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Datenbank zur Qualitätssicherung in der HNO-Chirurgie angeschafft


Personalisierte Medizin fragt: Welche Therapie passt zu welchem Patienten? Antworten liefern oft die Auswertungen bisheriger Behandlungen. Die genaue Erfassung von Patientendaten und Ergebnissen von Therapieverfahren wird durch eine moderne digitale Datenbank maßgeblich erleichtert. In der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Halle (Saale) wurde eine solche HNO-Datenbank nun erstmals in einem Klinikum in den neuen Bundesländern etabliert. Prof. Stefan Plontke, Direktor der  Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, und apl. Prof. Dr. Torsten Rahne, Leiter der Funktionsdiagnostik und technischer Leiter des Halleschen Hör- und ImplantCentrums (HIC), versprechen sich viele Vorteile von der HNO-spezifischen Datenbank. Denn sie kann alle patientenrelevanten Daten zu Voruntersuchungen, Bilddaten oder Zeichnungen des Operateurs aus dem OP oder auch Audiogramme nach der OP innerhalb weniger Minuten digital zusammenführen. Professor Plontke: „Das hilft nicht nur den Patienten, für welche die individuell beste Therapie einfacher ausgewählt werden kann, sondern auch dem Arzt, der mehr Zeit für die Patienten hat, weil die Daten übersichtlich an einem Platz abrufbar sind.“ Für die Datenbank wurden etwa 87.000 Euro investiert.

Einmal mehr befinde sich die HNO-Klinik und das Hallesche Hör- und ImplantCentrum (HIC) damit „am Puls der Zeit“, getreu der in Halle jahrzehntelang bestehenden Tradition, die Versorgung schwerhöriger und gehörloser Menschen mit Hörgeräten, Hörimplantaten bzw. Gehörerhaltenden Operationen stetig zu optimieren. „Denn die HNO-Datenbank (ENTstatistics) führt alle Daten aus der hoch-modernen Diagnostik, den konservativen und operativen HNO-Therapien sowie der Phoniatrie und Pädaudiologie zusammen, was auch die post-operative Nachbetreuung verbessert“, sagt der Klinikdirektor. Patienten, die z.B. ihren Nachuntersuchungstermin versäumt haben, werden automatisch erkannt und können zeitnah an eine Kontrolluntersuchung erinnert werden. 

Die HNO-Klinik verspricht sich durch die prospektiv angelegte Datenbank erhebliche Unterstützung bei der wissenschaftlich fundierten Auswahl des am besten geeigneten Therapieverfahrens, bei der Aufklärung von Patienten vor einer Operation sowie der der Qualitätssicherung durch Erfassung der Behandlungsergebnisse insbesondere auch bei der Einführung neuer Therapieverfahren und Medizinprodukte, aber auch für die wissenschaftliche Auswertung, was wiederum zu einer besseren Patientenversorgung beitragen soll.

Halle, 28. Februar 2018