Umfrage zur Nutzung unserer Internetseite
Sehr geehrte/r Besucher/in unseres Internetauftrittes,

wir, das Universitätsklinikum Halle (Saale), führen im Moment eine Umfrage über die Nutzung unserer Internetseite durch. Mit den Ergebnissen dieser völlig anonymen und freiwilligen Umfrage wollen wir unsere Seite für Sie attraktiver und besser nutzbar machen. Wir würden uns deshalb sehr über Ihre Teilnahme freuen. Das Beantworten der Fragen dauert auch nur wenige Minuten.

Unsere Datenschutzinformationen finden Sie unter Datenschutzerklärung
Teilnehmen
Ich möchte nicht teilnehmen
Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

11.12.2018

Publikation in „Nature Neuroscience“: Molekulargenetische Studie zeigt Korrelation zwischen Alkoholabhängigkeit und anderen psychischen Erkrankungen


Alkoholabhängigkeit zeigt eine molekulargenetische Korrelation zu Schizophrenie, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADH beziehungsweise ADHS) oder Depressionen. Diesen Schluss lässt eine großangelegte internationale Assoziationsstudie zu, an der die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dan Rujescu von der halleschen Universitätsmedizin beteiligt war. Die Ergebnisse der Studie wurden gerade vorab online im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ des Nature-Verlags veröffentlicht (https://doi.org/10.1038/s41593-018-0275-1). Die Druckfassung erscheint am 12. Dezember 2018.

„Die Studie ist in ihrer Form einmalig, denn es ist die größte molekulargenetische Studie mit Fokus auf diagnostizierte Alkoholabhängigkeit“, sagt Rujescu, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universitätsmedizin Halle (Saale). Dazu wurden genetische Daten aus insgesamt 28 Fallkontroll- und familienbasierten Studien von annähernd 15.000 Menschen sowie von weiteren knapp 38.000 als Kontrollgruppe in einer Meta-Analyse ausgewertet. Bei einigen Menschen existieren Genvarianten, die die Umwandlung in verschiedene Zwischenprodukte während des Alkoholabbaus (wie Acetaldehyd/Ethanal) beeinflussen und so das Risiko für eine Alkoholerkrankung verändern. 

Man wisse, dass die Neigung zur Alkoholabhängigkeit einen genetischen Anteil hat, aber bisher sei wenig über die molekulargenetische Verwandtschaft zu anderen psychischen Erkrankungen bekannt gewesen. 

Es hat sich nun gezeigt, dass es eine signifikante molekulargenetische Korrelation zwischen Alkoholkrankheit, und 17 anderen psychiatrischen Erkrankungen oder Verhaltensvariablen gibt, darunter Schizophrenie, ADHS und Depressionen, aber auch zum Konsum von Zigaretten und Cannabis. „Aus den Ergebnissen könnte man die Hypothese ableiten, dass jemand, der zum Beispiel Depressionen hat, aufgrund der molekulargenetischen Korrelation auch ein erhöhtes Risiko hat, alkoholkrank zu werden. Das ist insofern relevant, weil manche Alkoholkonsum durchaus als eine Art Selbsttherapie sehen“, sagt Rujescu.

Dabei zeigte sich des Weiteren, dass die molekulargenetischen Voraussetzungen für eine Alkoholabhängigkeit und die für Alkoholkonsum nur teilweise überlappen, was die Unterscheidung zwischen Abhängigkeit und gemäßigtem Trinkverhalten unterstreicht. „Das heißt aber nicht, dass Menschen mit geringerer molekulargenetischer Vulnerabilität nicht auch eine Alkoholabhängigkeit entwickeln können“, so Rujescu.

Aber ebenso interessant: Je älter Menschen bei der Geburt ihres ersten Kindes, je sozioökonomisch besser gestellt und je gebildeter sie sind, desto geringer ist das Risiko für diese psychischen Erkrankungen, zeigen die Daten. Ob die genetischen Korrelationen beispielsweise kausale Prozesse oder den Einfluss von bisher ungemessenen anderen Faktoren abbilden, müsse die weitere Forschung zeigen, schreiben die Autoren.

 

Halle, 11. Dezember 2018