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25.11.2013

Neuer Jahrgang der Klasse Allgemeinmedizin startet – Neues Stipendien-Programm der Kassenärztlichen Vereinigung


Mit 20 neuen Studierenden startet die „Klasse Allgemeinmedizin“ am Mittwoch, 27. November 2013, in den nunmehr dritten Jahrgang. Die Studierenden können sich dabei über ein neues Stipendien-Programm der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt freuen. Ab diesem Jahr haben die Studierenden der „Klasse Allgemeinmedizin“ die Möglichkeit, sich für ein Stipendium der KVSA zu bewerben. 

Dr. Burkhard John (Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt) dazu: "Wenn wir die künftige ambulante medizinische Versorgung nachhaltig sicherstellen wollen, wie es unser Auftrag ist, dann müssen wir in der Ausbildung ansetzen. Unser neues Förderprogramm hat genau das zum Ziel. Wir legen großen Wert darauf, dass möglichst viele Studenten direkt nach dem Studium hier im Land bleiben und hoffentlich sesshaft werden. "  

Wenn sich die Studenten bereits im ersten Semester dazu entschließen, nach der Weiterbildungszeit die vertragsärztliche Tätigkeit in einer Region Sachsen-Anhalts aufzunehmen, können sie für den Zeitraum der Regelstudienzeit eine monatliche Förderung von 800 Euro erhalten. Im Rahmen einer Übergangsregelung können ebenfalls die Studenten, die sich bereits in der Klasse Allgemeinmedizin befinden, gefördert werden. Der notwendige Zeitraum der vertragsärztlichen Tätigkeit in Sachsen- Anhalt entspricht dem Förderzeitraum. 

Im Rahmen der Einführungsveranstaltung für die neuen Studierenden stellen Dr. Burkhard John, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, das Stipendienprogramm sowie Prof. Dr. Michael Gekle (Dekan der Medizinischen Fakultät) und Prof. Dr. Andreas Klement (Leiter der Sektion Allgemeinmedizin) die Klasse Allgemeinmedizin vor. Die Veranstaltung startet um 19 Uhr im Hörsaal des Gebäudes Magdeburger Straße 8 (Dekanat/ehem. Augenklinik). Vertreter/innen der Presse sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Hintergrund:  Seit dem Wintersemester 2011 gibt es für  jährlich 20 Studienanfänger der Medizin in Halle ein besonderes den Regelstudiengang ergänzendes Ausbildungsangebot: die "Klasse Allgemeinmedizin". Ziel ist es, den ärztlichen Nachwuchs schon am Anfang des Studiums für das Fach Allgemeinmedizin zu begeistern. Besonders attraktive Lehre in Landarztpraxen ist durch das gesamte Studium hindurch fester Bezugspunkt der Ausbildung. Derzeit nehmen insgesamt 48 Studierende an dem Projekt "Klasse Allgemeinmedizin" teil. Über fünf Jahre hinweg sollen sie für eine spätere Niederlassung in Sachsen-Anhalt ausgebildet werden.

Trotz insgesamt steigender Arztzahlen in Deutschland sind in ländlichen Regionen schon jetzt kaum noch Nachfolger für freiwerdende Hausarztsitze mehr zu finden und Sachsen-Anhalt ist hiervon besonders betroffen. Zusätzlich entsteht durch den demographischen Wandel bei abnehmender Bevölkerungsdichte ein zunehmender Bedarf nach insbesondere hausärztlicher Betreuung. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Gesundheit identifizierte in seinem letzten Sondergutachten zur Zukunft der medizinischen Versorgung als ein Hauptproblem die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung auf dem Land. 

Ärzte lassen sich nicht allzu schnell "backen", vom ersten Semester bis zur Niederlassung vergehen mindestens elf Jahre. Schon  in den nächsten zehn Jahren erwarten wir in Sachsen-Anhalt einen jährlichen Bedarf von etwa 50 niederlassungswilligen Vollzeit-Allgemeinärzten, gegenwärtig legen landesweit jährlich aber nur etwa 20 junge Kolleginnen und Kollegen die Facharztprüfung ab. 

Das Projekt „Klasse Allgemeinmedizin“

Eine feste Gruppe – ähnlich einer Schulklasse -  bleibt über das gesamte Studium hinweg bestehen. Die „Klasse Allgemeinmedizin“ wird durch erfahrene Hausärzte und Sozialwissenschaftler betreut.  Jeder Studierende verbringt zwei Tage pro Semester in seiner „persönlichen“ Landarztpraxis. Auf den Umgang mit „echten Patienten“ werden die Studenten Schritt für Schritt mit Seminaren  für hausärztliche Fertigkeiten und Gesprächstechniken vorbereitet. Regelmäßige Kontakte (über Seminare und das Internet) zu den „Klassenlehrern“ stellen die inhaltliche Qualität und Prägekraft des Programms sicher. Durch gut vorbereiteten frühen Patientenkontakt und Landärzte als überzeugende ärztliche Vorbilder wird ein besonderer Lernanreiz und Erfahrungsschatz erzeugt. Zusammen mit dem Gruppenzusammenhalt innerhalb der Klasse wird so nachhaltig die Entwicklung einer professionellen Identität mit regionaler Bindung gefördert.