Digitalisierung in der Medizin – Curriculum für die ärztliche Weiterbildung (CÄWIN)

Die Digitalisierung in der Medizin ist ein fundamentaler Wandlungsprozess, der die Gesundheitsversorgung verändert und die Rolle der Ärztinnen und Ärzte zukünftig immer stärker beeinflussen wird. Herausforderungen, wie die wachsenden Bedarfe einer alternden Gesellschaft, der Zunahme an chronisch Kranken und den begrenzten Behandlungskapazitäten aufgrund des Fachkräftemangels, können vom Einsatz digitaler Technologien profitieren. Big Data ermöglicht neue und bessere Therapiekonzepte. Künstliche Intelligenz wird die ärztliche Entscheidungsfindung unterstützen. Telemedizin bietet die Chance, medizinisches Wissen nicht nur räumlich, sondern auch sektorübergreifend besser zu nutzen. Web-basierte Informationsportale, Apps, Mess- und Assistenzsysteme ermöglichen eine intensivere Einbindung von Patientinnen und Patienten in die Behandlung ihrer Erkrankung. Auch politisch wird zunehmend der Einsatz digitaler Technologien geebnet und geregelt. Der Entwurf der neuen Approbationsordnung hat bereits Themen wie Datennutzung und digitale Anwendungen als Lehrinhalte für die Medizinausbildung aufgenommen. In der ärztlichen Weiterbildung wird Digitalisierung jedoch bisher nicht adressiert.

Ziel von CÄWIN ist es daher, ein Curriculum zu entwickeln, welches diese Veränderungen aufgreift und Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung grundlegende Kompetenzen der Digitalisierung vermittelt. Dazu gehören neben dem Erwerb von technischen und rechtlichen Grundlagen auch die Sensibilisierung für ethische Aspekte sowie die kritische Reflektion von Risiken und Chancen dieses Veränderungsprozesses für den ärztlichen Berufsalltag.

Aufbauend auf die bestehende Weiterbildungsstruktur am DELH, soll CÄWIN in das modulare Weiterbildungsangebot integriert werden. Über Kooperationsverträge soll das Curriculum ebenso für umliegende Kliniken zugänglich gemacht werden. Zudem wird eine Zertifizierung als ärztliche Fortbildung über die Landesärztekammer angestrebt.

Das Projekt wird durch den Stifterverband gefördert.

Laufzeit des Projekts: Oktober 2020 – Dezember 2021