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08.04.2016

Anatomie-Professorin Heike Kielstein wird Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften

Prof. Dr. Heike Kielstein wird von Akademie-Präsident Prof. Dr. Hans Wiesmeth als neues Mitglied eingeführt. Foto: Sächsische Akademie der Wissenschaften/Swen Reichhold


Die hallesche Professorin für Anatomie, Prof. Dr. Heike Kielstein, ist als neues ordentliches Mitglied in die Sächsische Akademie der Wissenschaften (SAW) aufgenommen worden. Die Ehrung erfolgte im Rahmen der öffentlichen Frühjahrssitzung der Akademie am Freitag, dem 8. April 2016, ab 16 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses in Leipzig.

Professorin Kielstein ist für die Mitgliedschaft vorgeschlagen worden und gehört der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse an. Sie ist damit das sechste Mitglied der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in dieser Klasse. „Es ist eine sehr große Ehre für mich und ich empfinde es aufgrund des regelmäßigen intensiven interdisziplinären Austauschs mit anderen Wissenschaftlern als ein Geschenk, in die Sächsische Akademie der Wissenschaften aufgenommen zu werden“, sagt Prof. Heike Kielstein. Einmal im Monat tritt das Plenum der Akademie zusammen und werden wissenschaftliche Vorträge von Mitgliedern der drei verschiedenen Klassen der Akademie gehalten. Zudem finden das gesamte Jahr über Veranstaltungen statt und werden auch eigene Forschungsvorhaben verfolgt.

Sie freue sich darauf, institutionen- und fächerübergreifend Kontakte knüpfen und Netzwerke mit anderen Wissenschaftlern aufbauen zu können. „Der Austausch über ein Thema, die verschiedenen wissenschaftlichen Sichtweisen darauf zu erfahren und damit die Erweiterung meines eigenen Horizontes zu ermöglichen, interessiert mich sehr“, sagt sie. Gleichzeitig habe sie sich vorgenommen, die Medizinische Fakultät als Teil der MLU in der Akademie gut zu vertreten und deren Präsenz zu stärken sowie sich fachlich, naturwissenschaftlich und methodisch einzubringen. 

Sie habe zudem als ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Evangelischen Studienwerks Erfahrung darin, in interdisziplinären Gremien zu arbeiten, eigene Aspekte dort einzubringen und Themen dann in Stellungnahmen zu veröffentlichen.  

Professorin Kielstein hat an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und an Universitätsmedizin im französischen Rennes Humanmedizin studiert. 1998 ist sie an der MHH promoviert worden. 2005 hat sich die Habilitation angeschlossen und wurde ihr die Lehrbefugnis erteilt. Im Jahr 2007 wurde sie zur Juniorprofessorin für Endokrino-Immunologie an der MHH berufen. 2011 folgte der Ruf an die Medizinische Fakultät in Halle als W2-Professorin für Anatomie. 2015 ist sie zur W3-Professorin an der Medizinischen Fakultät berufen worden, wo sie vor kurzem zudem zur Direktorin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie ernannt wurde.

In ihrer Forschung beschäftigt sich Heike Kielstein mit dem Zusammenhang zwischen Adipositas und Funktionen der natürlichen Killerzellen, dem Einfluss von Übergewicht auf Krebserkrankungen, speziell im Bereich Tumorwachstum und Metastasierung, und mit der molekularen Regulation der Zytotoxizität von natürlichen Killerzellen. Zudem gehört der Lehrforschung ihr Interesse.

Die Mitgliedschaft in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften gilt auf Lebenszeit. Zu den Aufgaben eines ordentlichen Mitgliedes zählt, an den Sitzungen und den Wahlhandlungen des Plenums und ihrer Klasse teilzunehmen, an der Arbeit der Akademie mitzuwirken und zu Veröffentlichungen beizutragen, wissenschaftliche Vorträge zu halten und Kandidaten für eine Mitgliedschaft vorzuschlagen.

Als Gelehrtengesellschaft gliedert sich die Sächsische Akademie in drei gleichrangige Klassen: die Mathematisch-naturwissenschaftliche, die Philologisch-historische und die Technikwissenschaftliche Klasse. Jede Klasse setzt sich zusammen aus bis zu 30 Ordentlichen Mitgliedern, die ihren Wohnsitz oder ihre Dienststelle in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen haben. Hinzu kommen bis zu 30 Korrespondierende Mitglieder und derzeit zwei Ehrenmitglieder. Die Ordentlichen Mitglieder bilden das Plenum, das in monatlichen Sitzungen über grundsätzliche wissenschaftliche Angelegenheiten berät, vor allem aber aktuelle Forschungsergebnisse entgegennimmt und diskutiert.