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Festsymposium anlässlich der 2000. Nierentransplantation: Ärzte geben Rück- und Ausblick


Zehn Jahre nach der 1500. Niere und zwanzig Jahre nach der 1000. Niere konnte das Nierentransplantationszentrum (NTZ) der halleschen Universitätsmedizin im vergangenen Sommer den nächsten Meilenstein erreichen: Die Transplanteure verpflanzten die 2000. Niere. Ein 70-Jähriger Mann aus dem Saalekreis erhielt das Organ. Mit einem Festsymposium am 27. Januar 2018 feiert das Nierentransplantationszentrum die 2000. Nierentransplantation in Halle. Mit Protagonisten von damals und jetzt soll die Entwicklung der Nierentransplantation an der halleschen Universitätsmedizin dargestellt werden. Die Veranstaltung findet im Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jägerberg 1, zwischen 9 und 14 Uhr statt.

Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, und die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. Simone Heinemann-Meerz. Erwartet wird auch Gerd Rockstroh, der Sohn des ersten Nierentransplanteurs in Halle, Prof. Dr. Heinz Rockstroh. Außerdem berichten weitere Zeitzeugen (Prof. Dr. Hans Heynemann, Prof. Dr. Bernd Osten und Prof. Dr. Bernd Langkopf) über die Geschichte der Nierentransplantation an der halleschen Universitätsmedizin. Prof. Dr. Hans Lilie, Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, hält den Festvortrag. Der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie und des Nierentransplantationszentrums, Prof. Dr. Paolo Fornara, gibt zum Abschluss der Veranstaltung einen Ausblick auf die künftige Entwicklung im Bereich der Organtransplantation.

Im April 1966 führt Professor Heinz Rockstroh in Halle die erste Nierentransplantation in der DDR durch. Es handelte sich dabei um eine Lebendspende einer Mutter für ihren Sohn. 1974 wurde dann in Halle das nach Berlin zweite Nierentransplantationszentrum in der DDR gegründet. Von der ersten Nierentransplantation der DDR bis heute ist gut ein halbes Jahrhundert vergangen. Professor Fornara: „Das hallesche Nierentransplantationszentrum hat in dieser Zeit lückenlos die gesamte Entwicklung der Nierentransplantation  durchlaufen und teilweise beeinflusst oder gar geprägt.“ Durchschnittlich verpflanzt das NTZ pro Jahr etwa 40 Nieren, davon etwa zehn durch Lebendspenden. Etwa 200 bis 230 Patientinnen und Patienten stehen auf der Warteliste.

Nach der Standardisierung der chirurgischen Transplantationstechnik und der immunologischen Behandlungsmöglichkeiten in den 80er und 90er Jahren und der Weiterentwicklung der Typisierung erfolgte in den vergangenen 15 Jahren der Ausbau des Schwerpunktes Lebendspende. Blutgruppeninkompatible Lebendnierentransplantation und laparoskopische minimalinvasive Nierenentnahme kennzeichneten diese Entwicklung die - fast zwangsläufig - zur roboterassistierten Nierentransplantation führte.

Das Team um den Urologie-Professor Dr. Paolo Fornara setzt seit vielen Jahrzehnten auf technische Innovationen bei der Behandlung von urologischen Erkrankungen und der Nierentransplantation. Er ist einer der Vorreiter der Schlüsselloch-Chirurgie in Deutschland.  Als zweites Zentrum in Deutschland und erstes in den neuen Bundesländern wurde, nach langer Vorbereitung, vor einem Jahr in Halle die roboterassistierte Nierentransplantation in den klinischen Alltag eingeführt. 

Die Technik wird seither routinemäßig bei Lebendnierentransplantationen angewandt, Halle gehört europaweit zu den sieben Institutionen, welche diese Operationsmethode einsetzen. Bisher wurden in Halle elf roboterassistierte Transplantationen durchgeführt. „So ist es erstmals möglich geworden, den gesamten Lebendspendeprozess minimal-invasiv, also ohne chirurgischen Schnitt, durchzuführen“, erklärt der Urologie-Professor. Die Nierenentnahme erfolgt konventionell durch die Schlüssellochtechnik und die Transplantation durch den Roboter assistiert. Mit dem Einsatz des OP-Roboters DaVinci können den Patienten drei OP-Verfahren angeboten und auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden: die klassische, offene Operation, der Einsatz der herkömmlichen Schlüssellochchirurgie oder das roboterunterstützte Operieren.