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14.02.2005

40 Jahre im Dienste der Patienten


„Ich bin über mich hinausgewachsen“, zieht Waltraud Jansen Bilanz ihrer 40-jährigen Tätigkeit am Klinikum der Medizinischen Fakultät der  Martin-Luther-Universität Halle. Als sehr junge Schwester an das Haus gekommen ist sie heute Fachleitung Pflegedienst des Zentrums für Innere Medizin. Eine Kariere, die sie so eigentlich gar nicht machen wollte. „Ich bin Schwester mit Leib und Seele.“ Lieber stünde sie am Bett der Patienten. Doch ihre berufliche Entwicklung führte sie auch in das Pflegemanagement. Schnell wurde sie stellvertretende Stationsschwester auf der damaligen Infektionsstation, bald Stationsschwester – auch wenn sie sich weiterhin um die Kranken kümmerte, kamen andere Tätigkeiten hinzu. „Ich war die erste Stationsschwester in der Klinik, die so jung war, aber schon zwei Kinder hatte und verheiratet war.“ Auch die Position einer stellvertretenden Oberschwester habe sie eigentlich nicht gewollt. „Ich habe aber die Notwendigkeit eingesehen“. Und so wuchs sie mit ihren Ämtern. „Ich knie mich in die Aufgaben hinein.“ Sie verlangt viel von sich und sagt offen: „Ich bin ehrgeizig.“ Nicht nur, um sich, sondern auch um andere voranzubringen. „Nur was sie sich selbst abverlangt, ist sie bereit, auch von anderen zu fordern“, stellt Pflegedirektorin Diplomkrankenschwester Ingrid Horn fest. Die Haltung bringe ihr hohe Akzeptanz und Wertschätzung bei allen ihr unterstellten Mitarbeitern in der Pflege, aber auch von allen anderen Berufsgruppen, besonders den Ärzten, die mit ihr im Universitätsklinikum zusammenarbeiten. Verantwortung und das Führen der Mitarbeiter bestimmten die 40-jährige Tätigkeit von Waltraud Jansen, die auch stellvertretende Pflegedirektorin ist. Das Team sei ihr in all den Jahren stets besonders wichtig gewesen. „Die Mannschaft bedeutet mir sehr viel.“ Dabei stellt sie klar, dass sie deutliche Anweisungen gibt, sich aber auch auf ihre Mitarbeiter verlassen kann und muss. Die Arbeit auf den Stationen der Klinik für Innere Medizin müsse auch ohne sie gut laufen.
Hunderte Krankenschwestern - und seit dem Ende der 70er Jahre auch Pfleger - wurden durch sie während der Ausbildung begleitet. Doch die Zahl der Patienten geht in die Tausende. „Es waren unendlich viele.“ An die erste erinnert sich die Krankenschwester noch sehr genau. Während ihrer Ausbildung im Diakonie-Krankenhaus in Halle hielt sie eine Sitzwache am Bett einer schwer kranken Bildhauerin. „Das war schon überwältigend für mich, diese Verantwortung zu tragen.“ bekennt sie.
Im Februar 1965 fing die damals 19-jährige Krankenschwester auf der Infektionsstation des Universitätsklinikums an. Sie hatte eine große Ehrfurcht vor dem Beruf einer Krankenschwester: „Ich habe mich damals schon gefragt, ob ich das alles kann.“ Sie konnte. „Unsere Strategie war, dass jeder versorgt werden muss, denn der nächste Patient könnte auch ein Verwandter sein.“ Tränen habe es aber dennoch hin und wieder gegeben. Es sei auch wichtig, Emotionen zu zulassen, um den Tod von Patienten verarbeiten zu können.
Waltraud Jansen hat keine Stunde bereut, in der Krankenpflege zu arbeiten. Viele Erinnerungen sind haften geblieben „Wir haben oft einfach improvisiert“ – aber immer ganz im Sinne der Patienten, da es oft schwierig war, mit den vorhandenen Ressourcen in der DDR die Versorgung zu sichern. Viel persönliches Engagement, Liebe zum Beruf und Kreativität waren dazu erforderlich, aber auch der Wille das Beste zu geben.
Noch zwei Jahre will Waltraud Jansen die Verantwortung als Fachleitung tragen, dann geht sie in den Ruhestand. Obwohl davon bei all ihren Plänen eigentlich gar keine Rede sein kann.