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03.06.2016

Bündnis gegen Depression – Öffentliche Auftaktveranstaltung am 8. Juni 2016


Depressionen zählen zu den häufigsten und hinsichtlich ihres verursachten Leidens auch am stärksten unterschätzten Erkrankungen. Derzeit sind in Deutschland etwa vier Millionen Menschen betroffen. Nach wie vor führt fehlendes Wissen oftmals dazu, dass trotz geeigneter Therapieangebote viele der depressiv Erkrankten unbehandelt oder ohne angemessene Behandlung bleiben. An dieser Stelle will das „Bündnis gegen Depression“ in Sachsen-Anhalt ansetzen. Die Wissensvermittlung über Depression und ihre Therapiemöglichkeiten ist eines der Anliegen des Bündnisses.

Am Mittwoch, 08. Juni 2016, beginnt um 16:00 Uhr die öffentliche Auftaktveranstaltung im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Universitätsplatz 11). Organisiert wird die Veranstaltung durch die Universitätsklinik und Poliklinik für Psychotherapie, Psychotherapie und Psychsosomatik. Mehrere Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion erlauben es – sowohl dem Fachpublikum als auch interessierten Laien – einen Überblick über Depression und das Bündnis zu gewinnen. 

Interview mit Prof. Dr. Dan Rujescu, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine ernstzunehmende, sehr häufig auftretende Erkrankung, welche ausgeprägtes Leiden verursacht. Sie kann unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Stellung auftreten. Eine Depression ist durch einige Kernsymptome charakterisiert: Gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse und Freude sowie reduzierter Antrieb. Zusätzlich treten häufig Schlafstörungen, negative und pessimistische Zukunftsgedanken, Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, veränderter Appetit, eine geringere Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit sowie Lebensüberdruss und im schlimmsten Fall auch Suizidhandlungen auf.

Häufig fällt es Betroffenen krankheitsbedingt schwer, Entscheidungen zu treffen und Emotionen wie Freude oder manchmal auch Trauer zu empfinden. Hinzukommen kann das Gefühl persönlich versagt zu haben oder das Gefühl der Ausweglosigkeit. Nicht vernachlässigt werden dürfen körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Gewichtsveränderungen.

Wie entsteht eine Depression?

Für die Entstehung einer Depression gibt es Erklärungsmodelle auf verschiedenen Ebenen. So unterschiedlich wie die Symptome der Erkrankung, so verschieden können auch die Auslöser der Depression sein. Man weiß jedoch, dass Depressionen als das Ergebnis vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren auftreten. Es sind sowohl körperlich-biologische als auch psychosoziale Ursachen an der Entstehung der Depression beteiligt. 
 Von der biologischen Seite her wird davon ausgegangen, dass der Stoffwechsel einiger Botenstoffe im Gehirn beim Auftreten von Depression aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Übertragung von Impulsen zwischen Nervenzellen und den dafür notwendigen Botenstoffen, so genannten Neurotransmittern wie Serotonin, kann verändert sein. Dieser Umstand wirkt sich auf Gefühle und Gedanken von Betroffenen aus. Auch eine genetische Komponente bei der Krankheitsentstehung ist gut belegt. Auf der psychosozialen Seite sind u.a. negative Lebenserfahrungen und Verlusterlebnisse von Bedeutung. Ebenfalls können anhaltende Überbelastung und psychischer Druck oder gravierende Änderungen der Lebenssituation zur Entstehung der Erkrankung beitragen.

Ist eine Depression behandelbar?

Eine Depression lässt sich gut behandeln! Entsprechend der verschiedenen Ursachen gibt es auch verschiedene Maßnahmen, die in der Behandlung zum Tragen kommen. Hervorzuheben sind dabei die nachfolgenden drei Säulen. Pharmakotherapie spielt bei der Behandlung der Depression eine wichtige Rolle Die heute verwendeten Medikamente sind gut verträglich und machen nicht abhängig. Der zweite Behandlungspfeiler ist die Psychotherapie. Sie widmet sich besonders psychologischen Aspekten wie zum Beispiel der Neubewertung, negativen Gedanken und Veränderungen. Der dritte Pfeiler ist die Soziotherapie. Hier wird positiver Einfluss auf die Lebensumstände der Patienten genommen.

Wo finden Betroffene Hilfe?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass bei Ihnen oder einem Angehörigen eine Depression vorliegen könnte, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Hausarzt darüber. Dieser ist auch für psychische Erkrankungen eine erste Anlaufstelle und kann gegebenenfalls eine Überweisung zum Facharzt und/oder Psychotherapeuten mit Ihnen besprechen.

Was ist das Bündnis gegen Depression Sachsen-Anhalt und was will es erreichen?

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Nahezu jeder Fünfte erkrankt mindestens einmal in seinem Leben an einer Depression. Die enorme Bedeutung des Krankheitsbildes ist gesellschaftlich noch immer unterschätzt und nicht ausreichend anerkannt. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Bündnis gegen Depression Sachsen-Anhalt“ initiiert. Es kooperieren hierbei verschiedenste Berufsgruppen und Institutionen, neue Mitglieder sind sehr herzlich willkommen.

Mit der Gründung des Bündnisses möchten wir die Gesellschaft für die Thematik Depression sensibilisieren und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ziele sind die Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen, der Abbau von Vorurteilen gegen Depression und ihre Behandlung sowie die Reduktion von Suiziden.