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05.08.2016

BMBF-geförderte HODOKORT-Studie untersucht Wirksamkeit von Glukokortikoid-Therapien beim Hörsturz


Der plötzliche Verlust des Gehörs, der sogenannte Hörsturz, ist eine beängstigende Situation. In Deutschland sind jährlich 100 bis 400 Menschen von 100.000 davon betroffen. Obwohl dieses Krankheitsbild seit langem bekannt ist, sind weder die Ursache noch die zugrundeliegenden Mechanismen vollständig erforscht, erklärt Professor Dr. Stefan Plontke, Direktor der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Er leitet eine bundesweite Studie, welche sich mit der Therapie des Hörsturzes beschäftigt – die sogenannte HODOKORT-Studie. Als erstes von etwa 40 Prüfzentren der Studie ist jenes an der Universitätsmedizin Halle (Saale) nun initiiert worden. 

Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung“ mit knapp 2 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert. Ziel der Studie ist es, drei verschiedene Therapievarianten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei Hörstürzen zu untersuchen. „Damit soll eine valide Datenlage geschaffen werden, die es erlaubt, Menschen, die unter einem  plötzlichen Hörverlust („Hörsturz“) leiden, wirksam zu behandeln“, beschreibt der hallesche HNO-Professor. Untersucht werden sollen deutschlandweit 312 Freiwillige zwischen 18 und 80 Jahren, die einen Hörsturz erlitten haben. 

Grundlage sind jeweils kortisonhaltige beziehungsweise kortisonähnliche Medikamente (Glukokortikoide), die als Kurzzeittherapie über zehn Tage verabreicht werden. Getestet werden bei einer Gruppe dabei die internationale Standarddosierung, die unter jener liegt, die in Deutschland üblicherweise Anwendung findet. Eine weitere Gruppe erhält deshalb die in Deutschland bisher angewendete, aber noch nicht ausreichend in Studien untersuchte Dosis über die Vene. Einer dritten Gruppe wird ein anderes hochdosiertes Glukokortikoid in Tablettenform (oral) verabreicht. Neben dem Ziel, eindeutige Daten für oder gegen eine solche Hochdosis-Steroidtherapie zu generieren, erhofft sich das Team um Plontke auch Hinweise darauf, ob eine orale Gabe den gleichen Nutzen hat wie eine intravenöse Gabe. Außerdem werden in einem Fragebogen die Lebensqualität erfasst und Daten zu Ohrgeräuschen und ähnlichem erhoben.

Bis zum Ende der Studie weiß zudem niemand vom Studienteam (weder Patient, noch Prüfarzt, noch Statistiker, der die Daten auswerten wird), welcher Patient welchem Therapiearm zugeordnet ist, um subjektive Beeinflussungsmöglichkeiten auszuschließen. Zudem ist die Auswahl der Zielparameter mit Selbsthilfegruppen erarbeitet worden. So waren Vertreter des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V., der Deutschen Gesellschaft für Hörgeschädigte e.V. und der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. einbezogen. Der Lenkungsausschuss des neu gegründeten Deutschen Studienzentrums für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DSZ-HNO) unterstützt das Projekt mit einer methodischen Beratung des Studienteams. Bei der Durchführung der Studie wird Prof. Plontke des Weiteren maßgeblich vom Koordinierungszentrum für klinische Studien (KKS-Halle) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unterstützt. 

„Wir gehen davon aus, dass alle drei Therapieformen prinzipiell wirksam sind; wir wollen aber herausfinden, ob die Hochdosistherapie Vorteile birgt und wie es mit eventuellen Nebenwirkungen aussieht“, erklärt Prof. Plontke. Dazu gehört auch, dass die Auswirkungen von Hochdosis-Glukokortikoidtherapien auf den Blutdruck und den Blutzucker untersucht werden sollen. „Dazu liegen noch keine ausreichenden Daten vor“, so Prof. Plontke. Das sei auch für andere Erkrankungen, die mit Glukokortikoid-Präparaten behandelt werden, von Interesse. Diesen Teil der Untersuchungen verantwortet laut Plontke der stellvertretende HODOKORT-Studienleiter und Direktor der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Professor Dr. Matthias Girndt.