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16.11.2015

Festakt und erste Erxleben-Lecture zu Ehren des 300. Geburtstags von Dorothea Erxleben


Kurzweilig, amüsant, wissensreich: So lässt sich die Festveranstaltung anlässlich des 300. Geburtstages von Dorothea Christiane Erxleben am Freitag, 13. November 2015, in der Aula des Löwengebäudes der Universität Halle zusammenfassen. Die Veranstaltung hatten die Medizinische Fakultät sowie die Ärztekammer Sachsen-Anhalt gemeinsam organisiert. Dorothea Erxleben, geboren in Quedlinburg, war die erste Frau Deutschlands, die zur Ärztin promoviert wurde – und zwar an der Universität Halle.

Neben der Begrüßung seitens des Dekans der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, und Sachsen-Anhalts Ärztekammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz richteten Universitätsrektor Prof. Dr. Udo Sträter, Leopoldina-Präsident Prof. Dr. Jörg Hacker sowie die Nobelpreisträgerin und Schirmherrin der neu ins Leben gerufenen Erxleben-Lecture Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard Grußworte an das Publikum. 

Die Biologin Nüsslein-Volhard erhielt 1995 den Nobelpreis für Medizin für ihre Forschungen über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung. Sie ist zwar bei Frankfurt am Main aufgewachsen und forscht seit Jahrzehnten am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, aber sie ist auch „tief verwurzelt“ in Sachsen-Anhalt, wie es Dekan Gekle ausdrückte. Sie ist bei Magdeburg geboren worden, aber insbesondere ihr Großvater Franz Volhard und Urgroßvater Jacob Volhard sind eng mit der halleschen Universität und ihrer Entwicklung verbunden. „Ich habe die Schirmherrschaft gerne angenommen, eben weil ich diese Verbindung zu Halle habe“, sagte Christiane Nüsslein-Volhardt, die Dorothea Erxleben zudem für eine „großartige, beeindruckende Persönlichkeit“ halte, die leider mit 47 Jahren viel zu früh gestorben sei. 

Ein Vortrag von Prof. Dr. Florian Steger vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Halle vertiefte das Wissen über die Persönlichkeit Dorothea Erxleben und die Zeit, in der sie lebte. 

Neben dem feierlichen Aspekt war der Geburtstag auch Anlass, eine „Erxleben-Lecture“ ins Leben zu rufen, die nun künftig jedes Jahr im Zeitraum des Geburtstages der Ärztin stattfinden soll. Die erste Lecture hielt  Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll von der Universität Nürnberg-Erlangen zum Thema „Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt. Aspekte zur funktionellen Morphologie des Sehorgans“. „Ich zeige ich Ihnen einmal, was meine Arbeit so spannend macht“, sagte Bundesverdienstkreuzträgerin 1. Klasse und hielt Wort. Kurzweilig und interessant referierte sie in ihrem Vortrag über den Werdegang der Augenheilkunde, die Wichtigkeit von guten Erklärungen und Wissen über die Umwelt, um diese dann auch gut sehen zu können sowie über den Aufbau des Auges. „Ist es nicht ein wahnsinniges Wunder“, fragte sie begeistert ins Publikum, nachdem sie die Funktionsweise der Hornhaut erklärt hatte.

Ebenso sprach sie über die Entstehung von Augenkrankheiten und warum beispielsweise die trockene Makula-Degeneration nach wie vor nicht heilbar ist. „Sie werden das verstehen, das ist Gehirn“, erklärte sie bezugnehmend auf die Entstehung und Lage dieses Gewebes im Schädel. Gleichzeitig blickte Prof. Lütjen-Drecoll aber positiv in die Zukunft: „Ich denke, die nächste Generation wird da etwas finden“, sagte sie.

Den Abschluss des Erxleben-Festaktes bildete eine Podiumsdiskussion unter Moderation von Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle, zum Thema Frauen in der Wissenschaft. Neben Anekdoten aus der eigenen wissenschaftlichen Laufbahn wurde auch die Rolle der Gesellschaft erörtert. So sei der Gedanke an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf etwas, das von vornherein viele Frauen ausbremse, Forscherin zu werden, gab Prof. Nüsslein-Volhard zu bedenken, die eine Stiftung gegründet hat, die Frauen in der Wissenschaft unterstützt, die Kinder haben. „Ich fand es wichtig, Unterstützung zu geben“, sagte sie, aber auch, dass „nicht jede Professorin werden“ müsse.

Tatsächlich habe es auch bei Prof. Lütjen-Drecoll eine Zeit gegeben, in der sie sich gefragt habe, ob sie ihren Beruf weiter ausüben könne, sagte die Erlanger Medizinerin und erzählte, dass es ihr nur deshalb möglich gewesen sei, weil sie bei der Kinderbetreuung Unterstützung von der Familie gehabt habe. Außerdem seien Freude am Beruf und Anerkennung für die eigene Arbeit große Triebfedern waren sich alle Beteiligten der Podiumsdiskussion einig.