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07.12.2012

Schlaganfall: Stroke Unit des Universitätsklinikums erhält erneut Zertifizierung für überregionale Versorgung

Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Berechnungen jährlich in Deutschland. Etwa 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten sterben innerhalb von vier Wochen. Doch nicht allen Betroffenen wird eine rechtzeitige und qualitativ hochwertige medizinische Behandlung zu teil – mit teilweise schwerwiegenden Konsequenzen. Einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Schlaganfallpatienten leistet die Stroke Unit des Universitätsklinikums Halle (Saale), die nach Zertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Deutsche Schlaganfallhilfe die Kriterien für eine „überregionale Stroke Unit“ erfüllt.


In der Stroke Unit stehen – räumlich getrennt von der Neurologischen Intensivstation – sechs Monitor überwachte Betten zur Verfügung. Speziell qualifizierte und hoch motivierte Pflegekräfte und Ärzte kümmern sich gemeinsam nur um die Schlaganfallpatienten. „Für die Therapie haben wir eigene Behandlungspfade entwickelt“, sagt Dr. Katja Wartenberg, die gemeinsam mit Dr. Tobias Müller die Stroke Unit des Universitätsklinikums Halle (Saale) leitet. Durch eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels in den Hirn versorgenden Gefäßen (Thrombolyse) können viele Folgeschäden gemildert oder gar gemindert werden. „Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall.“ Je mehr Zeit bist zur Behandlung vergeht, umso schwerwiegender sind die Folgen. Hausinterne Zielsetzung ist die Durchführung der Thrombolyse innerhalb von 20 Minuten nach Eintreffen in der Notaufnahme. Dort können die Patienten sofort klinisch und radiologisch untersucht werden, weil zur Bildgebung die Computertomographie direkt in der Notaufnahme angesiedelt ist.

„Durch die Vernetzung mit der neurologischen Intensivstation können auch schwerst Erkrankte mit lebensbedrohlichen Komplikationen ohne Zeitverzögerung behandelt werden“, so Dr. Müller. Im Universitätsklinikum sind alle Fächer vertreten, die eine vollständige Versorgung der Patienten absichern – von der Neurologie, über die Neurochirurgie, interventionelle Neuroradiologie bis hin zur Gefäßchirurgie. Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten sorgen zudem für die gute Betreuung der Betroffenen. „Rund um die Uhr an allen Tagen des Jahres können bei uns die Patienten umfassend betreut werden.“ Viele Patienten werden aus umliegenden Krankenhäusern speziell zur Wiedereröffnung eines verschlossenen Hirngefäßes  mittels Kathetertechnik (neuroradiologisch-interventionelles Vorgehen) zugewiesen.

Die Patienten können dabei auch von den neuesten Forschungsergebnissen profitieren. Moderne und besonders innovative Therapien werden auf der Stroke Unit innerhalb von internationalen Studien angeboten. 

Halle, Dezember 2012