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14.08.2018

„eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“: Vera Drake


Am Mittwoch, 22. August 2018, startet der nächste Film aus der Reihe „eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“. Diese wird gemeinsam vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin und dem Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrum Medizin‐Ethik‐Recht der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg sowie dem Verein meris e. V. organisiert. Auf dem Programm steht das Drama „Vera Drake“ (2004, 126 min). Als Experte wird Prof. Dr. Dr. Bernd Fischer im Kinosaal Rede und Antwort stehen. Beginn ist wieder 18 Uhr im Luchskino am Zoo, Seebener Straße 172, Halle (Saale).

Die Hausfrau Vera Drake lebt Anfang der 1950er Jahre in Großbritannien. Sie kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Familie und Freunde. Die lebensfrohe, kleine Frau verdient sich mit Putzarbeiten ein wenig Geld hinzu und hat für jeden ein offenes Ohr. Doch sie hütet auch ein Geheimnis: Sie führt trotz des geltenden Verbots Schwangerschaftsabbrüche für junge Frauen durch, die ungewollt schwanger geworden sind. Dabei geht es ihr nicht um Anerkennung oder Geld, sondern um notwendige Hilfe für Frauen in Not. Als es bei einer Abtreibung zu lebensgefährlichen Komplikationen kommt, wird das Leben von Vera Drake und ihrer Familie auf den Kopf gestellt.

Der Film begeistert aufgrund seiner Detailtreue und der schauspielerischen Leistung der Darsteller. Die Geschichte nimmt sehr präzise die gesellschaftlichen Hintergründe im Großbritannien der 50er Jahre  in den Blick und diskutiert die Frage nach der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches damit vor allem als soziale Frage. Das Thema der Abtreibung wird sensibel inszeniert und ist, obwohl in den meisten europäischen Ländern seit vielen Jahren stabile gesetzliche Regelungen diesbezüglich getroffen wurden, gesellschaftlich und in der ethischen Diskussion noch immer sehr relevant, wie nicht zuletzt die Diskussionen um den §219a des StGB zeigen. Dabei nimmt der Film eine interessante und sehr aktuelle Perspektive ein und fragt nicht nur, wie sehr ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen Frauen stigmatisiert, die einen Abbruch durchführen lassen, sondern auch, welche Folgen für jene entstehen, die einen Abbruch vornehmen.

Der Experte:

Prof. Dr. med. Dr. agr. Bernd Fischer ist ehemaliger Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie und war bis 2015 Professor für Anatomie und Reproduktionsbiologie. Seitdem nimmt er Lehraufträge u.a. am IWZ Medizin-Ethik-Recht wahr. Weiterhin ist er ehrenamtlich bei einer Beratungsstelle zum Thema Kinderwunsch tätig.

Ethische und rechtliche Fragen spielen immer wieder eine wichtige Rolle in klinischer Praxis und medizinischer Forschung. Betroffen davon sind nicht nur einzelne Patienten. Medizinische Entwicklungen und die sich daraus ergebenden Kontexte im Zusammenspiel mit Ethik und Recht haben Einfluss auf die gesamte Gesellschaft. Insofern werden die im Spannungsfeld der drei Disziplinen aufgeworfenen Aspekte im Rahmen der Filmreihe kontrovers diskutiert.