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10.09.2013

Teilnahme der Mukoviszidose-Patienten und Mukoviszidose-Förderverein am Mitteldeutschen Marathon


 

Dass der Mitteldeutsche Marathon (MDM) nicht nur ein Lauf der Profis und Hochleistungssportler ist, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Außer den Klassikern Marathon und Halbmarathon werden auch kürzere Disziplinen angeboten und neben Laufeinsteigern und Kindern sind selbst Rollstuhlfahrer aktiv mit dabei.

Ein Novum dürfte es aber gewesen sein, Teilnehmer, die krankheitsbedingt Flüssigsauerstoff benötigen, anfeuern zu können. So geschehen am vergangenen Sonntag, wo erstmals, durch den Mukoviszidose-Förderverein Halle initiiert, Mukoviszidose-Patienten der CF-Ambulanz Halle am Lauf teilnahmen. In Laufpatenschaft mit den Basketballern des Universitätssportvereins (USV), den Rhinos, die seit einem Jahr aktiv den Mukoviszidose-Förderverein Halle und unsere CF-Patienten unterstützen, waren sieben Patienten unserem Aufruf gefolgt und nahmen zusammen mit den Basketballern, ihren Angehörigen und Mitgliedern des Mukoviszidose-Fördervereins den Zehntelmarathon in Angriff. Allen voran Daniela Hellner, unterstützt durch „Rhinos“ und die Fördervereinsvorsitzende Heike Grasse als Träger des Flüssigsauerstoffes, begleitet von Mutter, Ehemann und Sohn. Die zarte, kleine Frau schaffte jedoch „nur“ die Schnupperrunde von 1,3 km Länge. Selbst dies stellt für sie eine enorme Leistung dar, ist doch ihre Lungenfunktion hochgradig eingeschränkt, so dass sie dauerhaft auf zusätzlichen Sauerstoff über ein mobiles Sauerstoffystem angewiesen ist. Aus diesem Grund ist sie in Hannover zur Lungentransplantation gelistet. Um während der Wartezeit zur Transplantation, die bei rückläufiger Spenderbereitschaft durchaus mehrere Jahre dauern kann, einem drohenden Muskelabbau entgegen zu wirken, ist sie innerhalb ihrer Möglichkeiten auch zu Hause sportlich aktiv. Dort erfährt sie Unterstützung und Anerkennung durch ihre Familie und Physiotherapeuten. Das ist gut so und wichtig, doch was sie am Sonntag erleben durfte an Begeisterung und Anteilnahme, dürfte alles bisher Erlebte in den Schatten gestellt haben.

Bereits der Start in der großen Gruppe mit den Rhinos in den einheitlichen grünen Trikots sorgte für Freude und Herzklopfen. Zusammen mit den Rhinos, Mitgliedern des Fördervereins, Behandlern, Freunden und Angehörigen war es wohl für alle mitlaufenden Patienten ein unvergessliches Erlebnis. Angefangen bei der kleinen Leonie, die mit ihren neun Jahren als CF-Jüngste zwei Stadtrunden schaffte, dem sportlichen Studenten, dem Handball-spielenden Physiotherapeuten und dem 35-jährigen Sven Meissner. Sven Meissner ließ es sich trotz zunehmender Atemnot von seiner neben ihm her laufenden und ihn sorgend beobachtenden Mukoviszidoseärztin, Frau Dr. Wollschläger, nicht ausreden, auch die letzte, dritte, Stadtrunde, wenn auch mit Sauerstoff, und damit den vollen Zehntelmarathon zu laufen.

Wir alle, Patienten, Angehörige, Rhinos, Förderer und Behandler haben am Sonntag zum Mitteldeutschen Marathon etwas erleben dürfen, was verbal oft strapaziert, hier aber gelebt wurde: Integration kranker Menschen in die Gemeinschaft, Unterstützung und Anteilnahme durch fremde Menschen. Stolz und Zuversicht in die eigene Leistung werden noch lange nachwirken.

Mit unserer Teilnahme am Mitteldeutschen Marathon hoffen wir Aufmerksamkeit und Wahrnehmung des Krankheitsbildes Mukoviszidose in der Öffentlichkeit zu erreichen, denn die Probleme, die diese jungen Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit aufgrund ihrer chronischen Erkrankung im Alltag, speziell auch während der Ausbildung und, falls dies überhaupt möglich ist, beim Einstieg ins Berufsleben, haben, sind nicht unerheblich. Viele Erfolge im Kampf gegen die fortschreitende Krankheit und für ein sinnvolles, erfülltes Leben sind Ergebnis eines zähen Ringens, von Disziplin und Überwinden von Hindernissen durch das eigene Ich. Dass selbst unter ungünstigen gesundheitlichen Bedingungen Erfolge erzielt werden können, haben unsere Patienten eindrucksvoll bewiesen. Wir hoffen, mit unserem Beispiel auch anderen chronisch Kranken Hoffnung und Motivation gegeben zu haben, nicht aufzugeben und das unmöglich Erscheinende in Angriff zu nehmen.

Der Mukoviszidose-Förderverein Halle e.V.

Der gemeinnützige Verein macht es sich zur Aufgabe, mukoviszidosekranken Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie ihren Angehörigen bei der Bewältigung ihrer krankheitsbedingten, familiären und sozialen Problemen zu unterstützen. Außerdem fördert er das Mukoviszidose-Zentrum des Universitätsklinikum Halle (UKH) auf dem Gebiet der Mukoviszidose-Forschung. Mitglied des Mukoviszidose-Fördervereins kann jeder werden, der die bestehenden Ziele und Interessen fördern und unterstützen möchte. Schirmherr des Vereins ist der Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt Holger Stahlknecht [http://www.muko-halle.de]

Mukoviszidose-Zentrum Halle (Saale)

Das Mukovsizidose-Zentrum Halle (Saale) am Universitätsklinikum versorgt in enger Kooperation zwischen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Dr.Nick Merkel/Dr.Ulrike Issa) und der Klinik für Innere Medizin I (Dr. med. Bettina Wollschläger) Patienten aller Altersstufen. Im Rahmen der Qualitätssicherung nimmt das Zentrum an den bundesweiten Dokumentations-, Benchmark-, und Zertifizierungs-Aktivitäten aktiv teil. Ansprechpartner sind: Kinderklinik Frau Dr. Issa, Erwachsenenambulanz Innere Medizin I Schwester Angelika Rackwitz, Frau Dr. Wollschläger.

 

Foto: Zieleinlauf (Daniela Hellner mit Mutter, 2 Rhinos und der Fördervereinsvorsitzenden Frau Grasse)                                                                                                                               © A.Weise Photographie

Text: Innere Medizin I