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09.10.2015

Die Krukenbergs: Ausstellung über vier hallesche Mediziner in der Kustodie der Universität


Sie haben Spuren in Halle, in verschiedenen Bereichen der Medizin und an der halleschen Universitätsmedizin hinterlassen: Vier Ärzte der Familie Krukenberg. In Zusammenarbeit mit der Zentralen Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg widmet das Krukenberg-Krebszentrum Halle (KKH) der halleschen Universitätsmedizin seinen Namensgebern eine Ausstellung. Anhand eindrucksvoller Exponate werden wichtige Stationen im Leben und Wirken Peter David Krukenbergs – dessen 150. Todestag sich am 13. Dezember jährt – sowie seiner Großneffen, der drei Brüder Georg Peter Heinrich, Hermann und Friedrich Ernst Krukenberg, aufgezeigt. Mit dieser Ausstellung ehren wir die Namensgeber unseres Krukenberg-Krebszentrum Halle. „Wir sind stolz, die medizinische Tradition der Krukenbergdynastie fortsetzen zu können, die verschiedene Fachgebiete repräsentiert und diese - ganz im Sinne Peter David Krukenbergs – zusammenführt“, erklärt PD Dr. Bernd Schmidt, Mitglied des Vorstandes des Krukenberg-Krebszentrums.  Die Ausstellung im Löwengebäude, Universitätsplatz 11, wird am Mittwoch, 15. Oktober 2015 um 17 Uhr offiziell eröffnet und kann ab Freitag, 16. Oktober 2015, bis zum 17. Dezember 2015 dienstags bis freitags von 11 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden, ebenso sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.

Im Rahmen der Ausstellung werden weitere Programmpunkte angeboten. PD Dr. Bernd Schmidt: „Gleichzeitig möchten wir mit dem Rahmenprogramm zur Ausstellung das Krukenberg-Krebszentrum der interessierten Öffentlichkeit näher bringen. So präsentiert sich das KKH am 19. November 2015 vor Ort und wird einen Einblick in seine fachübergreifende Arbeitsweise geben.“

Weitere Programmpunkte:

19. November 2015; 17 Uhr: Historischer Hörsaal, Löwengebäude, Universitätsplatz 11, 06108 Halle

Präsentation des Krukenberg-Krebszentrums Halle (KKH) mit kleinem Empfang 

13. Dezember 2015, 15 Uhr: Stadtgottesacker
 Kranzniederlegung anlässlich des 150. Todestages von Peter David Krukenberg mit anschließendem Ausklang im Wandelgang des Löwengebäudes

17. Dezember 2015, 18 Uhr: Historischer Hörsaal, Löwengebäude
Finissage: Der Krukenberg-Tumor aus gastroenterologischer und gynäkologischer Sicht 


Hintergrund:

 Peter David Krukenbergs wurde 1814 zum außerordentlichen Professor an die Medizinische Fakultät der Universität Halle berufen und entwickelte die Idee, zusätzlich zur bestehenden Universitätsklinik eine ambulatorische Klinik einzurichten, die 1816 in seinem Privathaus in der Bruderstraße in Halle eröffnet wurde. 1822 erfolgte die Berufung zum ordentlichen Professor für Pathologie und Therapie sowie zum Direktor der Universitätsklinik in Halle. In seine Amtszeit fiel auch der von ihm geforderte Neubau dieser Klinik am Domplatz, die damals als Muster eines modernen Krankenhauses galt. Unter seiner Direktion wurden die bisherige stationäre Klinik der Universität und seine ambulatorische Klinik zu einer in Deutschland wegweisenden Universitätsklinik zusammengeführt. Peter Krukenberg war u.a. Mitglied der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher und galt für ganze Ärztegenerationen als das Idealbild des „praktischen Arztes“.

Georg Peter Heinrich Krukenberg studierte in seiner Geburtsstadt Halle Medizin und wurde an der hiesigen Universität 1879 mit einem „Beitrag zur Kenntnis der progressiven perniciosen Anaemie“ promoviert. Seine Arbeiten betreffen die Beeinflussung der Körperwärme durch Bäder verschiedener Temperatur, den Ursprung des Fruchtwassers, die Nierenabscheidungen des Embryos sowie Uterusgeschwulste.

Hermann Krukenberg legte in Halle 1882 sein Abitur ab und studierte anschließend Medizin in Straßburg, Bonn und Heidelberg. 1892 übernahm er in Halle die Privatklinik des verstorbenen Ordinarius für Chirurgie Richard v. Volkmann (1830–1889). Als Feldarzt im Ersten Weltkrieg entwickelte er eine Operationstechnik, bei der nach Amputation einer Hand durch das Spalten des Unterarmes eine Greifbewegung ermöglicht wird, die sogenannte „Krukenberg-Plastik“.

Friedrich Ernst Krukenberg studierte an den Universitäten Halle und Marburg. Zu seinen Lehrern gehörten der Ophthalmologe Theodor Axenfeld (1867–1930) und der Pathologe Felix Jacob Marchand (1846 – 1928). Friedrich Ernst Krukenberg verbrachte den größten Teil seines Lebens in seiner Geburtsstadt Halle, in der er ab 1903 privat praktizierte. Nach ihm sind der Krukenberg-Tumor und die Krukenberg-Spindel benannt.