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Hallenser Forscher der Nanomedizin international beachtet

Die Ergebnisse interdisziplinärer Hallenser Forschung auf dem Gebiet der Nanomedizin finden international starke Beachtung. Die Publikation „Accumulation of nanocarriers in the ovary: A neglected toxicity risk?“ wurde vom Editor der Zeitschrift „Journal of Controlled Release“ als Titelblatt und somit wichtigste Publikation der aktuellen Ausgabe ausgewählt. Das Journal of Controlled Release ist die international führende Zeitschrift auf dem Gebiet des sogenannten „Drug Delivery“. Ziel des Drug Delivery ist es, Transportsysteme für Arzneistoffe zu entwickeln, welche gezielt den Arzneistoff in das gewünschte Organ transportieren. Hierbei sollen die Wirksamkeit von Pharmaka erhöht und unerwünschte Nebenwirkungen vermindert werden. Dabei spielt die Entwicklung von Nanotransportsystemen für Wirkstoffe eine wesentliche Rolle. Sie führte in den vergangenen Jahren zur Entwicklung der Nanomedizin. Die an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelten Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Karsten Mäder (Pharmazie) und Dr. Thomas Müller (Innere Medizin IV) fanden heraus, dass sich manche Arten von Nanopartikeln und Nanokapseln in den Ovarien anreichern. Kleinere und bewegliche Arzneiträgersysteme akkumulierten dagegen nicht in den Ovarien.


Eine Anreicherung in den Eierstöcken kann einerseits eine erhöhte Gefahr von Nebenwirkungen bedeuten. Hierzu sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. Die Verwendung kleinerer und flexibler Trägersysteme kann helfen, dieses potentielle Risiko zu vermeiden. Andererseits stellt die gefundene Anreicherung auch die Möglichkeit dar, neue Trägersysteme zur effizienteren Behandlung von Krankheiten der Eierstöcke zu entwickeln. 

Text: Prof. Mäder
Halle, 8. Juni 2012