Frau in der Schwangerschaft sein. Sie können sich auch vorstellen, neue Modelle der Versorgung auszuprobieren und anzubieten: beispielsweise ein Geburtsvorbereitungskurs von längerer Dauer, Wochenbettkurse, Elterntreffs oder Still-Cafés mit Hebammenberatung und Sexualaufklärung für Jugendliche.  

    09.09.2016

    Aus Sicht der Hebammen würden mehr Frauen eine umfassende Betreuung erhalten, wenn sie frühzeitig von Frauenärztinnen/-ärzten über Hebammenhilfe informiert werden würden. Dann könnten sie schon von Anfang an die Vorsorge bei Hebammen und deren Beratung bei Beschwerden in der Schwangerschaft in Anspruch nehmen.

    Über verschiedene Informationskanäle müssten Frauen über die vielfältigen Leistungen der Hebammen erfahren oder direkt angesprochen werden, weil Hebammen nicht nur Geburtsvorbereitungskurse anbieten. Auch wenn nicht jede Hebamme das gesamte Spektrum an Hebammenleistungen anbietet, so sollte sie doch die Frauen darüber informieren und sie gegebenenfalls an Kolleginnen weiterleiten.

    Hebammen vermuten, dass den Frauen ihre unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten in der Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung nicht bekannt sind, zum Beispiel: wie viel und bei wem sie Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen oder dass sie auch vaginale Untersuchungen ablehnen können. Es wäre auch Aufgabe der Hebammen, den Frauen die unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten zu erläutern, damit sie sich informiert entscheiden können. Anscheinend haben Frauen eine Vorstellung von der „normalen" Geburt, die sie möglicherweise aus Doku-Soaps übernommen haben: die Frau liegt passiv in Rückenlage, erhält eine PDA und muss unter Anleitung pressen. So sehen sie eher nicht die Notwendigkeit, medizinische Maßnahmen zu hinterfragen.  

    Hebammen beobachten, dass Frauen einerseits sehr interessiert an Informationen sind, aber andererseits auch sehr leicht durch unterschiedliche Empfehlungen und Angebote verunsichert werden. In der Gesellschaft stehen schwangere Frauen unter dem Druck, alles richtig zu machen, und sind eher ängstlich, sich falsch zu entscheiden. Dabei gerät die Wahrnehmung ihres eigenen Körpers in den Hintergrund. In dieser Situation könnten sie von Hebammen Hilfestellung in einer Einzelberatung erhalten. 

    Hebammen begrüßen grundsätzlich, dass Frauen sich weitestgehend selbst über die Routine-Betreuung in der Klinik informieren und ihre Wünsche, die darüber hinausgehen, den Hebammen mitteilen. In der Wochenbettbetreuung erwarten Frauen, dass Hebammen sie engmaschig versorgen und mehrmals am Tag ganz praktisch unterstützen. Da Hebammen diese Erwartungen größtenteils nicht erfüllen können, ermutigen sie die Frauen, für zusätzliche Unterstützung ihre Angehörigen und Bekannten zu aktivieren. 

    Die Erzählungen von Frauen, die früher von Hebammen betreut wurden, zeigen, dass die Ereignisse rund um die Geburt und die Betreuung durch eine Hebamme etwas Besonderes in ihrem Leben sind. Die Tatsache, dass Frauen in einer nachfolgenden Schwangerschaft zur Hebamme schon frühzeitiger Kontakt aufnehmen und ihre Geburt vielleicht in einem Geburtshaus planen, weist darauf hin, dass Frauen sich durch ihre früheren Erfahrungen mehr zutrauen. Hebammen ist es insbesondere wichtig, dass Frauen ihre Betreuung rund um die Geburt als unkompliziert in Erinnerung behalten.

    19.09.2016

    Hebammen, die an einer Hochschule ausgebildet werden, können bei der Betreuung von Frauen auch aktuelle Forschungsergebnisse einbeziehen und ihnen so helfen, Entscheidungen zu treffen, die auf verlässlichen Informationen beruhen. Darüber hinaus können sie den Frauen helfen, die vielen, teilweise widersprüchlichen Empfehlungen zu sortieren und mit Ärztinnen / Ärzten eher gleichberechtigt über Betreuungsmaßnahmen sprechen. 

    Hebammen, die nicht an einer Hochschule ausgebildet wurden, haben keinen Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen und wissen meist nicht, dass bei einer „evidenzbasierten Betreuung“ sowohl die Forschungserkenntnisse als auch die persönliche Situation der Frauen berücksichtigt werden sollten. Bis alle Hebammen Zugang zu Forschungserkenntnissen haben, benötigen sie ein Institut oder eine Expertin / einen Experten, an die sie sich mit ihren Fragen wenden können.

    Frauen verlassen sich meist ohne Diskussion auf die Empfehlung der Ärztin / des Arztes. Das heißt, sie werden nicht frühzeitig daran beteiligt, zusammen mit der Fachkraft eine gute Entscheidung für sich zu finden und werden nicht über positive und mögliche negative Auswirkungen informiert. Sie erhalten meist keine Bedenkzeit, um zu entscheiden, welcher Betreuungsweg für sie stimmig ist.

    Hebammen wünschen, dass schwangere Frauen und Mütter sich kritischer mit medizinischen Maßnahmen auseinandersetzen und nicht zustimmen, dass unnötige Maßnahmen gemacht werden, die durch aktuelle Forschungsergebnisse als nicht sinnvoll gelten.

    Im Kliniksystem, in dem die Ärzteschaft den Hebammen Anweisungen für die Betreuung der Frauen gibt, fällt es Hebammen besonders schwer, unnötige medizinische Maßnahmen abzulehnen und nicht durchzuführen. Das ungleiche Wissen über Forschungsergebnisse könnte durch eine gemeinsame Ausbildung von Ärztinnen / Ärzten und Hebammen verbessert werden. 

    Hebammen fordern, dass noch besser Nebenwirkungen und Folgen von Maßnahmen durch beide Berufsgruppen bedacht werden. Frauen hätten vielleicht weniger den Eindruck, dass  sie von Ärztinnen / Ärzten aus den negativen Folgen von zahlreichen Maßnahmen „gerettet“ wurden. 

    Da die Arbeitssituation in der Klinik für Hebammen unbefriedigend ist, setzen sie sich mit der Ärzteschaft auseinander oder verlassen die Klinik, um freiberuflich zu arbeiten.

    09.09.2016

    Durch den Mangel an Hebammen kann eine gute Versorgung oft nicht gewährleistet werden. In der Klinik haben Hebammen zu viele Frauen gleichzeitig zu betreuen, was einerseits den Druck erzeugt, die Geburtsdauer möglichst kurz zu halten, und andererseits die Hebammen unzufrieden macht. Eine gute Betreuung, die sich auf die neuesten Forschungserkenntnisse stützt, ist aus Sicht der Hebammen erschwert, weil in den Kliniken sowohl das Vergütungssystem als auch die Furcht vor juristischen Folgen vermeidbare medizinische Maßnahmen und Kaiserschnitte begünstigen. Hebammen haben entweder wenig Einfluss auf die Qualität der Betreuung in der Klinik oder müssen zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um sich für die Interessen der Frauen einzusetzen.

    Hebammen wünschen sich, dass es in der Klinik eine klarere Aufteilung der Zuständigkeiten von Hebammen und Frauenärztinnen/-ärzten gibt, nämlich: Hebammen sind für den normalen Verlauf der Geburt und Ärztinnen-Ärzte sind für Komplikationen zuständig. Weitere Verbesserungen in der Versorgung von Frauen wären eine Stellensaufstockung und  Supervision für Klinikhebammen oder eine bessere Kommunikation zwischen der Klinik und den freiberuflich tätigen Hebammen.

    In der ambulanten Versorgung der Frauen kommt es aufgrund eines regionalen Hebammenmangels zu Engpässen. Daher finden es Frauen mühsam und schwierig, eine Hebamme für ihre Versorgung zu gewinnen; für Hebammen ist es frustrierend, dass sie viele Leistungen der Hebammenhilfe, zum Beispiel die Schwangerenvorsorge, wegen Überlastung nicht in ausreichendem Umfang anbieten können. Eine besondere Herausforderung sind die weiten Wege, die Hebammen zur Versorgung der Frauen zu fahren haben. 

    Beleghebammen müssen für Frauen, deren Geburt beginnt, jederzeit über die Rufbereitschaft verfügbar sein. Dadurch können sie nicht jeder anderen Frau garantieren, in vollem Umfang die Wochenbettbetreuung durchführen zu können. 

    Da in manchen Regionen die Nachfrage nach Wochenbettbetreuung in größer ist als die zeitlichen Kapazitäten der Hebammen, erhalten diejenigen Frauen die Hausbesuche, die sich zuerst bei der Hebammen melden. Dies bedeutet, dass es für manche Frauen sehr mühsam ist, eine Hebamme für ihre Betreuung zu finden. Das frustriert sie und sie reagieren manchmal ärgerlich und beleidigend der Hebamme gegenüber, die jedoch selbst unglücklich mit dieser Situation sind. Auch werdende Hebammen (in Ausbildung) würden zwar gerne im ambulanten Bereich arbeiten, scheuen aber aufgrund der ungünstigen Arbeitsbedingungen davor zurück.

    Ein deutlicher Mangel an Unterstützung für die Frauen besteht in der so genannten Latenzphase, wenn die Frau bereits Wehen spürt, die Geburt aber noch nicht aktiv begonnen hat. Die Frauen würden sich wünschen, dass die Hebamme zu ihnen nach Hause kommt und mit ihr gemeinsam entscheidet, wann es Zeit ist, zur Geburt in die Klinik zu gehen. Allerdings ist die Honorierung dieser Versorgung nicht vorgesehen und aus haftungsrechtlichen Gründen zählt die Latenzphase zur Geburt. Das bedeutet, dass Hebammen eine enorm hohe Haftpflichtversicherung für die Geburt mit abschließen müssten, um Frauen in dieser Zeit zu betreuen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies für sie nicht möglich.

    Wegen Mangel an Hilfe im häuslichen Umfeld gehen viele Frauen frühzeitig in die Klinik, wo sie entweder wieder nach Hause geschickt werden oder auf die Station aufgenommen werden. Allerdings setzen sie sich dabei dem erhöhten Risiko aus, frühzeitig und unnötig medizinische Maßnahmen zu erhalten, die möglicherweise weitere Konsequenzen nach sich ziehen.

    Hebammen beklagen sich, dass es bei den Frühe-Hilfen-Zentren oft lange Wartezeiten und keine Notfallhilfe gibt, so dass sie selber viel herum telefonieren müssen, um für die Frau die beste Versorgung zu organisieren. Dadurch fühlen sich Hebammen mit den Problemen von Familien, die sich in in komplizierten und belastenden Lebenssituationen befinden, alleingelassen. 

    Hebammen bieten insbesondere diejenigen Leistungen an, die Ihnen besonders gut liegen und in ihre eigene familiäre Situation passen. Dadurch bieten sie nicht die volle Bandbreite aller Hebammenleistungen an, das heißt: manche Hebammen bieten nur ein Vorgespräch in der Schwangerschaft an und besuchen die Frauen dann im Wochenbett, ohne sie über weitere Leistungen, wie zum Beispiel die Schwangerenvorsorge, zu informieren. 

    Hebammen müssen sich entscheiden, ob sie für wenige Frauen eine kontinuierliche, umfassende Betreuung von Frauen anbieten (einschließlich der Hilfe bei Beschwerden in der Schwangerschaft, Schwangerenvorsorge, gegebenenfalls Geburtsbetreuung, Wochenbettbetreuung bis zum Abstillen) oder ob sie viele Frauen mit weniger Hausbesuchen betreuen. Hebammen haben Verständnis für die Not der Frauen, (k)eine Hebamme für ihre Betreuung zu finden. Dies führt sowohl auf Seiten der Hebammen als auf Seiten der Frauen zu Unzufriedenheit, da letztlich die notwendige umfassende Betreuung für alle Frauen nicht gewährleistet werden kann

    Dies hat auch Auswirkungen auf die gegenseitige Vertretung der Hebammen untereinander: Hebammen, die in Vollzeit im ambulanten Bereich viele Frauen betreuen, haben es schwer, im Falle ihres Ausfalls eine Kollegin zu finden, die zusätzlich zu ihren eigenen Frauen auch noch diese Vertretungsfälle übernehmen kann. Den Hebammen ist bewusst, dass ihre Berufsgruppe dadurch womöglich für unzuverlässig gehalten wird, wenn Frauen nicht durch andere Hebammen, die ihre Kolleginnen vertreten, lückenlos versorgt werden. Ein möglicher Lösungsansatz wäre die Zusammenarbeit in einem Hebammenteam, wo sich 3-4 Kolleginnen die Rufbereitschaft für Haus- oder Beleggeburten und die gesamte Betreuung der Frauen teilen und sich wechselseitig vertreten.

    Hebammen haben verschiedene Ideen, wie die Vermittlung von Hebammen verbessert werden könnte: durch ein Hebammenregister, eine Hebammenvermittlungszentrale, eine Software oder einen Administrator, der freie Hebammenkapazitäten erfasst, so dass sich die Frauen aktuell informieren und gezielter anfragen können. Hebammen sind schon jetzt bemüht, für alle Frauen eine Wochenbett-Betreuung zu organisieren, dass sie die Kooperation von Hebammen wichtiger finden als Konkurrenz.

    Eine besondere Herausforderung besteht in ländlichen Gebieten: Hier könnten gezielt Praxisansätze mit guter Praxisanleitung für werdende Hebammen (Auszubildende) angeboten werden, um sie für eine spätere Tätigkeit in diesen Gebieten anzuwerben. In Kliniken, wo die geburtshilfliche Abteilung geschlossen werden soll, könnte ein hebammengeleiteter Kreißsaal oder ein Geburtshaus eingerichtet werden, in dem eine Hebammengemeinschaft mit guten Arbeitsbedingungen selbstbestimmt tätig ist. Weitere Überlegungen sind, die Wochenbettbetreuung anders zu gestalten, das heißt: die Hausbesuche im Wochenbett auf weniger Wochen zu beschränken und die Frauen ergänzend zu Sprechstunden in einem Familienzentrum einzuladen. Damit könnten mehr Frauen von Hebammenhilfe profitieren und die Hebammen den hohen Zeitaufwand für Hausbesuche reduzieren.

    19.09.2016

    Manche Hebammen und niedergelassene Frauenärztinnen / -ärzte haben unterschiedliche Auffassungen davon, wie Frauen in der Schwangerschaft am besten betreut werden und wo sie ihr Kind bekommen können oder sollten. 

    Hebammen arbeiten nicht gerne mit Frauenärztinnen / -ärzten zusammen, die ihre Arbeit nicht respektieren. Sie vermuten, dass beide Berufsgruppen kaum mit einander sprechen, weil sie darum fürchten, Frauen aus ihrer Praxis zu verlieren und damit weniger zu verdienen.

    In der Klinik werden die Wünsche der Frauen zwar in der Gestaltung des Kreißsaals und der Wochenstation berücksichtigt. Allerdings werden die Frauen in den Gesprächen zur Geburtsplanung hauptsächlich über die medizinischen Maßnahmen unter der Geburt informiert, statt sie zu ihren Wünschen zu befragen. 

    Hebammen sehen es kritisch, dass bei Informationsabenden und Führungen durch den Kreißsaal zwar auf eine frauenfreundliche Betreuung in der Klinik (wie z.B. aufrechte Gebärhaltungen oder eine Wassergeburt) hingewiesen wird, diese aber dann während der Geburt nicht umgesetzt wird.

    Hebammen fänden es gut, wenn Frauen sowohl die Betreuung von Ärztinnen / Ärzten als auch Hebammen bekommen könnten, ohne sich unwohl fühlen zu müssen, weil sie sich von beiden Berufsgruppen betreuen lassen. Sie würden gerne die Kompetenzbereiche von Hebammen und Ärztinnen / Ärzten in der Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen nach Aufgabenbereichen aufteilen: Hebammen sollten – wie in anderen Ländern – für die normal verlaufene Schwangerschaft und Geburt (wie bereits für das Wochenbett) zuständig sein und die Frau erst bei Komplikationen an die Arztpraxis oder die Klinik verweisen. Hebammen betonen, dass sie nicht nur für die Gefühle der Frauen zuständig sind, sondern die Fähigkeit und Ausbildung haben, die Frauen auch körperlich heilkundlich zu versorgen. 

    Hebammen helfen Schwangeren bei ihren Beschwerden, beraten sie ausführlich oder klären alltagspraktische Fragen. Damit nehmen sie den  Ärztinnen / Ärzten auch viel Aufwand ab, für den diese in der Arztpraxis nicht die Zeit haben. Zu manchen Vorsorgeuntersuchungen, wie dem Ultraschall, müssen Hebammen die von ihnen betreuten Frauen an Ärztinnen / Ärzte verweisen, jedoch sind manche Ärztinnen / Ärzte nicht zu einer Zusammenarbeit bereit. Wenn Frauen diese Untersuchungen daher in der Klinik machen lassen müssen, ist dies eine zusätzliche Belastung für die Frauen.

    Hebammen bedauern, dass Frauen darunter leiden müssen, dass die Schwangerenvorsorge nicht klar aufgeteilt ist oder die Frau die Kritik von Ärztinnen / Ärzten fürchten muss, wenn sie eine Geburt im Geburtshaus oder bei sich zu Hause plant.

    Hebammen sehen in der Macht der Ärzteschaft und der untergeordneten Stellung der Hebammen die Ursache dafür, dass die Betreuung der Frauen unter der Geburt nicht gut abgestimmt ist. Einerseits können Hebammen ärztlich angeordnete medizinische Maßnahmen nicht verhindern, wenn sie sie als unnötig betrachten. Andererseits kommen sie in Situationen, in welchen sie den Ärztinnen / Ärzten während der Geburt die Angst vor möglichen Komplikationen nehmen müssen, um die Frauen vor unnötigen Interventionen zu schützen. Hebammen beobachten auch, dass Frauen dem ärztlichen Personal für medizinische Maßnahmen dankbar sind, die aus Sicht der Hebamme aber nur dadurch erforderlich wurden, weil damit die negativen Folgen von vorhergehenden unnötigen Maßnahmen abgewendet werden mussten, die ärztlich angeordnet waren.

    Hebammen sehen die Notwendigkeit, dass der Übergang zwischen Klinik und Betreuung durch eine freiberuflich tätige Hebamme neu gestaltet werden muss: Sie schlagen Übergabeprotokolle oder Begleitschreiben mit Befunden vor oder eine Vereinheitlichung der Geburtsvorbereitungskurse oder  der Klinikgeburtshilfe. Es müsste eine Person dafür bestimmt werden, um diese Übergabeprotokolle oder Standards zu entwerfen, da Hebammen selbst keine zusätzliche Zeit dafür haben.

    Für Frauen mit besonderen Anforderungen, zum Beispiel psychisch erkrankte Schwangere und Mütter, müssten zeitnah Hilfen bereitgestellt werden. Dafür sind Hebammen aber nicht gut über die Ansprechpartner in Beratungsstellen, Praxen oder Tageskliniken informiert. Frauen mit sozialen oder finanziellen Problemen können bereits von Hebammen an andere Kooperationspartner der Frühe-Hilfen-Netzwerke vermittelt werden.

    Hebammen erwarten von Frauen eigentlich, dass sie mit eigenen Vorstellungen zu ihnen kommen, wie ihre Betreuung aussehen soll. Stattdessen erleben sie, dass Frauen unangenehme Maßnahmen über sich ergehen lassen, selbst wenn sie erfahren haben, dass sie eigentlich gar nicht nötig sind. Hebammen erklären sich das so, dass Frauen in ihrem Verhalten nicht von den Empfehlungen der Fachpersonen abweichen wollen, um nicht negativ aufzufallen.

    Hebammen kritisieren, dass es in unterschiedlichen Kliniken und bei anderen Kolleginnen verschiedene Empfehlungen zum Stillen und zur Wochenbett-Betreuung gibt, weil das zu unnötiger Verunsicherung der Frauen führt. Sie fordern, dass Hebammen sich mit Fortbildungen und Fachzeitschriften auf dem aktuellen Stand halten.

    Eine Lösung für eine gute Versorgung der Frauen und Säuglinge wird in der gemeinsamen Zusammenarbeit und Fortbildung von Hebammen und Ärztinnen / Ärzten gesehen (auch Praktikumszeiten von Hebammen-Auszubildenden in einer Arztpraxis könnten hilfreich sein). Sie müssen wichtige Entscheidungen in der Betreuung gemeinsam treffen und dabei die Wünsche der Frau berücksichtigen. Hebammen wünschen sich mehr Kommunikation mit Ärztinnen / Ärzten sowie aktuelle und rückblickende Besprechungen, um daraus lernen zu können. Auch Hebammengemeinschaften und Zentren, in denen mehrere Berufsgruppen arbeiten, könnten die Versorgung und die Beratung der Frauen durch einheitliche Empfehlungen verbessern.

    09.09.2016

    Inter-professional documentation of information given to patients in hospital

    Short title

    • IDAK

    Period

    • 09/2004 - 06/2006

    Leadership

    Staff members

    • Monika Risse
    • Katrin Klaus
    • Tamara Heinich
    • Kathrin Kempe
    • Susanne Nebe
    • Martin Luderer
    • Anett Kretschmar
    • Maria Bauseler 
    • etc. 

    Associate partners

    • University Hospital Halle: Ingrid Horn, Waltraud Janssen, Prof.Dr. Schmoll, Dr. Bettina Wollschläger
    • University Hospital Leipzig: Christine Naß, Prof.Dr. Krüger, Prof.Dr. Wirtz

    Support

    • Robert-Bosch-Stiftung
    • Wilhelm-Roux-Programm 

    Abstract

    Background

    Informing patients about diagnosis, prognosis and required medical therapy is solely the responsibility of members of the medical profession and may only be delegated within the professional category of physicians (LAK Baden-Württemberg, 2006). Nurses are permitted to speak to the patients about their illness, the prognosis and therapy. They are also in charge of the holistic care of the patients, which includes such conversations as part of the nursing profile (KrPflG § 3 Paragraph 1, Großkopf, 2002). However, a nurse may not impart to a patient any more information than that provided by the physician, nor alter the meaning of such information (Wiesing, Braunwald, Faul, 2002). Here a problem is revealed: If the nurses do not possess details about the information already imparted to the patient, they (the nurses) become unsure of themselves, which impedes the communication with the patient. (Luderer & Behrens 2005).

    Questions

    Is the average time spent by staff with the patient increased by including a questionnaire about the information imparted to the patient in the interdisciplinary documentation?

    Is the communicative competence of the staff thus associated with an improvement of patients’ satisfaction?

    Methods

    Design: Duo-centric intervention study

    Setting/Participants: Two wards with comparable routines and structural organisations.
    Inclusion: Patients with or suspected of having bronchial cancer, German speakers, conscious, informed consent.
    Exclusion: The time required for the interview was not noted if admissions or discharges were taking place in the room at the same time.

    Method: Randomised allocation of the rooms included in the study, blinding of staff, protocol of all staff presence in a constantly occupied room over 24 hours (6:00 to 6:00 hrs weekdays). Patients were interviewed by means of a questionnaire concerning their satisfaction with staff communication (26 items). Depression and anxiety were recorded using HADS-D and the quality of life with WHOLQuol.Bref. Statistic evaluation with Excel and SPSS 12.0.

    Current results

    Data on the contact time and frequency were collected on 76 24-hour-periods in the intervention group and on 69 in the control group (N=145). In addition, 21 patients were interviewed in the intervention group and 25 in the control group.

    The aim of the project was to prove the effectiveness of the documentation but this was achieved only to a certain degree. Neither the average daily contact time nor the frequency in the intervention group was significantly higher than in the control group. Whereas nursing staff on the early shift were more frequently present in the rooms of the control group, the late shift was more often in the rooms of the intervention group. However, it can be clearly seen that the average length of time spent by nursing staff on talking with patients in the intervention group is higher. There are no differences noted between the groups with regard to contact by physicians.

    Discussion

    The IDAK questionnaire is a practical, useful instrument for nursing staff, when required, but has only little effect on the length of time spent by staff in the rooms or on the quality of life of the patients.

    It is important that both physicians and nursing staff are made aware of the present legal situation: The physician has the responsibility of informing the patient (MBO-Ä, 2006), but both physicians and nursing staff are responsible for actually speaking with the patients, whereby the nursing staff is only allowed to mention what the physician has already told the patient (Wiesing, Braunwald, Faul, Garmer et al., 2000). In practice, this does not entail documentation of all conversations but means that the nursing staff must be informed about whether the patient has been informed of the diagnosis or whether the physician has the impression that the patient has actually realised the meaning of it. This means that physicians must be sensitized about their obligation to document everything for the nursing staff. In order to implement the IDAK questionnaire, the staff must have good communication competencies beforehand. To create these competencies by using the questionnaire is an unrealistic demand on that questionnaire.     

    Additional publications:

    • Luderer, C.; Behrens, J.: Aufklärung im Krankenhaus. In: Pflege 18, 2005: 15-23. doi:10.1024/1012-5302.18.1.15

    Implementation of a multicomponent intervention to prevent physical restraints in nursing home residents

    Short Title

    • IMPRINT

    Period

    • Jan. 2014 - Dec. 2016

    Project Leader

    • Univ.-Prof. Dr. phil. Sascha Köpke
    • Univ.-Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer

    Staff members

    • Ralph Möhler, MScN, Dipl.-Pflegewirt (FH)
    • Jens Abraham, M.Sc GPW

    Associate partners

    • University of Lübeck, Institute of Social Medicine, Section Nursing research (Coordinating Investigator)
    • School of Nursing Science, Faculty for Health, Witten/Herdecke University 
    • Health Sciences, MIN-Faculty, University of Hamburg 

    Support

    • Federal Ministry of Education and Research (BMBF) (funding code: 01GY1336B)

    Abstract  

    Background

    Physical restraints as bedrails and belts are still regularly applied in German nursing homes despite clear evidence showing their lack of effectiveness and safety. In a recent cluster randomised-controlled trial, the efficacy of a guideline-based multicomponent intervention has been shown with a significant reduction in physical restraint use without adverse events. 

    Aim

    This study aims to apply different versions of this intervention in nursing home residents in four different regions throughout Germany (the areas of Hamburg, Halle (Saale), Schleswig-Holstein and Witten) in order to assess the effectiveness of the programme in a large unselected group of nursing homes. 

    Methods

    The study is a cluster-randomised controlled trial comparing two intervention groups (1. updated original programme and 2. brief version of the programme) with a control group receiving optimized usual care. Overall, 120 nursing homes will be included, randomised to the three groups and followed up for 12 months. Physical restraint use will be assessed by direct observation. The primary outcome will be the proportion of residents with at least one physical restraint. Secondary outcomes are residents` quality of life as well as safety parameters like falls and fall-related fractures. Process and cost measures will also be assessed. 

    Keywords

    • implementation research 
    • nursing home care
    • physical restraints
    • dementia 

    Publications

     

    Structured information given during the intensive care unit stay to improve communication. A randomized multi-centred study.

    Short title

    • Information in ICU / T4 

    Period

    • 04/2007 - 03/2010

    Leadership

    Staff members

    • Stephan Wendroth (Research Centre Halle)
    • Ralf Becker (Research Centre Marburg)

    Associate partners

    • University Hospital Giessen and Marburg GmbH, Marburg
    • University Hospital of the Martin Luther University Halle-Wittenberg
    • Sana Heart Surgical Hospital Stuttgart GmbH

    Support

    • BMBF (Federal Ministry of Education and Research)

    Abstract

    Background

    Patients with hematological stem cell transplantation (HSCT) suffer from a range of symptoms including mucositis, fatigue and mobility/activity deficits. An evidence-based care program was developed and evaluated with the aim of improving the quality of life of these patients. 

    Method

    The study was designed as a consecutive, non-randomised study with control and intervention groups of patients at the University Clinic in Halle. Patients aged > 14 years suffering from a haematologic-oncological disease and allogenic or autologous HSCT were included.

    After HSCT had taken place, the intervention group received modified care consisting of three modules based on self-management and focusing on mobility/activity enhancement, prevention of oral mucositis and nutritional support. Control group patients received standard care. Primary outcome was global health-related quality of life measured by EORTC QLQ C30 at discharge. To analyse the effect of the intervention a linear regression model was drawn on, whereby a priori determined disturbance variables were  taken as adjustment variables in the final model. Results

    A total of 79 patients aged 53 ± 13 years participated in the study. With the exception of the ECOG function status, both groups had comparable baseline variables. The IG patients had  significantly worse functionality (p<0.01) at the start of the study.

    No significant effect (p=0.1) of the intervention could be shown at discharge for the primary outcome of global health-related quality of life.

    However, the patients in the intervention group used the available sport activities more intensively and were more satisfied with the counselling provided on promoting activity. They also profited from the secondary outcomes of dyspnoea symptom scales (p=0.01) and nausea/vomiting symptom scales (p=0.01). Furthermore, on average they were able to be discharged earlier than the patients of the control group. Content analysis of the sport therapists’ records underlines the special psychological situation of the patients, 45% of whom expressed anxiety, worry and grief.

    Conclusion

    The intervention could show no effect on the primary outcome; however, the results of the module Activity Promotion should be evaluated in randomised studies. The results also underline the necessity of interdisciplinary cooperation and improved communication between patients and all the members of the therapeutic team.

     [Trial Registration: Clincal trials NCT00804817; Deutsche Krebshilfe (DKH), Case number: 107498]

    Additional publications

    Fleischer S, Berg A, Neubert TR, Koller M, Behrens J, Becker R, Horbach A, Radke J, Rothmund M, Kuss O. Structured information during the ICU stay to reduce anxiety: study protocol of a multicenter randomized controlled trial. Trials. 2009 Sep 14;10:84. [NCT00764933]

    Kurztitel

    • InterBALANCE

    Zeitraum

    • Juni 2016 – Mai 2018

    Leitung

    • Dr. med. Franziska Jahn

    Mitarbeiter

    Partner

    • Arbeitsgruppe Supportive Therapie, Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV/UKH (apl. Prof. Dr. Karin Jordan)
    • Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie/UKH (Dr. med. Berit Jordan)
    • Labor für Experimentelle Orthopädie und Sportmedizin/UKH (apl. Prof. Dr. phil. René Schwesig, Dr. phil. Andreas Lauenroth)
    • Department Sportwissenschaft, MLU (Prof. Dr. Andreas Lau)
    • Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Dr. Susanne Unverzagt)

    Förderung

    gefördert im Wilhelm-Roux-Programm (Modul TIF) (FKZ: 30/11).

     

    Projektausführung

    Fünf Rekrutierungskliniken am Universitätsklinikum Halle (Saale)

    • Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV
    • Klinik und Poliklinik für Gynäkologie
    • Universitätsklinik  und Poliklinik für Strahlentherapie
    • Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I
    • Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie

    Zusammenfassung

    Hintergrund

    Die Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN) ist eine häufige Nebenwirkung einer Tumorbehandlung mit neurotoxischen Therapeutika. Die Folgen einer CIPN reichen von Schmerzen, über Funktionsverluste bis zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Höhergradige CIPN kann außerdem dosislimitierend für eine wirksame onkologische Therapie sein. 

    Standardisierte prophylaktische Maßnahmen oder kausale Therapieansätze stehen für die CIPN nicht zur Verfügung. Im Rahmen der nicht medikamentösen Therapie stellt das sensomotorische Training (SMT) eine vielversprechende Option dar, denn insgesamt konnte ein positiver Effekt zur Behandlung der Polyneuropathie unterschiedlicher Genese durch eine Bewegungstherapie belegt werden. Inwiefern ein Training sensorischer Qualitäten und Gleichgewichtstraining zur Prophylaxe dienlich ist, ist derzeit ungeklärt. Es scheint aber sinnvoll, den CIPN bedingten Einschränkungen durch ein gezieltes SMT vorzubeugen um konsekutiv auftretende, zusätzliche motorische Störungen zu minimieren. Das SMT auf dem Wii Balanceboard stellt durch den virtuell-spielerischen Kontext mit einem ständigen visuellen Feedback und einem hohen motivierenden Charakter eine vielversprechende Alternative zum klassischen SMT dar.

    Ziel

    Es soll untersucht werden, ob bei Tumorpatienten mit hohem Risiko für eine CIPN durch ein prophylaktisches sensomotorisches Training im Vergleich zu keiner Prophylaxe die sensorische Polyneuropathie verhindert bzw. ihr Schweregrad reduziert werden kann.

    Design und Methode

    Vorgesehen ist eine dreiarmige, randomisierte, kontrollierte Studie. In fünf Kliniken des UKH werden mindestens 60 geeignete Patienten rekrutiert. Eingeschlossen werden Tumorpatienten mit einem hohen Risiko für CIPN. Ausschlusskriterien sind u.a. eine relevante Störung der Pallästhesie sowie eine vorbestehende PNP. 

    Zur Feststellung der Wirksamkeit der Bewegungstherapie werden die für die Studie definierten Zielgrößen zu drei Messzeitpunkten, vor Interventionsbeginn (Baseline=T1), direkt nach Abschluss der Intervention (T2= Hauptmesszeitpunkt, 12 Wochen nach Baseline) und 4 Wochen nach Abschluss der Intervention (T3, 18 Wochen nach Baseline) erfasst.

    Intervention

    Geeignete Patienten werden zufällig einer von zwei Interventionsgruppen (SMT Standard oder SMT via Wii) sowie der Kontrollgruppe zugeteilt. Patienten beider Interventionsgruppen trainieren über einen Zeitraum von 12 Wochen im UKH zweimal wöchentlich mit einer Dauer von ca. 20 Minuten. Die Kontrollgruppe erhält die Standardversorgung.

    Endpunkte

    Als primärer Outcome-Parameter wurde die CIPN- spezifische Lebensqualität (QLQ-CIPN 20) als Patient reported Outcome ausgewählt. Ergänzend dazu wird, wie von der EORTC empfohlen, die globale Lebensqualität der Krebspatienten über den EORTC QLQ- C30 abgefragt. Die speziellen Parameter einer schmerzhaften Neuropathie werden über den Pain- Detect Fragebogen durch die Betroffenen eingeschätzt.

    Parallel dazu erfolgt eine ausführliche Diagnostik der sensorischen Funktion mit Prüfung der Tiefensensibilität, Ästhesie, Algesie, Alldynie und Thermästhesie und der motorischen Funktion. Hier werden Trophik und Muskeleigenreflexe untersucht und auch Koordinationstests durchgeführt. Motorische und sensible Nervenleitgeschwindigkeit und Elektromyographie komplettieren die neurologische Spezialdiagnostik. Darüber hinaus werden über die Posturographie Körperschwankungen bei der Haltungs- und Gleichgewichtsregulation gemessen.

    Ergebnisse

    Erwartet werden Erkenntnisse zu dem potentiellen Nutzen eines sensomotorischen Trainings zur Prophylaxe der CIPN. Ziel ist der Nachweis einer klinisch relevanten Differenz von 10 Punkten zwischen den Sportinterventionsgruppen und der Kontrollgruppe in der CIPN-bezogene Lebensqualität (EORTC-QLQ-CIPN20).

    Evaluation of the intensified rehabilitation aftercare programme

    Short title

    • IRENA Evaluation

    Period

    • 12/2008 - 11/2011

    Leadership

    • Prof. Dr. Johann Behrens
    • Prof. Dr. Wilfried Mau

    Staff Members

    Institute of Health and Nursing Sciences

    Institute of Rehabilitation Medicine

    Associate partners

    • German Federal Pension Insurance
    • Research Association of Rehabilitation Sciences of Saxony-Anhalt and Thuringia

    Support

    • German Federal Pension Insurance

    Abstract

    Background

    By stabilizing and / or expanding successful therapy during medical rehabilitation and by continuing health-promoting lifestyles, rehab aftercare can make a significant contribution. The intensified rehabilitation aftercare program (IRENA) from the DRV Bund (German Federal Pension Insurance)  represents an important specific aftercare concept, within which complex rehabilitation care services have been provided since 2001as standard procedure for the five therapeutic areas of orthopaedics, cardiology, psychiatric disorders, neurological and metabolic disorders. While the use of this program increases annually by a double-digit growth in the number of participants, neither the initiation processes and recommendation of the IRENA program at the end of the medical rehabilitation nor its implementation aspects have yet been evaluated.

    Purpose

    The purpose of the study is to gain insight into utilization, assessment of the process, acceptance and processes of the aftercare program "Intensive rehabilitation care (IRENA)" and also about the one-year period following the end of the treatment. From this it is hoped to obtain stimuli and suggestions towards optimising the process both internally and externally.    An explicit focus is on the identification of reasons for low utilization especially after cardiac rehabilitation.

    Methods

    The data collection during the study can be divided into three areas:

    1. Analysis of process data of IRENA's basic data and related data of the previous rehabilitation of the German Federal Pension Insurance 
    2. Survey of representatives of orthopaedic and cardiac rehabilitation facilities, partly by doing a full written survey on relevant aspects and partly by obtaining other findings from personal interviews drawn from a sample in both areas of therapy. 
    3. A written survey completed by IRENA participants in orthopaedic and cardiology facilities carried out in two phases (after completion of IRENA and one year later). In addition, the relevant IRENA result documentation and process data from the German Pension Fund will also be used for analysis.

    Expected Results

    Comprehensive findings on referral and provision of the aftercare program IRENA are expected. At the same time, the project provides a wealth of information on the evaluation of the program from the perspectives of the facilities and the patients. These are supplemented by findings concerning the health situation of the participants.
     This leads to the possibility of evaluating the program and its design as well as showing starting points for further development.

    Kurztitel

    • JointConEval

    Zeitraum

    • September 2017 bis August 2020

    Leitung

    • Prof. Dr. Gabriele Meyer
    • Prof. Dr. Martin Müller (FH Rosenheim; Projektkoordinator)
    • Prof. Dr. Ulrich Mansmann (LMU München)

    Mitarbeiterinnen

    Partner

    • Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Rosenheim, Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften
    • Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Fakultät, Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie

    Förderung

    • Bundesministerium für Bildung und Forschung (01GL1706B)

    Studienregistrierung

    • Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS), DRKS-ID: DRKS00015185

    Mehr Details finden Sie hier: https://bewegung-verbindet.de/

    Hintergrund und Ziel

    Gelenkkontrakturen sind häufiges Problem bei gebrechlichen, älteren Menschen und insbesondere bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen. Die infolge von Inaktivität, Fehlbildung, Verletzungen oder Schmerzen entstehenden Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit wirken sich negativ auf die Lebensqualität, die Funktionsfähigkeit und die Selbstständigkeit der Betroffenen aus. 

    Das Projekt JointConEval hat das Ziel der Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit einer Intervention zur Verbesserung von Funktionsfähigkeit und Lebensqualität von älteren Menschen mit Gelenkkontrakturen im Pflegeheim mit dem Schwerpunkt der Verbesserung der sozialen Teilhabe. Das Vorhaben soll eine evidenzbasierte Grundlage zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Gelenkkontrakturen im Pflegeheim liefern.  

    Studiendesign und Methode

    Die Überprüfung der Wirksamkeit der Intervention folgt den methodischen Vorschlägen zur Evaluation komplexer Interventionen des Medical Research Councils. Die in einer Vorstudie entwickelte Intervention wird auf Grundlage der Ergebnisse der Prozessevaluation und ggf. neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet und in einer Cluster-randomisierten kontrollierten Studie in zwei Regionen Deutschlands (Halle/Saale und Rosenheim/München) überprüft. Die Partizipation der Bewohnerinnen und Bewohner als primäres Outcome wird mit der PaArticular Scale erfasst, welche in Vorstudien zum Einsatz bei Patientinnen und Patienten der geriatrischen Pflege mit Gelenkkontrakturen entwickelt wurde. Die Wirksamkeitsprüfung geht mit einer Prozessevaluation und einer gesundheitsökonomischen Evaluation einher.

    Erwartete Ergebnisse

    Wir erwarten eine Verbesserung der Partizipation der Pflegeheimbewohnerinnen und 
     -bewohner mit Gelenkkontrakturen aufgrund der implementierten Intervention. Die evaluierte Intervention soll in einem Handbuch präsentiert und für ein Fortbildungscurriculum aufbereitet werden. 

    Die zu evaluierende Intervention hat das Potential, die an patientenrelevanten Endpunkten gemessene Versorgungsqualität zu verbessern und Effektivitätsgewinne im Gesundheitswesen, insbesondere in der Versorgung älterer Menschen, zu erreichen.

    Stichworte

    Gelenkkontraktur, Pflegeheim, Aktivität und Partizipation

    Kurztitel

    Zeitraum

    • Mai 2014 bis November 2016

    Leitung

    • Prof. Dr. Gabriele Meyer
    • Prof. Dr. Eva Grill (LMU München)
    • Dr. Martin Müller (LMU München)

    Mitarbeiterinnen

    • Katrin Beutner
    • Dr. Susanne Saal
    • Hanna Klingshirn (LMU München)
    • Ralf Strobl (LMU München)

    Partner

    • Ludwig-Maximilians-Universität München

    Förderung

    • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fkz.: 01GY1327B)

    Mehr Details finden Sie hier: JOINTCON-IMPROVE

    Hintergrund und Fragestellung

    Die freie Beweglichkeit der Extremitäten ist eine Voraussetzung für Mobilität und Autonomie im Alter. Gelenkkontrakturen sind Einschränkungen der vollen Beweglichkeit eines Gelenks aufgrund von Fehlbildung, Inaktivität und Schmerzen. Sie stellen häufige Probleme von gebrechlichen älteren Menschen und insbesondere von Bewohnern von Pflegeeinrichtungen da. Trotz ihrer weitreichenden Konsequenzen sind Gelenkkontrakturen sowohl im stationären Setting als auch in der häuslichen Pflege bislang nur wenig untersucht. Vor allem über den Einfluss von Gelenkkontrakturen auf das Wohlbefinden, die Aktivitäten und die soziale Teilhabe älterer Menschen ist wenig bekannt. Da diese Aspekte für die Betroffenen jedoch von besonderer Bedeutung sind, sollten präventive, therapeutische und rehabilitative Interventionen vor allem die kontrakturbedingten Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten und der Teilhabe fokussieren. Interventionen, die lediglich auf die Funktionsverbesserung einzelner Gelenke abzielen, wie Stretching, passive Bewegung oder Lagerung, zeigten bisher nur geringe Effekte. 

    Ziel

    Ziel der Studie ist es, eine multifaktorielle Intervention zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit, insbesondere der sozialen Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität, von älteren Menschen mit Gelenkkontrakturen in Pflegeheimen zu entwickeln und anschließend in einer Pilotstudie hinsichtlich Wirksamkeit und Machbarkeit zu testen.

    Methoden

    Um dieses Ziel zu erreichen, folgt die Studie dem Framework des UK Medical Research Council zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen:

    Schritt 1: Identifikation von Interventionszielen

    Zur Identifikation der Interventionsziele wird ein grafisches Modell erstellt, welches Zusammenhänge und komplexe Interaktionen zwischen einzelnen Variablen herausstellen soll. Die anhand der grafischen Modellierung identifizierten Interventionsziele werden in einem Experten-Delphi-Survey validiert, ggf. ergänzt und einer Priorisierung unterzogen. Um auch die Patientenperspektive zu berücksichtigen, werden die Ergebnisse des Experten-Surveys anschließend in einer Fokusgruppe mit Patienten und ihren Angehörigen diskutiert.

    Schritt 2: Identifikation und Entwicklung der Interventionskomponenten

    Eine systematische Literaturrecherche soll Interventionen, die die im Schritt 1 identifizierten Ziele adressieren, aufzeigen. Die Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche werden nationalen und internationalen Experten vorgelegt, um daraus gemeinsam die potentiellen Interventionsbestandteile zusammenzustellen. Im Anschluss daran wird eine multifaktorielle Intervention zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit, insbesondere der sozialen Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität, von älteren Menschen mit Gelenkkontrakturen in Pflegeheimen entwickelt.

    Schritt 3: Pilotierung der komplexen Intervention 

    In einer Pilotstudie wird die entwickelte Intervention auf ihre Machbarkeit geprüft. Durch die Anwendung entsprechender Ergebnisparameter soll die Schätzung von Effektmaßen für die anschließend geplante Cluster-randomisierte kontrollierte Studie ermöglicht werden.

    Stichworte

    Gelenkkontraktur, Pflegeheim, Aktivität und Partizipation

    Downloads

    Kurztitel

    • KatHI

    Zeitraum

    • 06/2015 - 05/2016

    Leitung

    • Dr. Steffen Fleischer

    Mitarbeiter/-innen

    • Marion Burckhardt, M.Sc GPW
    • Dr. Almuth Berg

    Förderung

    • Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Wilhelm-Roux-Programm)

    Zusammenfassung

    Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen zählen zu den häufigsten nosokomialen Infektionen und bilden deshalb einen klinischen Versorgungsbereich mit hoher Relevanz. Zur Reduktion von Harnwegsinfektionen müssen wirksame Strategien identifiziert, implementiert und evaluiert werden, um einen patientenorientierten und leitliniengerechten Umgang mit Blasenverweilkathetern sicherzustellen.

    Gegenstand des Projektes ist die Erstellung einer Potenzialanalyse zur Prävention von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen bei älteren Menschen im akut-stationären Setting mit dem Ziel, gemäß dem geforderten Vorgehen des UK Medical Research Council eine fundierte Ausgangsbasis im Modeling-Prozess einer komplexen pflegerischen Intervention zu erhalten.

    Die Erstellung der Potenzialanalyse gliedert sich in 3 Module:

    Modul 1:

    Aufbereitung der verfügbaren Evidenz zur Identifikation geeigneter Interventionen zur Reduktion Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen bei älteren Menschen

    methodisches Vorgehen: Scoping Review

    Modul 2: 

    Erhebung grundlegender Daten zur bestehenden Versorgungslage in Deutschland

    methodisches Vorgehen: postalisches Survey

    Modul 3: 

    Identifikation und Begründung von Interventionen und Interventionskomponenten, die einen substantiellen Beitrag für eine Verbesserung der Routineversorgung versprechen

    methodisches Vorgehen: vergleichende Analyse der inhaltlichen und methodischen Ergebnisse des Scoping Reviews (Modul 1) mit der empirischen Datenbasis (Modul 2)

    Somato-psychosocial interdisciplinary care program to improve care for cancer patients with stem cell transplantation (HSCT) - first results of a prospective non-randomized intervention study

    Short title

    • KMT Project

    Period

    • 03/2007 - 02/2010

    Leadership

    • Prof. Dr. Margarete Landenberger (scientific leader)
    • Ingrid Horn (clinical leader)

    Staff members

    Former members 

    • Petra Renz
    • Steffi Oertel
    • Cornelia Baum (Study Nurse)

    Associate partners

      • Institute of Media, Communication and Sports Department. Sports Science
      • Institute of Medical Epidemiology, Biostatistics, and Computer Science, Martin Luther University Halle-Wittenberg
      • University Hospital of Graz (Austria)
      • Ben Gurion University Beer-Sheva (Israel)
      • St. Martin College, University of Lancaster (GB) 
      • Memorial Sloan-Kettering Cancer Center New York (USA)

      Support 

      • Deutsche Krebshilfe, Case No.: 107498 

      Project execution 

      • University Hospital Halle, Medical Faculty, Martin Luther University Halle-Wittenberg

      Abstract

      Objective

      Patients with hematopoietic stem cell transplantation (HSCT) suffer from a range of symptoms including mucositis, fatigue and mobility/activity deficits. This single center prospective non randomized clinical study examined whether an evidence-based interdisciplinary caring program would improve global health status and reduce somatic symptoms in patients with HSCT. 

      Method

      Patients with HSCT, age > 14 years and written informed consent were eligible. The intervention group received modified care consisting of three modules based on counseling and exercise focusing mobility/activity enhancement, prevention of oral mucositis and nutritional support. Control group patients received standard care. Primary endpoint was global HRQoL measured by EORTC QLQ C30 at discharge. Secondary endpoints were symptoms measured by EORTC symptom-scales, physical activity (kcal per week) and use of resources e.g. duration of hospitalization.

      Results

      82 patients participated (control group n=42, intervention group n=37, average age of 52.6 ± 12.7 years, 69.9 % male). Baseline characteristics were balanced between both groups except ECOG-status which was significantly lower for patients of the intervention group (p<0.01). All a priori specified covariates were included in the final regression model. At discharge statistically significant improvement could neither be shown for global health-related quality of life nor physical functioning nor fatigue but specific symptoms like dyspnoea and nausea/emesis were reported being significantly less severe by patients of the intervention group and duration of hospitalization was significantly shorter. Regarding physical activation patients in the intervention group were more active during hospitalization and reported significantly higher satisfaction with counselling concerning means to enhance their activity. However this level of activity was not maintained after discharge. Content analysis of the sports therapists’ records showed that 48% of the patients expressed anxiety and sadness during training sessions while the main obstacle for activity was the physical condition with fever and weakness (48% of the patients).

      Conclusion

      Even though the expected statistically significant improvement of HRQoL could not be achieved by the intervention, some symptoms were reduced and increased activity during hospitalization was achieved. Cost beneficial effects might be achieved by shorter hospitalization periods.

      [Trial Registration: Clincal trials NCT00804817; Deutsche Krebshilfe (DKH), Case number: 107498]

      Publications

      Download 

      Kurztitel

      • LiT

      Zeitraum

      • 07/2015 - 05/2016

      Leitung

      • Dr. Steffen Fleischer

      Mitarbeiter/-innen

      • Astrid Bastian, M.Sc GPW

      Förderung

      • Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Berlin

      Zusammenfassung

      Der Transfer gesundheits- und pflegewissenschaftlicher Evidenz in die Praxis erfolgt meist zufällig und zeitlich stark verzögert. Kein oder ein später Eingang von geprüften Wissensbeständen in die Gesundheitsversorgung ist insofern problematisch, da dadurch Empirie zur Verbesserung der Versorgungssituation und –ergebnisse nicht zu dem Zeitpunkt, ab dem sie zur Verfügung steht, wirksam werden kann. Die Implementierung von Studienergebnissen als zielgerichteter, geplanter Prozess stellt somit einen wichtigen Teil der Versorgungsforschung dar und rückt zunehmend in den Fokus der Pflegewissenschaft. Gegenstand dieses Projektes ist die Erstellung eines Scoping Reviews zur Darstellung von Institutionen in Deutschland und Europa mit Schwerpunkt in der Implementierungsforschung, den bisherigen Implementierungsbestrebungen von Interventionen in Deutschland sowie Modellen zur Förderung des Praxistransfers.

      Die Erstellung der Scoping Reviews gliedert sich in 3 Module:

      Modul 1: 

      Maximal sensitive Datenbankrecherche nach Autoren, die Beiträge zur Implementierungs­forschung publiziert haben. Identifikation von Institutionen über Autorennamen und Eruierung der Forschungsschwerpunkte über die jeweiligen Homepages.

      Modul 2: 

      Systematische Literaturrecherche nach Interventionen, die in den Pflegesettings in Deutschland (quasi-)experimentell durchgeführt wurden und strukturierte Befragung der korrespondierenden Autoren zu den Disseminations- und Implementierungsaktivitäten in Bezug auf ihre Intervention.

      Modul 3:

      Literaturrecherche nach publizierten Rahmenmodellen/Empfehlungen für die Implementierung von (Pflege-)Forschung in die Versorgungspraxis sowie Skizzierung der Modelle und Zusammenstellung methodischer Publikationen zu den Rahmenmodellen/ Empfehlunge

      Kurztitel 

      • MARAH

      Zeitraum

      • Juni 2016 – Mai 2018 

      Leitung

      Mitarbeiter

      Partner

      • Universitätsklinik Halle (Saale), Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
      • Dr. med. Rüdiger Neef
      • Dr. med. Katharina Bolte

      Förderung

      Wilhelm-Roux-Programm zur Nachwuchs- und Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

      Zusammenfassung

      Hintergrund

      Freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM) wie Bettgitter oder Gurte in Stuhl oder Bett werden regelmäßig in deutschen Pflegeeinrichtungen angewendet, obwohl wissenschaftliche Belege für ihre Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Gleichzeitig ist die Anwendung von FEM mit negativen Folgen wie Mobilitätseinschränkungen und verminderten Wohlbefinden für die Patientinnen und Patienten verbunden. Für die stationäre Langzeitpflege liegen bereits verschiedene Studien vor, die Interventionen zur Vermeidung oder Reduktion von FEM entwickelt und evaluiert haben. Für Akutkrankenhäuser stehen solche Studien in Deutschland derzeit noch aus.

      Ziel

      Das Ziel dieser Studie ist die Entwicklung und Pilotierung einer komplexen Intervention zur Vermeidung oder Reduktion von FEM speziell für Akutpflegesettings in Deutschland. 

      Methoden

      Die Intervention wird nach dem Modell zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen des englischen Medical Research Councils (MRC) erstellt. Auf Basis systematischer Literaturrecherchen und in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale) wird eine an die Anforderungen des Zielsettings und der Zielgruppe angepasste Intervention entwickelt und auf Praktikabilität hin überprüft. Anschließend wird die Umsetzbarkeit der Intervention in einer Pilotstudie  untersucht.

      Erwartete Ergebnisse

      Durch die Pilotierung können Hinweise für eine eventuell notwendige Anpassung und Veränderung der Intervention gewonnen werden. Im Anschluss an die Entwicklung und Pilotierung soll die Intervention im Rahmen einer experimentellen Studie auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

      Kurztitel

      • Nachverfolgung von Rehabilitationsempfehlungen

      Zeitraum: 

      • Januar 2019- September 2019

      Kooperationsvorhaben mit dem Institut für Rehabilitationsmedizin

      Leitung (Teilprojekt IGPW)

      Mitarbeiterin

      Förderung

      • GKV-Spitzenverband

      Zusammenfassung

      Hintergrund

      Die bundeseinheitliche Einführung des optimierten Begutachtungsstandards (OBS) zur Beurteilung rehabilitativer Bedarfe im Rahmen der Pflegebegutachtung im Jahr 2015 führte zu einem Anstieg von Rehabilitationsempfehlungen, die Versicherten im Zuge der Beantragung von Pflegeleistungen ausgesprochen wurden. Es hat sich gezeigt, dass etwa 40 % der Versicherten mit einer Rehabilitationsempfehlung einer Antragstellung auf medizinische Rehabilitation zustimmen und insgesamt etwa jede vierte Empfehlung in einer in Anspruch genommenen Rehabilitationsleistung mündet. Vor dem Hintergrund dieses Antrags- und Inanspruchnahmeverhaltens hat der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen das Projekt „Nachverfolgung von Rehabilitationsempfehlungen im Rahmen der Pflegebegutachtung“ in Auftrag gegeben.

      Ziel- und Fragestellung

      Ziel dieses Projektes war es, die Gründe der fehlenden Zustimmung von Versicherten zur Rehabilitationsempfehlung in Folge einer Pflegebegutachtung sowie Gründe des Nichtantritts einer bewilligten Rehabilitationsleistung zu eruieren. Folgende zentrale Forschungsfragen wurden dazu bearbeitet:

      (1) Welche Faktoren beeinflussen, ob die im Rahmen der Pflegebegutachtung ausge-sprochenen Rehabilitationsempfehlungen in einen Antrag auf Leistung zur medizinischen Rehabilitation nach § 14 SGB IX i.V.m. § 31 Abs. 3 SGB XI münden? und

      (2) Welche Faktoren beeinflussen, ob die aus einer Pflegebegutachtung resultierenden, bewilligten Rehabilitationsmaßnahmen tatsächlich vom Versicherten in Anspruch genommen werden?

      Methodik

      Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden leitfadengestützte Experten*inneninterviews mit Gutachter*innen der Medizinischen Dienste, mit Sachbearbeiter*innen und Teamleiter*innen der Pflege- und Krankenkassen sowie mit Pflegeberater*innen der Pflegekassen durchgeführt. Mit Aus-nahme der Gutachter*innen der Medizinischen Dienste, die mehrheitlich persönlich vor Ort interviewt wurden, fanden die Interviews telefonisch statt. Die Datenauswertung erfolgte mithilfe der Analysesoftware MAXQDA nach der Methode der systematischen Textverdichtung.

      Ergebnisse

      Im Zeitraum von April bis Juni 2019 wurden Expert*inneninterviews mit insgesamt 56 Mitarbeiter*innen aus fünf Medizinischen Diensten (n=12), zehn Pflegekassen (n=21) und elf Krankenkassen (n=23) durchgeführt. Für die Zustimmung der Versicherten zur Rehabilitationsempfehlung und damit für die Auslösung eines Antrages auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (Forschungsfrage 1) spielen aus Sicht der Prozessakteur*innen neben soziodemografischen und persönlichkeitsbezogenen Merkmalen sowie gesundheitlichen und finanziellen Aspekten insbesondere rehabilitationsbezogene Erwartungen, Ängste und Präferenzen der Versicherten eine Rolle. Versichertenseitige Wünsche beziehen sich dabei vor allem auf die Rehabilitationsform, eine bestimmte Klinik, den Ort bzw. die Region, eine Begleitperson oder die Verfügbarkeit von Einzelzimmern. Ebenfalls von Bedeutung sind die häusliche Bindung der Versicherten und die Unterstützung ihres sozialen Netzwerks. Einflussfaktoren einer Antragsauslösung, die sich aus dem Bearbeitungsverfahren ergeben, beziehen sich im Wesentlichen auf die unzureichende rehabilitationsbezogene Information und Beratung der Versicherten entlang des gesamten Leistungsprozesses sowie die Einbindung in den Entscheidungsprozess. 

      Einflussfaktoren auf die tatsächliche Inanspruchnahme bewilligter medizinischer Rehabilitationsleistungen (Forschungsfrage 2) sehen die Prozessakteur*innen vor allem in einem zwischenzeitlich veränderten, insbesondere (akut) verschlechterten Gesundheitszustand der Versicherten sowie in Diskrepanzen zwischen den bewilligten Rehabilitationsleistungen und den rehabilitationsbezogenen Wünschen der Versicherten. Zu diesem Zeitpunkt können auch verfahrensseitige Faktoren dazu führen, dass Diskrepanzen entstehen und nicht aufgelöst werden können. Darüber hinaus haben Angehörige offenbar einen großen Einfluss auf die Entscheidung der Versicherten eine Rehabilitation in Anspruch zu nehmen.

      Schlussfolgerungen

      Die generierten Hypothesen zu Versichertenmotiven der (Nicht-)Inanspruchnahme empfohlener Rehabilitationsleistungen sowie zu verfahrensseitigen Einflussfaktoren dienen als Grundlage für Empfehlungen, um die Begutachtungs- und Beratungsprozesse bei Versicherten mit einer Rehabilitationsindikation gezielter adressieren zu können. Zusätzlich sind auch verfahrensexterne Aspekte wie eine nicht flächendeckend verfügbare rehabilitative Angebotsstruktur für die betrachtete Zielgruppe zu berücksichtigen.

      Abschlussbericht (pdf Download 1,11 MB)

      Online survey of the Early Help Networks in the state of Saxony-Anhalt

      Short title

      Early Help Networks

      Period

      08/2013 - 12/2013

      Leadership

      Prof. Dr. Gabriele Meyer/  Prof. Dr. phil. habil. Johann Behrens 
      Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät, 
      Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
      Magdeburger Str. 8
      06112 Halle/Saale

      Prof. Dr. med. Dieter Körholz 
      Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
      Universitätsklinikum Halle (Saale)
      Ernst-Grube-Straße 40
      06120 Halle/Saale            

      Staff members

      • Elke Mattern MSc 
      • Dr. rer. medic. Steffen Fleischer 
      • Dr. rer. medic. Gertrud M. Ayerle 
      • OA Dr. med. Daniel Clauß

      Contacts

      • elke.mattern(at)medizin.uni-halle.de
      • steffen.fleischer(at)medizin.uni-halle.de
      • daniel.clauss(at)uk-halle.de

      Partners (enquired)

      • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V (Sachsen-Anhalt)
      • Berufsverband der Frauenärzte e.V. (Sachsen-Anhalt)
      • Deutscher Hebammenverband e.V. 
      • Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.
      • Ärztekammer Sachsen-Anhalt
      • Kassenärztliche Vereinigung

      Support

      Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt
      Zentrum „Frühe Hilfen für Familien“
      Turmschanzenstraße 25
      39114 Magdeburg

      Ansprechpartnerin: Frau Ilona Oesterhaus
      Tel.: 0391 567 4037; Fax: 0391 567 4035
      E-Mail: Ilona.Oesterhaus(at)ms.sachsen-anhalt.de

      Abstract

      Background

      Little is known – neither in the Federal Republic nor in Saxony-Anhalt – about the experiences and demands of registered paediatricians, gynaecologists, general practitioners or independent midwives with regard to cooperating in the field of Early Help, particularly in the local Child Protection Agencies, in the state of Saxony-Anhalt. Neither has much research been done on this subject.

      Based on information provided by 13 network coordinators in Saxony-Anhalt, it has been observed that a quantitative change in the network participation of paediatricians from 23% (2012) to 85% (2013) has taken place. The network participation of gynaecologists rose from 0% to 15% during this time. Reports about the participation of general practitioners showed an increase from 15% to 31% and that of midwives from 23% to 54% during the same period (Oesterhaus & Christoph, 2013). These professions are increasingly being included in structural concepts, but the factors and framework conditions which could promote and enable this are unknown.

      Purpose

      Survey of the perceptions of registered paediatricians, gynaecologists, general practitioners and independent midwives towards being (potential) cooperation partners in the local or regional Early Help Networks.

      Reasearch questions

        • What do registered paediatricians, gynaecologists, general practitioners and independent midwives in Saxony-Anhalt think about a multi-disciplinary and multi-professional cooperation in the local or regional Early Help Networks?
        • Seen from the point of view of paediatricians, gynaecologists, and independent midwives registered in Saxony-Anhalt, what structural requirements are necessary in order to contribute actively to the Early Help system?
        • How have the paediatricians, gynaecologists, general practitioners and independent midwives registered in Saxony-Anhalt cooperated with other professionals and Early Help protagonists in the past?
        • What practical forms of cooperation (in the local or regional Early Help Networks) have proved successful from the point of view of registered paediatricians, gynaecologists, general practitioners and independent midwives?
        • What suggestions do registered paediatricians, gynaecologists, general practitioners and independent midwives have for practical forms of cooperation that could relieve them particularly in their daily praxis work?

          Method

          A cross-sectional survey of the targeted groups in Saxony-Anhalt will be conducted during September and October 2013:

          • Registered paediatricians n = 194 (GBE_Bund, 2012)
          • Registered gynaecologists n = 323 (GBE-Bund, 2012)
          • General practitioners n = 1,680 (GBE-Bund, 2012)
          • Professional midwives n = approx. 320 (Landeshebammenverband Saxony-Anhalt)

          Result

          The Ministry for Labour and Social Affairs in Saxony-Anhalt will receive a report, comprising the structured results of the online survey and the main statements realised. Based on this report, recommendations will be set up for involving and integrating the registered paediatricians, gynaecologists, general practitioners and independent midwives in the local or regional networks.

          Literature

          • Baur, N & Florian. M. J. (2009). Stichprobenprobleme bei Online-Umfragen. In N. Jackob, H. Schoen  & T. Zerback (Hrsg.), Sozialforschung im Internet Methodologie und Praxis der Online-Befragung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
          • Bosnjak, M. & Batinic, B. (2002). Understanding the Willingness to Participate in Online Surveys. The Case of E-mail Questionnaires. In B. Batinic, U.-D. Reips, & M. Bosnjak, (Hg.), Online Social Sciences. Seattle et al., S. 81-92.
          • Couper, Mick & Coutts, E. (2006). Online Befragung. Probleme und Chancen verschiedener Online-Erhebungen. In A. Diekmann (Hrsg.) (2006), Methoden der Sozialforschung. Wiesbaden, S. 217-243.
          • Dillman, D.A. (2000): Mail and Internet Surveys. The Tailored Design Method. New York: John Wiley & Sons.
          • Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) (2013). Frühe Hilfen – Vernetzung lokaler Ange-bote mit vertragsärztlichen Qualitätszirkeln. www.kvbawue.de/praxisalltag/qualitaetssicherung/fruehe_hilfen/ (Stand: 25.6.2013)
          • Luderer, C., Ayerle, G. M. & Behrens, J. (2010). FrühStart: Exemplarische Klientinnenpfade und Bruchstellen im System Frühe Hilfen. In Renner, I., Sann, A. & Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.), Forschung und Praxisentwicklung Früher Hilfen: Modellprojekte begleitet vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (S. 222-240). Köln: BZgA.
          • Oesterhaus, I. &  Christoph, M. E. (2013). Regelhafter Ausbau Frühe Hilfen aus Sicht des Landes Sachsen-Anhalt. Landeskoordinierungsstelle im Zentrum „Frühe Hilfen für Familien“ im Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt (Vortrag anlässlich des 18. Kongresses Armut und Gesundheit "Brücken bauen zwischen Wissen und Handeln - Strategien der Gesundheitsförderung" am 6. und 7.3.2013 in Berlin). www.fruehehilfen.de/fileadmin/user_upload/fruehehilfen.de/downloads/Regelhafter_Ausbau_Sachsen-Anhalt.pdf (Stand: 24.7.2013)

          Nursing Leadership Educational Program for Doctoral and Postdoctoral Nurses

          Short title

          • NurseLead

          Project period

          • September 2017 - August 2020

          Project leader

          Project implementation

          Project partner

          • University of Iceland (coordinator), University Medical Center Utrecht, Escola Superior de Enfermagem de Lisboa, University of Turku, Vilnius University
          • Elevate - online platform

          Funding

          • Erasmus Programm (Erasmus+ strategic partnership for higher education)

          Summary

          The objectives of the project are 

          •  to stimulate the future generation of leaders in nursing education and research who encourage and foster high performing, education research environments, supportive and collaborative research output;  
          •  to train and educate postdoctoral nurses who will be qualified for professorships and doctoral students and thereby to focus on high quality education and research, as shown by substantial achievement in education, research, international collaboration impacting patients, families and  communities within Europe. 

          Project contents

          • The project will develop:
          • Two blended learning modules for postdoctoral nurses and doctoral students
          • Online community and website 
          • Competency profile for nursing leaders
          • Massive Open Online Course (MOOC)
          • Assessment using research conducted throughout the project resulting in publications
          • Business model and sustainability plan

          Non-physician health care providers for the treatment and care of the chronically ill (focusing on Disease-Management-Program diagnoses) - creating a literature-based expertise

          Short title

          • NÄP-DMP

          Period

          • 01/2007 - 06/2007

          Leadership

          Staff members

          Support

          • Federal Association of the AOK (Health insurance fund)

          Kurztitel

          Zeitraum

          • 05/2014 - 04/2015

          Leitung

          • Dr. Susanne Saal

          Mitarbeiter

          • Melanie Müller
          • Wissenschaftliche Hilfskräfte

          Partner

          • OA Dr. med. Tobias Müller, Oberarzt der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Halle
          • PD Dr. med. habil. Kai Wohlfarth, Direktor der Klinik für Neurologie, BG-Kliniken Bergmannstrost
          • Prof. Dr. med. Farsin Hamzei, Chefarzt der Neurologie, Moritz Klinik GmbH & CO. KG Bad Klosterlausnitz
          • Dr. med. Carsten Clewing, Chefarzt der Neurologie, Saale Reha-Klinikum Bad Kösen, Klinik II

          Förderung

          • Martin-Luther-Universität, Medizinische Fakultät, Nachwuchsförderung (NWF) der Wilhelm-Roux-Förderung

          Zusammenfassung

          Hintergrund und Fragestellung

          Die Rückkehr nach Hause ist für viele Menschen nach Schlaganfall und deren Familien mit Ungewissheit und der Sorge verbunden, wie sich der Alltag mit der Krankheit bewältigen lässt und wie es mit notwendigen Therapien weitergeht. Die Schnittstelle zwischen stationärer Therapie und nachfolgender ambulanter Weiterbehandlung von Schlaganfallerkrankten wird sowohl aus Perspektive von Patienten, stationären Behandlern als auch durch niedergelassene Hausärzte, Physio- und Ergotherapeuten derzeit als nicht zufriedenstellend angesehen.  

          Ziel

          Die Studie hat das Ziel, Ursachen für die aktuellen Tendenzen der Fehlversorgung mit ambulanten Therapieleistungen zu Beginn der ambulanten Gesundheitsversorgung zu identifizieren und mögliche Maßnahmen einer optimierten Therapieüberleitung systematisch zu beschreiben. In einem zweiten Schritt soll darauf aufbauend eine Intervention zur Verbesserung der Therapieüberleitung modelliert werden. 

          Methoden

          Eine systematische Literaturrecherche und -analyse ermittelt in einem ersten Schritt (potentiell) wirksame Maßnahmen der Therapieüberleitung. In Experteninterviews werden mit Ärzten als auch im Rahmen von Gruppendiskussionen mit weiteren beteiligten Therapieberufen wie Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden Erfahrungen zu begünstigenden Faktoren und Barrieren der Therapieüberleitung sowie der ambulanten Heilmittelversorgung identifiziert. Zur Beschreibung von Versorgungsverläufen in den Versorgungspfaden „Entlassung aus der Akutklinik in die Häuslichkeit“ bzw. „Entlassung aus der medizinischen Rehabilitation in die Häuslichkeit“ erfolgt eine standardisierte mündliche Befragung von 360 Schlaganfallpatienten bei denen ein fortgesetzter Therapiebedarf besteht. 

          Stichworte

          • Versorgungsforschung
          • Therapieüberleitung 
          • Schlaganfall

          Optimization of Patient Transition from Acute Care to Rehabilitation OPTIREHA

          Title

          OPTIREHA

          Duration

          • 11/2013-12/2015

          Funding

          • Wilhelm-Roux-Program (Support Code: 27/11)

          Administrative Coordination

          • Dr. rer. medic. Patrick Jahn (Dipl. PGW), Leiter Pflegeforschung und Entwicklung, Universitätsklinikum Halle

          Scientific Coordination

          Staff members

          • Dr. med. Heike Schmidt 
          • Dipl. PGW Katrin Beutner

          Cooperating centers

          • University Hospital Halle Saale, Department of Radiation Oncology
          • University Hospital Halle Saale Department of Internal Medicine Hematology
          • University Hospital Halle Saale, Department of Gynecology 
          • University clinic Freiburg Department of Internal Medicine 1

          Abstract

           

          Background: Rehabilitation for cancer patients aims to achieve improvement of reintegration, participation and quality of life. To reach these objectives patient transition from primary care to rehabilitation should be based on comprehensive trans-sectoral flow of information regarding patients’ individual condition and needs.

          Objective: The multi-centre pilot-study aims to develop and pilot-test a modular assessment tool based on standard nursing assessments and ICF criteria in order to optimize patient transition between acute care and rehabilitation. 

          Method: Analysis of exemplary patient records and structured survey of health care professionals (HCP) with respect to care transition resulted in suggested optimization measures that were consented (Delphi-survey) and pilot-tested in 4 centers in order to obtain first results regarding feasibility and acceptance.

          Results: Analysis of patient records (n=12), and HCP questionnaires (n=13) in 3 centres showed insufficient assessment, documentation and communication of functional impairments and partly insufficient patient information. Standardized patient-information and an assessment tool based on nurse routine documentation and ICF criteria were developed. This OPTIREHA-Assessment comprises documentation of psychosocial aspects including information about patient related barriers and resources, assessment of functional impairments, special nursing needs and “red flags” indicating critical medical conditions demanding direct communication with the rehabilitation clinic. The pilot-testing showed reasonable time frames for completing the OPTIREHA-Assessment: Max. 5 min. were needed for summarizing existing data; max. 10 min. were needed if the assessment was completed in more than one go. Rehabilitation experts valued the information summarized in the OPTIRTEHA-Assessment.

          Conclusion: First results indicate feasibility and possible benefit of the OPTIREHA-Assessment. 

          Participative Rehabilitation in Stroke Patients (PaReSiS)

          Short title

          • PaReSiS

          Period

          • 04/2008- 03/2011

          Leadership

          Institute of Health and Nursing Sciences:

          University Clinic of Neurology:

          • Prof. Dr. med. Stephan Zierz
          • Dr. med. Tobias Müller

          Institute of Medical Epidemiology, Biostatistics and Computer Science:

          • Prof. Dr. med. Andreas Stang MPH
          • Dr. sc. Hum. Oliver Kuss

          Staff members

          Associate partners

          • Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt
          • Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

          Support

          • BMBF (German Federal Ministry of Education and Research) as part of the research program "Patient-oriented research, patient orientation and chronic diseases"

          Abstract

          Background

          Previous research regarding the perspectives of both patients and those undergoing rehabilitation following a stroke has shown a very mixed picture, particularly in the phase following rehabilitation (i.e. after-care) and on returning to everyday life and work (see Zimmermann et al. 2006). Although in some cases consecutive therapy does not always take place in spite of persisting impairment, other rehabilitants receive continual therapeutic care and assistance provided at their work place, which can be utilised for their rehabilitation. Family members and their family doctor often support them. However, there are consistent reports on the difficulties encountered with all the health insurance authorities before the necessary measures are granted.

          Question

          The project deals with the question of whether and to what extent a successful rehabilitation process following a stroke can be controlled by integrated, patient-oriented care management during the ambulatory after-care period. The focus lies particularly on how the rehabilitation process is planned for the time after discharge from the acute care facility (stroke unit) and on the in-patient and outpatient rehabilitation treatment offered. 

          Method

          The survey is designed as a controlled experimental study. The intervention program is offered to a random group of stroke patients. To ensure the validity of the instruments used, including the intervention, a sample for a qualitative interview is selected from both the intervention group and the control group.

          Sample

          The sample is selected from among patients of the Neurological Clinic at the University Clinic Halle, comprising of men and women over 18 years old suffering from an acute stroke (first stroke, ischaemic or haemorrhagic) and with corresponding diagnoses of ICD-10 161 and 163. Further inclusion criteria are main residence in the federal states of Saxony-Anhalt, Saxony or Thüringen and the ability to speak German.

          Patients with reinfarction, alcoholism, NIHSS>25, homelessness (unable to be reached) or who have died in the clinic were excluded. Participants of both the intervention group and the control group were included in the qualitative part of the study.

          Intervention

          During the course of the intervention various access paths are used for the after-care rehabilitation process management:

          1. Information letters for the patients
          2. Internet portal
          3. After-care via telephone and hotline
          4. Central information meetings for patients and relatives
          5. Individual counselling for patients and relatives
          6. Mobile rehabilitation management (home visiting)

          Thus, patients and their relatives have a choice, not only of controlling the amount of professional support but also of choosing between the various information possibilities.

          Expected results

          It is expected that the participants in the intervention group will differentiate significantly from those in the control group with regard to the main outcome of physical functionality.

          Kurztitel 

          • PEKo

          Zeitraum

          • Oktober 2018 bis September 2020

          Leitung

          Mitarbeiter/innen

          Partner

          • Universität zu Lübeck
          • Hochschule Fulda

           Förderung

          • Techniker Krankenkasse 

          Zusammenfassung 

          Gewalt gegenüber pflegebedürftigen Personen, aber auch gegenüber Pflegenden, ist für stationäre Pflegeeinrichtungen berichtet. Mit dem Projekt PEKo-Partizipative Entwicklung und Evaluation eines multi-modalen Konzeptes zur Gewaltprävention in stationären Pflegeeinrichtungen werden Mitarbeitende in Pflegeheimen für das Thema der Gewaltprävention sensibilisiert. Mit einem partizipativen Ansatz werden Interventionen zur Vermeidung von Gewalt entwickelt, implementiert und wissenschaftlich evaluiert.

          Hintergrund 

          Gewalt gegenüber älteren Menschen wird von der WHO als einmalige bzw. wiederholte Handlung aber auch Unterlassung gebotener Handlungen definiert, die bei den betroffenen Personen zu Schaden oder Leid führen können. Unterschiedliche Wahrnehmung von Gewalt und die Tabuisierung des Themas lassen auf eine Dunkelziffer in der Berichterstattung von Gewaltereignissen schließen. Die Förderung von Gewaltprävention in Pflegeeinrichtungen ist einer der Schwerpunkte der Präventionsleistungen der Pflegekassen. Dabei sollen unter der Beteiligung der pflegebedürftigen Personen und der Einrichtungen Vorschläge zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation entwickelt und umgesetzt werden.

          Ziel 

          Ziel des Projektes PEKo ist die Entwicklung eines nachhaltigen Gewaltpräventionskonzeptes in den teilnehmenden Einrichtungen. Leitende Grundprinzipien sind Transparenz und Partizipation, systematisches Vorgehen und nachhaltige Einbindung in die Einrichtungsstrukturen.

          Intervention

          • Auftaktveranstaltungen in den teilnehmenden Einrichtungen
          • Festlegen eines/einer PEKo-Beauftragten pro teilnehmende Einrichtung
          • Bildung eines einrichtungsinternen PEKo-Teams
          • Bildung eines einrichtungsübergreifenden PEKo-Zirkels
          • Strukturierte Befragung von Mitarbeitenden als Baseline-, Zwischen- und Abschlusserhebung 
          • Durchführen monatlicher PEKo-Treffen in den Einrichtungen
          • Durchführen quartalsweiser, einrichtungsübergreifender PEKo-Zirkel 
          • Entwickeln, Evaluieren und Anpassen von einrichtungsspezifischen Interventionen und Handlungsleitlinien 
          • Entwickeln einer Kultur des lösungsorientierten Bearbeitens von berichteten Gewaltereignissen in den Einrichtungen 
          • Entwickeln und Anwenden eines einrichtungsspezifischen Schulungskonzeptes
          • Beratungsangebot der Projektmitarbeiter/innen für die PEKo-Beauftragten und die PEKo-Teams

          Evaluation

          Datenquellen der wissenschaftlichen Evaluation sind:

          • Daten aus den standardisierten Befragungen zu den Zeitpunkten T0, T1 und T2
          • Dokumentationen von Gewaltereignissen
          • Beobachtungs- bzw. Erinnerungsprotokolle der PEKo-Treffen und PEKo-Zirkel
          • Daten aus strukturierten Befragungen zur Lebensqualität von Bewohner/innen
          • Fokusgruppeninterviews mit Bewohnern (alternativ Bewohnervertreter/innen), Angehörigen und Mitarbeitenden zur Gewaltkultur in den Einrichtungen 
          • Fokusgruppeninterviews zur Prozessevaluation mit den PEKo-Beauftragten, Mitarbeitenden in den PEKo-Teams und leitenden Mitarbeitenden.

          Kurztitel

          • Pflegedoku

          Zeitraum

          • 01/2014 - 09/2015

          Leitung

          • Prof. Dr. Johann Behrens

          Mitarbeiter

          • Dr. Steffen Fleischer

          Partner

          • Hochschule für angewandte Wissenschaften München (Prof. Astrid Herold-Majumdar)
          • Evangelische Hochschule Freiburg (Prof. Thomas Klie)
          • Institut für Qualitätssicherung in der Pflege e.V. (Dr. Thomas Carey)

          Förderung

          • Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP)

          Zusammenfassung

          Literaturstudie mit Darlegung des aktuellen Literatur- und Forschungsstandes, bei der folgende Themenbereiche und Fragestellungen berücksichtigt werden:

          1. Das Dokumentationsmindestmaß in der stationären Altenpflege aus pflegewissenschaftlicher Sicht

          • Welche Inhalte sind aus professioneller (pflegefachlicher) Sicht tatsächlich zu dokumentieren?
          • Ausgangspunkt sind aktuelle Erkenntnisse der nationalen und internationalen Pflegewissenschaft.
          • In welchem Umfang sind die jeweiligen Inhalte zu dokumentieren?

          2. Das Dokumentationsmindestmaß in der stationären Altenpflege aus juristischer Sicht, wobei nur die Rechtslage in Deutschland berücksichtigt wird:

          • Welche pflegerischen Dokumentationen sind aus gesetzlichen Gründen erforderlich?
          • Welche pflegerischen Dokumentationen sind aufgrund der aktuellen Rechtsprechung im Rahmen des Haftungsrechtes, Strafrechtes, Leistungsrecht und Ordnungsrecht erforderlich? (Zu berücksichtigen ist hierbei insbesondere: „nicht alles was aufgeschrieben wird, wurde auch durchgeführt. Problematik: „Schein-Rechtssicherheit“)
          • In welchem Umfang sind die jeweiligen Inhalte zu dokumentieren?
          • Zu berücksichtigen ist nur die Rechtslage in Deutschland

          3. Das Dokumentationsmindestmaß in der stationären Altenpflege aus pflegepraktischer Sicht, wobei nur die nationalen Erkenntnisse berücksichtigt werden:

          • Welche dokumentierten Inhalte sind für eine Pflegeeinrichtung  zur reibungslosen Durchführung der Pflege erforderlich?
          • Anforderungen an eine Pflegedokumentation, welche ein effizientes Arbeiten ermöglichen, sind zu belegen.
          • In welchem Umfang sind die jeweiligen Inhalte zu dokumentieren?

          Reduction of chemotherapy-induced anorexia, nausea, and emesis through a structured nursing intervention: a cluster-randomized multicentre trial

          Short title

          • Nursing intervention cancer patients - BMBF-P4: Cluster-RCT

          Period

          • 02/2004 - 01/2007

          Leadership

          • Prof. Dr. Margarete Landenberger
          • Anette Thoke-Colberg
          • Ingrid Horn

          Staff members

          • Petra Renz
          • Patrick Jahn
          • Ene Kukk

          Associate partners 

          • Institute of Medical Epidemiology, Biostatistics, and Computer Science, Martin Luther University Halle-Wittenberg
          • University Hospital of Graz (Austria)
          • Ben Gurion University Beer-Sheva (Israel)
          • St. Martin College, University of Lancaster (GB)
          • Memorial Sloan-Kettering Cancer Center New York (USA)

          Project execution 

          • Hospital “rechts der Isar”, Technical University Munich,
          • University Hospital Halle-Wittenberg
          • Medical Faculty of the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg

          Support 

          • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderkennzeichen 01GT0301

          Abstract

          Background

          Following cardiovascular diseases, haematologic-oncological illnesses are with around 30% in second place on the list of mortalities in Germany, According to surveys, anorexia, nausea and emesis (ANE) are severe and frequent side effects of chemotherapy with major impact on quality of life and functioning of cancer patients (Berger, 2001; Foubert, 2005; Ihbe-Heffinger, 2004). A further growing problem is the growing knowledge gap and the lack of communication. Therefore, this trial evaluates Self Care Improvement through Oncology Nursing - SCION program to reduce distressing ANE in cancer patients undergoing chemotherapy. 

          Question

          Is it possible to reduce ANE considerably in cancer patients receiving moderate to high emetogenic chemotherapy if a structured and evidence-based care intervention is used instead of standard nursing methods in clinics?

          Methods

          Design: Cluster-randomised controlled multicentred study in cancer wards and day clinics (randomised units).

          Setting: 14 cancer wards and day clinics at two German university hospitals.

          Participants: 208 patients receiving moderate to high emetogenic chemotherapy. 

          Main outcome

          Reduction of ANE induced by chemotherapy, assessed by Common Terminology Criteria for adverse events (CTCAE Version 3.0)

          Intervention

          Based on a special assessment for chemotherapy-induced ANE (Stukenkemper, 2006), patients received an intervention consisting of 4 modules: information brochures and advisory consultation (Book et al., 2007), involvement in the anti-emetica prophylaxis (Jahn, 2006), nutrition counselling (Renz, 2007) and relaxation. The intervention was structured according to the care procedure and conformed with the NANDA-NOC-NIC classification system.

          Results

          When compared with standard nursing in clinics, the structured intervention did not result in a considerable reduction of ANE in cancer patients with moderate to high emetogenic chemotherapy. The mean difference in the control group was 0.68 points (95%CI -0.72 to 2.07; p=”0.23”) higher on the CTCAE Scale. With regard to self-care activity for reducing ANE, the patients in the control group performed 2.76 actions less (95%CI -8.83 to 3.31; p=”0.23”). No differences were noted regarding the patients’ knowledge of the side effects of chemotherapy and effective self-care measures or their self-care competence. The health-related quality of life was significantly better (9.36 points) for the patients in the control group (95%CI 2.13 to 16.58; p=”0.01”).

          Discussion 

          Contrary to our expectations, the structured self-care intervention did not result in a significant reduction of the ANE intensity in the intervention group, caused by the low incidence of ANE in both the control group and the intervention group at the start of the study. The significantly reduced  quality of life in the intervention group requires further investigation. 

          Publications

          • Berger, A. M., Clark-Snow, R.A. (2001). Nausea and vomiting. In V. T. DeVita, Hellman, S., Rosenberg, S.A. (Ed.), Cancer: Principles and practice of oncology (Vol. 6, pp. 2869-2880). Philadelphia: Lippincott Williams & Wilkins.
          • Book, K., Landenberger, M., Stukenkemper, J., Renz, P., Jahn, P., Horn, I., et al. (2007). Information und Beratung für Patienten mit chemotherapiebedingten Nebenwirkungen: Eine evidenzbasierte pflegerische Praxisleitlinie. PrInterNet [im Erscheinen], Im Peer-Review-Verfahren.
          • Foubert, J., Vaessen, G. (2005). Nausea: The neglected symptom? European Journal of Oncology Nursing(9), 21-32.
          • Ihbe-Heffinger, A., Ehlken, B., Bernard, R., Berger, K., Peschel, C., Eichler, H.G., Deuson, R., Thodtmann, J., Lordick, F. (2004). The impact of delayed chemotherapy-induced nausea and vomiting on patients, health resource utilization and costs in german cancer centers. Annals of Oncology, 15(3), 526-536.
          • Jahn, P., Landenberger, M., Renz. P., Horn, I., Thoke-Colberg, A., Stukenkemper, J., Höhne, J. (2006). Pflegerische Mitwirkung bei der Antiemetika-Medikation für Patienten mit chemotherapie-bedingten Beschwerden: Evidenzbasierung einer pflegerisch-interdisziplinären Praxisleitlinie. PrInterNet [im Erscheinen]
          • Renz, P., Landenberger, M., Knerr, A., Bernd, U., Horn, I., Thoke-Colberg, A., Stukenkemper, J. (2007). Ernährung/-sberatung für Patienten mit chemotherapie-bedingten Beschwerden: Vorarbeit für eine evidenz-basierte pflegerisch-interdisziplinäre Praxisleitlinie. PrInterNet (1), 5-13.
          • Stukenkemper, J., Pröbstl, A., Lasic, G., Feistl, M., Nothdurft, I., Landenberger, M., Horn, I., Thoke-Colberg, A. (2006). Wissenschaftlich gestützte Pflegebedarfserhebung mittels eines pflegerischen Assessmentinstruments und dessen Nutzung in der Onkologie [unveröffentlicht]. Retrieved 16.03.2007, from http://www.printernet.info/pf06/pdf/ Stukenkemper.pdf.

          Improvement of pain-related self-management for oncology patients through a trans-institutional modular nursing intervention: a cluster randomized multicentre trial

          Short title

          • Nursing intervention oncological patients with persistent pain - BMBF-T3: Cluster-RCT

          Period

          • 02/2007 - 05/2011

          Leadership

          • Prof. Dr. Margarete Landenberger
          • Ingrid Horn
          • Anette Thoke-Colberg

          Staff members

          • Petra Renz
          • Dr. Patrick Jahn
          • Ene Kukk

          Associate partners

          • Institute of Medical Epidemiology, Biostatistics, and Computer Science, Martin Luther University Halle-Wittenberg
          • University Hospital Graz (Österreich)
          • Ben Gurion University Beer-Sheva (Israel)
          • St. Martin College, University of Lancaster (GB)
          • Memorial Sloan-Kettering Cancer Center New York (USA) 

          Project execution

          • Hospital “rechts der Isar”, Technical University Munich,
          • University Hospital Halle-Wittenberg, Medical Faculty of the Martin Luther University Halle-Wittenberg

          Support

          • German Federal Ministry of Education and Research (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF)

          Abstract

          Background

          The prevalence rate of tumour-related pain varies greatly between the type of pain (nociceptive, neuropathic), the causal tumour disease and the population observed. German studiesd show a prevalence rate of 30-92% for pain due to gastrointestinal, bronchial and breast carcinomas (Petzke, Radbruch, Zec h, Loick, & Grond, 1999). By 85% of the oncology patients this pain is caused by the tumour (compression or infiltration of tissue susceptible to pain), by 17% the pain was caused by the treatment (radiation or chemotherapy, operation) and by 7% of the patients the pain occurred either in connection with the tumour disease (obstipation, decubitus) or it came from diseases or treatment not connected with a tumour (e.g. migraine) (Grond, Zech, Diefenbach, Radbruch & Lehmann, 1996).

          The persistent pain experienced by cancer patients is a many-sided problem and requires a multi-disciplinary approach and cooperation between various professions (medical, nursing, psychology, spiritual welfare).  Controlling the pain of cancer patients is an important objective because oncological diseases normally have long progressions and, even with good chances of recovery, poses a major burden that is increased by persistent pain. For this reason it is important to strengthen the patient’s everyday competence so that by using self-management he is able to break out of the vicious circle of anxiety – pain – anxiety – loss of everyday competence – increased anxiety – depression (O’Donnell, 2004; Owen, 1990; Theobald, 2004). It is intended to stabilize the patient’s communication competence, which he learned on the ward, by applying a structured interdisciplinary care intervention with a multi-facility approach.

          Question

          Is it possible to alleviate the persistent pain experienced by cancer patients in the hospitalised phase as well as in the after-care phase by means of a structured, evidence-based, interdisciplinary care intervention consisting of several modules?

          Methods

          Design: Cluster randomised controlled multicentred study on cancer wards and in day clinics (randomised units).

          Setting: 16 cancer wards and day clinics at two German university hospitals.

          Participants: 240 patients with diagnosed malignancy (ICD-10 Category C: malignant new growth), persistent pain (longer than 3 days) and with a pain intensity of at least 30/100 mm on the Numeric Rating Scale (NRS).

          Main outcome: Reduction of the average pain intensity using the 11-stage NRS (0-100mm). Comparison of the control and intervention groups 7 days after discharge.

          Intervention: Consisting of the following modules: information brochures and advisory consultation, nursing/interdisciplinary cooperation in the pharmacological and non-pharmacological pain management, discharge management/after-care. A preceding assessment by the nursing staff is required in order to evaluate the care required by the patient as well as his/her resources and to prepare discharge management. The intervention was structured according to the care procedure and conformed with the NANDA-NOC-NIC classification system.

          Results

          SCION-PAIN program resulted in a significant reduction of patient related barriers to pain management one week after discharge from hospital: mean difference on BQII was 0.49 pts (95%CI, -0.87 pts. to -0.12 pts; P=0.02). The opened attitude enabled reduced pain intensity, improved adherence and HRQoL. 

          Conclusion

          This trial reveals the positive impact of an educational intervention to improve patients’ self-management of cancer pain and reduce care transition related problems. 

          ClinicalTrials NCT00779597

          Publications

          Download 

          Kurztitel 

          • Pflege im Quartier

          Zeitraum 

          •  15. Nov. 2018 – 14. Nov. 2019

          Leitung

          Mitarbeiter: 

          Förderung: 

          • Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. an der Martin-Luther-Universität

          Zusammenfassung:

          Die Lebenssituationen, insbesondere von älteren und pflegebedürftigen Menschen, gestalten sich in Städten und Gemeinden sehr differenziert und erfordern spezielle Betrachtungsweisen. Im Vordergrund stehen der Erhalt der Selbstständigkeit und die Verbesserung der Lebensqualität, trotz Beschwerden und Einschränkungen. Die Zielstellung des Projektes Pflege im Quartier – heute und morgen ist, eine generationsübergreifende und alter(n)sgerechte Quartiersentwicklung, am Beispiel der Kommune Zörbig, zu gestalten und zu verstetigen. Im Rahmen des Projektes erfolgt eine sozialräumliche Analyse zur Identifikation der Quartiere und Beschreibung der örtlichen Strukturen. Die Interessen und Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger werden durch Lebensraumbefragungen und Quartiersbegehungen erfasst und einbezogen. Eine Stakeholderanalyse ergänzt diese Betrachtung aus der Perspektive verschiedener Akteure und Professionen. Die Ergebnisse dieser Arbeitsschritte werden genutzt, um Handlungsfelder und Maßnahmen zu entwickeln, welche in die Erstellung eines Handlungsleitfaden für die Kommune Zörbig einfließen. Erreicht werden soll, dass passgenaue Strukturen geschaffen, Angebote etabliert und vernetzt werden sowie eine Stärkung der Quartiere durch interprofessionelle Zusammenarbeit erfolgt. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger wird vor allem der Verbleib in der Häuslichkeit bzw. im Quartier unter Nutzung wohnortnaher Versorgungsangebote unabhängig von Lebensalter und Gesundheit beabsichtigt. 

          Weiterführender LINK

          Zeitraum 

          • Mai 2017- April 2018

          Leitung

          • Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer

          Mitarbeiterinnen

          Partner

          • AOK Sachsen-Anhalt

          Förderung

          • Finanzierung durch AOK Sachsen-Anhalt

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Ausgangslage für das Projekt ist die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt mit zunehmenden Herausforderungen für die Weiterentwicklung von Pflege- und Versorgungsstrukturen bei gleichzeitig steigendem Pflegebedarf. Im Pflegereport 2016 des AOK-Bundesverbandes wird auf die fortbestehende Notwendigkeit familiärer Pflege verwiesen. Diese erfolgt oft im sogenannten „Versorgungsmix“, einem typischen Zusammenspiel von formellen und informellen Hilfen, das sich wesentlich von anderen europäischen Pflege- und Versorgungssystemen unterscheidet. Eine zentrale Frage in der Weiterentwicklung dieses Versorgungsmix bezieht sich auf die Stabilisierung familiärer Pflege. Um passgenaue und individuelle Unterstützungsangebote unterbreiten zu können, ist es unabdingbar, die Situation pflegender Angehöriger genau zu kennen.

          Ziel 

          Die Situation pflegender Angehöriger, die ohne professionelle Unterstützung pflegen, soll betrachtet werden, um individuelle und bedarfsgerechte Beratungs- und Unterstützungsangebote unterbreiten und den Zugang dazu erleichtern zu können. Es soll untersucht werden, welche Belastungen sie angeben sowie welche Unterstützungsmöglichkeiten gewünscht, akzeptiert und tatsächlich genutzt werden. Langfristig sollen die Erkenntnisse in die individuelle Pflegeberatung der AOK einfließen und der Angebotsentwicklung in den Regionen durch verschiedene Akteure auf der kommunalen Ebene und der weiteren Angebotsvernetzung dienen.

          Methode

          Zur Einschätzung der Belastungssituation werden standardisierte Beratungsgespräche durchgeführt. Dazu wurden Literaturrecherchen zum aktuellen Forschungsstand erstellt, welche die spezifischen Belastungen von pflegenden Angehörigen, Gründe der Nichtinanspruchnahme professioneller Unterstützung, sowie geeignete Assessmentinstrumente ermittelten. Die Kurzversion der Häuslichen Pflege-Skala wurde ausgewählt und durch weitere, die Situation pflegender Angehöriger beschreibende Fragen ergänzt. Der Fragebogen enthält zusätzlich Hinweise für die Pflegeberater/innen der AOK, um entsprechend der vorliegenden Belastungssituation passgenaue Unterstützungsangebote unterbreiten zu können. Zur Durchführung werden die Pflegeberater/innen entsprechend geschult, die Befragung mit pflegenden Angehörige im Großraum Halle sowie im Burgenlandkreis durchführen zu können. Die Intervention wird in einer Nachbefragung auf ihre Wirkung überprüft. Handlungsempfehlungen zur Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Routineversorgung der AOK Sachsen-Anhalt werden anschließend daraus entwickelt. 

          Erwartete Ergebnisse

          Erwartet werden Erkenntnisse zur Belastungssituation pflegender Angehöriger in Sachsen-Anhalt, die bisher keine professionelle Unterstützung nutzen. Neue Erkenntnisse werden außerdem zu den Gründen der Nichtinanspruchnahme professioneller Hilfen gewonnen. Erkenntnisse zur Wirkung individueller Beratung zu passgenauen Unterstützungsangeboten sollen der Verbesserung der regelhaften Pflegeberatung der AOK Sachsen-Anhalt dienen.

          The Multimorbid Geriatric Cancer Patient – Therapy and Quality of Life

          A Multicenter Study to Develop, Modulate and Pilot-test a Patient-centered Interdisciplinary Care Concept for Geriatric Oncology Patients (PIVOG)

          Funding

          • Wilhelm-Roux-Program (Support Code: 28/20)

          Duration

          • 05/2014-10/2016

          Coordination

          • Dr. med. Heike Schmidt Institute of Health and Nursing Science, Medical Faculty, Martin Luther University Halle-Wittenberg, Halle, Germany
          • Prof. Dr. med. Dirk Vordermark Department of Radiation Oncology, University Hospital Halle Saale, Martin Luther University Halle-Wittenberg, Halle, Germany
          • Prof. Dr. med. Karin Jordan Department of Internal Medicine IV, Hematology, Oncology, University Hospital Halle Saale, Martin Luther University Halle-Wittenberg, Halle, Germany
          • Prof. Dr. med. Ursula Müller-Werdan Charité – University  Hospital Berlin and Protestant Geriatric Centre

          Clinical Partner

          • Dr. med. Eckhard Fiedler Department of Dermatology, University Hospital Halle Saale, Martin Luther University Halle-Wittenberg, Halle, Germany

          Staff 

          • Dr. Stephanie Boese, Institute of Health and Nursing Sciences, Medical Faculty, Martin Luther University Halle-Wittenberg, Halle, Germany
          • Katharina Lampe, Department of Radiation Oncology, University Hospital Halle Saale, Martin Luther University Halle-Wittenberg, Halle, Germany

          Study Nurses:

          Evelyn Teuber, Franziska Flessner, Alexandra Biolik

          Abstract

          Objectives

          For elderly cancer patients the maintenance of independence, functionality and health-related quality of life (HRQOL) is of great importance. Aiming to maintain HRQOL of geriatric cancer patients we developed an interdisciplinary care program based on comprehensive geriatric assessment (CGA) and patient-reported HRQOL comprising tailored supportive measures and telephone-based counseling during 6 month aftercare. 

          Materials and Methods

          The project comprised two stages

          1. Development and modulation of the complex intervention

          In order to develop the complex intervention records of oncologic cancer patients older than 70 years will be analysed. In addition, a secondary data analyses will be conducted to identify relevant factors influencing health related quality of life of elderly cancer patients. 

          1.3. Modelling of process facilitation including supplementary documentation 

          2. Pilot testing and Evaluation

          Pilot testing of the intervention took place in three centers at the University Hospital Halle to examine feasibility, acceptance and potential benefit. Patients ≥70 years with confirmed diagnosis of cancer, at least one comorbidity and/or one functional impairment, receiving curative or palliative care were eligible. Primary endpoint was global HRQOL (EORTC QLQ C30). 

           Results 

          Mean age of the participants (n=100) was 76.3 years (SD 4.8), 47 % were female. On average they had 5 comorbidities (SD 2.8, min. 0, max. 15) and took 8 prescribed medications (SD 3.6, min. 0, max. 15). According to predefined treatment pathways, supportive care was triggered by summarized individual assessments that were presented to the treating physicians. Descriptive analyses showed that global HRQOL measured at the 6-month follow-up (n=57) had declined (≥10 points) for n=16 (28 %) and improved or remained unchanged for n=41 (72 %) patients, although some functional scales (e.g. mobility, role function) and some symptoms (e.g. fatigue, pain) had worsened. The nurse-led telephone-based aftercare was well accepted.

          Conclusion

          The results show feasibility and potential benefit of the combination of CGA and HRQOL to complement standard assessments. Patient-reported symptoms and functioning indicate the need for intensified supportive therapy during aftercare.

          Scientific Advisory Board and Cooperating Experts

          Members of the scientific advisory board: Martin Luther University Halle-Wittenberg: Prof. Dr. rer. nat. Andreas Simm, Interdisciplinary Centre for Aging Halle (IZAH), Prof. Dr. med. Andreas Klement, Institute for General Medicine; Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer, Institute for Health and Nursing Science, Dr. rer. medic. Patric Jahn, nursing research, PD Dr. med. habil. Anke Steinmetz, Department of Orthopedics, Dr. med. Tobias Wustmann, Department of Psychiatry, Psychotherapy and Psychosomatic Medicine;  Dr. med. Michael Meisel, Internal Medicine, Head of Geriatrics, Diakonissenkrankenhaus Dessau; RN Kerstin Paradies, German Cancer Society, Oncology Nursing; Dipl. Med. Inf. Anke Wittrich, Federal Association of Geriatrics, MSc. Sven Weise, Head of the Cancer Society of Saxony Anhalt (SAKG) and patient representatives. International Experts: Prof. Colin D. Johnson, Cancer Sciences, University of Southampton, UK, Sally Wheelwright, MA (Cantab), University of Southampton, Morten Aagaard Petersen, M.Sc. The Research Unit, Department of Palliative Medicine Bispebjerg Hospital, University of Copenhagen, Dr. med. Jörg Sigle, Software Anyquest for Windows/QL-Recorder

          A mixed methods systematic review of pre-discharge home assessments in adult patients to improve the transition of care from the inpatient care to home care

          Short title

          • Pre-discharge home assessment

          Period

          • 01.08.2018 – 28.02.2019

          Head of project

          Project members

          Funding

          • Self-financed by the Institute for Health and Nursing Science

          Background

          The treatment of inpatients with chronic diseases aims to preserve or even improve the patient’s participation. During their stay at acute care hospitals or rehabilitation facilities, the inclusion of patients’ home situations in preparation for their discharge is often insufficient and unsystematic. This is a general problem regardless of the patient’s disease. However, specific information on the patient’s ability to function at home is fundamental for participation-oriented therapy goals.

          Even during inpatient rehabilitation, a systematic home assessment (environmental assessments, pre-discharge home visits, weekend passes) could contribute to a more specific discharge preparation. 

          Firstly, it would be possible to test the functional abilities of the patient within his or her own home environment. Training, guidance and recommendations during therapy could then be made more participation-oriented. Secondly, necessary equipment and home adaptations could be identified prior to the patient’s return home. 

          In some countries, such home assessments are a regular part of planning hospital discharge for certain groups of patients and are often carried out by Occupational Therapists. 

          So far, there is insufficient systematic evidence on the question of whether and under what conditions pre-discharge home assessments can be successful.

          Aim

          The mixed methods review seeks to develop an aggregated synthesis of qualitative and quantitative systematic reviews on pre-discharge home assessments in order to derive conclusions and recommendations useful for clinical practice.

          Therefore, the study aims to answer the following two research questions:

          What is the effectiveness of pre-discharge home visits for improving the transition from inpatient care to home care in adult patients?

          What are the barriers and facilitators and adverse events associated with pre-discharge home assessments?

          Methods

          A comprehensive literature search including a systematic search in data banks, reference lists and registers, a search for grey literature as well as a forward citation search will be conducted. Included will be individual or cluster randomised studies (RCT) and controlled clinical studies (CCT), qualitative studies and such studies with both qualitative and quantitative parts. Studies published in languages other than German or English will be excluded. Studies will be included that have participants over the minimum age of 18 and are not restricted to a certain indication or disease. Studies with problems exclusively in the cognitive and/or mental health area will be excluded. Included will be studies with interventions aiming either at the improvement of mobility and/or activities of daily living and/or at identifying the need for equipment and home adaptations (either together with or without the patient). The quality of all included studies will be assessed through two independent researchers using the following evaluation tools:  the Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions, Version 5.1 for RCTs and CCTs as well as the Critical Appraisal Skills Programme (CASP) for qualitative studies, and for mixed methods studies the Mixed Methods Scores (MM) of the Mixed Methods Appraisal Tool (MMAT). In the case of conflicts, a consensus will be reached through a third researcher. Meta-analyses will be performed when possible. The results on the effectiveness of interventions will be linked to barriers and facilitators and presented concisely.

          The study is registered in the International Prospective Register of Systematic Reviews (PROSPERO) with the code number CRD42018100636.

          Downloads 

          Kurztitel

          • ProFem

          Zeitraum

          • April 2017 bis März 2020

          Leitung des Projektteams Halle

          Mitarbeiterinnen

          • Marion Baltes, M.A.
          • Juliane Blessin, M.Sc.
          • Dr. Astrid Stephan

          Konsortialpartner

          Förderung

          • Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (Förderkennzeichen: 01VSF16043)

          Mehr Details finden Sie hier:  https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/profem-versorgung-funktionsfaehigkeit-und-lebensqualitaet-nach-proximaler-femurfraktur.42

          Zusammenfassung

          In der älteren Bevölkerung führen Stürze häufig zu Oberschenkelhalsbrüchen. Diese proximalen Femurfrakturen (PFF) stellen prognostisch einschneidende Ereignisse dar, die nicht selten mit der Sorge der Betroffenen verbunden sind, nach dem Ereignis pflegebedürftig zu werden. Weniger als die Hälfte der Betroffenen erhalten eine weiterführende Behandlung, was ein Hinweis auf Versorgungslücken ist. 

          Im Rahmen des Studienvorhabens ProFem, Versorgung, Lebensqualität und Funktionsfähigkeit nach proximaler Femurfraktur, wird zum einen eine Bestandsaufnahme der Versorgungssituation unternommen. Zum anderen werden die von den Betroffenen berichteten Angaben zu Lebensqualität, Funktionsfähigkeit sowie sozialer Teilhabe im Verlauf analysiert. 

          Durch die Verknüpfung von Daten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit Daten aus einer persönlichen Befragung von Versicherten sollen speziell vulnerable Subgruppen mit besonderem Versorgungsbedarf identifiziert und genauer untersucht werden. Schlussendlich können die Projektergebnisse zur Weiterentwicklung von Leitlinien beitragen und die Routineversorgung im Sinne zielgruppenspezifischer Versorgungsangebote passgenauer ausrichten. 

          Perspektivisch kann die Versorgungsqualität durch eine verbesserte Umsetzung bestehender oder modellhafter alternativer Versorgungsmodelle optimiert werden. So würden Lebensqualität verbessert, Funktionsfähigkeit und Partizipation betagter Menschen nach PFF erhalten und Kosten durch vermeidbare Pflegebedürftigkeit und unnötige Krankenhausaufenthalte reduziert werden.

          Hintergrund

          PFF sind häufige Ereignisse in der betagten Bevölkerung. In Deutschland behielten um das Jahr 2000 rund 50% der Betroffenen Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit, 15% wurden neu in ein Pflegeheim aufgenommen. Obwohl postoperative Programme positive Effekte zeigten, erhielten mehr als 60% keine weiterführende Behandlung, was für Versorgungslücken spricht.

          Neben Versorgungsprozessen sind patientenberichtete Outcomes wie Lebensqualität, Funktionsfähigkeit und soziale Teilhabe bei älteren Menschen nach PFF ebenfalls wenig erforscht. Subgruppen, die durch besonders schlechte klinische und patientenberichtete Outcomes charakterisiert sind und potentiell eine intensivere Versorgung benötigen, sind bislang nicht identifiziert.

          Ziele

          Durch die individuelle Verknüpfung von Befragungsdaten und Krankenkassendaten sollen folgende Ziele adressiert werden:

          1. Beschreibung des Leistungsgeschehen / der Versorgungssituation nach PFF in der betagten Bevölkerung 

          2. Zusammenhängende Untersuchung patientenberichteter Outcomes nach PFF 

          3. Identifizierung von Subgruppen, die durch besonders schlechte klinische und patientenberichtete Outcomes charakterisiert sind und potentiell eine intensivere Versorgung benötigen; Indikatoren zur Identifizierung dieser Subgruppen zu definieren, so dass diese angesprochen und gezielt adäquater Versorgung zugewiesen werden können; Formulierung eines Algorithmus für die GKV (case finding)

          4. Ableitung von Maßnahmen, die künftig eine zielgruppengerechtere und damit auch effizientere Gestaltung der Versorgung ermöglichen (Erhöhung der Lebensqualität Betroffener und Reduktion von Kosten durch Vermeidung von Pflegebedürftigkeit und Hospitalisierung).

          Fragestellungen

          Folgende spezifische Fragestellungen werden im Projektverlauf bearbeitet

          1. Wie gestaltet sich die Versorgungssituation nach proximaler Femurfraktur (PFF) in der betagten Bevölkerung? Wie werden spezifische Behandlungsmaßnahmen (z.B. geriatrische Rehabilitation, Schmerzbehandlung) an den Schnittstellen der Versorgung umgesetzt?
          2. Wie stellen sich klinische (Hospitalisierung, Pflegebedürftigkeit) und patientenberichtete Outcomes (Lebensqualität, Funktionsfähigkeit, insbesondere soziale Teilhabe) nach PFF im Verlauf dar? Was sind klinische und soziodemographische Prädiktoren (Komorbidität, soziale Lage, insbesondere soziale Unterstützung) hierfür?

          3. Welche Subgruppen weisen schlechte Outcomes auf (z.B. zu Hause lebende Menschen mit geringer sozialer Unterstützung, Komorbidität und hoher Leistungsinanspruchnahme)? Lassen sie sich mit einem Algorithmus im Sinne eines case findings identifizieren? 

          Methode

          Es handelt sich bei ProFem um eine populationsbezogene prospektive Beobachtungsstudie auf Basis von Krankenkassendaten (AOK Rheinland/Hamburg mit 2,9 Millionen Versicherten) und bei Versicherten erhobenen Primärdaten, die individuell verknüpft werden. Im Bundesland Nordrhein-Westfahlen werden über einen Zeitraum von 12 Monaten konsekutiv 700 zufällig ausgewählte Versicherte mit PFF in die Studie aufgenommen. Primärdatenerhebungen sind 3 Monate nach Ereignis (persönliches Interview), 6 Monate nach Ereignis mittels postalischer Befragung und 12 Monate nach dem Ereignis (wiederum persönliches Interview) geplant. Zudem werden jeweils 12 Monate retrospektiv und prospektiv Krankenkassendaten der teilnehmenden Versicherten erhoben und mit den Selbstangaben verknüpft. 

          Erwartete Ergebnisse

          Inhaltlich ist die Identifikation relevanter Schnittstellenprobleme zwischen der Krankenhausbehandlung und der weiterführenden Versorgung in den verschiedenen Sektoren, und die Bestimmung vulnerabler Gruppen, die in zielgruppenspezifischen Versorgungsmodellen behandelt werden sollten, zu erwarten. 

          Methodisch werden die Verknüpfung von Primär- und Sekundärdaten sowie die Entwicklung von Algorithmen zur Identifikation spezifischer Patientengruppen vorangetrieben. Damit wird ein Rollenmodell erarbeitet, das auf andere gesundheitliche Probleme und Settings übertragen werden kann.

          Multiple Symptoms in Cancer Patients: a Cross-sectional Multicentred Study

          Short title

          • ProKID

          Period

          • 06/2010 - 05/2011

          Leadership

          • Prof. Dr. Margarete Landenberger (scientific leader)

          Staff members

          Associate partners

          • MRI, TU Munich

          Support

          • ProKid, Society for the Promotion of Cancer Information in Germany, Heidelberg

          Project execution

          • University Hospital Halle, Faculty of Medicine, Martin Luther University Halle-Wittenberg
          • Department of Gynecology (GST, day hospital)
          • Department of Oral-Maxillofacial Surgery (OMF)
          • Department of Internal Medicine I (ward 6) (Gastroenterology)
          • Department of Internal Medicine III (ward 9) (Pulmonology)
          • Department of Internal Medicine IV (ward 10-12, day hospital)
          • Department of Urology (ward 1, 2 & 3, day hospital)

          Abstract

          Background

          Oncology patients experience a variety of symptoms as a result of disease and/or treatment. They often report co-occurrence of symptoms and functional impairments. Since persistent symptoms not only impinge on quality of life but also limit the intensity of the treatment, supportive therapy is needed to introduce alleviating measures as early as possible. For this purpose, standardised documentation of symptoms and good communication between the patient and the staff concerned should be sought. For this study and in cooperation with the Department of Symptom Research, Prof. Cleeland, the German version of the M.D. Anderson Symptom Inventory (MDASI-G) was applied in order to record the symptom distress experienced by cancer patients.  

          Methods

          Five university hospitals took part in this study, which had a multicentred cross-sectional design. The participants were 697 patients between the ages of 18 and 80 with diagnosed solid tumours, who were undergoing therapy either as out-patients or in-patients and who had given their consent to being questioned about their symptoms. The main outcome was to assess the symptom distress (symptom burden: total score of symptom distress and functionality restrictions) by asking the participants to make the assessment according to the MDASI-G and relating to the last 24 hours (NRS 0-10). Secondary outcomes were the coherences between symptom burden and distress and global quality of life (EORTC QLQ C 30).

          First results

          An average of 6 (±3) symptoms (intensity ≥1) were named. With regard to the stress levels, the symptoms mentioned most frequently were fatigue (43% slight, 26% moderate, 9% severe), worry/sorrow (36% slight, 23% moderate, 10% severe), sadness (36% slight, 18% moderate, 9% severe) and sleeping disorders (37% slight, 20% moderate, 10% severe). Severe restriction in everyday activities were mentioned by 18% of the patients. Significant coherences between symptom burden (MW 46.6 ±30.6) and the global health-related quality of life (MW 49.4 ±22.7) (r=0.66; p<0.01) were observed and also between symptom burden and distress (distress thermometer: MW 5.13 ±2.7) (r=0.59; p<0.01). 

          Conclusion

          The new MDASI scale seems to be quite suitable for recording the symptom distress experienced by cancer patients. Further surveys, focusing on various therapeutic settings and groups of patients, are necessary in order to optimise the rapid trans-disciplinary communication of all current symptoms and thereby improve the appropriate therapy. 

          PRO-ONKO: Patient-reported outcomes in the treatment of oncological patients - A multicentred pilot study to select appropriate assessment instruments

          Short title

          • PRO-ONKO

          Period

          • 03/2013-02/2014

          Support

          • Wilhelm-Roux-Programme (Support Code: 26/15)

          Leadership

          Staff members

          Partners: 

          • Univesity Hospital, Martin Luther University Halle-Wittenberg
          • University Hospital, Otto von Guericke University Magdeburg
          • HELIOS Hospital Sangerhausen

          Abstract

          Background: Cancer patients frequently suffer from various symptoms often impairing functional status and quality of life. Assessment of these symptoms and restrictions, including patients’ perceptions and self-assessment (Patient Reported Outcomes, PRO) is necessary to enable timely interdisciplinary supportive care and optimized therapy. However, PRO assessment is still not part of clinical routine despite various existing questionnaires. To facilitate the implementation of PRO assessment in daily clinical practice it is important to provide a choice of valid and feasible questionnaires meeting the requirements of both health care professionals (HCP) and patients in different settings. 

          Purpose: This project therefore aims to compile an item pool from available tools, meeting the requirements of health care professionals and patients, in order to facilitate the use of PRO assessment for clinical decision-making. 

          Methods: Qualitative, multicentre cross-sectional study comprising two stages in cooperation with physicians (surgery, internal medicine, radiation therapy), oncological nursing staff, members of the psychosocial services (psycho-oncologists, welfare workers) and patients diagnosed with various types of cancer, either hospitalized or receiving outpatient treatment. 

          The first stage comprised interdisciplinary focus groups to define the particular requirements of the participating clinics with respect to PRO and to recommend suitable questionnaires. In the second stage patients completed the recommended questionnaires. In one centre data collection was carried out via tablet PC. The resulting PRO were compared with routine documentation and judged by patients and HCP’s with respect to usefulness for clinical routine.

          Results: Patients and HCP’s judged the chosen questionnaires as appropriate and data collection via tablet PC as useful and easy to handle. Future studies should examine how PRO can complement or substitute parts of routine documentation in order to achieve standardized assessment and documentation during the treatment process in different settings and examine possible benefits for patients.

          Partners: 

          Martin-Luther University Halle-Wittenberg: 

          • Co-Investigator: PD Dr. med. Karin Jordan, Senior Consultant, University Clinic for Internal Medicine IV (Haematology and Oncology), University Clinic Halle (Saale)
          • Co-Investigator: Prof. Dr. med. Hans-Joachim Schmoll, Director, University Clinic for Internal Medicine IV (Haematology and Oncology), University Clinic Halle (Saale)
          • Co-Investigator: Prof. Dr. med. Dirk Vordermark, Direktor, University Clinic and Policlinic for Radiotherapy, University Clinic Halle (Saale)
          • Co-Investigator: Dr. rer. medic. Patrick Jahn (Dipl. PGW), Head of Nursing Research and Development, University Clinic Halle (Saale)
          • Susann Krasemann (Dipl.-Pflegewirtin FH), Director of Nursing, University Clinic Halle (Saale)
          • SAKG, Cancer Society of Saxony-Anhalt
          • APO, nursing work group in the Oncology Dept. of SAKG

          Otto-von-Guericke-University Magdeburg: 

          • Co-Investigator: Prof. Dr. med. Henning Flechtner, University Clinic for Psychiatry, Psychotherapy and Psychosomatic Medicine for Childhood and Adolescence, Otto-von-Guericke-University Magdeburg
          • Co-Investigator: Dipl. Psych. Michael Köhler, University Clinic for Haematology and Oncology, Otto-von-Guericke-University Magdeburg
          • Dagmar Halangk (Dipl. Krankenschwester), Director of Nursing, University Clinic, Otto-von-Guericke-University Magdeburg 

          Sangerhausen:

          • Dr. med. Bernd Klinge, Head Physician for General and Visceral Surgery, HELIOS Clinic Sangerhausen 

          Cooperation with foreign partners

          • Univ. Doz. Dr. Bernhard Holzner (A), ESD – Evaluation Software Development 

          Elektronic Data Collection, Software Development:

          • Dr. med. Jörg-Michael Sigle, Bern 

          Preferences and deficits in midwifery care in Germany from the perspective of users and midwives: a qualitative explorative study

          Summary 

          Background: 

          Internationally, research is lacking which may have the capacity to guide and inform evidence-based care by midwives. In Germany, so far there is neither a research agenda nor any research that specifically addresses the priorities of users (women, life partnerships, families) regarding their health care by midwives. In order to explore health care problems, interventions, or outcomes that do not neglect the needs, interests and preferences of users, the participation of users has been called for not only in research projects, 
          but already in the process of identifying research priorities and research questions [1]. 

          Objectives: 

          The aim of the research project is to identify the preferences regarding midwifery care by both users and midwives and to deduce dominant themes for maternity care and midwifery research. 

          Methods: 

          This qualitative explorative research project is designed with reference to the hermeneutic approach according to Gadamer [2], which aims at a deepened and broad understanding of other perspectives. First, this is realized by an open approach and a reflective dialogue with the participants and the data by the research team, and secondly by an iterative process in data collection and analysis. 
          Within a time frame of 12 months, there will be 14 focus groups with users and midwives in order to investigate their subjectively perceived preferences, or deficits, in midwifery care. The participants will be selected in two different states by means of a contrasting sampling technique based on various person-related characteristics. In order to safeguard an 
          understanding that is based in data, the researchers will in case of unclear text passages call the respective participant by phone. The rights of users and midwives as participants as well as those of gatekeepers will be safeguarded. 
          In the analysis, indicative statements for important themes of midwifery care and their meaning for the users and midwives in their respective context will be identified. These may refer to certain points in time, aspects, conditions, influencing factors, interventions, and outcomes of midwifery care. 

          Relevancy: 

          This research project will provide a significant empirical basis for the future development of a research agenda relating to midwifery care in Germany. This will not only base future midwifery research on user preferences, but also advance evidence-based midwifery care in Germany. 

          References 

          • Chalmers, I. & Glasziou, P. (2009). Avoidable waste in the production and reporting of research evidence. The Lancet, 374(9683), 86-89. doi: 10.1016/S0140-6736(09)60329-9. 
          • [2] Fleming, V., Gaidys, U. & Robb, Y. (2003). Hermeneutic research in nursing: developing a Gadamerian-based research method. Nursing Inquiry, 10(2), 113-120. 

          Mentally ill people in the Social Code (Sozialgesetzbuch, SGB) II

          Short title

          • Mentally ill people in SGB II

          Period

          • 10/2010 - 03/2011

          Leadership

          • Prof. Dr. Johann Behrens

          Staff members

          Institute of Health and Nursing Sciences

          • Katrin Parthier
          • Dr. Michael Schubert

          Aktion Psychisch Kranke e. V. Bonn

          • Jörg Holke
          • Ulrich Krüger
          • Prof. Dr. Reinhardt Peukert

          Associate partners

          • Aktion Psychisch Kranke e. V. Bonn
          • Department of Labour Market and Employment Research in Nuremberg (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg, IAB)
          • Research Association Rehabilitation Sciences of Saxony-Anhalt and Thuringia (Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt-Thüringen)

          Support

          • Federal Ministry of Labour and Social Affairs / Federal Labour Agency

          Abstract

          Background

          People with psychiatric disabilities often find it very difficult to participate in working life. The illness often limits the ability to meet the requirements of the labour market, reduces the opportunity  for pursuing a professional career and – especially problematic for young mentally impaired people - the chance of reaching an educational qualification. 

          In addition, high professional requirements, work intensification and work pressure are often incompatible with the (psychosocial) resources of  mentally impaired persons. Therefore, this group is more exposed to a higher risk of exclusion in working life (negative selection). On the other hand, permanent unemployment promotes the (further) deterioration of psychological health. Consequently, mentally impaired persons often have great difficulty in pursuing a professional activity. Therefore, it can be assumed that this group is over-represented in the group of people receiving benefits according to the second Social Code Book (SGB II).

          Subject and Purpose

          It is still unclear how the situation of mentally impaired but employable benefit receipients according to SGB II presents itself, both quantitatively and qualitatively.  the Four complexes of questions arise:

          1. What relevance do mentally impaired people have quantitatively for the employment services  (especially basic security support)? 
          2. What problems do people in this group have (qualitative) and can labour market policies and strategies help to improve their participation in working life?
          3. How is the knowledge about (status quo) and the handling of mentally impaired persons shown by the SGB II service providers on the one hand and, on the other hand, how are the possibilities of promoting jobs in psychiatric/psychosocial institutions? Is there a way to optimize potential?
          4. How is the cooperation between the various institutions and services, where are interfaces and networking opportunities?

          Methods

          In addition to a literature and document analysis, a total of 40 personal interviews were conducted in five regions nationwide with relevant professional protagonists. Included in the survey were:

          • PES staff in the jurisdiction of SGB II (primary insurance carrier)
          • Medical and psychological specialist services of the Employment Agency
          • Social psychiatric services
          • Institutions / possibilities for psychiatric treatment (e.g. psychiatric hospitals, day clinics)
          • Residential services and recommendations for social rehabilitation (daily living support)
          • Institutions / possibilities in the labour and employment sector (e.g. companies with social integration)
          • Integration services

          Expected Results

          Within the framework of five local reports, the study is expected to provide new insights into the number of mentally impaired people, who are beneficiaries of the SGB II. Moreover,  integration problems and support  perspectives will be described from a professional standpoint. In addition, the study will gain insights into a regional network of professional services and facilities to identify appropriate networking opportunities and future areas of research.

          Kurztitel:

          • Queer im Alter

          Zeitraum:

          • Sept. 2019 bis Dezember 2019

          Leiterin:

          Projektmitarbeiter:

          Förderung:

          • AWO - Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.

          Zusammenfassung:

          Entwicklung eines Fortbildungscurriculums mit Coaching-Konzept zur Öffnung der Altenhilfeeinrichtungen für die Zielgruppe LSBTI. Es enthält auf Grundlage eines kompetenzbasierten Ansatzes die Konzeption von kombinierbaren und angeleiteten Fortbildungsmodulen. Es soll so konzipiert sein, dass es für unterschiedliche Gruppengrößen und Zusammensetzungen (aus den Beschäftigungsgruppen Pflege, Betreuung, Hausdienste und Sozialdienste der Altenhilfe) geeignet ist.

          Implementation of the Resident Assessment Instrument (RAI) as a quality development and control tool in inpatient long-term care

          Short title

          • RAI Project / T1

          Period

          • 02/2007 - 01/2010

          Leadership

          Staff members

          • Dr. Yvonne Selinger
          • Karina Targan

          Associate partners

          • Prof. Dr. V. Garms-Homolová, representative of interrai for Germany
          • Q-Sys Working Group, St. Gallen
          • Project A1 des Nursing Research Network North: G. Roth / H. Rothgang: Improving the effectiveness and efficiency of outpatient care at home by the Resident Assessment Instrument (RAI-HomeCare 2.0)

          Support

          • Federal Ministry of Education and Research as part of the research program "Applied Nursing Research" in Nursing Research Network Middle-South 

          Abstract

          Background

          The Resident Assessment Instrument is mandatory in publicly funded nursing homes in the United States. Numerous studies in the U.S. and now also in Europe have demonstrated sustainably the improvement of the process as well as the outcome quality of long-term care through the introduction and implementation of the RAI. Its measurement validity and the interrater reliability of the modules are confirmed (Hawes 1997, Austin 2004). Brandenburger (2002: 99) notes that the RAI provides explicit conditions for improving the quality of care, which was detected by Haxes / Vladeck (2005: 6-45) after implementation of the RAI in American nursing homes, especially in the area of process and outcome quality. Bernabei / Panfilo / Panio (2005: 99-117) concretise the achievements of the introduction of RAI in Italian nursing institutions, demonstrated by an improved care planning process and improved documentation. In the context of case management the hospitalization rate such as the length of hospital stay was also reduced (ibid.).

          Question 

          The implementation study will answer the question of whether the implementation and use of the Resident Assessment Instrument (RAI) can improve the quality of care in nursing homes demonstrably.

          Methods

          A cluster-randomized  controlled study will examine whether the implementation of the RAI in nursing homes leads to an improvement of the quality of the care provided. The 14 nursing homes included in the study will be divided into an intervention group with 7 homes, in which the RAI will be implemented, and a control group with the other 7 homes, in which the RAI will not be used. A total of 980 residents (40% drop-out taken into account) are included in the study.

          In-house training for all the nurses in the nursing homes, who are responsible for the organization of the care process for the residents, will prepare them for the implementation and use of the RAI. The two-day course will provide training in the utilization of the RAI - based on the RAI manual - and also training in the basics of the nursing process and nursing documentation.

          The measurements for the evaluation will be made in the institutions where the RAI is implemented as well as in the homes of the control group, keeping to the prescribed RAI time assessment in 6 month stages over a period of 1.5 years. Following these 18 months, , the rescheduled training and the accompanied implementation of the RAI will take place in the control group as well. Furthermore, nursing documentation analysis and interviews with nurses / residents regarding their health-related quality of life will be conducted. The quality of the implementation of the intervention will be shown by means of plausibility checks.

          Expected Results

          It is expected that on the residents’ level the intervention will lead to an improvement of the residents’ outcomes and of the quality of care when compared to the control group. An increase of the health-related quality of life is expected on the level of the residents and nurses. In addition, an improvement in the quality of nursing documentation and process planning is assumed.

          Publications

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          Preoperative information for ICU patients to reduce anxiety during and after the ICU-stay

          Short title

          • RCT Intensive Care Unit

          Periodum

          • 02/2004 - 01/2007

          Leadership

          • Dr. Thomas R. Neubert (University Hospital Gießen and Marburg GmbH, Marburg)
          • Prof.Dr. Michael Koller (University Hospital Gießen and Marburg GmbH, Marburg)

          Staff members

          Associate partners

          • Research Centre University Hospital Giessen and Marburg GmbH, Marburg

          Support

          • Federal Ministry of Education and Research

          Abstract

          Background

          According to current evidence and psychological theorizing, the provision of information seems to be a promising way to reduce the patients’ anxiety related to their scheduled ICU stay. An ICU-specific information program will be investigated in a randomized controlled clinical trial involving 120 patients undergoing elective open-heart surgery and 20 patients undergoing abdominal surgery. It is expected that the patients in the test group will experience less anxiety and ICU-related discomfort than patients in the control group.

          Objective

          According to current evidence and psychological theorizing, the provision of information seems to be a promising way to reduce patients’ anxiety . In the case of surgical patients, admission to the intensive care unit (ICU) is strongly associated with uncertainty, unpredictability and anxiety for the patient. Thus, ICU-specific information could have a high clinical impact. For this reason, this study will evaluate the efficacy of an ICU-specific information program for patients who undergo elective cardiac, abdominal or thoracic surgery and who are scheduled for ICU stay.

          Methods

          The trial is designed as a prospective randomized controlled trial including an intervention and a control group. The control group receives the standard preparation currently conducted by surgeons and anaesthetists. The intervention group receives additionally a standardized information program with specific procedural, sensory and coping information about the ICU. In addition, the moderating effect of certain personality characteristics (need for cognition, high trait anxiety) will be investigated to identify groups of patients who benefit most from the information program.

          Expected Results

          A clinically relevant difference in anxiety and unpleasant experiences related to the ICU is expected after discharge from the ICU. Power calculation (alpha = 0.05; beta = 0.20; delta = 8.50 score points) resulted in a required sample size of N = 120 cardiac surgical patients (n = 60 vs. n = 60). Furthermore, N = 20 abdominal or thoracic surgical patients will be recruited (n = 10 vs. n = 10).

          Conclusion

          The proposed study promises to strengthen evidence on the effects of a specific, concise information program and thus should contribute to evidence-based nursing (EBN).

          ClinicalTrials.gov Identifier: NCT00151554 

          Additional publications 

          Berg A, Fleischer S, Koller M, Neubert TR. Preoperative information for ICU patients to reduce anxiety during and after the ICU-stay: protocol of a randomized controlled trial [NCT00151554]. BMC Nurs. 2006 Mar 8;5:4. 

          Optimization of the Access to Rehabilitation and Interfaces of Outpatient Care

          Short title

          • RezuS

          Period

          • 09/2010 - 02/2012

          Leadership

          • Prof. Dr. Johann Behrens
          • Prof. Dr. Wilfried Mau

          Staff members

          Institute of Health and Nursing Sciences

          Institute of Rehabilitation Medicine

          Institute of General Medicine

          Associate partners

          • Research Association of Rehabilitation Sciences of Saxony-Anhalt and Thuringia (Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt-Thüringen)

          Support

          • German Pension Insurance Funds Central Germany

          Abstract

          Background

          In the course of an increasingly aging workforce, the working world is faced with the major challenge of preventing or to delaying health-related career exits and early retirements. Essential tools here are medical rehabilitation services. Previous studies showed, however, that a variety of problem areas and barriers complicate the access from ambulatory care to medical rehabilitation , or are in conflict with it. This is relevant both at the general practice level and in the specialist care settings.

          Subject and Purpose

          Subject of the project is the development and improvement of the involvement of registered general practitioners and medical specialists in the process for identifying rehabilitation needs and rehabilitation access for the workforce, since their role as central players in outpatient care and as "gatekeepers" in the rehabilitative care services is crucial. For this, the optimization possibilities and perspectives are examined from the perspective of practicing primary care physicians, rheumatologists, and social medicine experts from the service provider German Pension Insurance Fund for Central Germany. The aim is to uncover the optimization potential of rehabilitation access, to draft perspectives for reducing the (perceived) barriers and thus to support a needs-based rehabilitative care with targeted resource allocation.

          Methods

          The study is conducted as a consecutive two-step qualitative analysis. Here, initially for issue exploration, information will be collected in interviews with four focus groups of physicians as mentioned above. Subsequently, 30 personal expert interviews with general practitioners and rheumatologists in Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia will be conducted. The empirical surveys and analyses are complemented by a systematic literature review.

          Expected Results

          The results of the study should identify perspectives of the improvement of involvement and motivation of general practitioners and specialist physicians in the process of rehabilitation access. Here, the ways to improve cooperation between the protagonists are crucial (e.g. optimization of information and communication structures), in consequence of which (even by problematizing an inadequate supply) adequate rehabilitative care with targeted resource allocation is available.

          In the medium term, both an improvement of communication between doctors and service providers as well as an improvement of the rehabilitation access management in the sense of appropriate and timely rehabilitation initiation can be achieved. The overall objective of the whole process is to maintain the ability to work and to avoid early retirement due to health problems.

          Cross-interface, work-related case management of aftercare following addiction therapy as key to integration through employment and relapse prevention

          Short title

          • SaBiNE

          Period

          • 09/2011-08/2014

          Study registration

          • DRKS00003574

          Leadership

          Institute of Health and Nursing Sciences

          AHG Hospital Römhild

          • Prof. Dr. med. habil. R. Schlößer (Leader)
          • Jaqueline Zlatosch (Staff)

          medinet AG Alte Ölmühle Magdeburg

          • Dr. med. Lukas Forschner (Leader)
          • Kerstin Urban (Staff)

          Diakonie Hospital Harz Elbingerode

          • Joachim Stopp (Leader)
          • Jörg Mühlbach (Staff)

          Soteria Hospital Leipzig 

          • Prof. Dr. med. Th. Kallert (Leader)
          • Bettina Stupnink (Staff)

          Associate partners

          • Research Network of Rehabilitation Sciences Saxony-Anhalt

          Support

          • German Pension Insurance Fund Central Germany
          • Federal Labour Agency 

          Abstract

          Background

          Employment can improve stabile abstinence considerably (see Bieker 2005). Research on relapses in treating addiction shows that re-employment can reduce the relapse risk noticeably, both for drug and alcohol addicts (see Henkel 2008). However, a great many addicted persons remain unemployed, sometimes for years, because addictive disorders have negative effects on the opportunities for employment participation, resulting in long-term unemployment that has an obvious connection with establishing addictive behaviour (see Rose/Jacobi 2004).

          Questions

          The project examines the question of whether and to what extent a systematic, cross-interface and work-related case management (as a supplement to standard care) has a positive effect on the reintegration of rehabilitated addictive persons in the labour market.

          Methods

          The research is designed as a multicentred randomised controlled study. The control group receives the normal standard care provided in the study centres. The intervention group has the additional possibility of access to work-related case management.

          At four points of time within a period of 30 months a standardized interview will be used to document the primary and secondary outcomes. The primary outcome is the occupational reintegration in the labour market. Secondary outcomes are abstinence rates, relapse frequency, duration of employment, receipt of disability benefits, employment in the secondary labour market, social reintegration (accommodation, debts, etc.), social benefits history and utilisation of addiction aftercare services.

          Sample

          The study included 320 participants from four study centres who, at the beginning of the inpatient detoxification treatment, were employable but out of work, were between 18-63 years old, had a first diagnosis in the area of F10-F19 (ICD 10) and were able to speak German.

          Intervention

          The work-related case management is localised in the detoxification clinics and is initiated during rehabilitation. Based on a detailed occupational analysis, this initial phase serves as preparation and introduction to the measures required for employment integration. The intention is during rehabilitation to begin cooperation with relevant contact persons in the employment services and in the aftercare treatment for addicts. Case management accompanies the patient for up to 12 months after rehabilitation and aims at bridging the gap between the interfaces in the aftercare phase by coordinating the employment integration and advising the work sectors concerned. In addition, the persons concerned receive counselling and coaching to assist them in re-entering the labour market, thus significantly improving the reintegration of unemployed addicts following rehabilitation treatment.

          Expected results

          After a period of 12 months, a difference of 28 percentage points between the intervention and control groups is expected for the integration in employment structures (primary and secondary labour markets and qualification measures). 

          Twenty-four months following discharge from the detoxification clinic, it is expected that 15% more of the participants in the intervention group will have re-entered the primary labour market (employment ≥15 hrs/week) than in the control group.

           

          Kurztitel

          • SaluPra

          Zeitraum

          • März 2017 - September 2018

          Wissenschaftliche Projektleitung Teilprojekte IGPW:

          Mitarbeiter/-innen (Teilprojekte IGPW)

          Partner

          • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Center für lebenslanges Lernen (C3L)

          Förderung

          • Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Mit dem Präventionsgesetz (PrävG) erging an die Pflegekassen ein erweiterter Präventionsauftrag zur Gesundheitsförderung bei Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern. Das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Verband der Ersatzkassen (vdek) und der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg soll dazu beitragen, stationäre Pflegeeinrichtungen im Aufbau und in der Ausgestaltung von gesundheitsfördernden ganzheitlichen Strukturen für die Bewohnerinnen und Bewohner zu unterstützen. 

          Die Grundlage bildet hierbei der vom GKV-Spitzenverband entwickelte Leitfaden zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen, in welchem aus den Zielen der nationalen Präventionsstrategie die entsprechenden Präventionsziele für die stationäre Pflege abgeleitet und gleichzeitig fünf Handlungsfelder definiert wurden: Ernährung, körperliche Aktivität, kognitive Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Gewalt.

          Ziel

          Die im Rahmen des Verbundvorhabens am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft bearbeiteten Teilprojekte haben das Ziel, Konzepte zu Maßnahmen und Interventionen im Sinne der Verhältnis- und Setting-basierten Verhaltensprävention für die Handlungsfelder „Kognitive Ressourcen“ und „Psychosoziale Gesundheit“ zu analysieren und zu entwickeln. Mit deren Hilfe sollen konkrete Strategien und Beratungsangebote für stationäre Pflegeeinrichtungen erarbeitet werden.

          Methodisches Vorgehen

          Mittels einer vorgelagerten Reviewstudie werden präventive und gesundheitsfördernde Interventionen im Rahmen des §5 SGB XI für Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen hinsichtlich der beiden Handlungsfelder ermittelt und analysiert. 

          Die in der Reviewstudie identifizierten Maßnahmen bilden die Grundlage für die Entwicklung:

          a) eines Bildungsangebotes für Pflegende in stationären Pflegeeinrichtungen sowie 

          b) eines Qualifizierungskonzeptes für Multiplikator/-innen, die Implementierungsprozesse initiieren und begleiten.

          Beide Fortbildungsmaßnahmen werden in einer Pilotphase implementiert und in Hinblick auf Durchführbarkeit und Umsetzung der vermittelten Inhalte evaluiert.

           Stichworte

          • Prävention
          • Pflegeheim
          • Bildungs- und Beratungsintervention
          • Kognitive Ressourcen
          • Psychosoziale Gesundheit

          Pressemitteilung (Link)

          https://www.medizin.uni-halle.de/index.php?id=2882&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5743&cHash=51afc5aba3b146750189bf7a34e6eab4

          Supportive Cancer Care Networkers (SCAN)

          Short title

          • SCAN

          Period

          • 02/2012 – 12/2015

          Leadership

          • Alexander Bauer 

          Staff members

          • Dr. Stephanie Boese
          • Eva-Maria Fach

          Associate partners

          • Institute of Medical Epidemiology, Biostatistics, and Computer Science, Martin-Luther-University Halle-Wittenberg (PD Dr. O. Kuß)

          Support

          • Federal Ministry of Education and Research (SCAN: 01GY1143)

          Project execution

          • University Hospital Halle, Faculty of Medicine, Martin Luther University Halle-Wittenberg
          • HELIOS Hospital Sangerhausen
          • Deaconess Hospital Dessau gGmbH
          • Carl-Basedow-Hospital Saalekreis
          • Harz-Hospital Wernigerode Blankenburg GmbH
          • Hospital Bernburg GmbH

          Abstract

          Background

          Longer survival and progress in cancer medicine will probably result in a definite increase in care demands from patients with colorectal cancer during the coming years (von der Schulenburg et al., 2010; Sehlen et al., 2009). However, in spite of the drastic improvement in diagnostics and medicinal symptom management, progress regarding the life expectancy of patients has still been comparatively low (Adler et al., 2007). Cross-sector management of patients with curative therapy objective is still problematic, starting at the primary therapy, rehabilitation and maintenance therapy and continuing to include support in coping with side effects of the therapy. The steps described in the S3 guideline (Schmiegel et al., 2008) concerning inpatient diagnostic, neoadjuvant chemoradiotherapy, surgical resection, adjuvant chemotherapy and rehabilitation necessitate numerous interfaces entailing complex courses of treatment for both patients and professional staff. For instance, 30% of the eligible patients still do not pay any notice to adjuvant chemotherapy (Etzioni et al., 2008; Grothey et al., 2002), although many studies have shown that a significantly longer life expectancy is proven and although the S3 guideline explicitly recommends adjuvant therapy for suitable patients with colorectal cancer (Schmiegel et al., 2008; von Wichert et al., 2007).

          Question

          The aim of the planned study is to improve the networking between in-patient and outpatient service providers in order to counteract existing interface problems. The main question is therefore how can the service providers dealing with care for cancer patients be better supported so that more suitable patients accept adjuvant therapy than up to now, thus indirectly achieving longer life expectancy free from disease.

          Methods

          Design: A randomised evaluation study with longitudinal design (pre-post comparison)

          Setting: Six hospitals in Saxony-Anhalt

          Participants: The multicentred study will take place in southern Saxony-Anhalt and will include 700 test persons. There will be 350 participants in the control group and the 350 participants in the intervention group will receive a patient-oriented nursing intervention.

          Outcomes: Accepting adjuvant therapy is the primary outcome. The sample size has been calculated based on a difference in the utilisation of adjuvant therapy, assumed to be10 % between the intervention and the standard treatment.

          The following secondary outcomes will be documented in the patients’ records at the given measurement times: disease-free survival after 12 months, health-related quality of life (EORTC QLQ C30 combined with the organ-related module EORTC CR-29), patient satisfaction, care procedure (EORTC IN-PATSAT 32/ OUT-PATSAT 35)and therapy-associated clinical parameter such as anxiety/depression (distress thermometer) and burden (functionality and symptom stress with EORTC).

          Intervention: Following hospital discharge, the patients in the intervention group will receive telephone counselling from specially trained staff (Supportive Cancer Care Networkers, SCAN). This entails regular documentation of relevant information such as symptom stress, organisational or logistic problems, psychological support or information requirements. In addition, patient-held records will be handed out in which therapy-relevant occurrences are to be recorded daily by means of validated tools. Thus, SCAN can enable the timely coordination of appropriate measures.  

          Screening to identify job seekers in the local employment agencies and funding agencies of the Social Code II who require rehabilitation

          Short title

          • SCIRE

          Period

          • 10/2008 – 09/2009

          Leadership

          Staff members

          • Kristin Bretschneider 
          • Stephanie Schmidt

          Associate partners

          • Research Association for Rehabilitation Sciences of Saxony-Anhalt and Thuringia (Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt-Thüringen)

          Support

          • German Pension Insurance Fund Central Germany

          Abstract

          Background

          In recent decades, comprehensive research on the relationship between unemployment and health has proved that phases of unemployment are associated with poorer health and that the health status deteriorates with increasing duration of unemployment. It is also known that the health problems of unemployed people can often be attributed to chronic or progressive diseases. Analyses on early retirement showed that people who have gone from an unemployment phase into receiving benefits for reduction in earning capacity, had a significantly lower rate of obtaining medical rehabilitation beforehand. In addition, a number of studies have examined the issue, what affects the rehabilitation application of insured persons potentially in need of rehab. Aim of the proposed screening project is to examine whether the knowledge of "risk profiles" of unemployed people, to which diagnostic and employment biographical characteristics were determined in the project "Early Retirement without Rehabilitation", can be summarized together with properties related to the risk of early retirement without rehabilitation, and whether this can be used as a screening in favour of insured persons requiring rehab. The knowledge about possible rehabilitation services, the course of the disease and the recommendation for rehabilitation participation by third parties are in particular influence factors providing comprehensive evidence.

          Question

          Targeted outcome of the study are the conditions for an effective screening of the affected risk group and a smooth transition to a rehabilitation consultant from the employment agency or DRV, depending on the insurance conditions and the nature of the medical and / or vocational rehabilitation required. Especially direct addressing, counselling or recommendation for rehabilitation seem to be particularly conducive for "rehabilitation before pension '.

          Methods

          The study is:

          • A secondary analysis, used to deduce - possibly gender specific - "risk profiles" of unemployed people from the risk constellations, especially in the case of addictive disorders and mental illness; for this, data sets from the German Pension Insurance are used which provide information on retirement access .
          • A qualitative analysis of how determining rehabilitation needs currently takes place in the Service Centres of the Federal Employment Agency and of the institutions of the Social Code II.

          Tasks and methods of the project are:

          1.  The development and compilation of risk constellations to - possibly gender specific - "risk profiles" of the unemployed.

          Carrying out and evaluating expert interviews with consultants and heads of Service Centres of the Federal Employment Agency and the institutions of Social Code II of Saxony-Anhalt. The interviews are about the requirements (nominal pattern) and the actual behaviour regarding the collection of screening indicators of potential need for rehabilitation, and counselling for medical and vocational rehabilitation. The expert interviews are supported by the use of case vignettes in which specific professional behaviour is simulated in defined situations.An assessment of whether the screening indicators deduced from the “risk profiles” of the unemployed are to be integrated into those interview guides used by the consultants of the Service Centres, and, if applicable, recommendations for the performance of such an integration. The question of how updated knowledge from the DRV about risk profiles can be inducted regularly into the consulting routines of the service centres of the Federal Employment Agency is part of this assessment. For this, a final round of experts will be set up. With help of the “risk profiles”, screening indicators for a potential need for rehabilitation, especially for insured persons with mental illness and addictive disorders, can be deduced and can be integrated into the counselling procedures of the service centres.

          Rehabilitation after stroke – between transformation and development

          Short title

          • SFB 580 - C5

          Period

          • 07/2004 - 06/2008

          Leadership

          • Prof. Dr. Johann Behrens

          Staff members

          Support

          • German Research Association (Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG)

          Institutional affiliation

          • Subproject C5 of the SFB 580 "Social Developments after Structural Change: discontinuity. tradition. structural formation." of the Friedrich Schiller University of Jena and the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg. www.sfb580.uni-halle.de

          Abstract

          Questions and Aims

          This study examines the various social and individual perspectives of the clients, funding agencies and service providers in outpatient and inpatient care following the adoption of West German structures. The examination takes place on the institutional level and assumes that societal differentiation and individualisation processes lead to alternating challenges in care structures, too. Based on this assumption, the study examines outpatient and in-patient rehabilitation and care in its varying relevancies for professional practice as a supportive aid, which, according to the Ninth Social Code Book, should promote and enable “Self-determination and Participation in Social Life”. Rehabilitation care and medicinal, occupational and social rehabilitation in the aftermath of a stroke are identified as an exemplary problem in healthcare.

          Background and Research Status

          The project concerns itself with two overlapping “challenges”: The West German rehabilitation and care institutions for coping with inclusion risks are replacing the more operationally oriented facilities in the GBR just at the very moment when demographical changes and evidence of effectiveness are becoming a challenge for the West German institutions themselves. This means that in the coming two phases of SFB there will be the chance to pursue in longitudinal perspective not only rehabilitation as inclusion through rehabilitation and care but also the development of the reform of the health and social insurance services as a response to the demographic changes.

          Work plan and Methods

          A double longitudinal analysis will be carried out: 1) a prospective examination of individual processes for returning to the labour market or accepting early retirement and 2) the prospective transformation of current local institutionalisations (among other things as a historical compromise of early retirement and in-patient rather than outpatient care and rehabilitation) under the pressure of demographic change and the development of cost and remuneration in the health and social services sector over the coming eight years. The empirical material is collected by means of expert interviews, supported by case vignettes (“paper patients”) and confrontation with the following representative process-produced usage data: 1) prospective data of individual processes for early retirement and (in-patient) care in all the federal states (routine data collected by the Pension Fund authorities), 2) registration and analysis of counselling discussions or rehabilitation planning with clients’ participation, 3) a longitudinal survey of rehabilitation procedures taking process data and self-information from those concerned or their relatives into account.

          Transfer perspectives

          Description of clients’ preferences and those of the profession staff concerned, evidence-based international framework (“best practice”), development of methods for international comparative research.

          Publications

          Qualitative Implementation Study "Structure and process changes in the vocational rehabilitation"

          Short title

          • SGB II-Study

          Period

          • 8/2006-06/2009

          Leadership

          Staff members

          • Marlies Hauger 
          • Cornelia Hippmann 
          • Dr. Anke Höhne 
          • Dietmar Hobler 
          • Edina Schneider 
          • Dr. Markus Zimmermann

          Associate partners

          • Angela Rauch (IAB) 
          • Johanna Dornette (IAB)

          Support

          • Federal Labour Agency, Federal Ministry of Economics and Labour respectively the Federal Ministry of Labour and Social Affairs

          Abstract

          Background

          The health status of unemployed people is often worse than the health status of employed people, which is reflected in poorer chances of reintegration and therefore in an unemployment duration above average. In addition, health deteriorates with the duration of unemployment.

          Thereby services promoting participation in the labour force represent an important socio-political instrument to maintain or to improve the employment opportunities of people with health problems and to support their chance for reintegration into the labour market. With the introduction of the Social Code II in 2005 extensive changes in the access to vocational rehabilitation for long-term unemployed were initiated. Cost-sponsorship and process-responsibility are now included in various labour market institutions; in the framework of the re-employment, the “ARGEs” (today’s “Jobcentres”) are responsible for managing the rehabilitation process and the employment agencies or selected local authorities bear the financial responsibility.

          The research project, which was carried out on behalf of and in cooperation with the Institute for Labour Market and Employment Research (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, IAB) places the question as to how the changes in the access paths and access conditions will develop.

          Methods and Study Design

          Based on a stratified sample (condition of the labour market, settlement structure and east-west differentiation), 32 expert interviews based on a manual were conducted nationwide with employment agents, case managers and rehabilitation consultants in the ARGEs, selected local authorities and employment agencies. Using four specific defined case vignettes, exemplary case scenarios were discussed with the interlocutors. Thus, the variance in the various institutions dealing with the support and placement of job seekers with health problems could be detected and analyzed comparatively using a qualitative content analysis.

          Results

          The new regulations of the Social Code II have extensive legal consequences for vocational rehabilitation too (see Schubert et al. 2007). Firstly, in their implementation the maxim of rapid (re-)integration (SGB II) often precludes sustainable inclusion (SGB IX). Moreover, the learned profession loses much of its importance under Social Code II, as this is no longer solely the base of the case management; any other activity is considered to be reasonable. Furthermore, clearly influenced by the now combined group of unemployed people and people needing welfare, a change in the client structure has been observed (increased number of more extensive individual problems and mental illness). Under the criterion of individual rehabilitation ability, this also has an effect on access to vocational rehabilitation.

          In addition, it is reported that affected persons often take no advantage of rehabilitation services for financial reasons, because financial security during a rehabilitation measure ranges around the subsistence level.

          Moreover, it must be noted that with the Social Code II and the distribution of competences a medical expertise acquires a different significance.

          Discussion

          The aspects mentioned above show a clear impact on the access to vocational rehabilitation for long-term unemployed people. The new legal frameworks represent a big challenge for vocational rehabilitation achievements altogether and also for the professional protagonists concerned with the access to rehabilitation measures.

          The specific problems and health burden profiles of affected persons lead to a shift between the (in Social Code II extensive) "general" measures and the "special" achievements, which include vocational rehabilitation. Thus, providers for "general" achievements of labour market integration also promise that they can take specific health problems into account, and are also less expensive.

          By focusing on finding jobs rapidly in accordance with the comprehensive acceptability regulations (opportunity to relegate to another "compatible" activity) and on individual motives for non-use, the specific vocational rehabilitation sector could lose much of its importance. As a result, the socio-political expenses would decrease significantly, but the chances of a sustainable reintegration of those affected often decrease, too, if specific qualification offers are not forthcoming.

          Publications

          • Rauch, A.; Dornette, J.; Schubert, M.; Behrens, J. (2008): Berufliche Rehabilitation in Zeiten des SGB II. IAB-Kurzbericht 25/2008. 
          • Schubert, M; Behrens, J.; Höhne, A; Zimmermann, M. (2008): Verliert berufliche Rehabilitation bei Langzeitarbeitslosigkeit an Bedeutung? Prozesse und Einflussfaktoren des Leistungszugangs. In: DRV (Hrsg.): Evidenzbasierte Rehabilitation – zwischen Standardisierung und Individualisierung, Bad Homburg, 246-248. 
          • Dornette, J.; Rauch, A; Schubert, M.; Behrens, J.; Höhne, A.; Zimmermann, M. (2008): Auswirkungen der Einführung des Sozialgesetzbuches II auf erwerbsfähige hilfebedürftige Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In: Zeitschrift für Sozialreform, 54, 1, 79-96. 
          • Schubert, M.; Behrens, J.; Hauger, M.; Hippmann, C.; Hobler, D.; Höhne, A.; Schneider, E.; Zimmermann, M. (2007): Struktur- und Prozessänderungen in der beruflichen Rehabilitation nach der Einführung des SGB II. In: Dornette, J; Rauch, A: Berufliche Rehabilitation im Kontext des SGB II. IAB-Bibliothek, 309, 7-87. 

          Specialised nurses to support informed shared decision making in oncology

          Short title

          • SPUPEO

          Period

          • 01.03.2012 – 30.06.2017

          Project leader

          Staff members

          • Birte Berger-Höger, (B.Sc., M.Ed.)
          • Dr. phil. Katrin Liethmann (Department of Pediatrics and Institute of Medical Psychology and Sociology, University Medical Center Schleswig-Holstein)
          • Univ.-Prof. Dr. med. Ingrid Mühlhauser (Unit of Health Sciences, MIN Faculty, University of Hamburg)

          Associate partners

          • Unit of Health Sciences, MIN Faculty, University of Hamburg

          Funding

          • The study was funded by the German Federal Ministry of Health within the National Cancer Action Plan (Funding code: NKP – 332 – 054). 

          Abstract

          Background

          Women with breast cancer want to participate in treatment decision making. Guidelines have confirmed the right of informed shared decision making. However, previous research has shown that the implementation of informed shared decision making is suboptimal for reasons of limited resources of physicians, power imbalances between patients and physicians and missing evidence-based patient information. We developed an informed shared decision making programme for women with primary ductal carcinoma in situ (DCIS). The programme provides decision coaching for women by specialised nurses and aims at supporting involvement in decision making and informed choices.

          In this trial the informed shared decision making programme will be evaluated in breast care centres.

          Methods

          A cluster-randomised controlled trial will be conducted to compare the informed shared decision making programme with standard care. The programme comprises an evidence-based patient decision aid and training of physicians (two hours) and specialised breast care and oncology nurses (four days) in informed shared decision making. 16 certified breast care centres will be included recruiting 192 women with primary DCIS.

          Primary outcome is the extent of patients´ involvement in shared decision making assessed by the MAPPIN-Odyad (Multifocal approach to the ‘sharing’ in shared decision-making: observer instrument dyad). Secondary endpoints include the submeasures of the MAPPIN-inventory (MAPPIN-Onurse, MAPPIN-Ophysician, MAPPIN-Opatient, MAPPIN-Qnurse, MAPPIN-Qpatient, MAPPIN-Qphysician), informed choice, decisional conflict and the duration of encounters.

          It is expected that decision coaching and the provision of evidence-based patient decision aids will increase patients’ involvement in decision making, informed choices and reduce decisional conflicts and duration of physician encounters. Furthermore, an accompanying process evaluation will be carried out.

          Trial registration

          • Current Controlled Trials ISRCTN46305518, date of registration: 05.06.2015

          Publications

          Kurztitel

          • Studieren mit Kind

          Zeitraum

          • Januar 2018 – April 2019

          Leitung

          Mitarbeiterin

          Förderung

          • Hochschulpaktmittel

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Seit 2009 ist die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem Zertifikat audit familiengerechte hochschule ausgewiesen. Das Zertifikat wird Hochschulen und Universitäten verliehen, die sich durch ein familienfreundliches Engagement und eine nachhaltige familienbewusste Studien- und Personalpolitik auszeichnen.

          Die Vereinbarung von Studium und Elternschaft stellt jedoch gerade im Medizinstudium eine besondere Herausforderung dar. Eine geringe Flexibilität in der Studienorganisation (bspw. durch weitgehende Anwesenheitspflicht, feste Kurse und fehlende Möglichkeiten zum Nachholen einzelner Veranstaltungen oder Prüfungen) sowie der unklare Umgang mit Fehlzeiten aufgrund der Erkrankung eines Kindes sind nur einige Probleme, mit denen sich studierende Eltern der Universitätsmedizin konfrontiert sehen.

          Vor dem Hintergrund des grundsätzlichen Gleichbehandlungsgebotes soll potenziellen Benachteiligungen aufgrund individueller Lebenslagen, wie die Elternschaft, vorgebeugt werden. Dazu sind neben speziellen Beratungsangeboten für studentische Eltern sowie einer familien- bzw. kinderfreundlichen Ausstattung (Wickel- und Stillräume, mobile Laufgitter) insbesondere ein Verständnis und Problembewusstsein auf Seiten der Lehrenden und Lehrverantwortlichen sowie deren Bereitschaft zur Entwicklung flexibler Lösungen für Studierende mit Kind bzw. Kindern erforderlich.

          Ziel

          Das Ziel des Vorhabens besteht in der Entwicklung und Bereitstellung einer Online-basierten Ressource zum Thema Studieren mit Kind an der Medizinischen Fakultät der MLU. Mit diesem Internetangebot werden alle relevanten Informationen für studierende Eltern rund um das Studium der Medizin, Zahnmedizin und Gesundheits- und Pflegewissenschaft gebündelt zur Verfügung gestellt. Übergeordnetes Projektziel ist die Förderung und Weiterentwicklung familienfreundlicher Studienbedingungen.

          Methodisches Vorgehen

          Zunächst werden die Bedarfe und Bedürfnisse Studierender mit Kind an der Universitätsmedizin Halle mittels Fokusgruppendiskussion exploriert. In einem gemeinsamen Workshop relevanter fakultätsinterner und –externer Akteure der MLU sollen exemplarische, den Bedürfnislagen der studierenden Eltern entsprechende Lösungen generiert werden. Nach Entwicklung eines Gesamtkonzeptes wird dieses in ein internetbasiertes Informationsangebot zur Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft übersetzt. In der Pilotphase wird das Internetangebot mit studierenden Eltern der Studiengänge Medizin, Zahnmedizin und Gesundheits- und Pflegewissenschaft (geplant: n=20) erprobt und ggf. optimiert. Die Dissemination der Informationsressource erfolgt inner- und außerfakultär in den einschlägigen Gremien der MLU.

          Stichworte

          • Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft
          • familienfreundliche Hochschule
          • Internet-basiertes Informationsangebot

          Zeitraum

          • 01.09.2018 - 31.10.2019

          Projektleitung

          Mitarbeiter/-in

          Förderung

          • Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (Subkontrakt; in Kooperation mit Ramboll Management Consulting GmbH)

          Hintergrund

          Fachliche Beratung und Begleitung der Konzipierung und Durchführung von Sächsischen Regionaldialogen zur Pflege in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Aufgaben u. a. Themenauswahl und -bearbeitung für die Regionaldialoge, Akquise von Expert/innen für die Regionaldialoge über fachliche Netzwerke, eigene Expertinnenbeiträge (z. B. Referentin/Diskussionspartnerin/Moderation) bei ausgewählten Regionaldialogen, Akquise von studentischen Hilfskräften für die Durchführung und Dokumentation der Veranstaltungen. Unterstützung bei der nachhaltigen Implementierung (z. B. Schulung von Multiplikatoren/innen), Teilnahme an ausgewählten Präsenz-/Telefonterminen im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz sowie fachlich-strategische Beratung.

          Ambient assisted living systems for nursing care and rehabilitative - social integration following strong demographic changes in Saxony-Anhalt

          Short title

          • Ambient assisted living systems

          Period

          • 07/2010 - 06/2013

          Leadership

          • Prof. Dr. Margarete Landenberger 
          • Dr. Alexander Bauer 

          Staff members

          Associate partners

          • Martin-Luther-University Halle-Wittenberg, Faculty of Arts I, Department of Psychology, PD Dr. Gundula Hübner (Project Coordinator) 
          • Harz College, Department of Telecommunication and Optical Communication engineering, Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert 
          • Martin-Luther-University Halle-Wittenberg, Faculty of Medicine, Institute of Rehabilitation Medicine, Prof. Dr. Wilfried Mau 
          • Giebichenstein College of Art and Design, Department of Design, Prof. Frithjof Meinel

          Support

          • Ministry of Culture of Saxony-Anhalt (WZW) 

          Abstract

          Background and Question

          Saxony-Anhalt is facing serious demographic challenges. Compared with other federal states, the demographic situation here is deteriorating above average and very quickly. Between 1990 and 2006, Saxony-Anhalt lost 13.2% of its population. This development will increase rapidly in the coming years. The Statistical Office of Saxony-Anhalt predicts for the Harz district a decline in population of 15.5% between 2008 and 2020. The care service deficits resulting from these demographic trends need to be counteracted in the coming years, in order to offer an aging population medical and nursing healthcare that is both extensive and affordable and to maintain the attractiveness of rural areas.

          Purpose

          The project will analyse factors that increase the acceptance of AAL by health professionals and potential users in order to deduce appropriate recommendations for the application of AAL technology in standard care. To achieve this goal, the research project comprises two modules. Module I focuses on the practical application and optimization of AAL in long-term care in the home. Module II focuses on the needs of the users and on a corresponding acceptance-promoting interface configuration. The results of the user analysis are also included in the design of the strategy plan for care provision in rural areas (Module I).

          Methods

          To overcome the problem of proprietary isolated application of current technical telematics systems, all the application areas needed are summarized in a usabilitytest bed and implemented exemplarily. For this, a household is equipped with AAL. In the run-up to this, the use of telemetry in the AAL Technical Centre of the Harz University is to be validated, using selected test clients and nursing service staff. In addition to an accompanying analysis of acceptance, in which both the nursing staff and user are included (based on Module II), the safety of patient data in the intended online data comparison is to be reviewed. The task of the applicants and its cooperation partners is to define possible IT interfaces and to develop appropriate request-specific solutions, which form the technical basis for workable business case models in the Harz district.

          Keywords

          • Demographic Change
          • Ambient Assisted Living
          • Health Services Research

          Evaluation of the pilot project PHTS Telemedicine in chronic heart failure

          Short title

          • Telemedicine

          Period

          • 7/2007 - 3/2008

          Leadership 

          • Prof. Dr. Margarete Landenberger (project leader) 
          • Dr. Anke Höhne (scientific leader)

          Staff members

          • Dr. Alexander Bauer

          Associate partners

          Support

          • IKK gesund plus

          Abstract

          Background

          Taking care of chronically ill people is one of the biggest challenges of the German health system. Chronic heart failure (cardiac insufficiency) was, with a share of 5.7 percent of all deaths in Germany in 2006, the third leading cause of death. All in all, cardiovascular diseases are the first cause of death in Germany (see Statistisches Bundesamt, 2006).

          Seen from an economic perspective, chronic heart failure is also a significant factor. The percentage of the treatment costs for this disease is estimated to be up to two percent, or 4.8 billion Euros, of the nation’s total health expenses (see Szucs & Sokolovic, 2000). In addition to this, incidence and prevalence for chronic heart failure in recent years have increased steadily internationally and will continue to rise (see Yusuf et al., 2000).

          Recently, telemedical care structures have increasingly been in the focus of all those involved in German healthcare, as they are a possible answer to several problem areas in caring for the chronically ill.  Telemedical care allows a regular monitoring of relevant vital parameters and is an economically favourable variant in the care of patients with chronic heart disease. It can also help counteract an early deterioration of health status and at long-term the progredience of the chronic disease.

          Questions

          The research project has two main issues:

          1) How do the patients, who  receive telemedicine, evaluate the quality of care?

          The IKK gesund plus offers since 2005, as part of a pilot project for insured persons with chronic heart failure, a telemedical care provided by the PHTS company (Personal HealthCare Telemedicine Services, Düsseldorf, www.phts.de). Relevant medical vital signs (blood pressure, weight) are collected every day with the corresponding medical units and forwarded by telephone to PHTS, where they are entered in an electronic patient file and then evaluated. This service also includes the possibility of obtaining medical advice in the telemedicine centre 24hours a day. The questionnaire filled out by the program participants  focuses on aspects of use and satisfaction with the quality of telemedicine services provided by PHTS. To check whether the telemedical care is seen from the patient's perspective as an improvement to the regular supply, a control group design is realized. In addition to N = "108" tele-care patients, N = "303" cardiac patients receiving standard care will be included in the survey as a comparison group. Specific questionnaires for each group have been developed which for the most part include identical sets of questions and expressions, thus making the results of the two groups of patients comparable.

          2) Is it possible to reduce the treatment costs for patients with chronic heart failure by using telemedical support?

          Part of a health economic analysis based on routine data by the IKK gesund plus examines whether the telemedical care leads to a difference in costs (use of emergency care, the number, duration and cost of inpatient hospital stays, frequency of outpatient visits and medication costs). First of all, the cost-income ratio before and during the participation in the telemedicine program is reviewed. Secondly, an analysis shows how the telemedical care affects the costs, compared to the regular care. The health economic analysis is implemented as a cost-cost analysis, as a cost-effectiveness analysis and a cost-utility analysis.

          Methods

          Based on the control group design, insured persons are requested to fill out a questionnaire which is then evaluated to find out whether the medical and economic objectives of telemedical support can be achieved. The questionnaire includes questions on improvement in the quality of life, awareness of risk symptoms and associated sustainable change in lifestyle, as well as the medical outcomes reducing the risk of subsequent impairment and worsening of cardiac health. 

          The economic perspective is that telemedicine should contribute to a decrease in hospitalization rate and duration of hospital stay, and ultimately lead to a significant cost reduction. The economic aspects will be examined by a comparative analysis of the routine data collected by the IKK gesund plus from selected patients for the period 2004-2006 (health economic evaluation).

          Discussion

          The objectives of the telemedical care for insured persons with chronic heart disease can be summarized as follows:

          • Decrease in hospitalization rate
          • Reduction of the duration of hospital stay
          • Reduction of overall costs for hospitals and medical practices
          • Reduction of subsequent medical impairment
          • Increase of the health-related quality of life
          • Increase of the customer care satisfaction
          • Improvement in disease-related knowledge

          Length of stay in the nursing professions in Rhineland-Palatinate

          Short title

          • ViP

          Period

          • 2005 - 2008

          Leadership

          Staff members

          • Dr. Rolf Müller

          Associate partners

          • GEK

          Support

          • Ministry of Labour, Social Affairs, Health, Family and Women in Rhineland-Palatinate
          •  

          Effective strategies of a communicative approach to dementia patients and cognitively impaired persons

          Short title

          • WISDE / T6

          Period

          • 02/2007 - 01/2010

          Leadership

          • Prof. Dr. Johann Behrens
          • Katharina Sadowski

          Staff members

          Associate partners

          • Facilities for inpatient long-term care in Saxony-Anhalt and Saxony
          • Facilities for inpatient long-term care in Hesse and Bavaria

          Support

          • BMBF

          Abstract

          Background

          Dementia is one of the most frequent and serious psychiatric illnesses of old age. At present there are an estimated 953,000 persons in Germany suffering from a moderate to severe dementia disease; around 200,000 new patients are diagnosed every year. In the final stage of the illness institutionalised care for those afflicted becomes particularly important: an estimated 40% of all dementia patients in Germany are cared for in nursing homes (Bickel 1995, 2001). According to a BMG study, approximately 69% of nursing home residents suffer from dementia (see Hirsch/Kastner 2004; BMFSFJ 2006).

          Life for those afflicted and for their carers is made more difficult, not only by the cognitive impairment but above all by the secondary symptoms of dementia such as apathy, anxiety, depression, aggressiveness and challenging behaviour (see Wächter 2003). According to Swearer (1988) nearly 80% of those afflicted shows signs of challenging behaviour. Difficulties in making oneself understood or in being able to understand impede the communicative approach to the environment and vice versa, whereby dementia can be seen as a mutual communication problem. The afflicted persons and their carers frequently move on different levels of interpretation, so that the approaches remain sealed and unattainable. These different interpretations of actions and statements appear to threaten the own identity and integrity in a “crazy” world. 

          By using and activating remaining resources, it is possible for a carer to find scope for interpretation so that a relationship with the afflicted person can be formed, enabling mutual communication. Depending on the severity of the illness, resources such as biographical memories, experiences, abilities and skills can be of use as well as somatic and emotional perceptions. There are a large number of interventions available for activating these resources for persons with dementia. However, interaction with those concerned and also the surroundings, whether special, functional or temporal, play a considerable role.

          Question

          Various care interventions are implemented in very different ways, sometimes even euphorically, but mostly solely based on internal evidence. This complicates both legitimation in front of decision-makers and achieving a consistent level of quality in the practice. Practical experience has shown that a great demand exists for identifying suitable care interventions for interacting with dementia patients and also for identifying their efficacy, thus providing external evidence documents.

          WOUNDSS - Wound dressings for wounds undergoing primary healing: A Systematic Review

          Short title

          • WOUNDSS

          Period

          • 04/2010 - 03/2011

          Leadership

          Staff members

          • Almuth Berg
          • Dr. Steffen Fleischer
          • Dr. Susanne Unverzagt (IMEBI, Martin Luther University Halle-Wittenberg)
          • Dr. Oliver Kuß (IMEBI, Martin Luther University Halle-Wittenberg)

          Associate partners

          Support

          • German Federal Ministry of Education and Research

          Abstract

          Following an operation, surgical wounds are normally protected by dressings in order to keep the incision area dry and to minimise contamination by microorganisms. On the one hand, the incision area can become contaminated with dangerous germs when a dressing is removed early on in order to palpitate and inspect the wound; on the other hand, the fibrinous closure of a wound undergoing primary healing occurs just shortly after the operation so that these germs cannot penetrate the wound. Several studies suggest that leaving wound dressings on for longer periods does not bring any advantages.

          The results of this systematic review could contribute to quality assurance in healthcare.

          Kurztitel

          • Zeiterfassung

          Zeitraum

          • 01.05.2016 bis 31.07.2016

          Leitung

          • Prof. Dr. Gabriele Meyer

          Mitarbeiter/-innen

          • Dr. rer. medic. Steffen Fleischer
          • Dipl.-Soz. Melanie Müller

          Förderung

          • Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V.

          Zusammenfassung

           

          Für die Vorbereitung der Vergütungsverhandlungen zwischen dem Diakonischen Amt Radebeul und den Kostenträgern im SGB V – HKP und SGB XI für den Zeitraum nach 2017 sollte eine Ermittlung der Zeitwerte für pflegerische Maßnahmen sowie der Wegezeiten von ambulanten Pflegediensten der Diakonie Sachsen vorgenommen werden. Zum einen wurden hierfür Zeitmessungen durch das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Pflegediensten der Diakonie Sachsen durchgeführt und zum anderen fand eine statistische Auswertung vorliegender SNAP-Daten aus dem Jahr 2015 statt.

          Access to timely formal dementia care - Der richtige Zeitpunkt für professionelle Unterstützung bei Demenz

          Kurztitel 

          • ACTIFCare

          Zeitraum

          • März 2014 bis August 2017

          Leitung

          Mitarbeiterinnen

          • Astrid Stephan
          • Anja Bieber 
          • Anja Broda
          • Gabriele Bartoszek

          Partner

          • Maastricht University, Maastricht, Niederlande
          • Bangor University, Bangor/University College London, London, Großbritannien
          • Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden
          • Oslo University Hospital, Oslo, Norwegen
          • Dublin City University, Dublin, Irland
          • Universidade Nova de Lisboa, Portugal
          • IRCCS "Centro S.Giovanni di Dio", Fatebenefratelli, Brescia, Italien

           Förderung

          • Bundesministerium für Bildung und Forschung (funding code: 01ED1401)

          Zusammenfassung

          Die zeitgerechte Inanspruchnahme von professioneller Unterstützung kann die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen verbessern. Das Forschungsprojekt Actifcare untersucht in acht EU-Ländern, wie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Zugang zu professioneller Unterstützung finden; welche fördernden bzw. hemmenden Faktoren den Zugang beeinflussen und welche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Gesundheitskosten zu verzeichnen sind. 

          Hintergrund

          Demenzielle Erkrankungen sind bisher nicht heilbar. Eine zeitgerechte Diagnose ist entscheidend für die Behandlung und Versorgung und kann Menschen mit Demenz helfen, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten und für die  Zukunft zu planen. Zudem kann der rechtzeitige Zugang zu Unterstützungsangeboten, wie ambulanten Pflegediensten, Gesundheitskosten reduzieren, indem Heimaufnahmen hinaus gezögert oder gar verhindert werden könnten.

          Menschen mit mittelschwerer Demenz erhalten jedoch oft keine passgenaue Versorgung und Unterstützung. Das Forschungsprojekt Actifcare möchte das  Missverhältnis zwischen den Bedürfnissen der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen und der Inanspruchnahme von Unterstützung untersuchen, sowie Unterschiede hinsichtlich der Zugangsmöglichkeiten erfassen. 

          Ziel

          Ziel des Vorhabens ist es, länderspezifische Gute-Praxis Empfehlungen für einen rechtzeitigen Zugang zu professionellen Unterstützungsangeboten zu identifizieren.

          Fragestellungen

          Welche professionellen Unterstützungsstrukturen für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen gibt es in den acht Ländern (Niederlande, Italien, Portugal, Schweden, Norwegen, Irland, Großbritannien und Deutschland)? Welche Erkenntnisse ergeben sich aus einem Länder-Vergleich?

          1. Welche Zugangsmöglichkeiten zu professioneller Unterstützung haben Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in den acht Ländern? Welche Zusammenhänge sind zwischen dem Unterstützungsbedarf und der Lebensqualität der Menschen mit Demenz bzw. der pflegenden Angehörigen erkennbar?
          2. Wie gestalten sich die Kosten der Versorgung mit und ohne professionelle Unterstützung?
          3. Welche Gute-Praxis Empfehlungen lassen sich aus den Untersuchungsergebnissen generieren, um den Zugang zu professioneller Unterstützung  zu optimieren?

          Methode

          Zur Beantwortung der Fragestellungen werden unterschiedliche Methoden herangezogen und in vier inhaltlichen Arbeitspaketen (Work Packages [WP]) erarbeitet. Zudem gibt es die Arbeitspakte Projektmanagement und Verbreitung der Ergebnisse (Dissemination).

          WP1 Projektmanagement (Verantwortung Niederlande)

          •  Administration und Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen
          • Koordination und Monitoring der einzelnen inhaltlichen Arbeitsschritte 
          • Sicherstellung klarer Kommunikationswege und Aufgabenverteilungen
          • Unterstützung bei der nachhaltigen Verbreitung und Anwendung der Ergebnisse

          WP2 Zugang zu professioneller Pflege und Unterstützung in Europa (Verantwortung Deutschland)

          • Erfassen der Versorgungsstrukturen  für  zu Hause lebende Menschen mit Demenz
          • Erfassen der  Zugangsmöglichkeiten zu professioneller Pflege und Unterstützung
          • Fokusgruppen-Interviews mit Menschen mit Demenz in einem frühen Stadium der Erkrankung und ihren Hauptpflegepersonen (n= 2-4 pro Land)
          • Fokusgruppen-Interviews mit professionell Pflegenden und Mitarbeitern anderer Berufsgruppen (n=2-4 pro Land)
          •  Semi-strukturierte Einzelinterviews mit nationalen Entscheidungsträgern (n=3-5 pro Land)

          WP3 Inanspruchnahme von bzw. Verzicht auf professionelle Pflege und Unterstützung (Verantwortung Großbritannien)

          • Prospektive Kohortenstudie über einen Zeitraum von einem Jahr mit Datenerhebungen am Beginn, sowie nach 6 bzw. 12 Monaten (n= 50 Dyaden von Menschen mit Demenz und ihre Hauptpflegepersonen pro Land)
          • Qualitative Interviews im Anschluss an die Kohortenstudie (n= 10 pro Land) 

          WP4 Ökonomische Aspekte (Verantwortung Schweden)

          • Kostenanalyse der mit dem Resource Utilization in Dementia (RUD) Instrument erhobenen Daten
          • Untersuchung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen mit verschiedenen Instrumenten (EuroQol-5D, ICECAP-O, DEM-QOL, CarerQol-VAS und CarerQol-7D)
          • Erhebung weiterer beschreibender Merkmale, wie kognitive Beeinträchtigung und Verhalten (Clinical Dementia Rating Scale [CDR], Mini Mental State Examination [MMSE] und Neuropsychiatrisches Inventar [NPI])

          WP5 Best-Practice Strategien (Verantwortung Norwegen)

          • Systematische Literaturübersicht über Zugang und Nutzung von professioneller Pflege und Unterstützung in der Phase der mittelschweren Demenz
          • Anwendung der Delphi-Methode zur Ableitung von guten Zugangsmodellen zu professioneller Pflege basierend auf den Ergebnisse der Arbeitspakete 2, 3, 4
          • Abschließende Entwicklung von Empfehlungen zur Implementierung länderspezifischer Gute-Praxis Strategien

          WP 6 Dissemination (Verantwortung Irland)

          • Internetseite http://www.Actifcare.eu/
          • Öffentlichkeitsarbeit mit Pressemitteilungen, Flyern, Broschüren etc.
          • Organisation eines "think-tank" - einer "Denkfabrik" von wissenschaftlichen und klinischen Experten zum Umsetzen der Projektergebnisse
          • Einsetzen von Expertengruppen in mindestens zwei  Ländern unter Beteiligung von Serviceplanern, Politikern, sowie Menschen mit Demenz und ihren Hauptpflegepersonen
          • Bereitstellen der Ergebnisse auf den nationalen Internetseiten der Alzheimer-Gesellschaften, sowie von Alzheimer Europe
          • Initiierung eines europäischen Forschungsnetzwerkes auf dem Gebiet gesundheitsökonomischer Aspekte der Versorgung von Menschen mit Demenz (SMARD- Scientific Modelling for Alzheimer's and Related Dementias) 

          Stichworte

          Dementia (middle-stage), (in)formal care, care needs, access to health care services, quality of life, country comparison, economic evaluation.

          Demenz (mittleres Stadium), informelle/professionelle Pflege, Unterstützungsbedürfnisse, Lebensqualität, Zugang zu professionellen Angeboten, Länder-Vergleich, ökonomische Evaluation.

          Publikationen

          Cochrane Review: Interventionen zur Reduktion von freiheitseinschränkenden Maßnahmen im Krankenhaus

          Zeitraum

          • Februar 2017 – Dez. 2018 

          Leitung

          Mitarbeiter

          Partner

          • Cochrane Deutschland, Universitätsklinik Freiburg

          Förderung

          • keine externe Förderung

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Nationale und internationale Studien zeigen, dass mechanische freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM) bei der Pflege und Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen (z.B. Demenz) regelmäßig angewendet werden, trotz fehlender Belege für ihre Wirksamkeit. Daher wird eine Pflege ohne FEM international gefordert. 

          Ziel

          Ziel des Projektes ist die Erstellung einer systematischen Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von Interventionen zur Vermeidung und Reduktion von FEM im Akutkrankenhaus (ohne Einbezug von Intensivstation oder Psychiatrie). 

          Methoden

          Die systematische Übersichtsarbeit wird nach den Methoden der Cochrane Collabotation erstellt.

          Publikationen

          • Möhler R, Nürnberger C, Abraham J, Köpke S, Meyer G. Interventions for preventing and reducing the use of physical restraints of older people in general hospital settings. Cochrane Database of Systematic Reviews 2016, Issue 12. Art. No.: CD012476. DOI: 10.1002/14651858.CD012476.

          Dementia Care Nurse (Demography-oriented Care Nursing – Qualifikation für erweiterte Kompetenzen von Pflegenden zur vernetzten quartierbezogenen Versorgung von Menschen mit Demenz)

          Kurztitel

          DCN (Flyer)

          Zeitraum

          Juli 2016 - Juli 2019

          Leitung

          Mitarbeiterin

          Förderung

          • Land Sachsen-Anhalt
          • ESF (Europäischer Sozialfonds)

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Derzeit haben in Deutschland schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen eine Demenz, wobei in Prognosen davon ausgegangen wird, dass sich die Anzahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppelt. Rund drei Viertel der Menschen mit Demenz werden zu Hause versorgt. Vor dem Hintergrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnt die angemessene medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen mit Demenz an Bedeutung. Angebote, die auf eine gezielte Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen in der Häuslichkeit zielen, sind in Deutschland eher fragmentiert und selten wissenschaftlich evaluiert.

          Projektziel

          Ziele des Projektes sind die Entwicklung, Implementierung und wissenschaftliche Evaluation einer Qualifizierung zur „Dementia Care Nurse“ (DCN). Die DCN werden als Advanced Nurse Practitioner eine autonomiesichernde und familienorientierte Versorgung von Menschen mit Demenz sowie ihre pflegenden Angehörigen unterstützen. Dabei werden sie eigenständig entsprechend der Prinzipien der evidenzbasierten Pflege arbeiten. Zudem wird eine enge Kooperation der DCN mit Hausärztinnen/Hausärzten sowie weiteren Berufsgruppen angestrebt, ferner werden sie aufgrund ihrer Qualifikation auch Tätigkeiten anderer Professionen übernehmen können. 

          Infolge der zielgerichteten und kontinuierlichen Begleitung durch die DCN soll die häusliche Versorgung verlängert werden, wodurch eine Entlastung der Kommunen und der Pflegekassen erwartet wird.

          Methoden

          Die Qualifikation der DCN richtet sich zunächst an Pflegende mit Berufserfahrung, die ein Bachelor- oder Masterstudium absolvieren und Bachelor- oder Masterabsolventen/-innen. Mittels Literaturrecherche werden Best-Practice-Beispiele identifiziert und bestehende nationale und internationale Versorgungskonzepte zusammengefasst. Experteninterviews mit Hausärztinnen/Hausärzten, Psychiaterinnen/Psychiatern und Case Managern werden ebenfalls als Grundlage für die Konzeption zukünftiger Tätigkeitsfelder und erforderlicher Qualifizierungsinhalte dienen. Zudem wird die Erstellung des Curriculums durch ein multiprofessionelles Advisory Board begleitet. Die anschließende Qualifizierungsphase unterteilt sich in theoretische und praktische Module. Die Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahme wird durch eine wissenschaftliche Prozessevaluation begleitet, die Hinweise für weiteren Modellierungsbedarf der Maßnahme liefert und die Grundlage für eine Nutzenprüfung in einer späteren Studienphase legt.

          Erwartete Ergebnisse/Transferperspektiven

          Im Laufe des Jahres 2018 werden drei DCN qualifiziert, die im Rahmen der Pilotphase im südlichen Sachsen-Anhalt eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Pilotierung fließen in die Weiterentwicklung des Curriculums ein und werden veröffentlicht. Darüber hinaus wird die Beantragung einer Folgeförderung avisiert, mit welcher anschließend die Wirksamkeit, Sicherheit und Kostenwirksamkeit der Einführung der DCN überprüft werden sollen. Es wird angestrebt, die Qualifikation über die Halle School of Health Care zu verstetigen.

          Evaluation der Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation

          Kurztitel

          • EvaSIS

          Zeitraum

          • August 2016 - Juli 2017

          Leitung

          • Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann (Bremen)
          • PD Dr. Gero Langer (Halle)
          • Dr. Tanja Bratan (Karlsruhe)

          MitarbeiterInnen am Studienzentrum Halle

          Kooperationspartner

          • Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (Koordination & Studienzentrum)
          • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe (Studienzentrum)

          Förderung

          • Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV-S)

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wurden im Jahr 2013 Empfehlungen zur Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation entwickelt, die in ein Strukturmodell mündeten, welches 2014 einem ersten Praxistest unterzogen wurde. Seit dem 1. Januar 2015 startete auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigen für Pflege das Projekt zur flächendeckenden Einführung der neuen Pflegedokumentation Strukturmodell. Bis Anfang Juni 2016 registrierten sich bundesweit knapp 10.000 Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen für die Einführung des neuen Dokumentationssystems. Die Implementierung begleitend soll die Zielerreichung der neuen Pflegedokumentation auf der Grundlage der integrierten Strukturierten Informationssammlung SIS - auch im Hinblick auf die Dokumentationsqualität - wissenschaftlich evaluiert werden.

          Ziele und Fragestellungen

          In der wissenschaftlichen Evaluation der neuen Pflegedokumentation wird das Erreichen der mit der Einführung verbundenen Ziele im Kontext ambulanter und stationärer Pflege untersucht. Hierzu wird die neue Pflegedokumentation mit bisherigen Dokumentationsverfahren und zu mehreren Zeitpunkten in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen nach §71 SGB XI im Hinblick auf ihre (Aus-)Wirkungen verglichen. Einbezogen werden dabei sowohl verschiedene Evaluationsebenen als auch die von der neuen Pflegedokumentation direkt betroffenen Personengruppen.

          Im Zentrum der Evaluation steht die Überprüfung der Effizienz und der Qualität der neuen Pflegedokumentation im Zusammenhang mit dem damit verbundenen Aufwand und der Wirkungen auf die interne Qualitätssicherung sowie die externe Qualitätsprüfung unter Berücksichtigung von fachlicher Kompetenz und beruflicher Erfahrung der Pflegenden. Zudem erfolgt eine Prüfung und Bewertung der Kohärenz und Transparenz der gemäß des Strukturmodells erstellten Dokumentation im Vergleich zu bislang benutzten Pflegedokumentationssystemen.

          Die wissenschaftliche Evaluation beantwortet folgende übergreifende Fragen:

          1. Stellt die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der integrierten SIS eine geeignete Basis für Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte, übergeordnete Prüfinstanzen (MDK, Heimaufsicht) sowie Pflegebedürftige und Angehörige in Bezug auf die angestrebte Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation dar?
          2. Ist die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS aus Sicht beruflich Pflegender praktikabel und lässt sie eine sach- und fachgerechte Einschätzung von pflegesensitiven Risiken und Phänomenen zu, die auch als Grundlage für eine individuelle Pflege- und Maßnahmenplanung geeignet ist?
          3. Beachtet die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS Individualität und Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen?
          4. Ist die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS ein geeignetes Instrument zur Sicherstellung einer internen und externen Qualitätssicherung und -prüfung?
          5. Welche Stärken und Schwächen weist die neue Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS im Vergleich zu bislang benutzten Pflegedokumentationssystemen auf?
          6. Welche Problematiken ergeben sich in der direkten Umsetzung der neuen Pflegedokumentation auf der Grundlage der SIS in den Einrichtungen?
          7. Gibt es Unterschiede in Bezug auf die Fragestellung 1-6 hinsichtlich ambulanter und stationärer Einrichtungen und ihrer Beurteilung?

          Methodisches Vorgehen

          Die Evaluation folgt einer formativen Prozessevaluation. Diese erlaubt eine Untersuchung der praktischen Durchführung der Einführung der neuen Pflegedokumentation (und damit verbundener Aktivitäten, Praktiken und Prozesse) sowie der Rahmenbedingungen und bereits erfassbarer Auswirkungen. Bei den Datenerhebungen kommen standardisierten Befragungen involvierter Akteure (Einrichtungsleitungen, Pflegefachkräfte, Mitarbeiter der Heimaufsicht und des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung), Fokusgruppen-Interviews mit Pflegekräften und Prüfungsinstanzen, Interviews mit Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sowie Dokumentenanalysen von Pflegeakten zum Einsatz. In die Untersuchung eingeschlossen werden alle bei Ein-STEP registrierten Einrichtungen, die die neue Pflegedokumentation seit mindestens drei Monaten einsetzen (https://www.ein-step.de). Im Rahmen der Dokumentenanalyse wird zusätzlich eine Stichprobe der Eirichtungen, die noch nicht die neue Pflegedokumentation einsetzen, untersucht. 

          Erwartete Ergebnisse

          Die Evaluation wird zum einen Erkenntnisse über die Umstellung der Pflegedokumentation in den in die Erhebungen einbezogenen Einrichtungen sowie Erfahrungen der direkt beteiligten Akteursgruppen bereitstellen. Zum anderen werden aus diesen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für den Implementierungsprozess und die Weiterentwicklung und Optimierung der SIS abgeleitet. Konkret beinhalten die Handlungsempfehlungen Aussagen zu

          • Aspekten, die bei der Umstellung auf die neue Pflegedokumentation unter bestimmten Rahmen-bedingungen besonders zu beachten sind,
          • ggf. notwendigem Unterstützungsbedarf bei der Umstellung (z.B. hinsichtlich Schulungen, Praxisleitfäden, Bereitstellung von Informationen, etc.),
          • möglichen Ansätzen zur Verbesserung der SIS hinsichtlich des Aufbaus und der Inhalte,
          • Good-Practice Empfehlungen zum Implementierungsprozess in Pflegediensten und Pflegeheimen.

          Die Handlungsempfehlungen geben ergänzend einen Ausblick auf notwendige Veränderungen der Rahmenbedingungen zur Gewährleistung einer effektiven und effizienten Pflegedokumentation und pflegerischen Versorgung.

          Transdisziplinäre Förderung der Screening-Teilnahme bei Personen mit familiär erhöhtem Risiko für kolorektale Karzinome

          Kurztitel

          • FAMKOL

          Zeitraum

          • 03/2012 – 12/2015

          Leitung

          • Alexander Bauer

          Mitarbeiter

          • Dr. Stephanie Boese
          • Doreen Grund 
          • Madeleine Ritter-Herschbach

          Partner

          • Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Dr. Susanne Unverzagt)

          Förderung

          • Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen der Ressortforschung „Forschung im Nationalen Krebsplan“ (BMG) (Fkz NKP-332-032)

          Projektausführung

          • Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
          • 56 Klinken deutschlandweit (Stand Mai 2014)
            • Allgemeines Krankenhaus Celle 
            • Universitätsklinik Ulm
            • Diakoniekrankenhaus Mannheim
            • Universitätsklinikum Gießen und Marburg 
            • Klinikum Ludwigsburg
            • Universitätsklinikum Jena
            • Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen- Duisburg
            • Städtisches Klinikum Braunschweig 
            • Klinik Evang. Krankenhaus Kalk  -Köln
            • Städtisches Klinikum Lüneburg gemeinnützige GmbH  
            • Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer
            • Gastroenterologische Schwerpunktpraxis Völklingen
            • Klinikum Barnim GmbH-Eberswalde
            • Klinikum Stuttgart
            • Klinikum Osnabrück GmbH
            • Universitätsklinikum Erlangen
            • Krankenhaus Köln-Holweide
            • Universitätsklinikum  Bochum
            • Krankenhaus St. Marienwörth- Bad Kreuznach
            • Westküstenklinikum Heide
            • HELIOS Klinik Sangerhausen
            • Klinikum Aschaffenburg
            • Diakonissenkrankenhaus Dessau gGmbH
            • Klinikum Magdeburg gGmbH
            • Stiftung Juliusspital Würzburg
            • Evangelisches Krankenhaus Paul Gerhardt Stift Wittenberg
            • Klinikum Hanau 
            • Klinikum Lüdenscheid
            • Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh
            • Kliniken Landkreis Sigmaringen 
            • Evangelisches Diakonissenkrankenhaus Leipzig 
            • Praxis für Innere Medizin Dr. med. Regine Lange  Wittenberg
            • Helios Kliniken Schwerin
            • Klinikum Ludwigshafen
            • Klinikum Ansbach
            • Klinikum Herford
            • Klinikum Augsburg
            • Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern
            • Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle
            • Darmzentrum Klinikum Mittelbaden Baden- Baden
            • Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung Hannover
            • Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim
            • Klinikum Altenburger Land 
            • St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn
            • Johanniterkrankenhaus Bonn
            • Darmzentrum Kaufbeuren
            • Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf
            • Kreiskliniken  Reutlingen
            • Krankenhaus Friedberg
            • HELIOS Klinikum Berlin-Buch
            • Klinikum Weiden
            • Katholisches KH Erfurt
            • Elisabethstift Darmstadt
            • Krankenhaus Buchholz
            • Klinik am Bürgerpark Bremerhaven
            • Krankenhaus Hetzelstift Neustadt

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Kolorektale Karzinome (ICD-10 C18-C20) sind mit insgesamt rund 73.000 Neuerkrankungen und über 26.000 Todesfällen jährlich die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Bei Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) von Patienten mit kolorektalem Karzinom ist das Risiko, auch an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken um ein 2 bis 4faches erhöht [1]. Sie stellen damit ein Risiko- und Hochrisiko-Kollektiv dar, bei dem die Teilnahme zu Früherkennungsmaßnahmen von besonderer Bedeutung ist. Die Vorsorgekoloskopie stellt dabei ein sehr zuverlässiges Verfahren dar, um Darmkrebs in einem frühen und weitgehend heilbaren Stadium zu erkennen. Bisher nehmen aber in Deutschland über das 10-Jahres-Screeningintervall betrachtet nur etwa 20-30 % der anspruchsberechtigten Bevölkerungsgruppe diese Möglichkeit der Früherkennung wahr [2-4].

          Ziel

          Die FAMKOL-Studie zielt darauf ab, die bisherige Teilnehmerrate bei erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten an der Vorsorgekoloskopie auf 50 % zu verdoppeln. Aus den Erkenntnissen der Studie sollen evidenzbasierte Empfehlungen zur Qualitätssicherung von Informationsangeboten und Effektivitätssteigerung primärpräventiver Maßnahmen bei Darmkrebs generiert werden.

          Design und Methode

          In einer bundesweiten prospektiven, cluster-randomisierten Studie mit längsschnittlichem Design soll an überwiegend DKG-zertifizierte Darmkrebszentren (DKZ) eine nicht-ärztliche, barrierenbezogene Beratungsintervention umgesetzt werden. Insgesamt sollen 492 Verwandte ersten Grades von Patienten mit diagnostiziertem kolorektalem Karzinom in die Studie eingeschlossen werden. Jeweils 246 Patienten werden dafür den beiden Studienarmen Interventions- und Kontrollgruppe zugeordnet.

          Intervention

          Patienten der Interventionsgruppe mit kolorektalem Karzinom (Indexpatienten) und deren erstgradig Verwandten (EGV) wird eine Beratung angeboten, die von speziell geschulten Pflegekräften umgesetzt wird. Ziel der Beratung bei den Indexpatienten in den Kliniken ist es, dass sie ihren erstgradig Verwandten die Teilnahme an der Studie empfehlen sowie die Studienunterlagen übergeben. Die EGV der Indexpatienten in der Interventionsgruppe erhalten nach einer Rückmeldung im Studienzentrum eine telefonisch durchgeführte Beratung. Speziell geschultes nicht-ärztliches Personal bespricht in diesem Telefonat bisherige Barrieren bei der Inanspruchnahme einer Vorsorgekoloskopie und versucht diese abzubauen. Zusätzlich ist eine Call-in-Möglichkeit zur Studienzentrale vorgesehen.

          Endpunkte

          Primärer Endpunkt ist die Teilnahmerate an der Vorsorgekoloskopie von erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten zu erhöhen. Als sekundäre Endpunkte werden die Karzinom-/Adenomerkennungsrate, die Akzeptanz der nicht-ärztlichen Beratung zur Vorsorgekoloskopie, Barrieren der Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie, die Effektivität und Kosteneffektivität der Beratungsintervention, der Zeitversatz zwischen Beratung und Durchführung Koloskopie sowie aufgetretene Spätkomplikationen nach dem Eingriff ermittelt.

          Ergebnisse

          Es wird erwartet, dass sich der Anteil der erstgradig Verwandten von Darmkrebspatienten, die die Möglichkeit einer Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen, durch die entwickelte Beratungsintervention auf 50% verdoppelt. Infolge dessen wird erwartet, dass im untersuchten Kollektiv 8 % mehr fortgeschrittene Adenome bzw. kolorektaler Karzinome aufgedeckt werden können. Des Weiteren können durch die Erkenntnisse der Studie Faktoren identifiziert werden, die die Bereitschaft zur Vorsorgekoloskopie beeinflussen und somit Strategien zum optimalen Umgang mit diesen in der Regelversorgung abgeleitet werden. Die Erfassung des Komplikationsspektrums lässt bevölkerungsbezogene Aussagen zu Nebenwirkungen der Vorsorgekoloskopie und die Sicherheit dieser Untersuchungsmethode zu.

          Integration von geschlechtsspezifischer Medizin in die Curricula der Studiengänge der Medizinischen Fakultät

          Kurztitel

          • GenderMed

          Zeitraum                  

          • Januar – Dezember 2018

          Leitung                  

          Mitarbeiterin                  

          Förderung               

          • Hochschulpaktmittel

          Zusammenfassung:

          Hintergrund:

          Geschlechtsspezifische Medizin betrachtet Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei verschiedenen Krankheiten. Dabei wird sowohl die biologische („sex“; z. B. Reproduktionsorgane, Sexualhormone) als auch die soziokulturelle („gender“; z. B. gesellschaftliche Erwartungen, Lebensstil, Verhalten) Dimension des Geschlechts einbezogen. Beide Dimensionen tragen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Erkrankungen (z. B. kardiovaskulären, neurologischen, psychiatrischen) sowie Unterschieden im Gesundheits- und Präventionsverhalten bei. Das Angebot geschlechtsspezifischer Inhalte ist, anders als in mehreren anderen europäischen Ländern, in den medizinischen Curricula in Deutschland sehr heterogen geregelt und nur wenige Medizinische Fakultäten haben bisher geschlechtsspezifische Aspekte in die Lehre integriert. Aktuell kann daher, in Folge mangelnder geschlechtsspezifischer Kompetenzen zukünftiger Ärzte und Ärztinnen, keine geschlechtsspezifische medizinische Versorgung von Patienten und Patientinnen gewährleistet werden. Die in den letzten Jahren gewonnenen empirischen Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden z. B. in der Häufigkeit, Wahrnehmung und Ausprägung von Erkrankungen, zur Arzneimittelwirksamkeit (Verstoffwechselung, Nebenwirkungen etc.) oder dem Gesundheitsverhalten müssen systematisch in die medizinische Lehre integriert werden. 

          Projektziel:

          Ziel des beantragten Projektes ist die strukturierte Weiterentwicklung der Curricula der Medizinischen Fakultät im Hinblick auf die Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte in Lehre und Prüfung. Im Rahmen des Projektes sollen curricular verankerte Angebote in Form von Unterrichts- und Reflexionseinheiten sowie deren didaktische Beschreibung entwickelt werden. 

          Methoden:

          1. Protokoll-gestützte Literaturrecherche zu Definition, Integration, Umfang und Evaluation geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte der Curricula Medizinischer Fakultäten
          2. Strukturierte Experteninterviews mit Mitgliedern des Ärztinnenbundes bzw. durch diesen empfohlene Experten und Expertinnen 
          3. Konzeption von Lehr- und Lerneinheiten zu geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalten 
          4. Fokusgruppe mit Mitgliedern des Lehrausschusses und Vertretern bzw. Vertreterinnen der relevanten Lehrfächer zur Diskussion der Lehr- und Lerneinheiten 
          5. Ggf. Modifikation der Lehr- und Lerneinheiten und Konsentierung im Fakultätsrat
          6. Befragung der Fachbeauftragten der Fakultät zur Implementierung der Inhalte (12 Monate nach Fakultätsratsbeschluss)     

          Erwartete Ergebnisse:

          Auf Basis der Literaturrecherche und der strukturierten Experteninterviews wird ein Vorschlag zur Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte entwickelt, zur Implementierung vorbereitet (Meilenstein 1) und publiziert (Meilenstein 2). Interimistischer Erfolgsparameter des Projektes ist der Mehrheitsbeschluss im Fakultätsrat zur Integration der geschlechtsspezifischen Inhalte. Finaler Erfolgsparameter ist die erfolgte Umsetzung der Inhalte innerhalb eines Jahres nach dem Fakultätsratsbeschluss (Meilenstein 3). Die geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalte werden in den Prüfungen abgebildet und der üblichen Auswertung des Lernerfolgs unterzogen.

          Versichertenbefragung zur hausarztzentrierten Versorgung nach § 73 b SGB V

          Kurztitel

          • Hausarztprogramm

          Zeitraum

          • 01/2006 - 03/2007 

          Leitung

          • Prof.Dr. Margarete Landenberger (Projektleitung) 
          • Dr. Anke Höhne (wiss. Leitung) 

          Mitarbeiter

          • Dietmar Hobler
          • Katja Jedlitschka
          • Susanne Köbing
          • Sabine Weidlich 

          Partner

          Förderung

          • IKK gesund plus 

          Zusammenfassung

          Hintergrund 

          Die Gesundheitsreform 2004 hat die Position des Hausarztes im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung der Versicherten gestärkt (vgl. § 73b des SGB V). Alle Krankenkassen sind seitdem angehalten, sog. Hausarztprogramme anzubieten. Die von den Gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten angebotenen Programme der Hausarztzentrierten Versorgung sehen vor, dass der Hausarzt eine Lotsenfunktion in der ambulanten Gesundheitsversorgung übernimmt. Auf diese Weise sollen kostenintensive Doppeluntersuchungen sowie medizinisch nicht notwendige Facharztbesuche vermieden und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure und Einrichtungen des Gesundheitswesens (Hausarzt, Fachärzte, Krankenhaus, Heil- und Hilfsmittel) optimiert werden. Die ärztliche Betreuungspflicht soll so konzentriert und die Koordinierungsverantwortung des Hausarztes intensiviert werden. Alle Versicherten ab Vollendung des 18. Lebensjahres können, sofern die entsprechende Krankenkasse ein Hausarztprogramm anbietet, sich bei ihrer Krankenkasse durch eine Teilnahmeerklärung bei einem am Programm teilnehmenden Hausarzt am Hausarztprogramm beteiligen. Die Vorteile für die Hausärzte liegen zum einen in einer stärkeren Bindung der Versicherten an ihre Praxis und zum anderen in einer im Hausarztprogramm besser möglichen koordinierten ärztlichen Behandlung. Zudem erhöht sich das Budget pro Patient um 3 € pro Quartal, und die Hausärzte werden an der erzielten Kosteneinsparung der Kasse finanziell beteiligt. Nicht zuletzt profitieren die Hausärzte auch von den höheren Qualitätsanforderungen, die an sie selbst gestellt werden (Teilnahme an Qualitätszirkel und an speziellen Fortbildungen, Anwendung von Behandlungsleitlinien), da sie auf diese Weise auch stärker die Chance zur Mitgestaltung erhalten. 

          Für die Versicherten ergeben sich folgende Vorteile durch die Teilnahme am Hausarztprogramm: 

          • Kürzere Wartezeit in der Hausarztpraxis bei vorheriger Terminvereinbarung, 

          • Befreiung von der Praxisgebühr (bei Zahlung einer einmaligen Teilnahmegebühr am Hausarztprogramm), 

          • Koordination komplexer Behandlungen durch den Hausarzt, 

          • Ermöglichung der direkten Inanspruchnahme eines Gynäkologen, 

          • Zusatzleistungen je nach Krankenkasse (z.B. zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen). 

          Die Medienberichterstattung zu bereits laufenden Hausarztprogrammen der Krankenkassen (z.B. AOK, Barmer, GEK) zeigt, dass das Hausarztprogramm von den Versicherten sehr gut angenommen wird. Insbesondere Versicherte, die einen überdurchschnittlichen Bedarf an Leistungen haben und Haus- und Fachärzte häufiger konsultieren, haben sich in bereits laufende Hausarztprogramme eingeschrieben. 

          Fragestellung 

          Zentrale Fragestellungen des Forschungsprojektes sind: Wie wird das Hausarztprogramm durch die teilnehmenden Versicherten bewertet? Mit welcher Motivation tragen sich die Versicherten ins Hausarztprogramm ein? Nehmen die teilnehmenden Versicherten die Lotsenfunktion ihres Hausarztes wahr? Erhalten die Versicherten die Serviceleistungen, die ihnen laut Vertrag zustehen (geringe Wartezeit in der Hausarztpraxis, hochwertige qualitative Behandlung, koordinierte ärztliche Behandlung, bessere Abstimmung zwischen Hausarzt und Facharzt während der Therapie)? Halten sich die Versicherten an ihre Verpflichtungen (Aufsuchen von fachärztlicher und stationärer Behandlung grundsätzlich erst durch eine Überweisung des Hausarztes, Hausarztwechsel nur bei wichtigem Grund, stets Terminvereinbarung mit dem Hausarzt für Arztkonsultationen)? 

          Methoden 

          Die Studie wurde als schriftliche Befragung mit zwei Erhebungswellen bei einer Stichprobe der Teilnehmer am Hausarztprogramm (Interventionsgruppe, N="1".500) und bei einer Stichprobe der Nichtteilnehmer (Kontrollgruppe, N="1".500) durchgeführt. Der Rücklauf betrug 64,1 Prozent (n=962) für die Interventionsgruppe und 42,9 Prozent (n=644) für die Kontrollgruppe (1.Erhebungswelle). Durch das Design einer Wiederholungsbefragung konnten sowohl mögliche Veränderungen im Nutzungsverhalten der Versicherten als auch in der Lotsenfunktion der Ärzte erfasst werden. 

          Ergebnisse 

          Programmteilnehmer müssen im Durchschnitt kürzer auf einen Termin bei ihrem Hausarzt sowie auf das Aufrufen in der Hausarztpraxis warten als Nichtteilnehmer und profitieren überdies häufiger als die Nichtteilnehmer von der Hilfe der Hausarztpraxis bei der Vereinbarung von Facharztterminen. Bezüglich der Wartezeit in der Hausarztpraxis nach vorheriger Terminvereinbarung besteht allerdings noch Optimierungsbedarf, da nur jeder zweite Programmteilnehmer derzeit maximal 30 Minuten wartet, aber jeder zehnte Versicherte im Durchschnitt sogar länger als eine Stunde in der Praxis warten muss. Die Untersuchungsgruppen unterscheiden sich bei diesem Programmaspekt nicht gravierend voneinander, d.h. die Nichtteilnehmer müssen kaum länger in der Hausarztpraxis warten als die Programmteilnehmer. 

          Die Programmteilnehmer akzeptieren die Lotsenfunktion des Hausarztes in dem sie fachärztliche und stationäre Behandlungen häufiger als die Nichtteilnehmer am Hausarztprogramm nur nach Überweisung ihres Hausarztes in Anspruch nehmen. 

          Die Hausarztbindung und das Vertrauen zum Hausarzt sind bei den befragten Teilnehmern sehr hoch, ebenso die Zufriedenheit mit der Hausarztzentrierten Versorgung. 

          Ältere und chronisch kranke Versicherte sowie Frauen entscheiden sich überproportional häufig für das Hausarztprogramm. Der stärkste Anreiz für die Teilnahmebereitschaft stellt unter den verschiedenen Teilnahmeaspekten die finanzielle Einsparung bei der Praxisgebühr dar. 

          Diskussion 

          Die Ergebnisse der Versichertenbefragung stellen für die Krankenkasse eine Evaluation des von ihnen angebotenen Hausarztprogrammes dar, die ihnen Hinweise auf erfolgreiche, aber auch auf optimierungsbedürftige Einzelregelungen der Hausarztzentrierten Versorgung gibt. Die Ergebnisse können beispielhaft als Grundlage für eine Erhebung der Zufriedenheit der Versicherten mit der Hausarztzentrierten Versorgung auch bei anderen Krankenkassen gelten, die bereits Hausarztprogramme initiiert haben oder planen. 

          Publikationen

          Download 

          Informieren – diskutieren – die Zukunft skizzieren 

          Am 30.9.2016 fand der Fachtag im Halleschen Saal der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, Halle (Saale) zum Abschluss des Forschungsprojekts statt, das den Titel führte: "Präferenzen und Defizite in der hebammenrelevanten Versorgung aus Sicht der Schwangeren, Mütter und Hebammen“.

          Vorstellung der InterBALANCE-Studie: Prophylaxe der Chemotherapie induzierten peripheren Polyneuropathie durch interaktive Bewegungstherapie

          Kurztitel

          • InterBALANCE

          Zeitraum

          • Juni 2016 – Mai 2018

          Leitung

          • Dr. med. Franziska Jahn

          Mitarbeiter

          Partner

          • Arbeitsgruppe Supportive Therapie, Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV/UKH (apl. Prof. Dr. Karin Jordan)
          • Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie/UKH (Dr. med. Berit Jordan)
          • Labor für Experimentelle Orthopädie und Sportmedizin/UKH (apl. Prof. Dr. phil. René Schwesig, Dr. phil. Andreas Lauenroth)
          • Department Sportwissenschaft, MLU (Prof. Dr. Andreas Lau)
          • Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Dr. Susanne Unverzagt)

          Förderung

          gefördert im Wilhelm-Roux-Programm (Modul TIF) (FKZ: 30/11).

           

          Projektausführung

          Fünf Rekrutierungskliniken am Universitätsklinikum Halle (Saale)

          • Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV
          • Klinik und Poliklinik für Gynäkologie
          • Universitätsklinik  und Poliklinik für Strahlentherapie
          • Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I
          • Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Die Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN) ist eine häufige Nebenwirkung einer Tumorbehandlung mit neurotoxischen Therapeutika. Die Folgen einer CIPN reichen von Schmerzen, über Funktionsverluste bis zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Höhergradige CIPN kann außerdem dosislimitierend für eine wirksame onkologische Therapie sein. 

          Standardisierte prophylaktische Maßnahmen oder kausale Therapieansätze stehen für die CIPN nicht zur Verfügung. Im Rahmen der nicht medikamentösen Therapie stellt das sensomotorische Training (SMT) eine vielversprechende Option dar, denn insgesamt konnte ein positiver Effekt zur Behandlung der Polyneuropathie unterschiedlicher Genese durch eine Bewegungstherapie belegt werden. Inwiefern ein Training sensorischer Qualitäten und Gleichgewichtstraining zur Prophylaxe dienlich ist, ist derzeit ungeklärt. Es scheint aber sinnvoll, den CIPN bedingten Einschränkungen durch ein gezieltes SMT vorzubeugen um konsekutiv auftretende, zusätzliche motorische Störungen zu minimieren. Das SMT auf dem Wii Balanceboard stellt durch den virtuell-spielerischen Kontext mit einem ständigen visuellen Feedback und einem hohen motivierenden Charakter eine vielversprechende Alternative zum klassischen SMT dar.

          Ziel

          Es soll untersucht werden, ob bei Tumorpatienten mit hohem Risiko für eine CIPN durch ein prophylaktisches sensomotorisches Training im Vergleich zu keiner Prophylaxe die sensorische Polyneuropathie verhindert bzw. ihr Schweregrad reduziert werden kann.

          Design und Methode

          Vorgesehen ist eine dreiarmige, randomisierte, kontrollierte Studie. In fünf Kliniken des UKH werden mindestens 60 geeignete Patienten rekrutiert. Eingeschlossen werden Tumorpatienten mit einem hohen Risiko für CIPN. Ausschlusskriterien sind u.a. eine relevante Störung der Pallästhesie sowie eine vorbestehende PNP. 

          Zur Feststellung der Wirksamkeit der Bewegungstherapie werden die für die Studie definierten Zielgrößen zu drei Messzeitpunkten, vor Interventionsbeginn (Baseline=T1), direkt nach Abschluss der Intervention (T2= Hauptmesszeitpunkt, 12 Wochen nach Baseline) und 4 Wochen nach Abschluss der Intervention (T3, 18 Wochen nach Baseline) erfasst.

          Intervention

          Geeignete Patienten werden zufällig einer von zwei Interventionsgruppen (SMT Standard oder SMT via Wii) sowie der Kontrollgruppe zugeteilt. Patienten beider Interventionsgruppen trainieren über einen Zeitraum von 12 Wochen im UKH zweimal wöchentlich mit einer Dauer von ca. 20 Minuten. Die Kontrollgruppe erhält die Standardversorgung.

          Endpunkte

          Als primärer Outcome-Parameter wurde die CIPN- spezifische Lebensqualität (QLQ-CIPN 20) als Patient reported Outcome ausgewählt. Ergänzend dazu wird, wie von der EORTC empfohlen, die globale Lebensqualität der Krebspatienten über den EORTC QLQ- C30 abgefragt. Die speziellen Parameter einer schmerzhaften Neuropathie werden über den Pain- Detect Fragebogen durch die Betroffenen eingeschätzt.

          Parallel dazu erfolgt eine ausführliche Diagnostik der sensorischen Funktion mit Prüfung der Tiefensensibilität, Ästhesie, Algesie, Alldynie und Thermästhesie und der motorischen Funktion. Hier werden Trophik und Muskeleigenreflexe untersucht und auch Koordinationstests durchgeführt. Motorische und sensible Nervenleitgeschwindigkeit und Elektromyographie komplettieren die neurologische Spezialdiagnostik. Darüber hinaus werden über die Posturographie Körperschwankungen bei der Haltungs- und Gleichgewichtsregulation gemessen.

          Ergebnisse

          Erwartet werden Erkenntnisse zu dem potentiellen Nutzen eines sensomotorischen Trainings zur Prophylaxe der CIPN. Ziel ist der Nachweis einer klinisch relevanten Differenz von 10 Punkten zwischen den Sportinterventionsgruppen und der Kontrollgruppe in der CIPN-bezogene Lebensqualität (EORTC-QLQ-CIPN20).

          Verbesserung der Lebensqualität und sozialer Teilhabe von Personen mit Gelenkkontrakturen in Pflegeheimen: Entwicklung und Pilotierung einer multifaktoriellen Intervention

          Kurztitel

          Zeitraum

          • Mai 2014 bis November 2016

          Leitung

          • Prof. Dr. Gabriele Meyer
          • Prof. Dr. Eva Grill (LMU München)
          • Dr. Martin Müller (LMU München)

          Mitarbeiterinnen

          • Katrin Beutner
          • Dr. Susanne Saal
          • Hanna Klingshirn (LMU München)
          • Ralf Strobl (LMU München)

          Partner

          • Ludwig-Maximilians-Universität München

          Förderung

          • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fkz.: 01GY1327B)

          Mehr Details finden Sie hier: JOINTCON-IMPROVE

          Hintergrund und Fragestellung

          Die freie Beweglichkeit der Extremitäten ist eine Voraussetzung für Mobilität und Autonomie im Alter. Gelenkkontrakturen sind Einschränkungen der vollen Beweglichkeit eines Gelenks aufgrund von Fehlbildung, Inaktivität und Schmerzen. Sie stellen häufige Probleme von gebrechlichen älteren Menschen und insbesondere von Bewohnern von Pflegeeinrichtungen da. Trotz ihrer weitreichenden Konsequenzen sind Gelenkkontrakturen sowohl im stationären Setting als auch in der häuslichen Pflege bislang nur wenig untersucht. Vor allem über den Einfluss von Gelenkkontrakturen auf das Wohlbefinden, die Aktivitäten und die soziale Teilhabe älterer Menschen ist wenig bekannt. Da diese Aspekte für die Betroffenen jedoch von besonderer Bedeutung sind, sollten präventive, therapeutische und rehabilitative Interventionen vor allem die kontrakturbedingten Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten und der Teilhabe fokussieren. Interventionen, die lediglich auf die Funktionsverbesserung einzelner Gelenke abzielen, wie Stretching, passive Bewegung oder Lagerung, zeigten bisher nur geringe Effekte. 

          Ziel

          Ziel der Studie ist es, eine multifaktorielle Intervention zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit, insbesondere der sozialen Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität, von älteren Menschen mit Gelenkkontrakturen in Pflegeheimen zu entwickeln und anschließend in einer Pilotstudie hinsichtlich Wirksamkeit und Machbarkeit zu testen.

          Methoden

          Um dieses Ziel zu erreichen, folgt die Studie dem Framework des UK Medical Research Council zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen:

          Schritt 1: Identifikation von Interventionszielen

          Zur Identifikation der Interventionsziele wird ein grafisches Modell erstellt, welches Zusammenhänge und komplexe Interaktionen zwischen einzelnen Variablen herausstellen soll. Die anhand der grafischen Modellierung identifizierten Interventionsziele werden in einem Experten-Delphi-Survey validiert, ggf. ergänzt und einer Priorisierung unterzogen. Um auch die Patientenperspektive zu berücksichtigen, werden die Ergebnisse des Experten-Surveys anschließend in einer Fokusgruppe mit Patienten und ihren Angehörigen diskutiert.

          Schritt 2: Identifikation und Entwicklung der Interventionskomponenten

          Eine systematische Literaturrecherche soll Interventionen, die die im Schritt 1 identifizierten Ziele adressieren, aufzeigen. Die Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche werden nationalen und internationalen Experten vorgelegt, um daraus gemeinsam die potentiellen Interventionsbestandteile zusammenzustellen. Im Anschluss daran wird eine multifaktorielle Intervention zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit, insbesondere der sozialen Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität, von älteren Menschen mit Gelenkkontrakturen in Pflegeheimen entwickelt.

          Schritt 3: Pilotierung der komplexen Intervention 

          In einer Pilotstudie wird die entwickelte Intervention auf ihre Machbarkeit geprüft. Durch die Anwendung entsprechender Ergebnisparameter soll die Schätzung von Effektmaßen für die anschließend geplante Cluster-randomisierte kontrollierte Studie ermöglicht werden.

          Stichworte

          Gelenkkontraktur, Pflegeheim, Aktivität und Partizipation

          Downloads

          Potenzialanalyse zur Prävention von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen bei älteren Menschen im akut-stationären Setting

          Kurztitel

          • KatHI

          Zeitraum

          • 06/2015 - 05/2016

          Leitung

          • Dr. Steffen Fleischer

          Mitarbeiter/-innen

          • Marion Burckhardt, M.Sc GPW
          • Dr. Almuth Berg

          Förderung

          • Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Wilhelm-Roux-Programm)

          Zusammenfassung

          Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen zählen zu den häufigsten nosokomialen Infektionen und bilden deshalb einen klinischen Versorgungsbereich mit hoher Relevanz. Zur Reduktion von Harnwegsinfektionen müssen wirksame Strategien identifiziert, implementiert und evaluiert werden, um einen patientenorientierten und leitliniengerechten Umgang mit Blasenverweilkathetern sicherzustellen.

          Gegenstand des Projektes ist die Erstellung einer Potenzialanalyse zur Prävention von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen bei älteren Menschen im akut-stationären Setting mit dem Ziel, gemäß dem geforderten Vorgehen des UK Medical Research Council eine fundierte Ausgangsbasis im Modeling-Prozess einer komplexen pflegerischen Intervention zu erhalten.

          Die Erstellung der Potenzialanalyse gliedert sich in 3 Module:

          Modul 1:

          Aufbereitung der verfügbaren Evidenz zur Identifikation geeigneter Interventionen zur Reduktion Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen bei älteren Menschen

          methodisches Vorgehen: Scoping Review

          Modul 2: 

          Erhebung grundlegender Daten zur bestehenden Versorgungslage in Deutschland

          methodisches Vorgehen: postalisches Survey

          Modul 3: 

          Identifikation und Begründung von Interventionen und Interventionskomponenten, die einen substantiellen Beitrag für eine Verbesserung der Routineversorgung versprechen

          methodisches Vorgehen: vergleichende Analyse der inhaltlichen und methodischen Ergebnisse des Scoping Reviews (Modul 1) mit der empirischen Datenbasis (Modul 2)

          Lost in Translation? Bestandsaufnahme der pflegewissenschaftlichen Implementierungsforschung in Deutschland und Europa

          Kurztitel

          • LiT

          Zeitraum

          • 07/2015 - 05/2016

          Leitung

          • Dr. Steffen Fleischer

          Mitarbeiter/-innen

          • Astrid Bastian, M.Sc GPW

          Förderung

          • Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Berlin

          Zusammenfassung

          Der Transfer gesundheits- und pflegewissenschaftlicher Evidenz in die Praxis erfolgt meist zufällig und zeitlich stark verzögert. Kein oder ein später Eingang von geprüften Wissensbeständen in die Gesundheitsversorgung ist insofern problematisch, da dadurch Empirie zur Verbesserung der Versorgungssituation und –ergebnisse nicht zu dem Zeitpunkt, ab dem sie zur Verfügung steht, wirksam werden kann. Die Implementierung von Studienergebnissen als zielgerichteter, geplanter Prozess stellt somit einen wichtigen Teil der Versorgungsforschung dar und rückt zunehmend in den Fokus der Pflegewissenschaft. Gegenstand dieses Projektes ist die Erstellung eines Scoping Reviews zur Darstellung von Institutionen in Deutschland und Europa mit Schwerpunkt in der Implementierungsforschung, den bisherigen Implementierungsbestrebungen von Interventionen in Deutschland sowie Modellen zur Förderung des Praxistransfers.

          Die Erstellung der Scoping Reviews gliedert sich in 3 Module:

          Modul 1: 

          Maximal sensitive Datenbankrecherche nach Autoren, die Beiträge zur Implementierungs­forschung publiziert haben. Identifikation von Institutionen über Autorennamen und Eruierung der Forschungsschwerpunkte über die jeweiligen Homepages.

          Modul 2: 

          Systematische Literaturrecherche nach Interventionen, die in den Pflegesettings in Deutschland (quasi-)experimentell durchgeführt wurden und strukturierte Befragung der korrespondierenden Autoren zu den Disseminations- und Implementierungsaktivitäten in Bezug auf ihre Intervention.

          Modul 3:

          Literaturrecherche nach publizierten Rahmenmodellen/Empfehlungen für die Implementierung von (Pflege-)Forschung in die Versorgungspraxis sowie Skizzierung der Modelle und Zusammenstellung methodischer Publikationen zu den Rahmenmodellen/ Empfehlunge

          Entwicklung einer komplexen Intervention zur Vermeidung und Reduktion von freiheitseinschränkenden Maßnahmen im Krankenhaus

          Kurztitel 

          • MARAH

          Zeitraum

          • Juni 2016 – Mai 2018 

          Leitung

          Mitarbeiter

          Partner

          • Universitätsklinik Halle (Saale), Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
          • Dr. med. Rüdiger Neef
          • Dr. med. Katharina Bolte

          Förderung

          Wilhelm-Roux-Programm zur Nachwuchs- und Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM) wie Bettgitter oder Gurte in Stuhl oder Bett werden regelmäßig in deutschen Pflegeeinrichtungen angewendet, obwohl wissenschaftliche Belege für ihre Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Gleichzeitig ist die Anwendung von FEM mit negativen Folgen wie Mobilitätseinschränkungen und verminderten Wohlbefinden für die Patientinnen und Patienten verbunden. Für die stationäre Langzeitpflege liegen bereits verschiedene Studien vor, die Interventionen zur Vermeidung oder Reduktion von FEM entwickelt und evaluiert haben. Für Akutkrankenhäuser stehen solche Studien in Deutschland derzeit noch aus.

          Ziel

          Das Ziel dieser Studie ist die Entwicklung und Pilotierung einer komplexen Intervention zur Vermeidung oder Reduktion von FEM speziell für Akutpflegesettings in Deutschland. 

          Methoden

          Die Intervention wird nach dem Modell zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen des englischen Medical Research Councils (MRC) erstellt. Auf Basis systematischer Literaturrecherchen und in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale) wird eine an die Anforderungen des Zielsettings und der Zielgruppe angepasste Intervention entwickelt und auf Praktikabilität hin überprüft. Anschließend wird die Umsetzbarkeit der Intervention in einer Pilotstudie  untersucht.

          Erwartete Ergebnisse

          Durch die Pilotierung können Hinweise für eine eventuell notwendige Anpassung und Veränderung der Intervention gewonnen werden. Im Anschluss an die Entwicklung und Pilotierung soll die Intervention im Rahmen einer experimentellen Studie auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

          Nachverfolgung von Rehabilitationsempfehlungen im Rahmen der Pflegebegutachtung

          Kurztitel

          • Nachverfolgung von Rehabilitationsempfehlungen

          Zeitraum: 

          • Januar 2019- September 2019

          Kooperationsvorhaben mit dem Institut für Rehabilitationsmedizin

          Leitung (Teilprojekt IGPW)

          Mitarbeiterin

          Förderung

          • GKV-Spitzenverband

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Die bundeseinheitliche Einführung des optimierten Begutachtungsstandards (OBS) zur Beurteilung rehabilitativer Bedarfe im Rahmen der Pflegebegutachtung im Jahr 2015 führte zu einem Anstieg von Rehabilitationsempfehlungen, die Versicherten im Zuge der Beantragung von Pflegeleistungen ausgesprochen wurden. Es hat sich gezeigt, dass etwa 40 % der Versicherten mit einer Rehabilitationsempfehlung einer Antragstellung auf medizinische Rehabilitation zustimmen und insgesamt etwa jede vierte Empfehlung in einer in Anspruch genommenen Rehabilitationsleistung mündet. Vor dem Hintergrund dieses Antrags- und Inanspruchnahmeverhaltens hat der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen das Projekt „Nachverfolgung von Rehabilitationsempfehlungen im Rahmen der Pflegebegutachtung“ in Auftrag gegeben.

          Ziel- und Fragestellung

          Ziel dieses Projektes war es, die Gründe der fehlenden Zustimmung von Versicherten zur Rehabilitationsempfehlung in Folge einer Pflegebegutachtung sowie Gründe des Nichtantritts einer bewilligten Rehabilitationsleistung zu eruieren. Folgende zentrale Forschungsfragen wurden dazu bearbeitet:

          (1) Welche Faktoren beeinflussen, ob die im Rahmen der Pflegebegutachtung ausge-sprochenen Rehabilitationsempfehlungen in einen Antrag auf Leistung zur medizinischen Rehabilitation nach § 14 SGB IX i.V.m. § 31 Abs. 3 SGB XI münden? und

          (2) Welche Faktoren beeinflussen, ob die aus einer Pflegebegutachtung resultierenden, bewilligten Rehabilitationsmaßnahmen tatsächlich vom Versicherten in Anspruch genommen werden?

          Methodik

          Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden leitfadengestützte Experten*inneninterviews mit Gutachter*innen der Medizinischen Dienste, mit Sachbearbeiter*innen und Teamleiter*innen der Pflege- und Krankenkassen sowie mit Pflegeberater*innen der Pflegekassen durchgeführt. Mit Aus-nahme der Gutachter*innen der Medizinischen Dienste, die mehrheitlich persönlich vor Ort interviewt wurden, fanden die Interviews telefonisch statt. Die Datenauswertung erfolgte mithilfe der Analysesoftware MAXQDA nach der Methode der systematischen Textverdichtung.

          Ergebnisse

          Im Zeitraum von April bis Juni 2019 wurden Expert*inneninterviews mit insgesamt 56 Mitarbeiter*innen aus fünf Medizinischen Diensten (n=12), zehn Pflegekassen (n=21) und elf Krankenkassen (n=23) durchgeführt. Für die Zustimmung der Versicherten zur Rehabilitationsempfehlung und damit für die Auslösung eines Antrages auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (Forschungsfrage 1) spielen aus Sicht der Prozessakteur*innen neben soziodemografischen und persönlichkeitsbezogenen Merkmalen sowie gesundheitlichen und finanziellen Aspekten insbesondere rehabilitationsbezogene Erwartungen, Ängste und Präferenzen der Versicherten eine Rolle. Versichertenseitige Wünsche beziehen sich dabei vor allem auf die Rehabilitationsform, eine bestimmte Klinik, den Ort bzw. die Region, eine Begleitperson oder die Verfügbarkeit von Einzelzimmern. Ebenfalls von Bedeutung sind die häusliche Bindung der Versicherten und die Unterstützung ihres sozialen Netzwerks. Einflussfaktoren einer Antragsauslösung, die sich aus dem Bearbeitungsverfahren ergeben, beziehen sich im Wesentlichen auf die unzureichende rehabilitationsbezogene Information und Beratung der Versicherten entlang des gesamten Leistungsprozesses sowie die Einbindung in den Entscheidungsprozess. 

          Einflussfaktoren auf die tatsächliche Inanspruchnahme bewilligter medizinischer Rehabilitationsleistungen (Forschungsfrage 2) sehen die Prozessakteur*innen vor allem in einem zwischenzeitlich veränderten, insbesondere (akut) verschlechterten Gesundheitszustand der Versicherten sowie in Diskrepanzen zwischen den bewilligten Rehabilitationsleistungen und den rehabilitationsbezogenen Wünschen der Versicherten. Zu diesem Zeitpunkt können auch verfahrensseitige Faktoren dazu führen, dass Diskrepanzen entstehen und nicht aufgelöst werden können. Darüber hinaus haben Angehörige offenbar einen großen Einfluss auf die Entscheidung der Versicherten eine Rehabilitation in Anspruch zu nehmen.

          Schlussfolgerungen

          Die generierten Hypothesen zu Versichertenmotiven der (Nicht-)Inanspruchnahme empfohlener Rehabilitationsleistungen sowie zu verfahrensseitigen Einflussfaktoren dienen als Grundlage für Empfehlungen, um die Begutachtungs- und Beratungsprozesse bei Versicherten mit einer Rehabilitationsindikation gezielter adressieren zu können. Zusätzlich sind auch verfahrensexterne Aspekte wie eine nicht flächendeckend verfügbare rehabilitative Angebotsstruktur für die betrachtete Zielgruppe zu berücksichtigen.

          Abschlussbericht (pdf Download 1,11 MB)

          Integration von geschlechtsspezifischer Medizin in die Curricula der Studiengänge der Medizinischen Fakultät

          Kurztitel

          • GenderMed

          Zeitraum                  

          • Januar – Dezember 2018

          Leitung                  

          Mitarbeiterin                  

          Förderung               

          • Hochschulpaktmittel

          Zusammenfassung:

          Hintergrund:

          Geschlechtsspezifische Medizin betrachtet Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei verschiedenen Krankheiten. Dabei wird sowohl die biologische („sex“; z. B. Reproduktionsorgane, Sexualhormone) als auch die soziokulturelle („gender“; z. B. gesellschaftliche Erwartungen, Lebensstil, Verhalten) Dimension des Geschlechts einbezogen. Beide Dimensionen tragen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Erkrankungen (z. B. kardiovaskulären, neurologischen, psychiatrischen) sowie Unterschieden im Gesundheits- und Präventionsverhalten bei. Das Angebot geschlechtsspezifischer Inhalte ist, anders als in mehreren anderen europäischen Ländern, in den medizinischen Curricula in Deutschland sehr heterogen geregelt und nur wenige Medizinische Fakultäten haben bisher geschlechtsspezifische Aspekte in die Lehre integriert. Aktuell kann daher, in Folge mangelnder geschlechtsspezifischer Kompetenzen zukünftiger Ärzte und Ärztinnen, keine geschlechtsspezifische medizinische Versorgung von Patienten und Patientinnen gewährleistet werden. Die in den letzten Jahren gewonnenen empirischen Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden z. B. in der Häufigkeit, Wahrnehmung und Ausprägung von Erkrankungen, zur Arzneimittelwirksamkeit (Verstoffwechselung, Nebenwirkungen etc.) oder dem Gesundheitsverhalten müssen systematisch in die medizinische Lehre integriert werden. 

          Projektziel:

          Ziel des beantragten Projektes ist die strukturierte Weiterentwicklung der Curricula der Medizinischen Fakultät im Hinblick auf die Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte in Lehre und Prüfung. Im Rahmen des Projektes sollen curricular verankerte Angebote in Form von Unterrichts- und Reflexionseinheiten sowie deren didaktische Beschreibung entwickelt werden. 

          Methoden:

          1. Protokoll-gestützte Literaturrecherche zu Definition, Integration, Umfang und Evaluation geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte der Curricula Medizinischer Fakultäten
          2. Strukturierte Experteninterviews mit Mitgliedern des Ärztinnenbundes bzw. durch diesen empfohlene Experten und Expertinnen 
          3. Konzeption von Lehr- und Lerneinheiten zu geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalten 
          4. Fokusgruppe mit Mitgliedern des Lehrausschusses und Vertretern bzw. Vertreterinnen der relevanten Lehrfächer zur Diskussion der Lehr- und Lerneinheiten 
          5. Ggf. Modifikation der Lehr- und Lerneinheiten und Konsentierung im Fakultätsrat
          6. Befragung der Fachbeauftragten der Fakultät zur Implementierung der Inhalte (12 Monate nach Fakultätsratsbeschluss)     

          Erwartete Ergebnisse:

          Auf Basis der Literaturrecherche und der strukturierten Experteninterviews wird ein Vorschlag zur Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte entwickelt, zur Implementierung vorbereitet (Meilenstein 1) und publiziert (Meilenstein 2). Interimistischer Erfolgsparameter des Projektes ist der Mehrheitsbeschluss im Fakultätsrat zur Integration der geschlechtsspezifischen Inhalte. Finaler Erfolgsparameter ist die erfolgte Umsetzung der Inhalte innerhalb eines Jahres nach dem Fakultätsratsbeschluss (Meilenstein 3). Die geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalte werden in den Prüfungen abgebildet und der üblichen Auswertung des Lernerfolgs unterzogen. 

          Optimierung der Therapieüberleitung von der stationären zur ambulanten Gesundheitsversorgung nach Schlaganfall

          Kurztitel

          Zeitraum

          • 05/2014 - 04/2015

          Leitung

          • Dr. Susanne Saal

          Mitarbeiter

          • Melanie Müller
          • Wissenschaftliche Hilfskräfte

          Partner

          • OA Dr. med. Tobias Müller, Oberarzt der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Halle
          • PD Dr. med. habil. Kai Wohlfarth, Direktor der Klinik für Neurologie, BG-Kliniken Bergmannstrost
          • Prof. Dr. med. Farsin Hamzei, Chefarzt der Neurologie, Moritz Klinik GmbH & CO. KG Bad Klosterlausnitz
          • Dr. med. Carsten Clewing, Chefarzt der Neurologie, Saale Reha-Klinikum Bad Kösen, Klinik II

          Förderung

          • Martin-Luther-Universität, Medizinische Fakultät, Nachwuchsförderung (NWF) der Wilhelm-Roux-Förderung

          Zusammenfassung

          Hintergrund und Fragestellung

          Die Rückkehr nach Hause ist für viele Menschen nach Schlaganfall und deren Familien mit Ungewissheit und der Sorge verbunden, wie sich der Alltag mit der Krankheit bewältigen lässt und wie es mit notwendigen Therapien weitergeht. Die Schnittstelle zwischen stationärer Therapie und nachfolgender ambulanter Weiterbehandlung von Schlaganfallerkrankten wird sowohl aus Perspektive von Patienten, stationären Behandlern als auch durch niedergelassene Hausärzte, Physio- und Ergotherapeuten derzeit als nicht zufriedenstellend angesehen.  

          Ziel

          Die Studie hat das Ziel, Ursachen für die aktuellen Tendenzen der Fehlversorgung mit ambulanten Therapieleistungen zu Beginn der ambulanten Gesundheitsversorgung zu identifizieren und mögliche Maßnahmen einer optimierten Therapieüberleitung systematisch zu beschreiben. In einem zweiten Schritt soll darauf aufbauend eine Intervention zur Verbesserung der Therapieüberleitung modelliert werden. 

          Methoden

          Eine systematische Literaturrecherche und -analyse ermittelt in einem ersten Schritt (potentiell) wirksame Maßnahmen der Therapieüberleitung. In Experteninterviews werden mit Ärzten als auch im Rahmen von Gruppendiskussionen mit weiteren beteiligten Therapieberufen wie Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden Erfahrungen zu begünstigenden Faktoren und Barrieren der Therapieüberleitung sowie der ambulanten Heilmittelversorgung identifiziert. Zur Beschreibung von Versorgungsverläufen in den Versorgungspfaden „Entlassung aus der Akutklinik in die Häuslichkeit“ bzw. „Entlassung aus der medizinischen Rehabilitation in die Häuslichkeit“ erfolgt eine standardisierte mündliche Befragung von 360 Schlaganfallpatienten bei denen ein fortgesetzter Therapiebedarf besteht. 

          Stichworte

          • Versorgungsforschung
          • Therapieüberleitung 
          • Schlaganfall

          Literaturstudie zu Dokumentationserfordernissen aus pflegewissenschaftlicher, juristischer und pflegepraktischer Sicht

          Kurztitel

          • Pflegedoku

          Zeitraum

          • 01/2014 - 09/2015

          Leitung

          • Prof. Dr. Johann Behrens

          Mitarbeiter

          • Dr. Steffen Fleischer

          Partner

          • Hochschule für angewandte Wissenschaften München (Prof. Astrid Herold-Majumdar)
          • Evangelische Hochschule Freiburg (Prof. Thomas Klie)
          • Institut für Qualitätssicherung in der Pflege e.V. (Dr. Thomas Carey)

          Förderung

          • Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP)

          Zusammenfassung

          Literaturstudie mit Darlegung des aktuellen Literatur- und Forschungsstandes, bei der folgende Themenbereiche und Fragestellungen berücksichtigt werden:

          1. Das Dokumentationsmindestmaß in der stationären Altenpflege aus pflegewissenschaftlicher Sicht

          • Welche Inhalte sind aus professioneller (pflegefachlicher) Sicht tatsächlich zu dokumentieren?
          • Ausgangspunkt sind aktuelle Erkenntnisse der nationalen und internationalen Pflegewissenschaft.
          • In welchem Umfang sind die jeweiligen Inhalte zu dokumentieren?

          2. Das Dokumentationsmindestmaß in der stationären Altenpflege aus juristischer Sicht, wobei nur die Rechtslage in Deutschland berücksichtigt wird:

          • Welche pflegerischen Dokumentationen sind aus gesetzlichen Gründen erforderlich?
          • Welche pflegerischen Dokumentationen sind aufgrund der aktuellen Rechtsprechung im Rahmen des Haftungsrechtes, Strafrechtes, Leistungsrecht und Ordnungsrecht erforderlich? (Zu berücksichtigen ist hierbei insbesondere: „nicht alles was aufgeschrieben wird, wurde auch durchgeführt. Problematik: „Schein-Rechtssicherheit“)
          • In welchem Umfang sind die jeweiligen Inhalte zu dokumentieren?
          • Zu berücksichtigen ist nur die Rechtslage in Deutschland

          3. Das Dokumentationsmindestmaß in der stationären Altenpflege aus pflegepraktischer Sicht, wobei nur die nationalen Erkenntnisse berücksichtigt werden:

          • Welche dokumentierten Inhalte sind für eine Pflegeeinrichtung  zur reibungslosen Durchführung der Pflege erforderlich?
          • Anforderungen an eine Pflegedokumentation, welche ein effizientes Arbeiten ermöglichen, sind zu belegen.
          • In welchem Umfang sind die jeweiligen Inhalte zu dokumentieren?

          Pflege im Quartier - heute und morgen

          Kurztitel 

          • Pflege im Quartier

          Zeitraum 

          •  15. Nov. 2018 – 14. Nov. 2019

          Leitung

          Mitarbeiter: 

          Förderung: 

          • Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. an der Martin-Luther-Universität

          Zusammenfassung:

          Die Lebenssituationen, insbesondere von älteren und pflegebedürftigen Menschen, gestalten sich in Städten und Gemeinden sehr differenziert und erfordern spezielle Betrachtungsweisen. Im Vordergrund stehen der Erhalt der Selbstständigkeit und die Verbesserung der Lebensqualität, trotz Beschwerden und Einschränkungen. Die Zielstellung des Projektes Pflege im Quartier – heute und morgen ist, eine generationsübergreifende und alter(n)sgerechte Quartiersentwicklung, am Beispiel der Kommune Zörbig, zu gestalten und zu verstetigen. Im Rahmen des Projektes erfolgt eine sozialräumliche Analyse zur Identifikation der Quartiere und Beschreibung der örtlichen Strukturen. Die Interessen und Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger werden durch Lebensraumbefragungen und Quartiersbegehungen erfasst und einbezogen. Eine Stakeholderanalyse ergänzt diese Betrachtung aus der Perspektive verschiedener Akteure und Professionen. Die Ergebnisse dieser Arbeitsschritte werden genutzt, um Handlungsfelder und Maßnahmen zu entwickeln, welche in die Erstellung eines Handlungsleitfaden für die Kommune Zörbig einfließen. Erreicht werden soll, dass passgenaue Strukturen geschaffen, Angebote etabliert und vernetzt werden sowie eine Stärkung der Quartiere durch interprofessionelle Zusammenarbeit erfolgt. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger wird vor allem der Verbleib in der Häuslichkeit bzw. im Quartier unter Nutzung wohnortnaher Versorgungsangebote unabhängig von Lebensalter und Gesundheit beabsichtigt. 

          Weiterführender LINK

          Pflegende Angehörige bedarfsgerecht unterstützen

          Zeitraum 

          • Mai 2017- April 2018

          Leitung

          • Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer

          Mitarbeiterinnen

          Partner

          • AOK Sachsen-Anhalt

          Förderung

          • Finanzierung durch AOK Sachsen-Anhalt

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Ausgangslage für das Projekt ist die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt mit zunehmenden Herausforderungen für die Weiterentwicklung von Pflege- und Versorgungsstrukturen bei gleichzeitig steigendem Pflegebedarf. Im Pflegereport 2016 des AOK-Bundesverbandes wird auf die fortbestehende Notwendigkeit familiärer Pflege verwiesen. Diese erfolgt oft im sogenannten „Versorgungsmix“, einem typischen Zusammenspiel von formellen und informellen Hilfen, das sich wesentlich von anderen europäischen Pflege- und Versorgungssystemen unterscheidet. Eine zentrale Frage in der Weiterentwicklung dieses Versorgungsmix bezieht sich auf die Stabilisierung familiärer Pflege. Um passgenaue und individuelle Unterstützungsangebote unterbreiten zu können, ist es unabdingbar, die Situation pflegender Angehöriger genau zu kennen.

          Ziel 

          Die Situation pflegender Angehöriger, die ohne professionelle Unterstützung pflegen, soll betrachtet werden, um individuelle und bedarfsgerechte Beratungs- und Unterstützungsangebote unterbreiten und den Zugang dazu erleichtern zu können. Es soll untersucht werden, welche Belastungen sie angeben sowie welche Unterstützungsmöglichkeiten gewünscht, akzeptiert und tatsächlich genutzt werden. Langfristig sollen die Erkenntnisse in die individuelle Pflegeberatung der AOK einfließen und der Angebotsentwicklung in den Regionen durch verschiedene Akteure auf der kommunalen Ebene und der weiteren Angebotsvernetzung dienen.

          Methode

          Zur Einschätzung der Belastungssituation werden standardisierte Beratungsgespräche durchgeführt. Dazu wurden Literaturrecherchen zum aktuellen Forschungsstand erstellt, welche die spezifischen Belastungen von pflegenden Angehörigen, Gründe der Nichtinanspruchnahme professioneller Unterstützung, sowie geeignete Assessmentinstrumente ermittelten. Die Kurzversion der Häuslichen Pflege-Skala wurde ausgewählt und durch weitere, die Situation pflegender Angehöriger beschreibende Fragen ergänzt. Der Fragebogen enthält zusätzlich Hinweise für die Pflegeberater/innen der AOK, um entsprechend der vorliegenden Belastungssituation passgenaue Unterstützungsangebote unterbreiten zu können. Zur Durchführung werden die Pflegeberater/innen entsprechend geschult, die Befragung mit pflegenden Angehörige im Großraum Halle sowie im Burgenlandkreis durchführen zu können. Die Intervention wird in einer Nachbefragung auf ihre Wirkung überprüft. Handlungsempfehlungen zur Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Routineversorgung der AOK Sachsen-Anhalt werden anschließend daraus entwickelt. 

          Erwartete Ergebnisse

          Erwartet werden Erkenntnisse zur Belastungssituation pflegender Angehöriger in Sachsen-Anhalt, die bisher keine professionelle Unterstützung nutzen. Neue Erkenntnisse werden außerdem zu den Gründen der Nichtinanspruchnahme professioneller Hilfen gewonnen. Erkenntnisse zur Wirkung individueller Beratung zu passgenauen Unterstützungsangeboten sollen der Verbesserung der regelhaften Pflegeberatung der AOK Sachsen-Anhalt dienen.

          Versorgung, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität nach proximaler Femurfraktur

          Kurztitel

          • ProFem

          Zeitraum

          • April 2017 bis März 2020

          Leitung des Projektteams Halle

          Mitarbeiterinnen

          • Marion Baltes, M.A.
          • Juliane Blessin, M.Sc.
          • Dr. Astrid Stephan

          Konsortialpartner

          Förderung

          • Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (Förderkennzeichen: 01VSF16043)

          Mehr Details finden Sie hier:  https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/profem-versorgung-funktionsfaehigkeit-und-lebensqualitaet-nach-proximaler-femurfraktur.42

          Zusammenfassung

          In der älteren Bevölkerung führen Stürze häufig zu Oberschenkelhalsbrüchen. Diese proximalen Femurfrakturen (PFF) stellen prognostisch einschneidende Ereignisse dar, die nicht selten mit der Sorge der Betroffenen verbunden sind, nach dem Ereignis pflegebedürftig zu werden. Weniger als die Hälfte der Betroffenen erhalten eine weiterführende Behandlung, was ein Hinweis auf Versorgungslücken ist. 

          Im Rahmen des Studienvorhabens ProFem, Versorgung, Lebensqualität und Funktionsfähigkeit nach proximaler Femurfraktur, wird zum einen eine Bestandsaufnahme der Versorgungssituation unternommen. Zum anderen werden die von den Betroffenen berichteten Angaben zu Lebensqualität, Funktionsfähigkeit sowie sozialer Teilhabe im Verlauf analysiert. 

          Durch die Verknüpfung von Daten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit Daten aus einer persönlichen Befragung von Versicherten sollen speziell vulnerable Subgruppen mit besonderem Versorgungsbedarf identifiziert und genauer untersucht werden. Schlussendlich können die Projektergebnisse zur Weiterentwicklung von Leitlinien beitragen und die Routineversorgung im Sinne zielgruppenspezifischer Versorgungsangebote passgenauer ausrichten. 

          Perspektivisch kann die Versorgungsqualität durch eine verbesserte Umsetzung bestehender oder modellhafter alternativer Versorgungsmodelle optimiert werden. So würden Lebensqualität verbessert, Funktionsfähigkeit und Partizipation betagter Menschen nach PFF erhalten und Kosten durch vermeidbare Pflegebedürftigkeit und unnötige Krankenhausaufenthalte reduziert werden.

          Hintergrund

          PFF sind häufige Ereignisse in der betagten Bevölkerung. In Deutschland behielten um das Jahr 2000 rund 50% der Betroffenen Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit, 15% wurden neu in ein Pflegeheim aufgenommen. Obwohl postoperative Programme positive Effekte zeigten, erhielten mehr als 60% keine weiterführende Behandlung, was für Versorgungslücken spricht.

          Neben Versorgungsprozessen sind patientenberichtete Outcomes wie Lebensqualität, Funktionsfähigkeit und soziale Teilhabe bei älteren Menschen nach PFF ebenfalls wenig erforscht. Subgruppen, die durch besonders schlechte klinische und patientenberichtete Outcomes charakterisiert sind und potentiell eine intensivere Versorgung benötigen, sind bislang nicht identifiziert.

          Ziele

          Durch die individuelle Verknüpfung von Befragungsdaten und Krankenkassendaten sollen folgende Ziele adressiert werden:

          1. Beschreibung des Leistungsgeschehen / der Versorgungssituation nach PFF in der betagten Bevölkerung 

          2. Zusammenhängende Untersuchung patientenberichteter Outcomes nach PFF 

          3. Identifizierung von Subgruppen, die durch besonders schlechte klinische und patientenberichtete Outcomes charakterisiert sind und potentiell eine intensivere Versorgung benötigen; Indikatoren zur Identifizierung dieser Subgruppen zu definieren, so dass diese angesprochen und gezielt adäquater Versorgung zugewiesen werden können; Formulierung eines Algorithmus für die GKV (case finding)

          4. Ableitung von Maßnahmen, die künftig eine zielgruppengerechtere und damit auch effizientere Gestaltung der Versorgung ermöglichen (Erhöhung der Lebensqualität Betroffener und Reduktion von Kosten durch Vermeidung von Pflegebedürftigkeit und Hospitalisierung).

          Fragestellungen

          Folgende spezifische Fragestellungen werden im Projektverlauf bearbeitet

          1. Wie gestaltet sich die Versorgungssituation nach proximaler Femurfraktur (PFF) in der betagten Bevölkerung? Wie werden spezifische Behandlungsmaßnahmen (z.B. geriatrische Rehabilitation, Schmerzbehandlung) an den Schnittstellen der Versorgung umgesetzt?
          2. Wie stellen sich klinische (Hospitalisierung, Pflegebedürftigkeit) und patientenberichtete Outcomes (Lebensqualität, Funktionsfähigkeit, insbesondere soziale Teilhabe) nach PFF im Verlauf dar? Was sind klinische und soziodemographische Prädiktoren (Komorbidität, soziale Lage, insbesondere soziale Unterstützung) hierfür?

          3. Welche Subgruppen weisen schlechte Outcomes auf (z.B. zu Hause lebende Menschen mit geringer sozialer Unterstützung, Komorbidität und hoher Leistungsinanspruchnahme)? Lassen sie sich mit einem Algorithmus im Sinne eines case findings identifizieren? 

          Methode

          Es handelt sich bei ProFem um eine populationsbezogene prospektive Beobachtungsstudie auf Basis von Krankenkassendaten (AOK Rheinland/Hamburg mit 2,9 Millionen Versicherten) und bei Versicherten erhobenen Primärdaten, die individuell verknüpft werden. Im Bundesland Nordrhein-Westfahlen werden über einen Zeitraum von 12 Monaten konsekutiv 700 zufällig ausgewählte Versicherte mit PFF in die Studie aufgenommen. Primärdatenerhebungen sind 3 Monate nach Ereignis (persönliches Interview), 6 Monate nach Ereignis mittels postalischer Befragung und 12 Monate nach dem Ereignis (wiederum persönliches Interview) geplant. Zudem werden jeweils 12 Monate retrospektiv und prospektiv Krankenkassendaten der teilnehmenden Versicherten erhoben und mit den Selbstangaben verknüpft. 

          Erwartete Ergebnisse

          Inhaltlich ist die Identifikation relevanter Schnittstellenprobleme zwischen der Krankenhausbehandlung und der weiterführenden Versorgung in den verschiedenen Sektoren, und die Bestimmung vulnerabler Gruppen, die in zielgruppenspezifischen Versorgungsmodellen behandelt werden sollten, zu erwarten. 

          Methodisch werden die Verknüpfung von Primär- und Sekundärdaten sowie die Entwicklung von Algorithmen zur Identifikation spezifischer Patientengruppen vorangetrieben. Damit wird ein Rollenmodell erarbeitet, das auf andere gesundheitliche Probleme und Settings übertragen werden kann.

          Queer im Alter - Öffnung der Altenhilfeeinrichtungen für die Zielgruppe LSBTI

          Kurztitel:

          • Queer im Alter

          Zeitraum:

          • Sept. 2019 bis Dezember 2019

          Leiterin:

          Projektmitarbeiter:

          Förderung:

          • AWO - Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.

          Zusammenfassung:

          Entwicklung eines Fortbildungscurriculums mit Coaching-Konzept zur Öffnung der Altenhilfeeinrichtungen für die Zielgruppe LSBTI. Es enthält auf Grundlage eines kompetenzbasierten Ansatzes die Konzeption von kombinierbaren und angeleiteten Fortbildungsmodulen. Es soll so konzipiert sein, dass es für unterschiedliche Gruppengrößen und Zusammensetzungen (aus den Beschäftigungsgruppen Pflege, Betreuung, Hausdienste und Sozialdienste der Altenhilfe) geeignet ist.

          Entwicklung einer interaktiven, mediengestützen Bildungs- und Beratungsintervention sowie handlungsfeldbezogener Interventionsmaßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung im Setting stationäre Pflegeeinrichtung

          Kurztitel

          • SaluPra

          Zeitraum

          • März 2017 - September 2018

          Wissenschaftliche Projektleitung Teilprojekte IGPW:

          Mitarbeiter/-innen (Teilprojekte IGPW)

          Partner

          • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Center für lebenslanges Lernen (C3L)

          Förderung

          • Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Mit dem Präventionsgesetz (PrävG) erging an die Pflegekassen ein erweiterter Präventionsauftrag zur Gesundheitsförderung bei Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern. Das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Verband der Ersatzkassen (vdek) und der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg soll dazu beitragen, stationäre Pflegeeinrichtungen im Aufbau und in der Ausgestaltung von gesundheitsfördernden ganzheitlichen Strukturen für die Bewohnerinnen und Bewohner zu unterstützen. 

          Die Grundlage bildet hierbei der vom GKV-Spitzenverband entwickelte Leitfaden zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen, in welchem aus den Zielen der nationalen Präventionsstrategie die entsprechenden Präventionsziele für die stationäre Pflege abgeleitet und gleichzeitig fünf Handlungsfelder definiert wurden: Ernährung, körperliche Aktivität, kognitive Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Gewalt.

          Ziel

          Die im Rahmen des Verbundvorhabens am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft bearbeiteten Teilprojekte haben das Ziel, Konzepte zu Maßnahmen und Interventionen im Sinne der Verhältnis- und Setting-basierten Verhaltensprävention für die Handlungsfelder „Kognitive Ressourcen“ und „Psychosoziale Gesundheit“ zu analysieren und zu entwickeln. Mit deren Hilfe sollen konkrete Strategien und Beratungsangebote für stationäre Pflegeeinrichtungen erarbeitet werden.

          Methodisches Vorgehen

          Mittels einer vorgelagerten Reviewstudie werden präventive und gesundheitsfördernde Interventionen im Rahmen des §5 SGB XI für Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen hinsichtlich der beiden Handlungsfelder ermittelt und analysiert. 

          Die in der Reviewstudie identifizierten Maßnahmen bilden die Grundlage für die Entwicklung:

          a) eines Bildungsangebotes für Pflegende in stationären Pflegeeinrichtungen sowie 

          b) eines Qualifizierungskonzeptes für Multiplikator/-innen, die Implementierungsprozesse initiieren und begleiten.

          Beide Fortbildungsmaßnahmen werden in einer Pilotphase implementiert und in Hinblick auf Durchführbarkeit und Umsetzung der vermittelten Inhalte evaluiert.

           Stichworte

          • Prävention
          • Pflegeheim
          • Bildungs- und Beratungsintervention
          • Kognitive Ressourcen
          • Psychosoziale Gesundheit

          Pressemitteilung (Link)

          https://www.medizin.uni-halle.de/index.php?id=2882&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5743&cHash=51afc5aba3b146750189bf7a34e6eab4

          Studieren mit Kind an der Universitätsmedizin Halle

          Kurztitel

          • Studieren mit Kind

          Zeitraum

          • Januar 2018 – April 2019

          Leitung

          Mitarbeiterin

          Förderung

          • Hochschulpaktmittel

          Zusammenfassung

          Hintergrund

          Seit 2009 ist die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem Zertifikat audit familiengerechte hochschule ausgewiesen. Das Zertifikat wird Hochschulen und Universitäten verliehen, die sich durch ein familienfreundliches Engagement und eine nachhaltige familienbewusste Studien- und Personalpolitik auszeichnen.

          Die Vereinbarung von Studium und Elternschaft stellt jedoch gerade im Medizinstudium eine besondere Herausforderung dar. Eine geringe Flexibilität in der Studienorganisation (bspw. durch weitgehende Anwesenheitspflicht, feste Kurse und fehlende Möglichkeiten zum Nachholen einzelner Veranstaltungen oder Prüfungen) sowie der unklare Umgang mit Fehlzeiten aufgrund der Erkrankung eines Kindes sind nur einige Probleme, mit denen sich studierende Eltern der Universitätsmedizin konfrontiert sehen.

          Vor dem Hintergrund des grundsätzlichen Gleichbehandlungsgebotes soll potenziellen Benachteiligungen aufgrund individueller Lebenslagen, wie die Elternschaft, vorgebeugt werden. Dazu sind neben speziellen Beratungsangeboten für studentische Eltern sowie einer familien- bzw. kinderfreundlichen Ausstattung (Wickel- und Stillräume, mobile Laufgitter) insbesondere ein Verständnis und Problembewusstsein auf Seiten der Lehrenden und Lehrverantwortlichen sowie deren Bereitschaft zur Entwicklung flexibler Lösungen für Studierende mit Kind bzw. Kindern erforderlich.

          Ziel

          Das Ziel des Vorhabens besteht in der Entwicklung und Bereitstellung einer Online-basierten Ressource zum Thema Studieren mit Kind an der Medizinischen Fakultät der MLU. Mit diesem Internetangebot werden alle relevanten Informationen für studierende Eltern rund um das Studium der Medizin, Zahnmedizin und Gesundheits- und Pflegewissenschaft gebündelt zur Verfügung gestellt. Übergeordnetes Projektziel ist die Förderung und Weiterentwicklung familienfreundlicher Studienbedingungen.

          Methodisches Vorgehen

          Zunächst werden die Bedarfe und Bedürfnisse Studierender mit Kind an der Universitätsmedizin Halle mittels Fokusgruppendiskussion exploriert. In einem gemeinsamen Workshop relevanter fakultätsinterner und –externer Akteure der MLU sollen exemplarische, den Bedürfnislagen der studierenden Eltern entsprechende Lösungen generiert werden. Nach Entwicklung eines Gesamtkonzeptes wird dieses in ein internetbasiertes Informationsangebot zur Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft übersetzt. In der Pilotphase wird das Internetangebot mit studierenden Eltern der Studiengänge Medizin, Zahnmedizin und Gesundheits- und Pflegewissenschaft (geplant: n=20) erprobt und ggf. optimiert. Die Dissemination der Informationsressource erfolgt inner- und außerfakultär in den einschlägigen Gremien der MLU.

          Stichworte

          • Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft
          • familienfreundliche Hochschule
          • Internet-basiertes Informationsangebot

          Sächsische Regionaldialoge zur Pflege

          Zeitraum

          • 01.09.2018 - 31.10.2019

          Projektleitung

          Mitarbeiter/-in

          Förderung

          • Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (Subkontrakt; in Kooperation mit Ramboll Management Consulting GmbH)

          Hintergrund

          Fachliche Beratung und Begleitung der Konzipierung und Durchführung von Sächsischen Regionaldialogen zur Pflege in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Aufgaben u. a. Themenauswahl und -bearbeitung für die Regionaldialoge, Akquise von Expert/innen für die Regionaldialoge über fachliche Netzwerke, eigene Expertinnenbeiträge (z. B. Referentin/Diskussionspartnerin/Moderation) bei ausgewählten Regionaldialogen, Akquise von studentischen Hilfskräften für die Durchführung und Dokumentation der Veranstaltungen. Unterstützung bei der nachhaltigen Implementierung (z. B. Schulung von Multiplikatoren/innen), Teilnahme an ausgewählten Präsenz-/Telefonterminen im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz sowie fachlich-strategische Beratung.

          Ermittlung von „Grundlagen zur Vorbereitung der Vergütungsverhandlungen im SGB V – HKP und SGB XI für den Zeitraum nach 2017“

          Kurztitel

          • Zeiterfassung

          Zeitraum

          • 01.05.2016 bis 31.07.2016

          Leitung

          • Prof. Dr. Gabriele Meyer

          Mitarbeiter/-innen

          • Dr. rer. medic. Steffen Fleischer
          • Dipl.-Soz. Melanie Müller

          Förderung

          • Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V.

          Zusammenfassung

           

          Für die Vorbereitung der Vergütungsverhandlungen zwischen dem Diakonischen Amt Radebeul und den Kostenträgern im SGB V – HKP und SGB XI für den Zeitraum nach 2017 sollte eine Ermittlung der Zeitwerte für pflegerische Maßnahmen sowie der Wegezeiten von ambulanten Pflegediensten der Diakonie Sachsen vorgenommen werden. Zum einen wurden hierfür Zeitmessungen durch das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Pflegediensten der Diakonie Sachsen durchgeführt und zum anderen fand eine statistische Auswertung vorliegender SNAP-Daten aus dem Jahr 2015 statt.