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Öffentlicher Vortag: Die „Wunschkindpille“ in der DDR


Am Mittwoch, 14. Juni 2017, hält um 20 Uhr Dr. phil. Christian König aus Leipzig am halleschen Institut für Geschichte und Ethik der Medizin eine öffentlichen Vortrag über das Thema „Zwischen Planwirtschaft und Eigeninitiative. Die "Wunschkindpille" in der DDR“. Die Veranstaltung findet im Gebäude Magdeburger Straße 8, Etage 1, Seminarraum 2, statt.

Zum Inhalt des Vortrages:  Die Markteinführung der „Pille“ zu Beginn der 1960er Jahre in den USA und der Bundesrepublik Deutschland markiert den Beginn eines epochalen Wandels in der Geschichte der Sexualität. Deren kulturelle und soziale Konsequenzen werden vielfach als sexuelle Revolution beschrieben. Kaum bekannt ist, dass bereits wenige Jahre später der VEB Jenapharm mit „Ovosiston“ auf der Frühjahrsmesse in Leipzig eine eigene „Pille“ präsentierte. Als erstes Ostblock-Land schloss die DDR damit rasch an die Entwicklung in den USA und Westeuropa an. In Abgrenzung von den westlichen „Antibabypillen“ wurde das Präparat in der DDR als „Wunschkindpille“ propagiert, die es Frauen ermöglichen sollte, Mutterschaft und Berufstätigkeit zu vereinen. Das starre Gefüge der DDR-Gesellschaft erwies sich hier als durchaus „modern“ und „westlich“.

Deshalb soll zum einen der Blick auf die Akteure und die spezifischen gesellschaftlichen Konstellationen gerichtet werden, welche die Entscheidung für die hormonelle Empfängnisverhütung in der DDR ermöglichten. Zum anderen werden die Aneignung der „Wunschkindpille“ und deren Auswirkungen auf die ostdeutsche Geschlechterordnung diskutiert.